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Rr, 183
Dienstag den 7. August
1888.
Amtliches.
Bei der Postagentur in Kirchheim (Kr. Hersfeld) wird am 25. eine Telegraphenanstalt mit Fernsprechbetrieb eröffnet.
Cassel, 24. Juli 1888.
Der Kaiserliche Ober-Postdirektor Zur Linde.
ÄienMachrichLen aus dem Kreise.
Abhanden gekommen: am 28. v. Mts. ein Huhn; dem Wie- derbringer 1 Mark Belohnung.
Gefunden: Ein Brief, adressirt an Johann Georg Schneider zu Horas.
Hanau am 7. August 1888.___________________________________
Insfifiwißen Kömgl. KiaâLNMalisläasi zu âuu^furt a. L.
0. 70/88, Das am 5. Juli c. gegen den Schreinergesellen Hermann Bartels von Ohrum erlassene Ausschreiben ist erledigt.
8303 D, — J. 2046/87. Der Steckbrief vom 6. Dezember v. I. gegen den Schreiner Anton Herbst von Lohr wird erneuert.
Frankfurt a/M. den 4. August 1888.
T A I è s s ch s N.
Berlin, 6. August. Der „R. u. St. A." Nr. 200 veröffentlicht: Verordnung, betreffend die Ausführung der am 9. September 1886 zu Bern abgeschlossenen Uebereinkunft wegen Bildung eines internationalen „Verbandes zum Schutze von Werken der Literatur und Kunst, vom 11. Juli 1888.
Berlin, 6. August. Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht den Fürsten zu Putbus auf dessen Antrag von der Würde als Oberst Truchseß zu entbinden und dem bisherigen Ober-Hof- und Haus- marschall, Wirklichen Geheimen Rath Fürsten von Radolin, die Würde als Oberst-Truchseß zu verleihen.
Berlin, 6. August. Se. Majestät der Kaiser und König arbeiteten am gestrigen Sonntage mit dem Staats - Minister, Grafen v. Bismarck, dann mehrere Stunden mit dem Kriegs. Minister und empfingen den Kommandeur des ersten Garde Regiments z. F., Obersten und Flügel- Adjutanten von Plkssen sowie den diesseitigen Gesandten beim päpstlichen Stuhl, Wirklichen Geheimen Rath von Schlözer, welcher zum Diner zugezogen ward.
Berlin, 6. August. Der Staatssekretär des Auswärtigen Amts, Staats Minister Graf von Bismarck-Schönhausen, hat einen ihm Allerhöchst bewilligten Urlaub angetreten. Derselbe wird während seiner Abwesenheit durch den Unter-Staatssekretär, Wirklichen Geheimen Legations- Rath Grafen von Berchem, vertreten.
Berlin, 6. Aug. Die „Nordd. Allg. Ztg." kommt auf den von der „Nouvelle Revue" veröffentlichten bereits als Fälschung bezeichneten angeblichen Bericht des Reichskanzlers an den Kaiser Friedrich zurück und sagt, von allen in der Battenberg'schen Angelegenheit erstatteten Jmme- diatberichten habe keiner eine Anspielung auf Besprechungen des Reichskanzlers mit der Kaiserin Friedrich oder auf einen Brief der britischen Königin vom 26. März enthalten. Ein solcher Brief sei dem Reichskanzler und dem Auswärtigen Amte bis jetzt absolut unbekannt. Wenn er dennoch existirte, würde dies beweisen, daß die vorliegende Fälschung von Regionen ausgegangen sei, wo man über die Korrespondenz der britischen Königin genauere Kenntniß habe, als im Auswärtigen Amte. Die Form des Aktenstückes, die Wahl der Argumente, die Art der daraus gezogenen Schlüsse, kurz das ganze Aktenstück sei eine Erfindung. Der Verfasser oder seine Gewährsmänner könnten nicht einmal eine der wirklich existrenden amtlichen Depeschen oberflächlich gekannt haben, sonst wäre es unmöglich, daß der Hauptinhalt Angaben enthielte, welche in den wirklich vorhandenen Aktenstücken nicht im Entferntesten berührt worden seien. Letztere hätten niemals eine Bezugnahme auf die letzten Aeußerungen Kaiser Wilhelms bezüglich unseres Verhältnisses zu Rußland enthalten, auch sei Kaiser Friedrich niemals ein Portefeuille „accompagnant ce mémoire“ vorgelegt worden, eben so wenig habe jemals in einem solchen Aktenstücke eine Bezugnahme auf den König von Rumänien stattgefunden. Der Styl der „Nouvelle Revue" und deren Gewährsmänner genüge, um
die Fälschung erkennen zu lassen. Der ganze Phrasenbau und Gedankengang lasse vermuthen, daß nicht eine Ueversetzung aus vem Deutschen sondern eine ursprünglich französisch redigirte Arbeit vorliege. (F. N.)
Berlin, 6. August. Der Minister des Innern, Herrfurth, ist heute in das Ueberschwemmungsgebiet nach Schlesien abgereist.
Coblenz, 5. Aug. Heute fand bei Ihrer Majestät der Kaiserin Augusta ein Mittagessen statt, an welchem der Oberpräsident, der Oberbürgermeister Becker aus Köln und mehrere Herren vom Militär theilnahmen. Ihre Majestät ließ sich besonders über die gestern erfolgte Eröffnung der Internationalen Gartenbau-Ausstellung der Flora in Köln Bericht erstatten, sprach ihr lebhaftes Bedauern aus, daß es ihr körperlicher Zustand leider verbiete, ter Ausstellung den beabsichtigten Besuch zu machen, verband damit aber zugleich die Versicherung, baff sie an dem Erfolge dieser Ausstellung wie an allem, was für die Entwicklung der Stadt Köln von Bedeutung sei, den regsten Antheil nehme.
Die „Köln. Ztg." schreibt: Vor einigen Tagen wurde uns ein Urtheil des verstorbenen Fürsten Karl Anton von Hohenzollern über unsern jetzigen Kaiser Wilhelm mitgetheilt, das von Interesse ist. Einerseits war damals Prinz Wilhelm noch ein junger Mann, der die Augen der Welt wenig auf sich lenkte, anderseits besaß Fürst Karl Anton neben reicher Erfahrung ein sehr klares Urtheil und kannte den Enkel seines Freundes und kaiserlichen Stammesgcnoflen Wilhelms I. von Kindheit auf. Eine hochstehende Dame fragte den Fürsten, was er von dem Buche „La soeiéte de Berlin", das damals viel besprochen wurde, halte. Der Fürst entgegnete: „Das Machwerk wirbelt gegenwärtig viel Staub auf wegen der Personen, die behandelt werden und der Art und Weise, in welcher dies geschieht; denn die Welt freut sich immer, wenn über Mitmenschen lieblos und in prickelnder, pikanter Weise losgezogen wird. Werth hat das Buch nicht, es wird in kurzer Zeit niemand mehr davon sprechen." „Was halten Sie von den Schilderungen, die es gibt?" Der Fürst entgegnete: „Nur eine einzige ist zutreffend und wahr, das ist die über den Prinzen Wilhelm. Ich schätze ihn hoch, so jung er auch noch ist. Er wird ein sehr bedeutender Mann werden und noch viel von sich sprechen machen. Ich habe ihn von Kindheit auf im Auge behalten und finde meine Ansicht bis zur Stunde immer mehr begründet. Preußen und Deutschland darf auf ihn hoffen; er wird einer der hervorragendsten Monarchen werden und viel Gutes wirken. Er ist ein Charakter, ein Mann von durch und durch edler Gesinnung und bedeutenden Anlagen."
Die „Krcuzzeitung" schreibt: Vor Kurzem wurde in den Zeitungen berichtet, der Schloßprediger F. W. Schubart zu Ballenstädt sei zum Erzieher der kaiserlichen Prinzen berufen. Später wurde diese Mittheilung von anderer Seite dahin abgeändert, daß derselbe zum Erzieher der Kinder des Erbgroßherzogs von Sachsen-Weimar ausersehen sei. In Folge eingezogener Erkundigung erfahren wir aber, daß dem Schloßprediger Schubart von der ganzen Sache nicht das geringste bekannt ist; weder vom kaiserlichen noch vom großherzoglich sächsischen Hofe ist eine bezügliche Anfrage an ihn ergangen.
Die „Hallische Zeitung" schreibt: „Was das Verhältniß der konservativen Partei zu dem Windthorst'schen Schulantrage betrifft, so sind wir von Herrn von Rauchhaupt zu der Mittheilung autorisirt, daß die konservative Fraktion als solche beschlossen hat, dem Anträge keineswegs beizupflichtem"
Am Samstag Vormittag hat eine Sitzung des Staatsministeriums stattgefunden. Es dürfte dies für geraume Zeit, bei der Abwesenheit der meisten Minister die letzte Sitzung des Staatsministeriums gewesen sein. Man darf wohl annehmen, das hierbei auch die auf die Landtagswahlen bezüglichen letzten Entschließungen gefaßt worden sind.
In der Londoner Allgemeinen Correspondenz liest man: Der demnächst mit Genehmigung der Kaiserin Friedrich erscheinende Bericht Sir Morell Makenzies über den Verlauf des Leidens des verstorbenen Kaisers Friedrich wird gleichzeitig in London und Berlin zur Veröffentlichung gelangen, in Berlin in deutscher Uebersetzung. (K Z.)
Spandau, 5. August. Sobald der Bau der neuen Munitions- fobrik vollendet ist, sollen, wie verlautet, auch die Munitionsfabriken von Erfurt und Danzig hierher verlegt werden. Die Zahl bet-bann