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Nr. 111.
Samstag den 12. Mai
1888.
Amtliches.
Bekanntmachungen auf Grund des Reichsgesetzes vom 21. Oktober 1878.
Auf Grund der §§. 11 und 12 des Reichsgesetzes vom 21. Oktober 1878, betreffend die gemeingefährlichen Bestrebungen der Socialdemokratie, und der §. 1 der Verordnung Gr. Ministeriums des Innern vom 23. Oktober 1878 «erden die Nummern 49 und 50 des 3. Jahrgangs der periodischen Druckschrift: „Basler Arbeiterfreund, Organ des Arbeiterbundes Basel", vom 24. und 26. April d. I., Herausgeber und Redacteur E. Wullschleger, Druck und Expedition der Vereinsbuchdruckerei Basel, verboten.
Freiburg den 29. April 1888.
Der Gr. Landeskommissär für die Kreise Lörrach, Freiburg
______________________und Offenburg: Siegel._____________________
Der Herr Ober-Präsident hat zu der von dem Pferdemarkt-Comitee zu Fritzlar beabsichtigten Verloosung von Pferden, Wagen, Fahr- und Reit-Requisiten rc. im Gesammtwerthe von 14 900 Mark, welche mit dem am
11. und 12. Juli d. Js. stattfindenden Pferdemarkt verbunden werden soll, die Genehmigung ertheilt.
Der Vertrieb der Loose, deren nicht mehr als 7000 Stück â, 3 Mark ausgegeben werden dürfen, bleibt auf den Umfang der Provinz Hessen-Naffan beschränkt.
Cassel am 24. April 1888.
Der Regierungs-Präsident.
_________________I. A.: Kochendörffer._________________
BekanKimachungen MmgU LüKdrathsamts.
Jrnpfordnitng
für die diesjährigen Impfungen in den nachstehenden Gemeinden: Großauheim r Erstimpfung den 17. Mai, Nachm. 4 Uhr; Revision und Wiederimpfung den 24. Mai, Nachm. 4 Uhr. Nachschau am 1. Juni, Nachm. 4 Uhr.
Großkrotzenburg r Erstimpfung am 29. Mai, Nachmittags 4 Uhr; Revision und Wiederimpfung den 5. Juni, Nachmittags
4 Uhr.
Königliche Pulverfabrik: Impfung den 8. Juni, Nachmittags 4 Uhr; Revision den 15. Juni, Nachm. 4 Uhr.
Die Herren Ortsvorstände der vorstehend genannten Orte mache ich aufmerksam auf die genaue Befolgung der Vorschriften, insbesondere des §. 3 für die Ortspolizeibehörden bei der Ausübung des Jmpfgeschäfts.
Hanau am 12. Mai 1888.
Der Königliche Landrath.
In Vertr.: Baabe.____
NR. Beide Häuser des Landtages haben sich beeilt, die Nothstandsvorlage anzunehmen und so dafür zu sorgen, daß ohne Verzug die staatliche Beihilfe das Werk der Beseitigung der Nothstände vollenden kann, zu welchem die private Wohlthätigkeit in so reichem Maße beigesteuert hat. Man ist zu der Erwartung berechtigt, daß nunmehr in aller mit der Zweckbestimmung vereinbarenden Beschleunigung mit der Nutzbarmachung der zur Verfügung stehenden Gelder vorgegangen werden wird.
In dem Bestreben, möglichst rasch die Bewilligung der von der Staatsregierung verlangten Nothstandskredite auszusprechen, ist wohl auch der Grund dafür zu suchen, daß die Erörterungen über die Ursachen der Katastrophe und die Mittel, welche sich für die Zukunft darbieten, einer Wiederholung derselben vorzubeugen, in der preußischen Landesvertretung nicht annähernd den Umfang angenommen hat, wie nach den Hochwassernothständen am Rhein im Reichstage. In dem Abgeordnetenhause sind diese Fragen nur unter einem mehr lokalen Gesichtspunkte gestreift, in dem Herrenhause nur von einem Redner zum Gegenstände einer eingehenden Betrachtung vom allgemeinen Gesichtspunkte gemacht worden. Dabei sind überdies noch mehrfach Auffassungen hervorgetreten, welche von der Wissenschaft und Erfahrung längst überholt sind.
Wenn aber die parlamentarischen Verhandlungen auch nach dieser Seite der Sache nur geringe Ausbeute gewähren, so wird dieselbe des- ' halb doch keineswegs vernachlässigt. Innerhalb der Staatsregierung ist von den beiheiligten Ressorts vielmehr alsbald in die eingehende Erörterung der Fragen eingetreten, welche Mängel der Organisation und
der Gesetzgebung nach den Erfahrungen des letzten Frühjahrs als vorhanden anzunehmen sind und wie denselben am wirksamsten abzuhelfen sein wird. Dabei werden zunächst naturgemäß in erster Linie diejenigen Einrichtungen und Bestimmungen in Betracht gezogen, welche direkt und unmittelbar mit dem Eisgang und dem Hochwaffer zusammenhängen, also die Fürsorge für die rechtzeitige Beseitigung von Eisverstopfungen, die ordnungsgemäße Instandhaltung und Vertheidigung der Deiche, der ungehinderte Abfluß des Hochwvssers und dergleichen. Hierbei kommt es darauf an, die bei dem letzten Hochwaffer gemachten Erfahrungen so rasch nutzbar zu machen, daß schon in dem nächsten Frühjahr in vollem Umfange alle Einrichtungen getroffen sind, welche zur Vermeidung oder wenigstens Verminderung der Hochwassergefahr sich eignen Ist erst dies nächste unmittelbare praktische Ziel erreicht, wird es an der Zeit sein, in die Erörterung der weiteren Maßnahmen praktischer und wissenschaftlicher Natur zur dauernden Vorbeugung gegen Hochwasser ein- zutreten.___________________________________________________________________________
Tagesschau.
Berlin, 11. Mai. Der „R. u. St.-A." enthält nachfolgendes Bulletin:
Charlottenburg, 11. Mai, Vormittags 9 Uhr. Das Befinden Sr. Majestät des Kaisers und Königs war in den letzten Tagen verhältnißmäßig gut; das Fieber war ganz gering, der Schlaf, wenn auch noch öfters unterbrochen, doch erquickend. Die Kräfte haben stch wieder gehoben. Mackenzie, von Wegner. Krause. Hovell. Leyden. Bardeleben.
Berlin, 11. Mai. (K. Z.) Aus Charlottenburg wird berichtet, daß der Kaiser gestern seit den letzten drei Wochen den besten Tag gehabt hat. Der Monarch war völlig fieberfrei und von den acuten Krankheitserscheinungen wenig belästigt. Die Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag wird als vorzüglich bezeichnet, da sie dem hohen Patienten wiederholt langen stärkenden Schlaf brachte. Der Kaiser befand sich gestern während des ganzen Tages außerhalb des Bettes und empfing in bester Stimmung die Mitglieder der kaiserlichen Familie. Auch die letzte Nacht ist günstig verlaufen. Die Umgebung des Kaisers erwartet mit den Aerzten sehnsüchtig den Eintritt wärmeren Wetters, wovon man sich viel für die weitere Besserung des Kaisers verspricht.
Berlin, 11. Mai. Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit de Kronprinz empfing gestern den General-Quariiermeister Grafen Waldersee und den Ober Ceremonienmeister Grafen Eulenburg. Nachmittags fuhren der Kronprinz und die Frau Kronprinzessin nach dem Marmorpalais in Potsdam. Abends um 11 Uhr empfing der Kronprinz am Anhalter Bahnhof den aus Indien zurückgekehrten Herzog Günther von Schleswig- Holstein.
Berlin, 11. Mai. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Der Geburtstag der Königin von Großbritannien wird voraussichtlich am 24. Mai durch die Hochzeit des Prinzen Heinrich mit der Prinzessin Irene begangen werden. Die Vermählung findet in der Schloßkapelle von Charlottenburg statt, und wenn die Besserung im Befinden des Kaisers, wie sie sich gestern so erfreulich zeigte, anhält, so ist die Hoffnung nicht ausgeschlossen, daß der Kaiser bei der Trauung zugegen sein kann. Die Braut wird in Begleitung des Großherzogs von Hessen und ihrer bisherigen Umgebung in dem Königlichen Extrazuge von Darmstadt abgeholt, an der Grenze des Königreichs feierlich empfangen und unter den der Braut eines preußischen Prinzen gebührenden Ehren durch die Monarchie bis Charlottenburg geleitet, wo für sie die Zimmer in Bereitschaft gesetzt werden, welche die Königin von Großbritannien jüngst bewohnte. Von fremden Fürstlichkeiten werden, wie man hört, der König von Sachsen als Haupt des sächsischen Hauses, der Prinz von Wales als Vertreter der britischen Königin anwesend sein. Wird die Hochzeit unter den obwaltenden Verhältnissen auch nur als eine stille zu betrachten sein, so wird das Brautpaar doch von einem Kreise von Hochzeitszeugen umgeben sein, wie sie die hohe Stellung des Bräutigams erfordert. Der Trauung folgt ein Dejeuner dinatoire. Abends reisen die Neuvermählten nach Schloß Erdmannsdorf ab. Von sonstigen Feierlichkeiten wird in Anbetracht der Verhältnisse des Ortes der Trauung abgesehen. Residenz nimmt das junge Paar in dem früheren herzoglichen Schlosse zu Kiel.
Berlin, 11. Mai. In der am 9. d. M. unter dem Vorsitz des Staats-Minisiers, Staatssekretärs des Innern v. Boetticher, abgehaltenen Plenarsitzung des Bundesraths wurde Seitens des Ausschusses für Rech-