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Bit dem betreffenden Post-usjchlag. Die -inieln- Nummer 10 Psg.
Haiimm An;eiqer.
Zugterctz AmtLiches Kvgcrn für KLcröt- und LcrnöKveis Kanarr.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Die ijpaltige Garmondzeile ob. ' deren Raum
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Die Sjpalt. geile 20 Pfg.
^iebipaliiqe^eile
30 P,g
Nr. 178.
Mittwoch den 1. August
1888.
Amtliches.
Bekanntmachung.
Bei der Postagentur in Schwarzenborn wird am 17. eine Tele- graphenanstalt mit Fernsprechbetrieb eröffnet.
Cassel, 14. Juli 1888.
Der Kaiserliche Ober-Postdirektor
Zur Linde.__
Bekanntmachungen Körligl« Landrathsamts.
Der Tagelöhner Johann Peter, gebürtig aus Oberrodenbach, diesseitigen Kreises, hat sich unter Zurücklassung eines hülfèbedürftigen Kindes von hier entfernt, angeblich nach Friedberg in Hessen. Es wird ersucht nach demselben zu fahnden und im Auffindungsfalle Nachricht hierher zu geben.
Hanau am 19. Juli 1888.
Der Königliche Landrath
A. 949 Gf. Bismarck.
Sonnabend den 4. August er. findet von Morgens 7 Uhr ab auf den Bruchwiesen von dem hier garnisonirenden Füsilier-Regiment Nr. 80 ein gefechtsmäßiges Schießen mit scharfen Patronen statt.
Die Schußrichtung ist nördlich und nordöstlich. Das gefährdete Terrain wird durch Sicherheitsposten abgesperrt werden. Diesen Posten ist bei Meidung einer Strafe bis 9 Mark subs. 3 Tagen Haft unbedingt Folge zu leisten.
Die Herren Ortsvorstände der umliegenden Gemeinden haben dies sofort in ortsüblicher Weise veröffentlichen zu lassen.
Hanau am 31. Juli 1888.
Der Königliche Landrath
M. 4011__Gf. Bismarck._____
Dienk-Uachrichten aus dem Kreise.
Gefunden: Ein Geldstück. Ein Quantum graue Perlen. Eine goldene Damen-Uhr (in der hiesigen städtischen Badeanstalt liegen geblieben). Ein Krankenkassenbuch der Tischler rc. für Joh. Heinrich Fucker aus Langendiebach.
Zugelaufen: Ein kleiner gelber glatthaariger Spitz m. Geschl.
Hanau am 1. August 1888.__________________________________
Aus streiken Kömgl. SfaafsanwaKfrfiaff zu Frankfurt a. M.
A. 12257, — M. 218/88. Ueber den Aufenthalt des Zeugen Taglöhner Johann Nikolaus Schickedanz von hier wird Auskunft begehrt.
Frankfurt a/M. den 28. Juli 1888.
B. 13378. — J. 1682/88. Der am 25. Mai 1888 erlassene Steckbrief gegen den Taglöhner Karl Langsdorf aus Rockenberg ist erledigt.
13191 B. — J. 2967/88. Ueber den Aufenthalt der Dienstmagd Margarethe Zorn von Obernburg, geb. 10. Nov. 1868, wird Auskunft begehrt.
Frankfurt a/M. den 3G, Juli 1888.__
12347 A. — J. 2943/88. Gegen den unten beschriebenen Kommis Peter Kimpel aus Ginnheim, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Unterschlagung verhängt.
Es wird ersucht, denselben zu verhaften und von der Verhaftung unverzüglich hierher Nachricht zu geben.
Frankfurt a/M. den 30. Juli 1888.
Königliche Staatsanwaltschaft.
Beschreibung: Alter 18—19 Jahre, Statur groß, stark, Haare blond, Anflug von Schnurrbart, Gesichtsfarbe gesund.__
UeberdieCentena^Feier.
A. d. „Fr. N."
Der Centenarfeier-Festzug, welcher sich gestern Vormittags 9 Uhr vom Karlsthor in Bewegung fetzte, bestand aus sechs Hauptabtheilungen mit zahlreichen Untergruppen. Jeder Abtheilung und vielen Gruppen zogen Musikcorps voran, alle Gruppen waren mit zahlreichen prächtigen Bannern und Emblemen reichstens geschmückt, einzelne mit historischer Treue kostümirt. Ueberall zeigte sich künstlerisches Arrangement. Die den Odeonsplatz abschließende Feldherrnhalle ist roth drapirt. Aus der rn der Nähe des König- Ludwigdenkmals errichteten prachtvollen Zelterade
waren der Prinz-Regent und alle Mitglieder der Königsfamilie versammelt. Gegen 10 Uhr traf die Spitze des Festzuges, woran gegen 10,000 Personen theilnahmen, auf dem Festplatze ein. Während des Festzuges, welcher gegen 12^/2 Uhr beendet war, durchbrachen in der Nähe des Kriegsministeriums drei scheuwerdende Elephanten die Festzugschaine, wobei mehrere Personen verunglückt sind; eine größere Panik wurde verhütet.
Die Panik durch die scheu gewordenen Elephanten entstand, als von der linken Seite des Siegesthores ein lautdampfender, drachenartiger Maschinengewerkswagen an der orientalischen Handelsgruppe vorüberkam, deren vier Dromedare und acht Elephanten schep wurden. Drei am Hals und an den Füßen festgekettete Elephanten durchbrachen das Zn- schauerspalier, wobei gegen 20 Personen schwer verletzt wurden. Die Elephanten rannten bis zum Residenzplatz, wo sie eing^fangen und weggeführt wurden. In der Ludwigsstraße, Residenzstrabe und Dienerstraße stürzten mehrere leicht erbaute Tribünen ein, wobei einige Personen leicht verwundet wurden.
Der Festzug ging über den Marienplatz und den Max-Josef-Platz, an den Arkaden, der Post, dem Hoftheater und Königsbau vorüber in die Residenzstraße, sodann über den Odeonsplatz bis zum Siegesthor, wo der Zug sich wandte und über den Odeonsplatz durch die Bnenner- straße nach der Ludwizsstraße begab, wo er sich vor der dem König Ludwig-Monument gegenüber errichteten Tribüne für den Prinzregenten und die Mitglieder des Königshauses aufstellte. Nach Einleitung der Feier durch die Festmusik brachte der Präsivent des Kunstvereins dem Könige Ludwig die dankende Huldigung der Künstlerschaft dar. Nach dieser Rede und dem Vortrage des Walhallaliedes legten Künstler Lorbeerkränze am Fuße des Denkmals nieder. Hierauf betrat Bürgermeister Widenmayer die Rednertribüne und dankte namens der Stadt dem großen Könige. Die Versammlung sang darauf die bayrische Königshymne, worauf unter Kanonendoner und Glockengeläute Kränze am Denkmal niedergelegt wurden. Die Feier schloß nach 1 Uhr mit dem Gesang der vom Hofkapellmeister Rheinberger komponirten Festhymne, worauf der Festzug sich auflöste.
Trotz des strömenden Regens verlief die großartige Illumination glänzend. Besonderen Eindruck machte das Hoftheater mit den elektrischen Glühlampen, sowie die Post, das prinzliche Palais und andere öffentliche Gebäude mit ihren Gasilluminationen, und die Ludwigstraße mit Pechpfannen. Das Karlsthor war feenhaft beleuchtet. Das Menschengedränge ist enorm.
Tagesschau.
Berlin, 31. Juli. Ueber den Besuch Sr. Majestät des Kaisers und Königs am Königlich dänischen Hofe wird weiter gemelvet:
Kopenhagen, 30. Juli, Abends. Auf der Fahrt nach und von der Ausstellung wurden Sr. Majestät dem Kaiser fast ununterbrochen sympathische Kundgebungen Seitens der Bevölkerung zu Theil; wiederholt wurden von Damen Blumen und Bouquets in den Wagen des Kaisers geworfen. Im Ausstellungsgebäude, wo sich der Kaiser längere Zeit mit dem Kriegs - Minister Bahnson unterhielt, wurde Allerhöchstdemselben von deutschen Ausstellern ein prachtvolles Bouquet überreicht.
Nach der Rückkehr vom Ausstellungsgebäude machte Kaiser Wilhelyr den Königlichen Majestäten in ihren Gemächern einen Besuch und stattete auch dem Kronprinzen und dem Prinzen Waldamar einen Besuch ab.
Dem Prinzen Waldemar wurde von Sr. Majestät dem Kaiser der Schwarze Adler - Orden, dem Minister des Auswärtigen, von Rosenörn- Lehn, das Großkreuz des Rothen Adler - Ordens verliehen.
Se. Majestät der König von Dänemark hat dem Prinzen Heinrich von Preußen den ElephantenOrden und dem Staatssekretär Grafen Herbert Bismarck das Großkreuz des Dannebrog-Ordens in Diamanten verliehen. Auch die übrigen zum Gefolge des Kaisers Wilhelm gehörenden Personen wurden durch Ordensverleihungen ausgezeichnet.
30. Juli, Abends. Bei dem Galadiner im Schlosse Amalienborg, welches Abends 7 Vs Uhr begann, saß der Kaiser Wilhelm zwischen dem König Christian und der Königin. An der anderen Seite der Königin hatte Prinz Heinrich Platz genommen. Höchstdemselben reihten sich an: die Kronprinzessin und die Prinzen Waldemar, Carl, Wilhelm und Hans, hierauf Graf Herbert Bismarck, der Minister des Auswärtigen, von Rosenörn-Lehn, der schwedische Gesandte von Beck-Frys, der Justizminister Nellmann, der Ministerpräsident Estrup, Prinz Julius von Schleswig-