«bonnemttitS- PreiS:
Jährlich 9 Marl. tzalbj.4M.SOPfg.
Bierteljährlich
1 Marl 25 Pfg. Für auswärtige Abonnenten mit dem betreffenden Postausschlag. Die einzelne Num
mer 10 Pfg.
Hamner Anzeiger.
IugtercH AmLLicHes g)rgan für Sicröt- und Lanökrreis Kcrncru.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
JusertlinS» Preis:
Die ispaltige Garmondzeile ob. deren Raum
10 Pfg.
Die Ljpalt. Zeile
20 Pfg.
^teSspaliigeZeile
30 Pfg
Nr. 162.
Freitag den 13. Juli
1888.
BeANKtMÄchungen Königl. LaKdrathsamts.
Unter Bezugnahme auf die Bestimmungen zu den §§. 32 bis 36 und 85 des Gerichtsverfassungsgesetzes vom 27. Januar 1877 — Reichsgesetzblatt Seite 41 — werden die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher veranlaht, nach dem unten abgedruckten Schema bis spätestens 1. August er.
„eine Urliste der in der Gemeinde (Gutsbezirk) wohnhaften „Personen, welche zu dem Amt eines Schöffen oder Geschworenen „berufen werden können", aufzustellen und solche in dem Amtslokale der Gemeinde (Gutsbezirk) eine Woche zu Jedermanns Einsicht auszulegen. Der Zeitpunkt und der Ort der Auslegung ist vorher öffentlich bekannt zu machen.
Gegen die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Urliste kann innerhalb der einwöchigen Frist schriftlich oder zu Protokoll Einsprache erhoben werden.
Die Urliste und die zu derselben etwa eingegangenen Einsprachen sind bis spätestens 1. September c. den Königlichen Amtsgerichten zuzusenden. (Amtsblatt 1882 Seite 72.).
Schließlich wird darauf aufmerksam gemacht, daß Personen, welche zu dem Amt unfähig (§. 32 des Gerichtsverfassungsgesetzes) oder -nzn nicht zu berufen find (§§. 33, 34 des Gerichtsverfaffungsgesetzes und §. 33 des Preußischen Ausführungsgesetzes vom 24. April 1878 und landrathsamtlichen Verfügungen vom 5. Oktober 1885 V. 9605 und vom 2. April 1886 V. 2851 — Kreisbl. pro 1885 Nr. 235 und pro 1886 Nr. 83) in die Urliste nicht ausgenommen werden dürfen.
Hanau am 10. Juli 1888.
Der Königliche Landrath
V. 4095 Gf. Bismarck.
Urliste
der in der Gemeinde.......wohnhaften Personen, welche zu dem Amt eines Schöffen oder Geschworenen berufen werden können.
Lfde. Nr.
Vor- und Zunamen.
Beruf.
Wohnort.
Lebensalter nach Jahren.
Bemerkungen.
1.
2.
3.
4.
5.
6.
Daß dre vorstehende Urliste eine Woche lang und zwar in der Zeit vom . . ten ......bis einschließlich
. . ten.......in der Gemeinde (Gutsbezirk) und zwar im.......zu Jedermanns Einsicht
ausgelegen hat und daß vorher der Zeitpunkt und der Ort der Auslegung in ortsüblicher Weise bekannt gemacht worden ist, bescheinigt hiermit.
......den . . ten..... 1888.
Der Gemeindevorstand:
Von dem hier garnisonirenden Füsilier-Regiment Nr. 80 findet auf den ehemals Kurhessischen Scheibenständen bei Wilhelmsbad Sonnabend den 14. b. Mts., von Nachmittags 2 Uhr ab, ein gefechtsmäßiges Schießen mit scharfen Patronen statt. Das hierdurch gefährdete Terrain wird durch Sicherheitsposten abgesperrt werden.
Den Anordnungen dieser Posten ist bei Meidung einer Strafe bis 9 Mark oder 3 Tagen Haft unbedingt Folge zu leisten.
Hanau am 13. Juli 1888.
Der Königliche Landrath
M. 2774 Gf. Bismarck.
ftuspfiiÄn Kömgt. Kiaaisallwalisäasi zu FmnKfuri a. M.
11050 A., — M. 82/88. Ueber den Aufenthalt des Schneiders Ernst Brinkmann von Elberfeld wird Auskunft begehrt.
Frankfurt a/M. den 10. Juli 1888.
12349 B. — J. 1991/88. Ueber den Aufenthalt des Schuhmachers Ludwig Greier von Bastheim wird Auskunft begehrt.
Frankfurt a/M. den 11. Juli 1888.
TkgKSschA«.
Berlin, 11. Juli. Das amtliche Programm über die Reise des Kaisers nach Petersburg ist jetzt, nach der .,K. Z.", so weit bekannt, daß darnach folgendes als gewiß betrachtet werden kann: Kaiser Wilhelm verläßt mit großem Gefolge in einem Sonderzuge am Freitag Abend Berlin, trifft am Vormittag in Kiel ein, wird hier am Bahnhof von den Spitzen der Behörden und dem Officiercorps begrüßt, fährt im Wagen zur Barbarossabrücke und begibt sich an Bord der kaiserlichen Dacht Hohenzollern, indem er dabei an allen im Hafen liegenden Kriegsschiffen vorbeifährt. Das Schauspi l, das sich alsdann vor seinen Augen entwickeln soll, wird wohl das großartigste sein, das je bisher die deutsche Flotte dargeboten hat. Sämmtliche Schiffe der ersten und zweiten Division der Manöverflotte werden an der kaiserlichen Dacht in Parat e und in Kiellinie vorbeidefiliren, dann kommt die bis dahin in der Wpker Bucht unter Dampf liegende Torpedobootsflottille an die Dacht heran, escortirt sie in See und defilirt vor ihr außerhalb Bulk, um nach Kiel zurückzukehren. Der Kaiser wird sich dann in See mit der Dacht an die Spitze der Manöverflotte setzen und mit ihr während der nächsten vier Tage eine Reihe von Uebungen vornehmen. Bis nach Petersburg werden indes nur einige Schiffe die kaiserliche Dacht begleiten, die dort voraussichtlich am 18. Juli landen wird. Auf derselben wird, wie man weiß, nur ein kleiner Theil des kaiserlichen Gesolges, darunter auch der Staatsminister Graf Bismarck mit einem der vortragenden Räthe des Auswärtigen Amts Platz haben; der größere Theil kehrt von Kiel nach Berlin zurück und wird am 16. auf dem Landwege nach Petersburg fahren, wo er jedenfalls vor dem Kaiser eintreffen wird. Der Aufenthalt des Kaisers, der mit seinem Gefolge in Peterhof wohnen wird, ist auf mindestens vier Tage berechnet. Die Rückkehr wird wiederum auf dem Seewege, jedoch in beschleunigterer Fahrt, nach Krel genommen werden. Soweit man hört, wird Seine Majestät sich dann in erster Linie den Truppenbesichtigungen widmen, die Kaisermanöver des Gardecorps und des dritten Armeecorps abhalten, im Herbste sich nach dem Elsaß und etwa Ende September oder Anfangs October zum Besuch des Kaisers von Oesterreich nach Wien begeben. Der Besuch des Königs von Italien dürfte dann mit Rücksicht auf die bessere Jahreszeit im Frühjahr des nächsten Jahres folgen.
Berlin, 12. Juli. Das Kaiserpaar machte heute Nachmittag eine Wasserfahrt auf der Dampsyacht Alexandra. Mit diesem Schiffe wird auch, der Post zufolge, Se. Majestät morgen Abend um 7 Uhr nach Spandau fahren, um in dem dort bereitstehenden Sonderzuge die Reise nach Kiel anzutreten.
Berlin, 12. Juli. Bei dem gestrigen Empfange der Deputation der Akademie der Künste betonte, nach den „Fr. N.", Kaiser Wilhelm, die Traditionen feines Hauses im Verhältniß zur Kunst und sein besonderes Interesse für dieselbe und versprach, ein Schutzherr der Kunst zu sein. Schließlich sprach der Kaiser seine Freude über die großen Aufgaben aus, welche den Künstlern durch die Denkmale für die Kaiser Wilhelm und Friedrich, sowie den Berliner Dombau und andere beabsichtigte Kunstschöpfungen erwüchsen.
Berlin, 11. Juli. Die Brochüre: „Die Krankheit Kaiser Frred- richs" ist vorläufig in 50 000 Exemplaren gedruckt und hat bereits heute, am ersten Tage ihres Erscheinens in der Oeffentlichkeit, einen so koloffalen Absatz gefunden, daß die erste Auflage bald vergriffen sein dürfte. Sr. Maj. dem Kaiser, den Mitgliedern der Kaiserlichen Familie, den Ministerien und den an der Abfassung der Schrift betheiligten Aerzten waren bereits in der vorigen Woche Exemplare zugegangen. Die obrigkeitliche Erlaubniß zur Veröffentlichung der Brochüre ist erst für den 11. Juli, Vormittags,