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Nr. 115.

Donnerstag den 17. Mai

1888.

Amtliches.

Bekanntmachung wegen Ausreichung der Zinsscheine Reihe IV zu den Schuldverschrei­bungen der Preußischen konsolidirten 4%igen Staatsanleihe von 1876 bis 1879.

Die Zinsscheine Reihe IV Nr. 1 bis 20 zu den Schuldverschrei­bungen der Preußischen konsolidirten 4prozentigen Staatsanleihe von 1876 bis 1879 über die Zinsen für die Zeit vom 1. Juli 1888 bis 30. Juni 1898 nebst den Anweisungen zur Abhebung der folgenden Reihe werden vom 1. Juni d. Js. ab von der Kontrolle der Staatspapiere hierselbst, Oranienstraße 92/94 unten links, Vormittags von 9 bis 1 Uhr, mit Ausnahme der Sonn- und Festtage und der letzten drei Geschäfts­lage jeden Monats, ausgereicht werden.

Die Zinsscheine können bei der Kontrolle selbst in Empfang ge­nommen oder durch die Regierungs-Hauptkassen, sowie in Frankfurt a/M. durch die Kreis kaffe bezogen werden. Wer die Empfangnahme bei der Kontrolle selbst wünscht, hat derselben persönlich oder durch einen Beauftragten die zur Abhebung der neuen Reihe berechtigenden Zins­scheinanweisungen mit einem Verzeichnisse zu übergeben, zu welchem Formulare ebenda und in Hamburg bei dem Kaiserlichen Postamte Nr. 1 unentgeltlich zu haben sind. Genügt dem Einreicher eine numerirte Marke als Empfangsbescheinigung, so ist das Verzeichniß einfach, wünscht er eine ausdrückliche Bescheinigung, so ist es doppelt vorzulegen. Im letzteren Fall erhalten die Einreicher das eine Exemplar mit einer Empfangs­bescheinigung versehen, sofort zurück. Die Marke oder Empfangsbe­scheinigung ist bei der Ausreichung der neuen Zinsscheine zurückzugeben.

In Schriftwechsel kann die Kontrolle der Staats­papiere sich mit den Inhabern der Zins scheinanwei- fungen nicht einlassen.

Wer die Zinsscheine durch eine der oben genannten Provinzial- kaffen beziehen will, hat derselben die Anweisungen mit einem doppelten Verzeichnisse einzureichen. Das eine Verzeichniß wird mit einer Empfangs­bescheinigung versehen sogleich zurückgegeben und ist bei Aushändigung der Zinsscheine wieder abzuliefern. Formulare zu diesen Verzeichnissen sind bei den gedachten Provinzialkaflen und den von den Königlichen Regierungen in den Amtsblättern zu bezeichnenden sonstigen Kassen unent­geltlich zu haben.

Der Einreichung der Schuldverschreibungen bedarf es zur Erlangung der neuen Zinsscheine nur dann, wenn die Zinsscheinanweisungen ab­handen gekommen sind; in diesem Falle sind die Schuldverschreibungen an die Kontrolle der Staatspapiere oder an eine der genannten Pro- vinzialkafsen mittels besonderer Eingabe einzureichen.

Berlin, den 19. April 1888.

Hauptverwaltung der Staatsschulden.

I. 785. gez. Sydow.

Die vorstehende Bekanntmachung wird hierdurch mit dem Bemerken veröffentlicht, daß Formulare zu den Verzeichnissen über die zur Empfangnahme der neuen Zinsscheine einzureichenden Zinsschein-Anweisungen bei der hiesigen Regierungs-Hauptkasse und den Steuerkaffen unseres Bezirks unentgeltlich zu haben sind.

Cassel, den 26. April 1888.

Königliche Regierung.

K. 861.I. V.: Opitz.

Bekanntmachung.

Für die Zeit vom 15. Mai bis Ende September wird in Bad Wildungen wieder eine Postanstalt mit Telegraphenbetrieb als Zweigstelle des Kaiserlichen Postamts in Wildungen Stadt unterhalten werden.

Cassel, 9. Mai 1888,

Der Kaiserliche Ober-Postdirektor. _________Zur Linde. ____

BäRKiMÄchungen Kömgl. Landrathsamts. Jmpfordnung

für die diesjährigen Impfungen in den nachstehenden Gemeinden:

1) Dörnigheim: Mittwoch den 23. Mai, Nachmittags 3 Uhr, Impfung; Mittwoch den 30. Mai, Nachmittags

3 Uhr, Nachschau.

2) Hochstadt: Mittwoch den 23. Mai, Nachmittags 5 Uhr, Impfung; Mittwoch den 30. Mai, Nachmittags

5 Uhr, Nachschau.

3) Kesselstadt: Montag, den 28. Mai, Nachmittags 4 Uhr, Impfung; Montag den 4. Juni, Nachmittags

4 Uhr, Nachschau. In Keffelstadt findet zugleich die Impfung der Kinder von Philippsruhe, Wil­helmsbad u. Wilhelmsbader Hof statt.

4) Mittelbuchen r Freitag den 25. Mai, Nachmittags 3 Uhr, Impfung; Freitag den 1. Juni, Nachmittags

3 Uhr, Nachschau.

5) Wachenbuchen: Freitag den 25. Mai, Nachmittags 5 Uhr, Impfung; Freitag den 1. Juni, Nachmittags

5 Uhr, Nachschau.

Die Herren Ortsvorstände der vorstehend genannten Orte mache ich aufmerksam auf die genaue Befolgung der Vorschriften, insbesondere des §. 3 für die Ortspolizeibehörden bei der Ausübung des Jmpfgeschäfts.

Hanau am 14. Mai 1888.

Der Königliche Landrath.

A. 619_________________In Vertr.: Baabe._____________________

Dienst-Nachrichten aus dem Lreile.

Gefunden: Ein Messer. Ein weißes Strickzeug. Ein Gummi­strang. Ein Paar graue Damenhandschuhe (auf der Post liegen ge­blieben).

Aufgefangen: Ein gelbes Huhn.

Verloren: Ein gestricktes schwarzes wollenes Frauenhalstuch.

Hanau am 17. Mai 1888._________________________________

Äusslkreiken, âömgl. Kiaaisanmalisckllft zu Frauksuri a. M. 5997 A. J. 1619/88. Ueber den Aufenthalt des Knechts Ludwig Ton, zuletzt in Homburg v/H. wohnhaft, wird Auskunft begehrt.

B. 8949. J. 1706/87. Das am 12. November 1887 erlassene Ausschreiben gegen den Taglöhner Fürth wird erneuert. Fürth ist 30 Jahre alt, mittelgroß, schmal, hat bleiches Gesicht, schwarzes Haar und Schnurrbart und trägt gewöhnlich Mütze und alten defekten Anzug. Frankfurt a/M. den 15. Mai 1888.

Die transkaspische Bahn.

8t d. Fr. N.

Am 15. (27.) Mai wird die transkaspische Eisenbahn, eines der großartigsten modernen Bauwerke, feierlich eröffnet. Die Bahn beginnt bei Michailowsk am kaspischen Meere, wo im Jahre 1880 mit dem Bau begonnen wurde: Rußland wollte sich zunächst in den Stand setzen, mit größerer Truppenmacht in das Gebiet der räuberischen Tekke-Turkmenen eindringen zu können, dieselben für ihre Gräuelthaten zu züchtigen und so vor Allem die eigene, russische Machtstellung zu sichern. Der Bahnbau wurde anfänglich bis Kisyl-Arwat geführt, wo die Arbeiten 1881 still standen, weil ein Weiterbauen in Folge der Kämpfe mit den Tekkes nicht möglich war. Die damaligen Kämpfe, insbesondere der heiße Sturm Skobeleffs auf Geoktepe, sind noch in der Erinnerung der Leser. Es erfolgte auch die Besetzung von Merw, und in Folge des englischen Wider­spruchs hiergegen beschloß Rußland die begonnene Bah» über Merw hinaus zum Amu-Darja und bis Samarkand fortzusetzen. Der Plan klingt verwegen, wenn man bedenkt, daß es zum großen Theil heißes, regenloses und sandiges Wüstengebiet ist, durch welches die Bahn Hin- durchzuführen war. Und doch ist der Plan gelungen, das beweist die nun fertige Schienenstrecke von 1441 Kilometer, das ist eine Strecke, die ungefähr einer geraden Linie von Berlin bis zur spanischen Grenze ent­spricht. Zum Bau der Bahn wurden fast ausschließlich die unterworfenen Tekke-Turkmenen herangezogen. Dieselben Leute, die früher ein freies stolzes Räuberleben führten, hantirten mit Hacke und Schaufel unter Aufsicht der Ruffen. Vielleicht sind durch diese Arbeit die Leute besser erzogen und zu einem gesitteten friedlichen Leben gewonnen, als es durch alle Missionen der Welt möglich gewesen wäre. Eines der größten Wunder der Bahn ist die Brücke über den Amu-Darja, den Orus der Alten, den schon Alexander der Große überschritt. Mit Rücksicht auf das gewaltige Steigen dieses Fluffes mußten die Pfeiler entsprechend hoch hergestellt werden; das Holz zum Bau der eigentlichen Brücke wurde weit