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Äèr. 179.
Donnerstag den 2. August
1888.
Aas streiken Kömgt. cWafsanwattsrfiaff zu Franksürt a. M.
13261 B. — N. 1079/87. Das am 24. Oktober 1887 gegen das Dienstmädchen Henriette Klei von Ruhla erlassene Ausschreiben ist erledigt.
8154 D. — M, 269/88. Das Ausschreiben vom 24. d. Mts. gegen die Kellnerin Eugenie Sturmfels von Friedberg ist erledigt.
Frankfurt a/M. den 30. Juli 1888.
13411 B. — J. 2667/88. Der am 12. Juli 1888 gegen den Hausburschen Friedrich Richter von Melsungen erlassene Steckbrief ist erledigt.
J. 2639/88. Der am 20. Juli 1888 gegen den Hausburschen Adolph Kohler von Heilbronn erlassene Steckbrief ist erledigt.
A. 12364. — J. 2196/88. Ueber den Aufenthalt des Mechanikers Heinrich Jäger, geboren am 31. Mai 1860 zu Eiterfeld, wird Auskunft begehrt.
Frankfurt a/M. den 31. Juli 1888.____________________________
Wiesen-Werpachtung.
Die am 20. Oktober d. Js. pachtlos werdenden Domanialwiesen: Karte Lit. C. Nr. 1 und la = 9,5849 ha Wiese, die Herrenwiese, in der Gemarkung von Windecken, sollen von da ab anderweit in den seitherigen 38 Pachtloosen auf zwölf Jahre öffentlich meistbietend verpachtet werden.
Termin hierzu ist auf
Freitag, den lOkn August -. I.,
Nachmittags 1 Uhr, in das Nathhaus zu Windecken anberaumt.
Pachtreflektanten werden hierzu mit dem Bemerken eingeladen, daß auf angemessene Gebote der Pachtzuschlag ohne Abhaltung eines weiteren Termins ertheilt werden wird.
Hanau am 30. Juli 1888.
Der Königliche Domainew Rentmeister
7329_______Bell._____
Tagesschau.
Berlin, 1. August. Se. Majestät der Kaiser und König sind gestern Abend 9^3 Uhr von der Reise an die nordischen Höfe mit dem deutschen Geschwader in Kiel eingetroffen und haben Sich alsbald zum Besuch des Reichskanzlers Fürsten v. Bismarck nach Friedrichsruh begeben. Dem „R. u. St.-A." liegen darüber folgende Meldungen vor:
Kiel, 31. Juli, Abends. Nachdem das Kaiserliche Geschwader 8 Uhr 35 Almuten Friedrichsort passirt hatte, ging die „Hohenzollern" 8 Uhr 45 Minuten dem Schlosse gegenüber vor Anker. Die Kaiser- Standarte auf der „Hohenzollern" fiel um 9 Uhr 30 Min., und es begaben Sich Se. Majestät der Kaiser, sowie Se. Königliche Hoheit der Prinz Heinrich und das Gefolge in einer Schaluppe nach der Barbarossa- Brücke und von da mittelst Wagen direkt nach dem Bahnhöfe. Se. Majestät wurden überall von dem Publikum enthusiastisch begrüßt. Die Abreise des Kaisers erfolgte um 9 Uhr 45 Minuten mittelst Extrazuges.
Friedrichsruh, 1. August. Se. Majestät der Kaiser Wilhelm trafen Nachts 12 Uhr mit dem aus 9 Wagen bestehenden Hofzuge hier ein und wurden am Fürstenhause, dessen Eingang mit Oxygen-Lampen taghell erleuchtet war, von dem Reichskanzler, Fürsten Bismarck, empfangen. Der Kaiser, welcher Militärmantel und Feldmütze trug, begrüßte den Fürsten Bismarck mit herzlichem Händedruck. Das aus allen umliegenden Orten zahlreich zusammengeströmte Publikum begrüßte Se. Majestät mit donnernden Hoch- und Hurrahrufen und mit dem Absingen der Nationalhymne sowie der „Wacht am Rhein". In der Begleitung Er. Majestät befand sich auch der Staats-Minister Graf Herbert Bismarck
Friedrichsruh, 1. August. Se. Majestät der Kaiser haben heute Mittag 12^5 Uhr mit Seinem Gefolge die Rückreise nach Potsdam fortgesetzt. Der Reichskanzler, Fürst Bismarck, geleitete Se. Majestät bis zum Wagen, wo er sich verabschiedete; Se. Majestät grüßten wiederholt Ms dem Wagenfenster, als sich der Zug langsam in Bewegung setzte. Die seit den frühen Morgenstunden am Bahnhof wartende Menge, die
sich durch einen aus Hamburg eingetroffenen Zug erheblich verstärkt hatte, empfing und begleitete den Kaiser mit stürmischen Ovationen.
Aus Spandau wird gemeldet: Se. Majestät der Kaiser trifft heute Nachmittag 3 Uhr 45 Minuten hier ein und beabsichtigt sofort mittels Dampfers nach Potsdam weiterzufahren.
Potsdam, 1. Aug. Dem amtlichen Bericht zufolge befinden sich die Kaiserin und der junge Prinz unverändert wohl. Amtliche Berichte werden bis auf weiteres nicht mehr ausgegeben.
Berlin, 1. August. Die „-Rom. Allg. Ztg." ist ermächtigt, die frühere, neuerdings wieverholte Behauptung eines hiesigen Blattes, wonach der Kaiser gelegentlich seines Aufenthaltes in Königsberg zu dortigen Freimaurern in Beziehung getreten sei, ebenso wie die neuere Angabe desselben Blattes, daß die Einführung des jetzigen Kaisers in die große Landesloge durch den Oberstabsarzt Petruschky als Kapitelmeister der Andreasloge erfolgt sei, als absolut erfunden zu erklären.
Spandau, 1. August. Kaiser Wilhelm fuhr nach der „Fr. N." um 4 Uhr 16 Minuten hier ein und fuhr ohne Aufenthalt nach dem Landungsplatz und von da mit dem Dampfer „Alexandria" nach Potsdam.
Breslau, 1. August. (K. Z.) Die Arbeitseinstellung der Zimmerer ist durch einen heute gefaßten Beschluß der Gesellenschaft völlig beendet, die Gesellen haben ihre Forderungen nicht durchgesetzt.
Görlitz i. Schl., 1. August. Die Wanderheuschrecke ist in großen Zügen in der Umgegend eingefallen und richtet bedeutende Verheerungen an.
Straßburg i. E., 1. August. Gutem Vernehmen des „F. I." nach ist die Ankunft des Kaisers Wilhelm zur Theilnahme an der Einweihung des Kaiserpalastes mit ziemlicher Sicherheit am 5. Oktober zu erwarten. Soweit es nicht anders möglich ist, soll die innere Einrichtung des Kaiserpalastes provisorisch und zwar bis zum 20. September hergestellt werden.
Straßburg, 1. August. Heute Vormittag fand die Feier des 350jährigen Bestehens des protestantischen Gymnasiums statt. Nachdem eine Festkantate von den Schülern des Gymnasiums vorgetragen worden war, hielt der Konrektor Viel die Festrede. Hierauf beglückwünschten namens der Regierung Unterstaatssekretär Schradt die Anstalt und forderte unter Hinweis daraus, daß Kaiser und Reich an der Wiege der Anstalt gestanden, die letztere auf, stets eine Pflanzstätte der Treue für Kaiser und Reich zu sein. (Fr. N.)
Colmar, 1. August. Der Bezirks -Präsident von Oder-Elsaß, Timme, ist beute früh 2 Uhr gestorben
Die „Köln. Ztg." schreibt: In Hagen, dem Wahlkreise des Herrn Eugen Richter, haben am 30. Juli dessen Anhänger die Vollendung des 50. Lebensjahres des „Volkstriduns" festlich begangen. Von welchem Geiste die Versammlung beseelt war, zeigen die Festliever Man sang nach der Melodie „Ich bin ein Preuße": „Wenn Du mit kühner Worte scharfer Schneide — Bekämpfst des Kanzlers eisenstarken Trutz, — Steh'n Deine Treuen wir Dir fest zur Seite, — Zur deutschen Freiheit einig starkem Schutz." Nach der Melodie „Deutschland, Deutschland über alles": „Immer rückwärts uns zu zwängen Steht der finstre Geist bereit, — Doch des Volkes Herzen drängen — Vorwärts mit dem Sturm der Zeit." — Nach der Melodie „Stimmt an mit hellem, hohen Klang": „Hast manchem feilen Heuchlermund — Die Larve abgezogen, — Der mit der „Königstreu" im Bund — Das Volk so frech belogen, — Als Du entrollt das düst're Bild, — Von heil'gem Zorn entrüstet, — Wie bei den Wahlen unverhüllt — Sich Streberthum gebrüstet." Nach der Melodie „Zu Mantua in Banden": „Als in den letzten Tagen — Der todcswunde Held — Den übermütigen Junker — So plötzlichâltgestellt, — Da fiel in hoffnungsfroher Lust — Ein Alp dem Volke von der Brust, — Dank dafür Kaiser Fritz." Eine poetische Leistung in gewohnter Art entfiel auch auf Herrn Albert Träger. Dieser sang: „Und mag das finstere Gelichter — Voll grimmer Wuth auch Zeter schrei'n, — Das Volk will seinem Eugen Richter — Ter treu'sten Liebe Glückwunsch wèih'n." Zur Zeit des Kuliurkampfes bezeichnete Herr Albert Träger, der übrigens dasselbe Loblied auch in dem deutschfreisrnnigen Parteiblatt der guten Stadt Nordhausen hat abdrucken lassen, mit besonderer Vorliebe