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Nr. 135.

Montag den 11. Juni

1888.

Bekarmttrmchrmgen Königl» LaRörathsamts.

Im Interesse der öffentlichen Sicherheit wird hierdurch für den 13. Juni c. von 8 bis 11 Uhr Abends das Fahren mit bespannten Wagen auf der Lamboystraße von der Wilhelmsbrücke bis zum Lam- boywald bei Meidung einer Strafe bis 5 Mark subs. 1 Tag Haft untersagt.

Hanau am 8. Juni 1888.

Der Königliche Landrath

Gf. Bismarck.

Dimst-Kachrichten aus dem Kreise.

Zugelaufen: Ein junger schwarzer Pudel mit braunen Ab­zeichen, m. Geschl.

Gefunden: Ein schwarzer Sonnenschirm. Eine stählerne Uhrkette. Ein blau und roth karrirter Kspfüberzug.

Hanau am 11. Juni 1888.__________________________________ ânsfificeißßn lönioL KiMtsMnmlWusi zu Frankfurt a. M.

8932 A. J. 996/88. Ueber den Aufenthalt des Kürschners Martin Fischer, geboren am 1. Februar 1864 zu Neustadt a/Hardt, wird Auskunft begehrt.

J. 1968/88. Der am 28./5. l. I. gegen den Maurer Hch. Bechthold von Steinbach erlassene Steckbrief ist erledigt.

J. 1567/88. Ueber den Aufenthalt des Tagelöhners Philipp Schrodt, geboren am 25. Dezember 1842 in Cronberg, wird Auskunft begehrt.

B. 10428. N. 263/88. Das am 21. April 1888 erlassene Ausschreiben gegen den Bäckergesellen Gustav Kaspar Ruf, geboren am 8. Mai 1868 zu Grafenrheinfeld in Bayern, wird erneuert.

Frankfurt a/M. den 8. Juni 1888.

B. 10527. J. 986/88. Ueber den Aufenthalt des Küfers Max Ankenbrand, geboren am 14. Oktober 1859 zu Obernburg, wird Auskunft begehrt.

Frankfurt a/M. den 9. Juni 1888.______________________________

8912 A. J. 2058/88. Gegen den angeblichen Friedrich v. Gordon, zuletzt hier wohnhaft, 28 32 Jahre alt, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Urkundenfälschung verhängt.

Es wird ersucht, denselben zu verhaften und von der Verhaftung unverzüglich Nachricht zu geben.

Frankfurt a/M. den 8. Juni 1888.

Königliche Staatsanwaltschaft.

1 Hamburgs Wellhnndel.

Für die Beurtheilung der ganzen wirthschastlichen Lage in Deutsch­land ist gewiß die Entwickelung des Waarenverkehrs in der größten Han­dels- und Hafenstadt von besonderer Bedeutung. Auch die Freihändler müssen damit einverstanden sein, wenn man als Maßstab für den Auf­schwung und Niedergang unseres Handels die Hamburger Ein- uud Aus- suhrstatistik in Betracht zieht; denn es war bekanntlich bei Durchführung der neuen Wirthschaftspolitik eine ihrer bestimmtesten Vorhersagungen, daß der Handel unserer Hansastädte mit ihrem großartigen Einfuhrverkehr vernichtet werden müsse. Bei Vorführung der Hauptzahlen für den Waa- renverkehr Hamburgs halten wir uns an die Darlegungen der Hambur­ger Börsenhalle, eines Blattes, dem man nichts weniger als falsche Vor­eingenommenheit für die Schutzzollpolitik wird nachsagen können.

Hamburgs Waareneinfuhr hatte in dem Jahrzehnt 18711880 also in der sogenannten Freihandelsaera einen durchschnittlichen Jah­reswerth von rund 1727 Mill. Mark; die eingesührten Mengen betrugen 'm Jahresdurchschnitt 4 188 000 Tonnen. Von 1880 ab hat sich nun die Einfuhr stetig gehoben bis auf 7 683 000 Tonnen im Jahre 1887, »eiche einen Werth von 2283 Mill. Mark darstellten. Die Werthe Ha­den in dieser Zeit erheblich geschwankt in Folge der schwankenden Welt- mrktèpreise. So hatte z. B. das gute Preisjahr 1883 bei einer Ein­uhrmenge von 6 487 000 Tonnen einen Werth von 2228 Mill. Mark, »ährend die 7 114 000 Tonnen Einfuhr des schlechten Preisjahres 1886 "ur mit 2080 Mill. Mark bewerthet werden konnten. Der große Auf­

schwung in der Bewerthung von 1887 (gegen das Vorjahr + 203 Mill. Mark) ist zum überwiegenden Theil der Mehreinfuhr, zum Theil aber ohne Zweifel auch der eingetretenen Preisbesserung zuzuschreiben.

Nun könnten wohl die Freihändler behaupten, diese außerordentlich günstige Entwickelung habe sich trotz der vor Hamburgs Thoren nach dem Binnenlande errichteten Zollschranken vollzogen und die Steigung sei auf vermehrten Zwischenhandel vom Auslande nach dem Auslande zurückzu­führen. Auch diesen Einwand macht die Hamburger Statistik zu nichte. Gegen 1886 hat die europäische Einfuhr Hamburgs zugenommen um 40,4 Millionen Mark, die außereuropäische um 71,8 Mill. Mark, die von und über Altona um 6,4 Mill. Mark, und land- und flußwärts um 84,4 Mill. Mark, d. h. die größte absolute Steigerung hat Hamburgs Einfuhr auf der Elbe und mit den Eisenbahnen, also vom Binnenlands her, erfahren; mit anderen Worten von der Steigerung der Ausfuhr des deutschen Zollgebiets hat der Einfuhrhandel Hamburgs, das noch Zoll­ausland ist, den größten Nutzen gehabt. Dementsprechend und da Hamburg größtentheils nur Zwischenstation für die deutschen Güter ist, nahm auch die Ausfuhr Hamburgs seewärts außerordentlich zu. Sie war 1887 die größte bisher erreichte und drei Mal so groß als die von 1875 und rund 122 500 Tonnen größer als in 1886. Die Zunahme beruht auf der Ausfuhr nach europäischen Ländern, während die nach überseeischen gegen 1886 eine Abnahme aufweist. Der Schiffsverkehr hat in 1887, der vermehrten Waarenbewegung entsprechend, wieder bedeutend zuge­nommen.

Im Einzelnen ist noch bemerkenswerth die Gleichmäßigkeit in der Menge und noch mehr im Werthe der Kohleneinfuhr von Großbritannien, während die Einfuhr anderer Güter von dort im letzten Jahre um ca.

22,7 Millionen Mark zugenommen. Es scheint, daß die englische Kohle gegenüber derKonkurrenz der westfälischen nicht mehr anBoden gewinnen kann. In der außereuropäischen Einfuhr haben die Vereinigten Staaten erheblich nachgelassen, während das ganze übrige Amerika wesentliche Zunahmen ausweist, die namentlich bei Brasilien offenbar durch die Kaffeeeinfuhr bei erhöhten Preisen, Argentinien, Chile, Peru rc. auffallen.

So muß denn auch das genannte Hamburger Fachblatt zum Schluß ein durch Hebung des Preisstandes, Belebung der Unternehmungslust herbeigeführtes, überaus befriedigendes Ergebniß für Hamburg feststellen. Vom Jahre 1880 ab hat der deutsche Welthandel einen neuen frischen Zug bekommen und sich im gleichen Schritt mit der verbesserten Lage der nationalen Industrie aufwärts bewegt. Dabei hat nur einen tödtlichen Schaden erlitten die graue Manchestertheorie unserer Freihändler.

Tagesschau.

Berlin, 9. Juni. Se. Majestät der Kaiser und König empfin­gen heute Vormittag 12 Uhr den General-Adjutanten v. Albedyll zum Vortrage.

DasD. Mont.-Bl." veröffentlicht folgendes Bulletin:

Schloß Friedrichskron, 10. Juni, 9^ Uhr Vorm. Bei Sr. Majestät dem Kaiser und Könige sind seit einigen Tagen von Neuem Schlingbeschwerden eingetreten; doch hat dies auf das Allgemeinbefinden keinen wesentlichen Einfluß geübt.

Mackenzie. Wegner. Krause. Leyden. Senator. Bardeleben.

Dr. Hovell, dessen Unterschrift fehlt, ist bekanntlich vor einigen Tagen nach London gereist und wird morgen zurückerwartet.

Der Kaiser stand heute Morgen gegen 10 Uhr auf und begab sich in den Park. Um 12 Uhr empfing der hohe Patient, an seinem Ar­beitstisch auf der Terrasse sitzend, den Oberstallmeister v. Rauch. Um 1 Uhr 20 Minuten fuhr Fürst Bismarck am Schlosse vor.

Berlin, 9. Juni. DieK. Z." schreibt: Große Freude herrscht in hiesigen Radfahrerkreisen carüber, daß Kaiser Friedrich dem Verein für Velociped-Wettfahren eine prachtvolle Porzellanvase mit der Bestimmung verliehen hat, daß dieselbe bei dem nächstjährigen Wettfahren von dem Sieger zu vertheivigen ist, diesem als Eigenthum aber erst dann zufällt, wenn es ihm gelungen ist, sie als Sieger viermal hintereinander zu erringen.

Berlin, 9. Juni. Am Montag tritt eine Kommission zur Ab­änderung des Exerzierreglements unUr dem Vorsitze des Generals der Infanterie v. MeerscheidtHüllessem zusammen.