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Nr. 182.
Amtliches.
Bekanntmachung.
Bei der Postagentur in Schönstadt wird am 23, eine Telegraphenanstalt mit Fernsprechbetrieb eröffnet.
Cassel den 21. Juli 1888.
Der Kaiserliche Ober-Postdirektor ______________________Zur Linde. ______________________
Neust-Nachrichten aus dem Lreise-
Aufgefangen: Auf dem letzten Wochenmarkt ein junger schwarzer Hahn.
Zugelaufen: Ein schwarzer Spitz; ein junger schwarzer Dachshund mit gelben Abzeichen, beide m. Geschl.
Gefunden: Ein grauer Strumpf. Ein Reifarmband. Ein Herrenhemd.
Verloren: Eine silberne Broche mit dem Bild eines Löwen.
Entlaufen: Ein gesprenkeltes Huhn.
Hanau am 6. August 1888. _____________
Aus streiken Königs. Sfaafsanwattfifiaff zu Frankfurt a. Ä. B. 13574. — J. 2926/88. Ueber den Aufenthalt des Backsteinmachers Max Bernhardt, geboren am 16. Februar 1860 zu Meisdorf bei Mansfeld, wird Auskunft begehrt.
Frankfurt a/M. den 2.'August 1888.
J. 2953/88. Ueber den Aufenthalt des Barbiers Eduard Pfrang, geboren am 27./4. 1869 in Unterschwappach, wird Auskunft begehrt.
Frankfurt a/M. den 3, August 1888.___________________________
D. 8343. — N. 96/88. Gegen den Handelsmann Bartolo Fe dato, geboren am 16. Mai 1865 zu Treviso (Italien), welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Uebertretung der Gewerbeordnung und Lotterievergehens verhängt.
Es wird ersucht, denselben zu verhaften und von der Verhaftung unverzüglich Nachricht zu geben.
Frankfurt a/M. den 4. August 1888.
______________________Königliche Staatsanwaltschaft.__
Wiesen-Mrpachtung.
Die am 20. Oktober d. Js. pachtlos werdenden Domanialwiesen:
Karte Lit. C. Nr. 1 und la = 9,5849 ha Wiese, die Herrenwiese, in
der Gemarkung von Windecken, sollen von da ab anderweit in den seitherigen 38 Pachtloosen auf zwölf Jahre öffentlich meistbietend verpachtet werden.
Termin hierzu ist auf
Freitag, den lOten August d. I.,
Nachmittags 1 Uhr, in das Rathhaus zu Windecken anberaumt.
Pachtreflektanten werden hierzu mit dem Bemerken eingeladen, daß auf angemessene Gebote der Pachtzuschlag ohne Abhaltung eines weiteren Termins ertheilt werden wird.
Hanau am 30. Juli 1888.
Der Königliche Domainen-Rentmeister
7329__._______________Bell. __________________________
Tagesschau.
Berlin, 4. August. Es verlautet, der Kaiser werde vor den großen Manövern eine Gardekavalleriedivision und eine aus den Kavalleriebrigaden des dritten Armeekorps und aus zwei anderen Kavallerieregimentern gebildete Kavalleriedivision führen und mit diesen und dem gejammten Gardekorps ein größeres Manöver gegen einen markirten Feind ausführen
Berlin, 4. Aug. Ueber den Besuch des Kaisers Wilhelm beim König Humbert hat in den letzten Tagen ein überaus herzlicher Briefwechsel stattgefunden. Demzufolge ist nunmehr endgültig festgesetzt, daß Kaiser Wilhelm nach Beendigung feines Besuches am österreichischen Hose rioch im Laufe des Oktober von Wien aus nach Rom fahren und dort ber Gast des befreundeten und verbündeten Königs sein wird.
Berlin, 4. August. Der „Reichsanzeiger" erfährt, die französische
Montag den 6. August
1888.
Zollverwaltung lasse fortan nur Ursprungszeugnisse zu, wenn solche von einem französischen Konsul oder Konsularbeamten beglaubigt sind. Die Certifikate sind beim Eingang in Frankreich mit Stempeln zu 0.60, 1.20, aber 2.40 Francs je nach der Größe des benutzten Formats zu versehen; für jede einzelne Sendung ist ein besonderes Zertifikat erforderlich.^ Die Ursprungszeugnisse werden verlangt für Wein, Seide, Floretseide, Vieh, Olivenöl, Tafelobst, Emaille, Geflügel, Wildpret, frisches und gesalzenes Fleisch, Butter, Strohhüte, flüchtige Oele und Essenzen.
Berlin, 4. August. Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge hat der außerordentliche Gesandte des Sultans, Munir Pascha, dem Kaiser Wilhelm einen Brief des Sultans und ein aus einer Kasette bestehendes Geschenk überbracht; in der Kasette befand sich ein vollständiges Rauchservice in Golo, reich mit Brillanten geschmückt.
Berlin, 4. Aug. Die „K. 3 " schreibt: Ueber die Veröffent- lichnng der „Nouvelle Revue" erfahre ich aus zuverlässiger Quelle, daß das Aktenstück durchaus apogryph ist. Nicht ein Satz stimmt genau im Wortlaut mit dem wirklichen Bericht des Fürsten Bismarck an den Kaiser Friedrich überein; die Einleitung des Briefes, der auf eine mündliche Rücksprache der Kaiserin mit dem Fürsten Bismarck und einen Brief der Königin von England vom 26. März Bezug nimmt, widerspricht sogar den Thatsachen. Eine Reihe von rhetorischen Phrasen in der französischen Veröffentlichung verräth, daß der Fürst Bismarck eines solchen Schriftstücks Verfasser nicht sein kann. Richtig ist dagegen in der falschen Urkunde der ungefähre Gedankengang; vorläufig ist noch nicht zu ermitteln, ob der Fälscher das Schriftstück nur auf Grund der damaligen ausführlichen Mittheilungen der Presse, in erster Linie der „Kölnischen Zeitung", nach freiem Errathen zusammengestellt oder ob er vielleicht auch noch vom echten Bericht, sei es durch die Erzählung einer unterrichteten Persönlichkeit, sei es gar durch eigenen Einblick, Kenntniß erhalten hat. Jedenfalls kann aber selbst ein solcher Einblick nur flüchtig gewesen, höchstens in einmaligem flüchtigen Lesen bestanden haben, da die Ausführungen des echten Berichts selbst dem Sinne nach nicht einmal in großer Vollständigkeit, sondern mit wesentlichen Auslassungen uno Lücken wiedergegeben sind. Immerhin bleibt es beachtenswerth, daß der Fälscher, der offenbar einen schweren Hieb gegen Deutschland und die deutsche Politik zu führen beabsichtigte, durch die Veröffentlichung dieser Fälschung diese Politik nicht nur glänzend gerechtfertigt, sondern ihr sogar einen großen Dienst geleistet hat. Heute erhebt sich auch nicht eine einzige Stimme in unserer bismarckfeindlichen deutschen Presse, um aus diesem Anlaß, wie sie es vor wenigen Monaten gethan haben würde, den Fürsten Bismarck wegen seines kräftigen Widerspruchs gegen die Heirath einer Hohenzollerntochter mit einem unbedeutenden und unebenbüttigen Prinzen zu tadeln und zu bekämpfen. Und im Auslande, vor allem in Rußland, wird der Eindruck, den diese Fälschung (Fälschung vollends dem Wortlaute nach) hervorruft, unzweifelhaft der dem gewollten entgegengesetzte sein.
Zum Rektor der Berliner Universität für das Studienjahr 1888 — 89 ist am Mittwoch der Geheime Medizinalrath Professor Dr. Gerhardt gewählt worden. Nach der „National-Zeitung" war Profeffor Virchow, welcher schon bei der vorjährigen Wahl gegen Professor Schwendener unterlegen war, diesmal wieder als Kandidat in Vorschlag gebracht worden, doch hatte er abermals nicht die genügende Unterstützung gefunden. Besondere Bedeutung gewinnt die Wahl des Professors Dr. Gerhardt durch den Umstand, daß dieselbe auf die Initiative der nicht - medizinischen Fakultäten erfolgt ist, um dem ausgezeichneten Arzt und Universitätlehrer in dieser Form eine Anerkennung für seine würdige Haltung während der Krankheit Kaiser Friedrichs zum Ausdruck zu •bringen. ( Dfz. )
Ueber den Fürsten Alfred zu Salm-Reifferschei-t-Dyck, der am Donnerstag verstorben ist, bringt die „Rordd. Allg. Ztg." folgende Notizen: Fürst Alfred zu Salm - Reifferscheids Dpck, bis vor Kurzem noch Oberst Marschall Sr. Majestät des Kaisers, entstammt dem uralten deutschen Grafen- und Fürstenhause Salm, das sich bereits im Jahre 1040 in zwei Linien theilte : Ober-Salm aus dem Hause der Wild- und Rheingrafen im Wasgau, und Nieder Salm aus dem Hause der Dynasten von Reyfferscheidt in den Ardennen. Beide Linien waren vor der französischen Revolution reichsunmittelbar. Der älteren gehört u. A. Prinz Felix Salm-Salm an, der den Kaiser Maximilian nach Mexiko begleitete, ihn