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Nr. 186.

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Dienstag den 12. Juni

BekatmtMschungen Königl. Lanörathsamts.

Der Eintrag der in den Schätzungen von Gebäuden zwecks ihrer Versicherung angegebenen Nummern und Buchstaben in das Brand­versicherungs-Kataster setzt voraus, daß dieselben in Wirklichkeit den Gebäulichkeiten angeschrieben sind. Zur Vollständigkeit einer solchen Schätzung gehört auch eine Bescheinigung des Ortsvorstandes, daß die Anbringung der Nummern und Buchstaben an den versicher­ten Gebäuden erfolgt ist.

Die Herren Bürgermeister muffen daher, bevor sie diese Bescheinigung ausstellen, zuvor an Ort und Stelle sich durch Augenschein überzeugen.

Sodann ist bemerkt worden, daß die Nr. und Buchstaben an den Gebäuden nicht überall haltbar geblieben sind; es ist erforderlich, daß dieselben mit schwarzer Schrift auf weißem Grunde in Oelfarbe auf­gefrischt werden.

Ich ersuche die Herren Bürgermeister, Revisionen dieserhalb zu halten und binnen 3 Wochen mir anzuzeigen, daß die Mängel beseitigt find. Zugleich mache ich darauf aufmerksam, daß auch der Herr Landes­bauinspektor bei seinen Revisionsreisen auf Befolgung dieser Anordnung achten wird.

Hanau am 5. Juni 1888.

Der Königliche Landrath

V. 3467 Gf. Bismarck.

Konrad Martin Köhler in Marköbel beabsichtigt auf seinem "Grundstücke daselbst, Karte 8. 565/9 a, Brandversicherungsnummer 110, eine Schlächterei einzurichten und zu betreiben. Ich bringe dieses Vor­haben gemäß den Bestimmungen der Gewerbeordnung mit dem Bemerken / zur öffentlichen Kenntniß, daß Zeichnung und Beschreibung der Anlage auf dem Landräthlichen Büreau eingesehen und Einsprüche ebendaselbst binnen 14 Tagen angebracht werden können. Zur Erörterung der etwa angemeldeten Einsprüche findet am Sonnabend den 30. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, im Sitzungszimmer des Kreis-Ausschusses Land­rathsamt hierselbst ein Termin zur mündlichen Verbandlung statt. Bei Ausbleiben einer Partei wird gleichwohl mit der Erörterung der Einsprüche vorgegangen werden.

Hanau am 11. Juni 1888.

Ter Vorsitzende des Kreis-Ausschuffes:

A. 783 Gf. Bismarck, Königlicher Landrath.

Im Jntereffe der öffentlichen Sicherheit wird hierdurch für den 13. Juni c. von 8 bis 11 Uhr Abends das Fahren mit bespannten Wagen auf der Lamboystraße von der Wilhelmsbrücke bis zum Lam­boywald bei Meidung einer Strafe bis 5 Mark fubs. 1 Tag Haft untersagt.

Hanau am 8. Juni 1888.

Der Königliche Landrath

____Gf. Bismarck.____

Ausftüreißen lönigL SfaafsanroalffM^ zu Frankfurt a. M. 10550 B. N. 1225/87. Der Steckbrief vom 9. Dez. 1887 gegen den Glaser Eberhard Trautner von Weidenberg wird erneuert.

J. 2924/87. Das am 6./12. 1887 gegen den hier wohnhaft ge- . «esenen Adam van der Dös erlassene Ausschreiben wird erneuert.

Frankfurt a/M. den 9. Juni 1888.____________________________

t Ad not am für die Freisinnigen!

In derPariser Autoritä" fand sich vor einigen Tagen ein Leit- / artikel über die Gründe, aus denen Frankreich alle Ursache hat, politische Zwischenfälle von der Art des durch die Rede des ungarischen Minister­präsidenten Tisza vom 26. v. Mts. geschaffenen möglichst ruhig und leidenschaftslos zu behandeln. Durch Einleitung einer diplomatischen Aktion, Erörterung des Falles in den Kammern, Entfesselung einer Preß- Pvlèmik u. s f. würde nach Ansicht des Blattes, das den leicht erregbaren Geist feiner Landsleute kennt, die Schwierigkeit der Lage nur vergrößert und die Gefahr einer kriegerischen Verwickelung erheblich näher gerückt werden. Je länger aber der Ausbruch eines Krieges hinausgeschoben werden würde, desto günstiger, meint das Blatt, würden sich die Chancen

1888.

eines solchen für Frankreich gestalten, denn die Zeit selbst kämpfe für Frankreich:

Der Sieger von Sadowa würde, wenn der Krieg morgen aus- bräche, die Leitung deffelben schon nicht mehr übernehmen können. Graf Moltke ist sehr alt und auch Fürst Bismarck schon hoch in den Jahren; noch wenige Jahre, und die beiden Männer, welche Preußen groß ge­macht haben, werden nicht mehr sein, und Preußen wird für Bismarck noch weniger als für den Grafen Moltke einen Ersatz finden können.

Ohne Bismarck würde ganz Deutschland nicht im Jahre 1870 unter preußischer Führung marschirt sein, jedenfalls würden die süddeutschen Staaten gefehlt haben. Ohne Bismarck würden für die Tripel- oder Quadrupelallianz die erwarteten Erfolge ausbleiben. Er allein ist im Stande, zur richtigen Zeit und mit dem gehörigen Nachdruck diese ver­schiedenen Kräfte zusammen wirksam werden zu lassen. In Preußen ist man sich dessen auch wohl bewußt und sucht deshalb den Gang der Dinge möglichst zu beschleunigen. Wir sollen durchaus unsere Kaltblütig­keit verlieren und uns in Komplikationen fortreißen lassen, an deren Ende wir unausbleiblich den Krieg finden würden."

Der Besitz der großen Männer, auf die Deutschland im Kriegsfalls seine Hoffnungen setzen würde das ist hiernach, wie ein Hamburger Blatt treffend bemerkt, der Grund, aus welchem nach dem Urtheil des ruhig und vernünftig überlegenden Franzosen einstweilen einem Kriege mit Deutschland nach Möglichkeit aus dem Wege zu gehen ist. Wie mag unseren Fortschrittlern diese Glosse aus deutsch-feindlichem Munde zu ihrem WahlsprucheFort mit Bismarck" gefallen?

Tagesschau.

Potsdam, 11. Juni, 11 Uhr Vormittags. Kaiser Friedrich hatte nach derK. Z." eine recht gute Nacht, die Schlingbeschwerden sind noch nicht ganz gehoben, der Appetit ist heute besser. Dr. Mackenzie setzte in Gegenwart des Generalarztes Dr. v. Wegner und der Professoren Krause und Bardeleben eine neue silberne Canüle ein. Der Kronprinz erschien heute Morgen bereits um S/a Uhr, um sich persönlich nach dem Befinden Sr. Majestät zu erkundigen. Gleich nach 11 Uhr wird der Kaiser das Bett verlassen und sich in den Park begeben. Nachmittags soll eine Aus­fahrt erfolgen. Um zwei Uhr wird der Justizminister Dr. v. Friedberg zum Vortrag erscheinen. Dr. Hovell ist von London zurückgekehrt.

Potsdam, 11. Juni. Nachdem der Kaiser am heutigen Tage fieberfrei gewesen war, zeigte sich nach denFr. N." Abends wieder etwas Fieber.

Berlin, 11. Juni. (R. U- St.-A.) Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht dem Vize - Präsidenten des Staats - Ministeriums, Staatsminister und Minister des Innern v. Puttkamer unter Belassung des Titels und Ranges eines Staatsministers die nachgesuchte Dienstent­lassung zu ertheilen und demselben gleichzeitig den Stern der Großkom- thure des Königlichen Hausordens von Hohenzollern zu verleihen.

Berlin, 11. Juni. Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht den bisherigen vortragenden Rath im Auswärtigen Amt, Geheimen Legationsrath Grafen zu Rantzau, zu Allerhöchstihrem außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister am Königlichen bayerischen Hofe zu ernennen.

Berlin, 11. Juni. Bei dem Reichskanzler findet heute ein Diner statt, an welchem die Minister v. Maybach, Freiherr v. Lucius, Dr. Friedberg, v. Bötticher, Dr. v. Goßler, v. Scholz, Bronsart von Schellen­dorff, Gras Herbert Bismarck und der ausscheidende Minister v. Putt­kamer, ferner die Staatssekretäre v. Schelling und v. Stephan, sowie die Unterstaatssekretäre Herrfurth, Dr. Jacobi, Homeyer und Geheimrath Rottenburg theilnehmen. (Rh. K.)

Berlin, 11. Juni. (K. Z.) Im Bundesratbe war vor einiger Zeit, wie man sich erinnern wird, ein Antrag aus Oldenburg auf Be­steuerung des Geschäftsbetriebes der Consumvereine eingegangen. Dieser Antrag führte in der letzten Sitzung des Bundesraths zu Erörterungen und wuroe schließlich abgelehnt, weil die Beschränkung des Geschäftsbe­triebes der Consumvereine mit dem Grundsatz der Gewerbefreiheit in Widerspruch stehe und überdies die Frage der Besteuerung dieser Vereine nicht zur Zuständigkeit des Reiches gehöre. Diese Entscheidung ist nicht ohne grundsätzliche Wichtigkeit.