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Nr. 150
Freitag den 29. Juni
1888.
Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.
Die Königliche Regierungs-Hauptkasse in Cassel hat Anweisung erhalten, den Standesbeamten die Seitens des Königlich Preußischen statistischen Büreaus festgesetzten Kopialien-Entschädigungen für die im Etatsjahre 1887/88 aufgestellten und eingereichten Zählkarten über Geburten, Eheschließungen und Sterbefälle gegen Quittung zu zahlen. Ich setze die Herren Standesbeamten hiervon mit dem Bemerken in Kenntniß, daß, sofern die Abhebung nicht binnen 4 Wochen erfolgt, die Zustellung des zur Anweisung gelangten Betrags durch die Post „portofrei" stattfinden wird.
Hanau am 27. Juni 1888.
A. 849
Der Königliche Landrath Gf. Bismarck.
Unter der Gast'schen Schafheerde zu Baumwieser-Hof ist die Räude ausgebrochen.
Hanau am 29. Juni 1888.
V. 3778
Der Königliche Landrath Gf. Bismarck.
Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.
Gefunden: Eine gelbe Halskette. Ein Spazierstock mit silbernem Knopf. Ein Damen-Regenmantel (in einem Kaufm. Laden hängen geblieben). Ein kleines Portemonnaie mit einigen Pf. Ueber eine Mark baar. Zwei Bedecke über Tischdecken. Ein Messer. Ein weißes Taschentuch mit Monogramm. Ein Regenschirm (auf dem Stadthaus stehen geblieben). Ein Heft „80 Kirchenlieder". Ein Leihhauszettel Nr. 21068. Statut der National-Kranken!. der Gold- u. Silberarbeiter. Ein Notizbuch mit Bleifeder.
Verloren: Ein goldener Ring mit rothem Stein, inwendig die Buchstaben A. B.; dem Wiederbringer eine Belohnung. Am 23. d. M. auf dem Wochenmarkt: ein Portemonnaie mit 7—8 M. Inhalt. Ein silbernes Herz mit Monogramm, darauf ein Denkspruch.
Hanau am 29. Juni 1888.
Astsslkreiken Kömgt. StaatsanmaEffdiaft zu Frankfurt a. M. 11470 B. — J. 2503/88. Ueber den Aufenthalt des Reisenden Anton Metzenleitner von Berchtesgaden wird Auskunft begehrt.
Frankfurt a/M. den 26. Juni 1888.
A. 9754. — J. 1646/88. Ueber den Aufenthalt des Taglöhners Adam Burger aus Witzenborn, geboren den 17. August 1850, wird Auskunft begehrt.
Frankfurt a/M. den 27. Juni 1888.
P. Gemeinschaftliche Sitzung beider Häuser des Landtages. Nachmittags 1 Uhr. Bald nach 1 Uhr traten die beiden Häuser des Landtages unter dem Vorsitze des Präsidenten des Herrenhauses, Herzogs von Ratibor, zu einer gemeinschaftlichen Sitzung zusammen, zu der auch die sämmtlichen Minister, mit Ausnahme des Fürsten von Bismarck und des Kriegsministers, erschienen waren. Es erhielt sofort das Wort der Mimster oes öffentlichen Arbeiten, Staatsminister von Maybach, welcher die Allerhöchste Ordre d. d. Berlin, 26. Juni verlas, auf Grund deren die gegenwärtigen Sitzungen des Landtages am 28. Juni d. J. für geschlossen erklärt wurden. Mit einem Hoch auf Se. Majestät Den König, in welches das Haus begeistert einstimmle, schloß die Sitzung um 1 Uhr 10 Minuten.
Ber lin, 28. Juni. Die beiden Häuser des Landtags hielten heute Vornlittag kurze Sitzungen, in welchen die von den Piäsidien vor- dereiteten Entwürfe der Adressen an Se. Majestät den König zur Beschlußfassung unterbreitet wurden. Eine Diskussion knüpfte sich hieran nicht; beide Häuser genehmigten die vorgelegten Entwürfe einstimmig und beauftragten die Präsidien mit der persönlichen Ueberreichung der Adressen
vvuu|uuyit:ii vie ipiuilVlui nm ver pciiviiiiuivii u.tucn.ciu)uny ucr ^vrc||cn vcn ^uu^txi vvrunycyc» luuurn, uup ^w. ujt|iui nm uem Kaiser Zürn an Se. Majestät. Das Abgeordnetenhaus ermächtigte außeroem noch sein I Helm nicht nur durch die übernommenen Pflichten, sondern auch durch
I Präsidium, die Theilnahme des Hauses an dem Hinscheiden weiland Se. I Majestät Kaiser Friedrichs III. Ihren Majestäten der regierenden Kaiserin, der Kaiserin Victoria und der Kaiserin Augusta auszudrücken. In beiden Häusern schloß die Sitzung mit einem von dem Präsidenten auf Se. Majestät den König aus gebrachten Hoch, in das die Anwesenden lebhaft einstimmten. — In einer gemeinschaftlichen Sitzung wurde dann der Landtag durch den Minister der öffentlichen Arbeiten, Staatsminister von Maybach, um 1 Uhr Nachmittags geschloffen.
Berlin, 28. Juni. Heute Vormittag arbeitete Kaiser Wilhelm nach den „Fr. N." mit den Kriegsminister und empfing den Admirali- tätsratd Dietrich.
Berlin, 28. Juni. Der „Post" zufolge drückte Fürst Bismarck gestern nach Schluß der Herrenhaussitzung in einer Unterredung mit bekannten Herren die dauernde Hoffnung auf friedliche Zeiten und günstige Entwickelung aus.
Berlin, 28. Juni. Am Tage der Eröffnung des Deutschen Reichstages durch Se. Majestät den Kaiser Wilhelm wurden bei dem hiesigen Haupt-Telegraphenamt zusammen 30 491 Telegramme verarbeitet; der Verkehr erreichte, einschließlich der auf gemietheten Leitungen beförderten Zeitungskorrespondenz, die bei dem genannten Amt noch nicht dagewesene Höhe von 1 254 569 Worten. Die Beförderung dieser Korrespondenz wurde leider, namentlich aus den nach Westen und Süden führenden Leitungen, durch zahlreiche Gewitter wesentlich erschwert.
Berlin, 28. Juni. Die Bevollmächtigten zum Bundesrath, Königlich württembergischer Präsident des Staats-Ministeriums Dr. Frhr. v. Mittnacht, Herzoglich sachien-coburg- gothaischer Staats-Minister Dr. v. Bonin, Herzoglich anhaltischer Staats-Minister v. Krosigk und Fürst- j lich schwarzburg - rudolstädtischer Staats - Minister v. Starck sind von | Berlin wieder abgereist.
Berlin, 28. Juni. Commissionsrath Engel, Inhaber des Kroll- schen Theaters, eine namentlich in Theaterkreisen weitbekannte, typische Figur des Berliner Kunstlebcns, ist heute Morgen in Folge eines Herzschlages gestorben.
Die „Post" bezeichnet das in parlamentarischen Kreisen verbreitete Gerücht, Oberpräsident Achenbach werde Minister des Innern, für unbegründet.
Kiel, 28. Juni. In hiesigen Marinekreisen wird mannigfach besprochen, daß die kaiserliche Pacht Hohenzollern, die bisher in der Reserve war, plötzlich und mit großer Beschleunigung in Dienst gestellt wird und daß sie zum Commandanten den Prinzen Heinrich erhalten hat. Die Pacht ist für den besonderen Dienst der kaiserlichen Familie bestimmt; man nimmt deshalb an, daß Kaiser Wilhelm, dessen Vorliebe und Anhänglichkeit für unsere Marine man kennt, vielleicht schon in nächster Zeit beabsichtigt, eine Seereise zu unternehmen. Vielleicht vereinigt sich damit die Nachricht der Kölnischen Zeitung aus Petersburg vom 26. Juni, wonach Kaiser Wilhelm durch den Großfürsten Wladimir seinen bevor-1 stehenden Besuch beim Zaren Alexander angekündigt hat. Zur jetzigen heißen Sommerzeit dürste in der That der Seeweg nach Pelersburg bei weitem vorzuziehen sein. Wir Kieler würden in diesem Falle die besondere Gunst haben, unsern Kaiser sehr bald hier begrüßen zu dürfen. (K. Z.) |
Dresden, 28. Juni. Die Huldigung, welche gestern Abend dem | Könige auf dem Schlosse Pillnitz anläßlich seiner Theilnahme an der Ec- I
öffnung des Reichstags dargebracht wurde, verlief auf das glänzendste. Viele Dresdener Korporationen, Gesang-Vereine, Militär-Vereine, Polytechniker Vereine, sowie die Schüler der Thierarzneischule nahmen an der Huldigung Theil. Oberbürgermeister Dr. Stübel hielt eine Ansprache an den Monarchen, worin er der Trauer der letzten Morawe gedachte und gleichzeitig der Freude darüber Ausdruck gab, daß d.r Kaiser jetzt verkündet hat, die gleichen Wege wandeln zu wollen wie der Begründer des Reiches. „Wir begrüßen jubelnd", schloß Redner, „daß Ew. Majestät nach wie vor in unerschütterlicher Treue zu dem Kaiser und dem Reiche den Sachsen vorangehen wollen, daß Ew. Majestät mit dem Kaiser Wil-