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Hanauer Astiger.

Iugterch Amtliches Gvgcrn für Ktcröt- und Larrökveis Kcrncru.

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Nr. 160.

Mittwoch den 11. Juli

18M

Amtliches.

Marmmg.

In Läden und Geschäften, welche als Lotterie-Komtor, Lotterie- Einnahme oder Lotterie-Kollekte bezeichnet sind und deren Inhaber sich als Lotterie-Einnehmer resp. Kollekteur bezeichnen, werden Loose der Preußischen Klaffen-Lotterie und Antheilscheine auf solche Loose, oft unter Benennung als Antheilloose, für Preise angeboten, welche die im Lotterie­plan bestimmten Preise sehr weit übersteigen und ferner noch dadurch erhöht werden, daß in den Antheilscheinen selbst die Verkäufer derselben hohe Gewinnabzüge für sich ausbedingen.

Die Antheilscheine begründen niemals Ansprüche an die Lotterie-Verwaltung auf Looseerneuerung ßund auf Ge­winnzahlung.

Vielfache gerichtliche Verurtheilungen von Loosantheilschein-Ver- käufern haben herausgestellt, daß solche Verkäufer häufig betrügerisch ver­fahren, indem sie die Loose, auf welche sie Antheile verkaufen, nicht besitzen oder auf wirklich besessene Loose viel mehr Antheilscheine aus­geben, als der Umfang ihres Loosebesitzes erlaubt, oder indem endlich sie ihrerseits erhobene größere Gewinne unterschlagen und mit denselben verschwinden.

Zur Unterscheidung der Loosantheilscheine von den ächten ' Loosen machen wir darauf aufmerksam, daß die letzteren stets einen Stempel mit der inneren UmschriftKoen. Pr. Gen. Lotterie-Direktion" tragen.

Zur Unterscheidung zwischen den sich alsLotterie- Einnehmer" benennenden und ihr Geschäft alsLotterie- Einnahmen" oderLotterie-Komtor" bezeichnenden Pri­vatverkäufern von Loosen einerseits und den Königlichen Lotterie-Einnehmern andererseits aber machen wir darauf aufmerksam, daß die letzteren allein alsKönigliche Lotterie-Einnahmen" oder Königliche Lotterie-Einnehmer" sich namhaft machen.

Berlin am 8. Juli 1882.

Königliche General-Lotterie-Direktion.

; _______________________Dammas. Liliental._____________________

BâRKtWâchuKgen Königl. LlMdrathsamts.

Von dem hier garnisonirenden Infanterie-Regiment Nr. 80 findet auf den ehemals kurhessischen Scheibenständen bei Wilhelmsdad Donnerstag den 12. d. M von Vormittags 7 Uhr ab, ein gefechtsmäßiges Schießen mit scharfen Patronen statt. Das hierdurch gefährdete Terrain wird durch Sicherheitsposten abgesperrt werden. Den Anordnungen dieser : Posten ist bei Meldung einer Strafe bis 9 Mark oder 3 Tage Haft ; unbedingte Folge zu leisten.

Hanau am 11. Juli 1888.

Der Königliche Landrath Gf. Bismarck.

Der Bürgermeister Grün in Großauheim ist an Stelle des ver­storbenen Bürgermeisters Kronenberger zum Kreistagsabgeordneten ; für den dritten Wahlverband der Landgemeinden gewählt worden.

Hanau am 6. Juli 1888.

Der Königliche Landrath

A. 893_________________Gf. Bismarck._______________________

Aussklireibeu âömgt. KiaâamMlWasi zu Frankfurt u. M. 12085 B. J. 2359/88. Ueber den Aufenthalt des Schmieds Martin Henninger, zuletzt hier wohnhaft, wird Auskunft begehrt.

. Frankfurt a/M. den 7. Juli 1888.

B. 12134. J. 2595/88. Gegen den Hausdiener Hermann Friedrich Hahn, geboren am 27. September 1859 zu Friedrichsgrün in Sachsen, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Dieb­stahls verhängt.

Es wird ersucht, denselben zu verhaften und von der Verhaftung unverzüglich Nachricht zu geben.

Frankfurt a/M. den 6. Juli 1888.

Königliche Staatsanwaltschaft.

Tagesschau.

Berlin, 10. Juli. Se. Majestät der Kaiser und König arbeite­ten gestern von 63/4 Uhr früh an allein, begaben Sich um 73/* Uhr zur Besichtigung des Lehr -Infanterie -Bataillons nach dem Bornstedter Felde und nahmen nach der Rückkehr die Vorträge des Geheimen Kabinets- Raths, des Kriegsministers und des Staatsministers Grafen Bismarck, sowie Nachmittags die des Justizministers und des Leibarztes, General- Arztes Dr. Leuthold, entgegen.

Berlin, 10. Juli. Der angekündigte Bericht der Aerzte über die Krankheit des Kaisers Friedrich ist erschienen und zeigt, daß Gerhardt, Bergmann und Tobold von vornherein die richtige Diagnose gehabt und von allen deutschen Aerzten in derselben bekräftigt worden sind, während Mackenzie bis zum November das Vorhandensein von Krebs bestritt. Der Leichenbefund bestätigt die Einzelwahrnehmungen, die in den Berichten der Aerzte niedergelegt sind.

Ueber Kaiser Wilhelms erste Begrüßung durch den Czaren depeschirt der Petersburger Korrespondent desBerl. Tbl." indirekt über Eydtkuhnen unter dem 7. d. Mts.:Die erste Begrüßung findet auf hoher See im Finnischen Meerbusen statt. Das deutsche Geschwader naht unter Kontreadmiralsflagge. Das ruffische Kaisergeschwader fährt, von der finnischen Küste kommend, dem deutschen entgegen, und der Czar holt den kaiserlichen Gast auf sein Schiff herüber. Sobald Kaiser Wilhelm dann das ruffische Kaiserschiff betritt, steigt auf demselben die deutsche Kaiserflagge empor. Zu gleicher. Zeit ist, von Peterhof kommend, der russische Thronfolger, als Repräsentant seines kaiserlichen Vaters, dem deutschen Geschwader genaht und hat dieHohenzollern" (Kommandant Prinz Heinrich von Preußen) betreten, worauf dort sofort die russische Kaiserstandarte emporsteigt. Selbstverständlich findet die Begrüßung und Zeremonie unter dem donnernden Salut der Geschütze statt. Kaiser Wil­helm bleibt auf dem russischen, der ruffische Thronfolger auf dem deut­schen Kaiserschiffe. Die beiden Geschwader dampfen vereinigt bis zur Landung weiter. In der Begleitung des Czaren befindet sich auch die Czarewna."

Kaiser Wilhelms Meerfahrt" widmet derHannoversche Courier" einen Artikel, in welchem er nicht nur die politische Bedeutung der bevorstehenden Reise des Kaisers erörtert, sondern sich auch mit be­sonderer Wärme über die Art, wie sie unternommen wird, äußert:Ge­meingut der Nation im vollsten Sinne des Wortes ist diese Flotte ge­worden, wie sie, eng verbunden mit dem Gedanken der deutschen Einheit, mit diesem zur That geworden ist. Nicht nur tragen stolze Panzerschiffe die Namen von Baiern, Sachsen, Württemberg und Baden, sondern es dienen auch gar viele Süddeutsche in den Reihen der Seemannschaft, und wir haben einen Prinzen des bayerischen Königshauses im vorigen Jahre mit hohem Interesse an den großen Uebungen der Flotte theilnehmen sehen. Die ersichtlich warme Sympathie welche der jetzt regierende Kaiser ihr zuwendet, wird sicherlich der gesummten Marine ein Sporn sein, ihre Leistungsfähigkeit, wenn möglich noch vollkommener zu gestalten. Wenn wir bei dieser Seite der Kaiserreise mit einiger Vorliebe verweilen, so ge­schieht es, weil wir darin ein bedeutsames Moment in unserer geschicht­lichen Entwickelung, sowie einen der ganzen Nation gewiß sympathischen eigenartigen Charakterzug des Monarchen erkennen. Seit Jahr und Tag, bevor daran zu denken war, daß der jetzige Kaiser sobald den Thron sei­ner Väter besteigen würde, galt von ihm und seinem Bruver Heinrich, daß sie sich mit stolzem Bewußtsein als die dereinstigen Träger des natio­nalen Gedankens betrachteten .... Die ersten Wochen dieser neuen Re­gierung glänzen über dem Lande wie ein thaufrischer Morgen nach lan­ger, banger Gewitternacht, möge daraus ein langer heller Sommertag mit allem Segen eines solchen hervorgehen!"

Und zum. Schluß:Und so wird denn den deutschen Kaiser bei seiner Fahrt über die Ostsee aus seinen deutschen, wie aus den verbünde­ten Landen der eine Wunsch geleiten: Meeresstille und glückliche Fahrt!"

Eine merkwürdige Episode aus Kaiser Friedrichs Leben hat Professor Virchow am letzten Samstag in einer Gedächtnißrede im Berliner Handwerkervereine erwähnt. Als es sich um die Annexion von Schleswig- Holstein handelte, ließ der Kronprinz Herrn von Virchow rufen, um ihn zu fragen, wie die Abstimmung des Abgeordnetenhauses aussallen werde. Virchow sagte ihm, daß voraussichtlich die Mehrheit für dieAnnexion