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Die 2ft>alt. Seite 20 Psg.

Die»lpaltig-Zeile

30 Pfg.

Nr. 138.

Freitag den 15. Juni

1888.

Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.

In neuerer Zeit ist mehrfach die Nichtbeachtung folgender Vor­schriften der Bauordnung für die Stadt Hanau vom 31. Juli 1885 wahrgenommen worden :

§. 1. Zu jedem Neubau, sowie zu jeder Veränderung und Repara­tur einer baulichen Anlage ist polizeiliche Erlaubniß erforderlich.

Ferner zum Abbruch der Gebäude und zu allen bau­lichen und Pflasterarbeiten auf dem Straßendamm und auf den Bürgersteigen.

§. 81. Zur Ausführung baulicher Arbeiten, durch welche der Ver­kehr auf der Straße beeinträchtigt oder gefährdet wird, be­sonders zur Aufstellung von Baugerüsten aller Art und von Bauzäunen an der Straße bedarf es der besonderen Erlaubniß der Polizeibehörde, welche die in jedem Falle nach den örtlichen Verhältnissen erforderlichen Einschränkungen und Bedingungen vorschreiben wird.

Uebertretungen werden in §. 93 der Bauordnung mit Strafe bis zu 30 Mk. eventuell Hast bedroht.

Indem ich diese Vorschriften hiermit in Erinnerung bringe, bemerke ich, daß die polizeiliche Erlaubniß zu Pslasteraufbrüchen auf den Bürgersteigen bei Aufstellung von Gerüsten von jetzt ab nur nach Vorlage einer schriftlichen Einwilligung des Oberbürgermeister­amts ertheilt werden wird.

k Hanau am 11. Juni 1888.

Der Königliche Landrath Gf. Bismarck.

Jmpfordnnng

für die diesjährigen Impfungen in den nachstehenden Gemeinden: Langenselbold: Impfung den 19. Juni, Vormittags 8 Uhr, Revision 26. 8

im Rathhaussaal.

Hüttengesäß: Impfung den 21. Juni, Vormittags 8 Uhr, Revision 28. 8

im Saale des Gasthauses zur Krone.

Neuwiedermuß: Impfung den 21. Juni, Vormittags 10 Uhr, Revision 28. 10

im Schulsaal.

Die Herren Ortsvorstände der vorstehend genannten Orte mache ich aufmerksam auf die genaue Befolgung der Vorschriften, insbesondere des ' §. 3 für die Ortspolizeibehörden bei der Ausübung des Jmpfgeschäfts.

Hanau am 12. Juni 1888.

Der Königliche Landrath

A. 800 Gf. Bismarck.

Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.

Gefunden: Ein gelber Damenhandschuh (rechter). Eine rothe Knabenmütze mit Futteral. Ein Erlaubnißschein zum Musiciren, ausge­stellt auf den Namen Enrico Fortura nebst Frau aus Castell-Bellmonde. Ein Gesindedienstbuch für Elise Nürnberger aus Theobaldshof. Ein Kindersonnenschirm. Eine neue Peitsche. Ein evang. Gesangbuch. Ein - weißes Taschentuch. Ein Portemonnaie mit Consummarken. Ein Porte- x monnaie und ein kleiner Geldbeutel mit je etwas Geld. Ein Paar braune Damenhandschuhe. Eine Blechtafel (im Stadtgraben). Ein Korallenkett­chen. Ein silbernes Panzerarmband. Ein Dienstbuch für Franziska k Schilling aus Oberrodenbach. Ein Ortskrankenkaffenbuch für Daniel Reuter aus Langenselbold.

Verloren: Ein silbernes Ketten-Armband mit silberner Kugel. Ein silbernes Panzerarmband mit Münze; dem Wiederbringer eine Be­lohnung. Ein schwarzes Eiswolltuch. Eine gelbe Brieftasche mit Brief, Photographie und Visitenkarten.

Entlaufen: Ein halbgeschorener Pinscher.

Zugelaufen: Ein schwarzer Spitz.

Hanau am 15. Juni 1888.

ÜusfdiEeifien MonigL Kiaaisamvalislkafi zu Frankfurt a. M.

10781 B, N. 215/88. Ueber den Aufenthalt 1) des Kellners

Karl Jasper, geboren am 23. September 1864 zu Lemgo, und 2) des Hausburschen Heinrich Schulte, geboren am 29. Dezember 1861 zu Schüren, wird Auskunft begehrt.

Frankfurt a/M. den 13. Juni 1888._____________________________

J. 1417/88. Gegen den unten beschriebenen Metzger Emil Ohl- gardt, geb. 1. März 1868 zu Westerburg, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Unterschlagung verhängt.

Es wird ersucht, denselben zu verhaften und von der Verhaftung Nachricht zu geben.

Frankfurt a/M. den 14. Juni 1888.

Königliche Staatsanwaltschaft.

Beschreibung: Statur klein, Haare hellblond, Gesichtsfarbe frisch, gesund, schwarzfeidene Mütze, braunes Kamisol.____________________

Für den am 23, Januar 1873 geborenen Siegfried Kah n, Sohn von Hermann Kahn dahier, ist um Entlassung aus dem Staatsverband behufs Auswanderung nach Nordamerika nachgesucht.

Hanau am 14. Juni 1888.

Der Oberbürgermeister ________________________Westerbu rg. ____________

Tagesschau.

Betrübende Nachrichten.

DenFr. N." sind im Laufendes gestrigen Tages folgende Draht­nachrichten zugegangen:

Potsdam, 14. Juni. Bulletin von 10 Uhr Morgens: Der Zu­stand des Kaisers hat sich seit dem gestrigen Abend wesentlich verschlim­mert; die Kräfte sind im Sinken.

Potsdam, 14. Juni, Mittags 12 Uhr 35 Min. Der Kronprinz und die Kronprinzessin weilen augenblicklich im Schloß Friedrichskron. Die Kaiserin befindet sich seit 4 Uhr Morgens am Bette des Kaisers, dessen Befinden seit 10'/, Uhr Vormittags ein klein wenig besser ist. Prinz Heinrich ist von Erdmannsdorf eingetroffen und im Stadtschloß abgestiegen. Die Prinzessin von Meiningen wird in Friedrichskron er­wartet. Justizminister v. Friedberg ist soeben dort eingetroffen.

Berlin, 14. Juni, Nachm. 4 Uhr 50 Min. DieNorvd. Allg. Ztg." bemerkt zu dem heutigen Bulletin über das Befinden des Kaisers: Aus demselben gehe hervor, daß man, so schmerzlich auch der Gedanke sei, mit der bevorstehenden Katastrophe rechnen müffe. Wie das genannte Blatt erfährt, haben sich bei dem Kaiser sehr bedrohliche Erscheinungen eingestellt. Die Athmung ist schwierig und mühsam, die Aerzte glauben an ein Uebergreifen des Krankheitsprozesses auf die Lunge. Die Kräfte nehmen sichtlich ab, auch die Theilnahme des hohen Patienten an den Vorgängen um ihn her ist geringer geworden.

Wildpark, 14. Juni, 5 Uhr 15 Min. Nachm. Der besorgniß­erregende Zustand des Kaisers ist im Ganzen unverändert. Das Ab­husten ist erschwert. Der Kronprinz nahm bis auf weiteres Aufenthalt in Schloß Friedrichskron. Der Reichskanzler und der Kriegsminister sind nach Berlin zurückgekehrt; der Justizminister befindet sich noch hier.

Potsdam, 14. Juni. Bulletin von Abends 6^2 Uhr: In dem Zustande des Kaisers ist im Laufe des Tages keine wesentliche Aende­rung eingetreten. Die große Schwäche dauert an und erregt ernstliche Besorgnisse.

Potsdam, 14. Juni. Se. Hoheit der Erbprinz von Sachsen- Meiningen ist um 1 Uhr in Schloß Friedrichskron eingetroffen.

Berlin, 14. Juni. Die königlichen Theater sind heute Abend ge­schlossen. Der russische Militärbevollmächtigte Kutusow, nicht der russi­sche Botschafter ist Nachm. gegen 2 Uhr in Wildpark eingetroffen. (F. N.)

Berlin, 14. Juni. Fürst Bismarck ist gegen 5 Uhr von Schloß Friedrichskron zurückgekehrt Er ist am Krankenlager des Kaisers gewe- sen. Der Kaiser schien ihn zu erkennen und reichte und drückte ihm die Hand.

Berlin, 14. Juni. Staatsminister v. Puttkamer wird voraus­sichtlich schon in nächster Zeit Berlin »erlassen. Morgen gibt ihm Mi­nister v. Bötticher ein Abschiedsessen, das aber lediglich einen familiären Charakter tragen wird und an dem nur zwei Herrn v. Puttkamer be­sonders nahestehende Staatsminister theilnehmen werden.