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Jährlich 9 Mari. Halij.^M.soPsâ.
Bierteijährlich , Marl 85 Psg.
Kür auswärtige «dannenten »it dem betreffen. Jeu Postausschlag. Die einzelne Nummer 10 Psg.
Hanauer Astiger.
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Die »spaltigeZcile
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Nr. 119.
Amtliches.
Zum Ankäufe von Remonten im Alter von drei und ausnahmsweise vier Jahren ist im Bereiche der Königlichen Regierung zu Cassel für dieses Jahr nachstehender, Morgens 8 Uhr beginnender Markt anberaumt worden und zwar
am 9. Juli Wabern.
Die von der Remonte-Ankaufs-Kommission erkauften Pferde werden zur Stelle abgenommen und sofort gegen Quittung baar bezahlt.
Pferde mit solchen Fehlern, welche nach den Landesgesetzen den Kauf rückgängig machen, sind vom Verkäufer gegen Erstattung des Kaufpreises und der Unkosten zurückzunehmen, ebenso Krippensetzer, welche sich in den ersten acht und zwanzig Tagen nach Einlieferung in den Depots als solche erweisen. Pferde, welche den Verkäufern nicht eigenthümlich gehören, oder durch einen nicht legitimirten Bevollmächtigten der Kommission vorgestellt werden, sind vom Kauf ausgeschlossen.
Die Verkäufer sind verpflichtet, jedem verkauften Pferde eine neue, starke rindleverne Trenle mit starkem Gebiß und eine neue Kopfhalfter von Leder oder Hanf mit zwei mindestens zwei Meter langen Stricken ohne besondere Vergütung mitzugeben.
Um die Abstammung der vorgeführten Pferde feststellen zu können, ist es erwünscht, daß die Deckscheine möglichst mitgebracht werden; auch werden die Verkäufer ersucht, die Schweife der Pferde nicht zu coupiren oder übermäßig zu verkürzen.
Ferner ist es dringend wünschenswerth, daß der immer mehr überhand nehmende zu massige oder weiche Futterzustand bei den zum Verkauf zu stellenden Remonten aufhört, weil dadurch die in den Remonte- Depots vorkommenden Krankheiten sehr viel schwerer zu überstehen sind, als dies bei rationell und nicht übermäßig gefütterten Remonten der Fall ist.
In Zukunft wird beim Ankauf zum Messen der Remonten das Stockmaß in Anwendung kommen.
Berlin am 1. März 1888.
Kriegsministerium, Remontirungs-Abtheilung.
____________________Freiherr von Troschke.__
Üns[direi6ßn Kömgi. UnatsMumtMaft zu Frankfurt a. Ä.
C. 2633. — M. 2/87. Der am 8. März 1887 erlassene Steckbrief gegen den Schreiner Karl Klein, geboren am 19, Mai 1862 zu Constanz, wird zurückgensmmen.
9288 B. — N. 1223/87. Das Ausschreiben vom 17, Jan. d. J. gegen den Kaufmann Herm. Mühlmeister von Bückeburg wird erneuert.
_ Frankfurt a/M. den 19. Mai 1888.____
t Die deutsche Eisenindustrie hat bekanntlich unter Ueberproduktion und Stockung des Absatzes auf dem Weltmarkts Jahre lang schwer zu leiden gehabt Erst zu Ende des Jahres 1886 trat ein Umschwung ein, der durch Kartelle über die Höhe der Produktion und Verkausssyndikate zu fördern gesucht wurde. Die Besserung hielt mit Schwankungen das Jahr 1887 hindurch an und hat sich in den ersten Monaten dieses Jahres nach Ausweis von Berichten aus dem rheinisch-westfälischen Produktionsgebiete befestigt.
Der Grund liegt namentlich in dem gesteigerten Bedarf des inländischen Marktes, welcher der Eisenindustrie trotz des langen und harten Winters einen gesicherten Absatz gewährte und wesentlich zur Beruhigung des gesummten Eisengeschäfts beitrug. So wird z. B. aus dem Aachener Reviere gemeldet, daß die St ab eisen werke, dann auch die Blech-Schienen- und Trägerwalzwerke, welche ihre Abnehmer hauptsächlich im Inland- haben, zur Zeit durchgehends ausreichend und zu lohnenden Preisen beschäftigt sind. In einem Bericht aus Arnsberg heißt es:
„Die Lage der Eisenindustrie hat sich weiter befestigt. Bei annehmbaren Preisen herrscht lebhafte Nachfrage und Vertrauen auf Bestand des Aufschwungs auf dem Eisenmarkte. Die meisten Eisenhütten haben ihre Produktion für das zweite Vierteljahr verkauft. Die Puddelwerke, sowie die Eisen-, Stahl- und Drahtwalzwerke waren nicht gleich mäßig, aber durchschnittlich genügend beschäftigt. Gewalztes oder
Mittwoch den 23. Mai
1888.
Stabeifen ist sehr im Preise gestiegen und hat einen Stand wie etwa 1877 erreicht, freilich nicht ohne einen großen Theil des besseren Nutzens an die Hochöfen und mitunter auch an die Kohlenzechen abgeben zu müssen. Die Feinblechindustrie hat, Dank der bestehenden Convention, einen Grundpreis von 150 M. für 1000 kg festsetzen können. Eine Erhöhung der Eisenblechpreise ist vorläufig nicht in Aussicht genommen, einestheils, um den kleineren, Eisenblech verarbeitenden Industrien Zeit zu lassen, ihre Preise den höheren Blechpreisen allmählich anpassen zu können, andern- theils abeb aus dem Grunde, weil noch immer einzelne Werke der Convention noch nicht angehören, welchen, da sie die Vereinspreise unterbieten können, gegenwärtig die fälligen Aufträge zufallen würden. Die andauernd günstige Conjunktur der Feinblech-Industrie hat vermocht, daß alle Walzwerke, die noch ganz oder theilweiss kalt gestellt waren, jetzt wieder im Betriebs sind, so daß die Produktion augenblicklich den Bedarf übersteigt." Ferner sind am Rhein die Maschinenfabriken reichlich, zum Theil übervoll beschäftigt; ebenso Eisengießereien und Kesselschmieden.
Einen weniger günstigen Verlauf hat in der letzten Zeit das ausländische Geschäft genommen, namentlich hat die bereits länger währende Verstimmung des nordamerikanischen Marktes auf die ausführenden Zweige der heimischen Eisenindustrie ungünstig eingewirkt. Der Grund dieser Verstimmung ist hauptsächlich auf die lähmend wirkende Unsicherheit zurückzuführen, in welcher sich Händler und Spekulanten gegenüber der für die Vereinigten Staaten beabsichtigten Zollrekorm befinden, da Niemand weiß, welchen Verlauf diese nehmen, ob sie Erhöhungen oder Ermäßigungen der Eingangszölls für deutsche Eisenfabrikate bringen wird. Ein weiterer Grund dürfte auch darin zu finden sein, daß die für 1888 in Aussicht genommenen neuen Bahnbauten in Amerika ihrer Ausdehnung nach nicht unwesentlich gegen die im Jahrs 1887 ausgeführten zurückbleiben. Von allen Zweigen der Eisenindustrie ist die Drahtindustie diejenige, welche am meisten auf die Ausfuhr angewiesen ist und nur rund 30 Procent ihrer Produktion im Inlands unterbringt. Die Aufträge für sie von auswärts haben in der letzten Zeit erheblich nachgelassen, zum Theil in Folge der ungünstigen Lage des nordamerikanischen Marktes.
In besonders flottem Betriebe sind nach den früheren Einschränkungen der Produktion und bei der im Allgemeinen gehobenen Lage des Eisenge- schästs die Roheisen werke. Die Produktion im rheinisch westfälischen Bezirke ist von Monat zu Monat stetig gestiegen und zur Zeit um etwa 20% höher als zu der gleichen Zeit im Vorjahre. Die Hochofenwerke sind vielfach bis zum Schluß des ersten Halbjahrs so zu sagen ausverkauft, so daß die Walzwerke, die sich bis dahin nicht gedeckt haben, in Verlegenheit gerathen werden und die in reger Thätigkeit befindliche Stahlindustrie über zu hohe Roheisenpreise zu klagen beginnt.
Die gute Beschäftigung der Eisenindustrie hat natürlich auf die Steinkohlenindustrie günstig zurückgewirkt, der außerdem der strenge und lang? Winter zu Gute kam, so daß heute fast sämmtliche Kohlensorten zu höheren Preisen abgesetzt werden, als vor einem Jahre und die Zechen einzelner Gegenden an Arbeitskräften Mangel haben.
Hält man die vorstehenden Wahrnehmungen mit den Ergebnissen der Statistik unseres Waarenhandels mit dem Auslande zusammen, so ergibt sich aus der Besserung des Eisengeschäfts bei gleichzeitigem Rückgang der Ausfuhr der Schluß, daß auf dem inländischen Markt die Bedürfnisse gewachsen sind und daß ihn die heimische Industrie in steigendem Maße sich erobert. Während des ersten Vierteljahrs dieses Jahres hatte die Ausfuhr des Roheisens gegen die gleiche Zeit des Vorjahrs einen Ausfall von rund 40 000 Tonnen, diejenige der Halb- und Ganzfabrikate aus Eisen und Stahl von 55 000 Tonnen. Daneben ist aber auch die Einfuhr der Eisenwaaren um rund 1 700 Tonnen zurückgegangen. Immerhin bleibt natürlich die Schwierigkeit, die Eisenerzeugnisse im Auslande abzwetzen, ein beträchtliches Hinderniß für einen nachhaltigen weiteren Aufschwung des Eisengeschäfts.
t Amerika
ist noch immer das wirthschaftliche und politische Eldorado für deutsche Auswanderer und Freisinnige. Freilich hat diese Ueberzeugung durch neuere Erscheinungen, welche auf sozialem Gebiete hervortrat-n, schon eine starke Erschütterung erlitten: die Zunahme des sozialdemokratischen und