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Nr. 180.

Freitag den 3. August

1888.

KeksKrrtmschuKgen KönigL. LkrtdrathSamts.

Sonnabend den 4, August er. findet von Morgens 7 Uhr ab aus den Bruchwiesen von dem hier garnisonirenden Füsilier-Regiment Nr. 80 ein gefechtsmäßiges Schießen mit scharfen Patronen statt.

Die Schußrichtung ist nördlich und nordöstlich. Das gefährdete Terrain wird durch Sicherheitsposten abgesperrt werden. Diesen Posten ist bei Meidung einer Strafe bis 9 Mark subs. 3 Tagen Haft unbedingt Folge zu leisten.

Die Herren Ortsvorstände der umliegenden Gemeinden haben dies sofort in ortsüblicher Weise veröffentlichen zu lassen.

Hanau am 31. Juli 1888.

Der Königliche Landrath

M. 4011 Gf. Bismarck.

Das Gemeinderathsmitglied Wilhelm Köppel 5r ist zum Beige­ordneten der Gemeinde Kilianstädten bestellt und von mir bestätigt worden.

Hanau am 30. Juli 1888.

Der Königliche Landrath

A, 990__________________Gf. Bismarck.__

Mnsfrüwi6en âömgt. UaaisMwalisâfi zu Fcauk-furi a. M.

B. 13120. J. 2774/88. Ueber den Aufenthalt des Dienstmäd­chens Marie Elise Falkner, geboren am 3. Januar 1863 zu Alsfeld, wird Auskunft begehrt.

13401 B. N. 215/88. Das Ausschreiben vom 13. Juni d. I. gegen den Hausburschen Heinrich Schulte von Schüren ist erledigt.

13404 B. J. 2826/88, Ueber den Aufenthalt des Taglöhners Wilhelm Pienkowsky von Frankfurt a/M., geboren am 4. August 1869, und des Taglöhners Evuard Wehner aus Geisa, geboren am 11. März 1860, wird Auskunft begehrt.

Frankfurt a/M. den 1. August 1888.___________________________

NR. Kaiser Wilhelm

ist von seiner Nordlandsfahrt, welche anzutreten ihn der persönliche Drang des Herzens bestimmte, im besten Wohlsein zur vaterländischen Heimath, in die Milte seines treuen Volkes, in den Schooß seiner Familie zurück­gekehrt. Freudigen Muthes heißt die Nation den heimkehrenden Herrscher willkommen! sie weiß, daß keine anderen Beweggründe, als Erwägungen ernsten Pflichtbewußtseins, Kaiser Wilhelm zu seiner Besuchsreise an die nordischen Höfe veranlaßten, der Wunsch insbesondere, durch Knüpfung persönlicher Freundschaftsbande zu den Herrscherfamilien der anderen Ost­feemächte den Traditionen des preußischen Königshauses gerecht zu werden und dadurch zugleich auch der Pflege freundschaftlicher Beziehungen von Volk zu Volk deutscherseits Vorschub zu leisten. Und während der Kaiser in der Ferne weilte, entsproßte daheim dem Hohenzollernstamme ein mues kräftiges Reis, von dem am Familienglücke der erhabenen Kaiserlichen Eltern mit ganzem Herzen theilnehmenden Volke freudigst begrüßt als ein glückverheißendes Unterpfand der eigenen nationalen Zukunft.

Kaiser Wilhelm verkörpert die höchsten Hoffnungen, die Lieblings­wünsche Deutschlands. Er ist der Träger und Förderer jener im edelsten Sinne des Wortes volkssreundlichen Politik, welche Sein in Gott ruhender Kaiserlicher Großvater unter treuer Mitwirkung des Reichskanzlers Fürsten v. Bismarck ins Leben rief, jener Politik, welche rhrem Schöpfer den herrlichen Namen eines Friedensfürsten, eines Vaters des Vaterlandes eintrug. An dieser Politik festzuhalten, sie in dem Geist, wie sie begonnen worden, weiterzuführen und zu krönen, hat sich Kaiser Wilhelm II. zur vo.nehmsten Aufgabe seines Herrscherwallins gesetzt. Jede einzelne seiner Regierungshondlungen ordnet sich diesem höchsten leitenden Gesichtspunkte unter, und auch, indem er seine Nordlandfahrt, zunächst nach der Residenz der russischen Kaiserfamilie, antrat, löste er nur ein Vermächtniß ein, welches ihm von seinem sterbenden Großvater mit besonderem Nachdruck ans Herz gelegt war.

Die gewinnende Macht seiner Persönlichkeit hat unserem jugend- frischen Monarchen, wohin er kam, die Herzen von Fürst und Volk ge­winnen helfen. Sie hat es bewirkt, daß Er mit ungetrübter Genugthuung auf den Verlauf und das persönliche Ergebniß seines Ostseezuges blicken und im Biwußtsein redlicher Erfüllung einer ebenso, schönen als bedeut­samen Repräsenlationspflicht nunmehr wieder den heimischen Angelegen-

Heilen sein Augenmerk widmen darf. Deutschland aber blickt, das Herz von freudigem Stolze geschwellt, auf einen Herrscher, der gleich im An­fänge seiner erhabenen Laufbahn einen so klaren Blick, eine so glückliche Hand bewiesen hat, wie die Geschichte seiner Besuchsreise zu den Fürsten- Höfen der nordischen Reiche vor aller Welt erzählt.________________________

E- K H è S I H tt u.

Berlin, 2 August. Se. Majestät der Kaiser und König trafen gestern Nachmittag 4 Uhr 16 Minuten in Spandau ein, fuhren ohne Aufenthalt nach dem Schultz'schen Kohlenplatz, bestiegen die daselbst bereit liegendeAlexandria" und setzten sodann die Reise nach Potsdam fort. Se. Majestät trugen Marine - Uniform. Um 5 Uhr 30 Minuten kamen Allerhöchstdieselben in Potsdam auf der Matrosenstation an. Zum Em­pfange waren dort anwesend: Ihre Hoheiten der Herzog Friedrich Ferdi­nand zu Schleswig Holstein nebst Gemahlin, sowie Se. Hoheit der Herzog Ernst Günther zu Schleswig-Holstein, ferner der Polizei-Präsident und der Hofmarschall von Liebenau. Se. Majestät begaben Sich nach der Ankunft sofort nach dem Marmor-Palais

Berlin, 1. August. Graf Herbert Bismarck ist aus Friedrichsruh heute hier eingetroffen.

Berlin, 2. August. DerPost" zufolge, ist Fürst Radolin zum Oberst-Truchseß ernannt worden.

Zum Erzieher der Kaiserlichen Prinzen ist der bisherige Schloß­prediger Schubart in Ballenstädt ernannt worden. Derselbe ist 1847 im Pfarrhause Hohenstädt bei Grimma in Sachsen geboren Seine Vorbil­dung hat Winfried Schubart auf der Fürstenschule zu Grimma und auf der Universität Leipzig genossen. Später widmete er sich mehrere Jahre hindurch einer erzieherischen Thätigkeit im Auslande, namentlich in Mentone. Als erstes geistliches Amt übernahm er die Slelle eines Vereinsgeistlichen am Diakomffenhause zu, Eisenach, welche er vor nahezu drei Jahren mit seinem jetzigen Amte vertauschte.

DieBerliner Politischen Nachrichten" bemerken: Der deutsche Handel gewinnt in den Balkanländern zusehends an Boden. Rationelle Erzeugung, große Anpassungsfähigkeir an die Wünsche der Konsumenten, günstige Zahlungsbedingungen fördern den Absatz unserer Industrie nach jenen Gegenden und verbürgen demselben einen ferneren gedeihlichen Aufschwung. Bemerkenswerth erscheint, daß die einmal entrirte direkte Verbindung dem deutschen Handel fortwährend steigenden Absatz in neuen Waarengattungen eröffnet. In Süd - Serbien z. B. sind Leipzig, Nürnberg, Berlin, Breslau durch sehr ansehnliche Prozente des Gesammt- umsatzes vertreten. Es kommen aus Deutschland nach dem süd - serbischen Handelsgebiet hauptsächlich Waaren der Eisen- und Medallindustrien, Rohmetalle, Manufakturen, Glas- und Lederwaaren, Chemikalien, Waaren der Papier- und Textilindustrie, ja selbst Droguen und überseeische Produkte, endlich Steinkohlen rc. zum Versandt.

Breslau, 2. August. Nach einem Telegramm derSchles. Vlksz " aus Schwientochlowitz ist der Gaskanal der Hochofenanlage Falvahütte explodirt, wobei ein Ingenieur und ein Werkmeister Brandwunden er­litten; drei Maurer wurden verschüttet.

Vor Jahr und Tag hatte die belgische Militärverwaltung 100 stählerne Standgeschütze von Krupp in Essen bestellt, Leider ergaben die Schießversuche einen ungünstigen Erfolg, denn sie erwiesen eine sehr geringe Treffsicherheit und wurden für unbrauchbar erklärt. Krupp wunderte sich, schrieb zurück, daß die deutsche Artillerie dieselben Kanonen mit bestem Erfolg verwende und reiste nach Brüffell. Da ergab sich den zur Beschämung der belgischen Artilleristen, daß diese gewöhnliches Pulver zur Ladung verwendet hatten während prismatisches, chokoladen- farbiges Pulver angewendet werden muß.

Eine Reise UM die Welt haben der Prinz von Sachsen-Weimar und der Freiherr R. v. Fuchs - Nordhoff soeben beendet. Dieselben ver­ließen am 18. Juni Rew-Aork, um ihre Reise um die Well mit einem Landaufenthalte in England beim Prinzen Edward in Dublin zu be­schließen. Beide Reisende verließen Deutschland im Oktober vorigen Jah­res, um sich von Hamburg zunächst nach Lissabon zu begeben. Tort waren sie die Gäste des Königs von Portugal und hatten Gelegenheit, portugiesische Sliergefechie mit spanischen zu vergleichen. Ueber Sevilla, Gibraltar, Malaga wurde dann die Reise nach der Nordküste Afrikas fortgesetzt. Algier, Oran und Tunis wurden besucht. In letzterem Lande