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Donnerstag den 19. Juli
Nr. 167.
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BekanntMschungen Königl. Landrathsamts.
In Gemäßheit des §. 17, 1 des Statuts für die Hessen-Nassauische landwirthschaftliche Berufsgenossenschast vom 5. Dezember 1887 zur Ausführung des Gesetzes über die Unfall- und Krankenversicherung der land- und forstwirthschaftlichen Arbeiter sind vom Kreisausschuß in der Sitzung vom 14. d. Mts. für den Umfang des Landkreises Hanau vier Vertrauensmänner nebst vier Stellvertretern bestellt und denselben folgende Bezirke zugetheilt worden:
1. Vertrauensmann Sensal Wilhelm Schönmey er in Bruchköbel und Stellvertreter Ausschubvorsteher Konrad Glaub daselbst für den Bezirk Hanau, bestehend aus: Bruchköbel, Großauheim, Großkrotzenburg, Kesselstadt, Mittelbuchen, Niederissigheim, Oberissigheim, Wachenbuchen, Kinzigheimerhof, Neuhof, Philippsruhe, Pulverfabrik, Wilhelmsbad, Wilhelmsbaderhof und Wolfgang;
2. Vertrauensmann Stadtkämmerer Muth in Windecken und Stellvertreter Bürgermeister Reul daselbst für den Bezirk Windeken, bestehend aus: Windecken, Eichen, Erbstadt, Kilianstädten, Marköbel, Oberdorfelden, Ostheim, Roßdorf, Butterstädterhöfe und Baiersröderhof;
3. Vertrauensmann Adolf Kalbhenn in Bergen und Stellvertreter Bürgermeister Klemann daselbst für den Bezirk Bergen, bestehend aus: Bergen, Bischofsheim, Fechenheim, Gronau, Dörnigheim, Hochstadt, Niederdorfelden, Dottenfelderhof und Gronauerhof;
4. Vertrauensmann Peter Friedrich Gasche in Langenselbold und Stellvertreter Zimmermann Karl Ditzel.daselbst für den Bezirk Langenselbold, bestehend aus: Langendiebach, Langenselbold, Hüttengesäß, Neuwiedermuß, Niederrodenbach, Oberrodenbach, Ravolzhausen, Rückingen, Rüdigheim und Rüdigheimerhof.
Hanau am 16. Juli 1888.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses:
A. 921_________Gf. Bismarck, Königlicher Landrath. _______________
Änsfdicei6en Königl. Sfaatsanwattfdiaff zu Frankfurt a. M. 11383 A. — J, 4510/87. Ueber den Aufenthalt des Schuhmachergesellen Friedrich Karl Träger, geboren am 9. März 1862 zu Höhnstedt, wird Auskunft begehrt.
12513 B. — J. 2294/88. Ueber den Aufenthalt des Back- waarenträgers Lorenz Väth von Schöllkrippen wird Auskunft begehrt.
A. 11294. — M. 82/88. Ueber den Aufenthalt des Schneiders Albert Wolf, geboren den 8. August 1868 zu Niederplanitz bei Zwickau, wird Auskunft begehrt.
J. 103/87. Der am 17. April c. gegen die Katharine Hoxen von Crefeld erlassene Steckbrief ist erledigt.
Frankfurt a/M. den 16. Juli 1888.
D. 7662. — J. 2260/88. Ueber den Aufenthalt des Schuhmachergesellen Theophil Roggemann aus Berlin wird Auskunft begehrt.
Frankfurt a/M. den 17. Juli 1888.
Tagesschau.
Berlin, 18. Juli. Das Marineverordnungsblatt veröffentlicht eine allerhöchste Ordre, betreffend die Entbindung Caprivis von der Stelle als Chef der Admiralität, worin es heißt: Ich glaube mich der Bewilligung Ihres Gesuches vom 26. nicht entziehen zu dürfen, da organisatorische Veränderungen in dem Oberkommando und der Verwaltung der Marine, welche Ich in nächster Zeit eintreten zu lassen beabsichtige, Ihre bisherige Stellung so wesentlich verändern werden, daß Ich Ihr ferneres Verbleiben nicht werde beanspruchen können. Ich entspreche daher Ihrem Gesuche, indem Ich Sie unter Entbindung von der Stellung als Chef der Admiralität mit der gesetzlichen Pension zur Disposition stelle und zugleich bestimme, daß Sie in Ihrem Verhältniß â la suite der Armee auch ferner verbleiben. Ich hoffe, daß sich schon nächstens Gelegenheit findet, Ihnen einem Ihrem Range entsprechende Kommandostelle zu übertragen; wie Ich dies im Interesse der Armee, zu deren ausgezeichnetsten Generalen Ich Sie mit vollster Ueberzeugung zähle, dringend wünsche. Die Ordre spricht alsdann Dank für die geleisteten Dienste aus und hebt dann die anderen Verdienste Caprivi's um die Marine hervor. (F. N.)
Berlin, 18. Juli. Gestern Morgen verstarb zu Braunschweig im 61. Lebensjahre der Königlich preußische Gesandte, Kammerherr Karl v.
1888.
Normann, nachdem er noch Tags zuvor von Sr. Königlichen Hoheit dem Prinz-Regenten zur Ueberreichung seiner neuen Kreditive als Gesandter Sr. Majestät des Kaisers und Königs im Schlosse zu Braunschweig in Audienz empfangen worden war. Karl v. Normann, geboren am 21. September 1827 zu Franzburg, trat im Jahre 1845 beim damaligen 34. Infanterie-Regiment in den Militärdienst und wurde im Jahre 1864 als Hauptmann im 1. Magdeburgischen Infanterie - Regiment Nr. 26 zur Dienstleistung bei Sr. Königlichen Hoheit dem damaligen Kronprinzen kommandirt. Im Oktober 1866 wurde er als Major z. D. zum Hofmarschall Sr. Königlichen Hoheit des damaligen Kronprinzen ernannt, auch erfolgte in demselben Jahre seine Ernennung zum Kammerherrn. Im Jahre 1884 wurde er in den auswärtigen Dienst übernommen, indem er durch Allerhöchste Ordre vom 29. Juni zum Gesandten in Oldenburg ernannt wurde. In seiner 43jährigen Dienstzeit hat er sich in allen seinen Stellungen durch Pflichttreue und Hingebung bewährt und außer zahlreichen fremdherrlichen Dekorationen mannigfache Zeichen Allerhöchster Huld und Anerkennung erhalten. Er befand sich seit 1871 im Besitz des Kreuzes der Ritter des Haus-Ordens von Hohenzollern und wurde von des Hochseligen Kaisers und Königs Friedrich Majestät noch unterm 5. Mai d. I. mit dem Stern zum Rothen Adler - Orden 2. Klasse ausgezeichnet. Ein ehrendes Andenken wird dem Verstorbenen bewahrt bleiben.
Berlin, 18. Juli. Die „Nordd. Allg. Ztg." bezeichnet die von der französischen Presse erhobenen Klagen, daß die deutschen Behörden einzelnen Franzosen, welche sich nach Elsaß-Lothringen begeben wollten, die Pässe verweigert, oder die Erlangung derselben erschwert haben, als in den meisten Fällen erlogen und auch da, wo ein Fünkchen Wahrheit zu Grunde liegen sollte, unbegründet. Die „Nordd." erwähnt dabei die Geschichte von einem aktiven Offizier, der durch deutsche Grausamkeit verhindert worden sei, an das Krankenlager seines Vaters zu eilen und bemerkt, dieselben Skribenten, die jetzt nicht laut genug jammern können über die angeblichen Härten deutscher Behörden, würden die ersten sein, die französische Plebs zur Steinigung eines aktiven Offiziers aufzuhetzen, der sich unter dem Vorwande, einen kranken Verwandten pflegen zu wollen, nach Nancy, Verdun oder in eine andere Grenzfestung begeben sollte. Es läge vielleicht in höherem Grade im französischen Interesse, wenn man in Frankreich darüber klar werden wollte, daß Franzosen sich gefallen lassen müssen, mit demselben Maße gemessen zu werden, womit sie messen.
Die Zusammenkunft der Kaiser von Deutschland und Rußland nimmt in den Erörterungen der Wiener Presse andauernd einen breiten Raum ein. Die „Neue Fr. Presse" faßt die Andeutungen deutscher Blätter über den Zweck des Besuches Kaiser Wilhelm II. in Peterhof dahin auf, daß diese Reise den Zweck verfolge, neuerdings die Anbahnung einer Ausgleichung der zwischen Oesterreich-Ungarn und Rußland im Orient bestehenden Gegensätze zu versuchen. Es werde zwischen den beiden Kaisern von Bulgarien die Rede sein müssen, wenn ihre Begegnung dem Frieden dienen soll. Die Umstände seien gegenwärtig diesem Versuche günstig. Das Phantom der russisch - französischen Allianz sei im Verschwinden begriffen. Der Thronwechsel in Deutschland habe von selbst über die Schwierigkeiten hinweggeholfen, die darin lag, das es eigentlich an Rußland gewesen wäre, den ersten Schritt des Entgegenkommens zu thun. Da Oesterreich-Ungarn allzeit eine friedliche und gerechte Auseinandersetzung dem Kriege vorgezogen hat, so fehlt nichts, als daß Rußland einer billigeren Auffassung als bisher Raum gebe, daß es aufhöre, sich als den Alleinberechtigten im Orient und jeden österreichischen Einfluß daselbst als eine Usurpation und einen Raub zu betrachten, um der Vermittlung Deutschlands die besten Aussichten zu eröffnen.
Die „Dfz." schreibt: Der 19. Juli ist für das preußische und nicht minder für das ganze deutsche Volk ein ernster Gedenktag, der Todestag der Königin Luise. In dem Unglücksjahr 1806, in jenen schweren Oktobertagen, in denen die Kunde von Jena und Auerstädt nach Berlin gedrungen war, hieß es für die königlichen Kinder: fort von Berlin! In Schwedt a. O. wurde Halt gemacht, dort erwarteten sie die Mutter, sehnsuchtsvoll schauten sie durch die Fenster. Endlich rollte der Wagen heran. ®ie. beiden ältesten Söhne, der Kronprinz Friedrich Wilhelm und Prinz Wilhelm, stürzten die Treppe hinunter, der Mutter entgegen auf die Rampe des Schlosses. Da stand sie die tiefgebeugte königliche Frau in der Mitte der beiden Prinzen, drückte sie an sich, hob die nassen Augen gen Himmel und sagte: „Ihr seht mich in-Thränen!