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Montag den 30. Juli

Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.

Der Ackermann Johannes Buchenhorst zu Bergen ist zum Vieh- und Fleischbeschauer für diese Gemeinde bestellt und in Pflichten ge­nommen. V. 4323.

Hanau am 19. Juli 1888.

Wilhelm Schmoll zu Enkheim ist als Wasenmeister für die Ort­schaften Bergen-Enkheim bestellt und in Pflichten genommen. ;, V. 4083.

Hanau am 20. Juli 1888.

Verloren: Ein Regenschirm.

Gefunden: Ein Regenschirm (im Weber'schen Wirthèlokal zu Hochstadt stehen geblieben). Ein neues Portemonnaie mit einigen Pfennigen, ein Charivari (Bügeleisen) darstellend.

Vom Wasenmeister am 28. ds. Mts. ein gefangen: ein gelber Dachshund m. Geschl.

Hanau am 30. Juli 1888.__________________________________

Ansfdireißen âömgl. SfaafsanwaMpftaff M Frankfurt a. Ä.

M. 281/88, Ueber den Aufenthalt des Dienstknechts August Schick, geboren am 3. Juni 1854 zu Neuguth (Kr. Schlochau), wird Auskunft begehrt.

B. 13051. N. 566/88. Ueber den Aufenthalt der geschäfts­losen Barbara Renkel, geb. Eberts, geboren am 16. Juni 1855 zu Kreuznach, wird Auskunft begehrt.

12006 A. M. 11/88. Das am 14. April 1888 gegen die Dienstmagd Katharine Jung von Daisbach erlassene Ausschreiben ist erledigt.

Frankfurt a/M. den 26. Juli 1888.

A. 11980, J. 2536/88. Ueber den Aufenthalt des Dienst­mädchens Rosa Mathilde Schweikert, geboren am 7. Mai 1867 zu Obernburg in Bayern, wird Auskunft begehrt.

13206 B. J. 2702/88. Ueber den Aufenthalt des Schlossers Julius Heinz, geboren am 4. Juni 1869 zu Wetzlar, wird Auskunft begehrt.

12099 A. M. 165/88. Das Ausschreiben vom 19. d. Mts. gegen die Ehefrau Juliane Engler, geb. Götz, von hier ist erledigt.

J. 2799/88, Ueber den Aufenthalt des Schlossers Wilhelm Felsenheimer, geboren am 17. August 1861 in Babenhausen, wird Auskunft begehrt.

Frankfurt a/M. den 27. Juli 1888._____________________________

12974 B, N. 670/88. Gegen den Taglöhner Philipp Schmidt von Offenthal, geb. 10. Rov. 1867, welcher sich verborgen hält, ist die Untersuchungshaft wegen Diebstahls verhängt.

Es wird ersucht, denselben zu verhaften und von der Verhaftung unverzüglich Nachricht zu geben.

Frankfurt a/M. den 27. Juli 1888.

___Königliche Staatsanwaltschaft._____________________

Tagesschau.

Berlin, 28. Juli. Ueber den Besuch Sr. Majestät des Kaisers und Königs am Königlich schwedisch-norwegischen Hofe schreibt derR. u. St.-A." noch folgendes:

Stockholm, 28. Juli. Se. Majestät der Kaiser Wilhelm verließ heute Morgen 6 Uhr mit derHohenzollern" den hiesigen Hafen, nach­dem gestern Abend 10 Uhr Se. Majestät der König und der Kronprinz an Bord derHohenzollern" sich herzlichst verabschiedet hatten. Beim Verlassen des Schiffes wurde auf der gegenüber gelegenen Marinewerft ein prachtvolles Feuerwerk sichtbar, worauf an Bord derHohenzollern" ebenfalls Brillantfeuer abgebrannt wurde. Taufende von Zuschauern Wa­ren an den Ufern versammelt und jubelten dem Kaiser sowie dem König und dem Kronprinzen fortwährend zu.

Berlin, 28. Julsi DerR.- u. St.-A." publizirt einen Aller- ; höchsten Erlaß, wonach am Geburts- und Todestage der Kaiser Wilhelm und Friedrich fortan in allen Schulen der Monarchie vaterländische Ge­denktage zu feiern sind.

Berlin, 28. Juli. DerBerl. Pol. Nachr." zufolge sind die Urwahlen zum Abgeordnetenhaus auf Anfang November festgesetzt.

1888.

Berlin, 28. Juli. Die Einführung des Unterstaatssekreters Nasse in sein Amt beim Kultusministerium ist heute erfolgt.

Der Gesetzentwurf, betreffend die Kosten der königlichen Polizei- verwaltungen in Stadtgemeinden, ist im Abgeordnetenhause nicht zur Er- ledigung gekommen. Trotz der schweren Bedenken, die gegen den Entwurf eingewendet wurden, scheint die Regierung indessen entschlossen zu sein, auf der Turchberathung desselben zu bestehen. Nach einem Erlasse des Ministers des Innern sollen Erhebungen darüber vorgenommen werden, wie hoch sich gegenwärtig die Kosten der Ortspolizei in Städten über 10 000 Einwohner mit eigener Polizeiverwaltung belaufen.

Der Eugen Richter-Fonds, welchen freisinnige Parteigenossen durch freiwillige Beiträge gestiftet haben und der dem Abg. Richter zu seinem 50. Geburtstage, am 30. Juli d. I., als Ehrengabe überreicht werden soll, beträgt etwa 100 000 Mark. Diese Sumrm soll dem Ab­geordneten Richter zum Zwecke der Förderung und Unterstützung der frei­sinnigen Parteibestrebungen zur freien Verfügung gestellt werden.

Aus zwei schlesischen Wahlkreisen wird neuerdings bekannt, daß daselbst die schon früher bestehende Verständigung zwischen Konservativen und Nationalliberalen für die Landtagswahlen auch jetzt wieder erneuert worden ist, nämlich aus Breslau und aus Schweidnitz-Striegau. In Breslau, welches bis jetzt durch drei fortschrittliche Abgeordnete vertreten ist, werden ein Deutschconservativer, ein Freiconservativer und ein Natio­nalliberaler aufgestellt. In Schweidnitz werden die beiden bisherigen Mandatsinhaber, ein Konservativer und ein Nationalliberaler, gemeinsam wieder aufgestellt. Bekanntlich waren es die Nationalliberalen in Köln, welche unseres Wissens zuerst das Zusammengehen mit den Konservativen beschlossen.

Die MünchenerAllgemeine Zeitung" schreibt: Der Besuch, welchen Kaiser Wilhelm an Dem Hofe von Stockholm abstattet, wird in Deutschland in allen Kreisen mit ungeteilter Befriedigung und Zustimmung begrüßt, auch von Denjenigen, welche derAntrittsvisite" des jungen Kaisers am russischen Hofe mit geringerem Beifall gegenüberstanden. Die germanische Stammesverwandtschaft mit den Skandinaviern und die tief begründeten Sympathieen, welche sich, nach vorübergegangenen gegnerischen Berührungen früherer Jahrhunderte, seit langer Zeit zwischen Deutschland und Schweden wie dem übrigen europäischen Norden immer mehr be­festigt und auch in innigeren Verbindungen zwischen den beiderseitigen Dynastien Ausdruck gefunden haben, sichern der jetzigen Begegnung der Herrscher von vornherein allgemeines warmes Interesse, und mit doppel­ter Freude ersieht man aus den einlaufenden Berichten, wie schon der Anfang des Aufenthalts Kaiser Wilhelm's in Stockholm auch zu unzwei­deutigen Beweisen einer dem deutschen Besuche aufrichtig freundlich zuge­neigten Haltung des Publikums der schwedischen Hauptstadt Anlaß gege­ben hat. Die Genugthung hierüber wird noch erhöht durch Berichte aus Kopenhagen, welche den für Deutschland günstigen Umschwung der Stimmung im dänischen Volke bestätigen, so daß wir auch von dem wei- teren Verlauf und dem bevorstehenden Abschluß der nordischen Meerfahrt Kaiser Wilhelm's neue günstige Zeugnisse für die Bewährung der auf Erhaltung des Friedens und guter Beziehungen zu den Nachbarstaaten gerichteten Politik des Deutschen Reichs zuversichtlich erwarten dürfen.

Aus Solingen wird berichtet, daß eine in einer Kirche abge­haltene Versammlung des Evangelischen Bundes, vor welcher der Pfarrer Thümmel über die Aachener Heiligthumsfahrt sprach, von dem Bürger­meister van Meenen aufgelöst wurde, als der Redner den Erzbischof von Köln, sowie die Stifsherrn und die Geistlichkeit von Aachen der Gottes­lästerung beschuldigte. Wie wir von einflußreichen Mitgliedern erfahren, geschieht der großen Mehrheit des evangelischen Bundes durchaus kein Gefallen damit, daß eine Art der Agitation, wie Herr Thümmel sie be­treibt, in Zweige des Bundes hineingetragen wird. (K. Z.)

München, 28. Juli. (K. Z.) Aus Anlaß der Gedenkfeier hat der Prinzregent eine Reihe von Auszeichnungen verliehen. Der Minister- präfident Frhr. v. Lutz und der Oberstkämmerer Frhr. Pergler v. Perglas erhielten den höchsten Orden vom heiligen Hubertus, der Finanzminister v. Riedel wird in den erblichen Adelstand erhoben. Das Großkreuz des Verdienst-Ordens der bayerischen Krone erhält Reiâèrath Frhr. v. Francken­stein, den Michaels-Orten zweiter Klasse Der Erste Bürgermeister von München, Dr. Wiedenmeyer, den mit dem persönlichen Adel verbundenen Kronen-Orden erhalten die Landtagsabgeordneten Alwens und Rupert;