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Hanauer Anseiger.
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Nr. 109;
Mittwoch den 9. Mai
1888.
Bekanntmachungen Kimigl. Landrathèamts.
Das diesjährige Ober-Ersatz-Geschäft für den Aushebungsbezirk Hanau findet am 23, 24., 25. u. 26. Mai er. in dem Gasthause zur Mainlust in Keffelstadt statt und beginnt an jedem Tage Morgens 9^2 Uhr. Die Militärpflichtigen haben sich behufs Verlesens präcis S1^ Uhr Morgens einzufinden.
Die Eltern oder sonstige Angehörige, zu deren Gunsten wegen Arbeitsunfähigkeit Ansprüche auf Zurückstellung rc. begründet werden sollen, haben bei Meldung der Nichtberücksichtigung ihrer Ansprüche im Aushebungstermine persönlich zu erscheinen.
Militärpflichtige, welche ohne genügende Entschuldigung im Termine nicht erscheinen oder bei Aufrufung ihres Namens nicht anwesend find, werden mit Strafe bis zu 30 Mark oder entsprechender Haft bestraft.
Jede Störung der Ordnung während des Geschäfts wird mit einer Geldstrafe bis zu 15 Mark oder entsprechender Gefängnißstrafe geahndet.
Die Herren Ortsvorstände haben strenge darüber zu wachen, daß die Militärpflichtigen im nüchternen Zustande, mit reinem Körper und in sauberer Kleidung erscheinen.
Diese Bekanntmachung ist auf ortsübliche Weise zu veröffentlichen und sind die Militärpflichtigen darauf hinzuweisen, daß sie die Loosungs- scheine mitzubringen haben.
Die per Couvert zugehenden speciellen Ladungen sind an die betreffenden Militärpflichtigen ungesäumt auszuhändigen, über die erfolgte Behändigung ist bis spätestens zum 17. ds. Mts. eine Bescheinigung hierher einzusenden.
Bei dem Geschäft haben die Herren Bürgermeister zur Ertheilung etwaiger Auskunft anwesend zu sein, auch dafür Sorge zu tragen, daß die Eltern resp, die über 14 Jahre alten Brüder und die unverheiratheten Schwestern der Reclamirten zur Stelle sind.
Die Stammrollen der Jahrgänge 1865, 1866 und 1867 sind, soweit dies nicht bereits geschehen, bis zum 14. ds. Mts. hierher einzusenden.
Hanau am 8. Mai 1888.
Der Königliche Landrath.
M. 1936 In Vertretung: Baabe.
Der Bürgermeister Geibel in Keffelstadt ist auf weitere 12 Jahre zum Ortsvorstande gewählt und in dieser Eigenschaft von mir bestätigt und vereidigt worden.
Hanau am 5. Mai 1888.
Der Königliche Landrath.
A. 706_________________In Vertr.: Baabe.____________________
Vienst-Nachrichten aus dem Kreise.
Gefunden: Ein Kinderschuh. Ein Nagel mit Schraubgewinde. Ein Regenschirm.
Entlaufen: Ein großer schwarzer Pudel mit weißen Flecken auf der Brust. Ein gelber glatthaariger Pinscher; beide m. Geschl.
Hanau am 9. Mai 1888._________________________
Aus^elGen âönigL AaaisamMlWafi zu Frankfurt a. M.
B. 8422. — N. 324/88. Ueber den Aufenthalt des Taglöhners Wilhelm Hack, geboren am 25. Dezember 1852 zu Magdlos, Kreis Fulda, wird Auskunft begehrt.
B. 8422. — N. 324/88. Ueber den Aufenthalt des Zeugen Taglöhner Peter Boß, geboren am 16. Februar 1852 zu Kirdorf, Kreis Homburg v. d. H., wird Auskunft begehrt.
Frankfurt a/M. dm 7. Mai 1888.__________________________
B. 8438. — N. 266/88. Gegen den unten beschriebenen Tage- löhner Johann Maderes, geboren am 19. November 1852 zu Schwend in Bayern, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Diebstahls verhängt.
Es wird ersucht, denselben zu verhaften und von der Verhaftung unverzüglich Nachricht zu geben.
Frankfurt a/M. den 7. Mai 1888.
Königliche Staatsanwaltschaft.
Beschreibung: Größe 1,68 m, Statur schlank (geht etwas gebückt), Haare blond, Bart blonder Schnurrbart, Gesicht hager; besondere Kennzeichen: am linken Auge besitzt er ein Muttermal.
NR. Neue Arbeitsgelegenheit.
Die neueste Vorlage der preußischen Regierung, betreffend die Ver- besserung der Spree und Oder, ist für die arbeitende Bevölkerung unter einem doppelten Gesichtspunkte von Interesse. Sie bezweckt, den oberschlesischen Berg- und Jndustriedistrikt durch Gewährung einer leistungsfähigeren Wafferverbindung nach den wichtigsten Absatzmärkten des Inlandes konkurrenz- und lebensfähig zu erhalten und damit den zahlreichen dort ihr Brod verdienenden Arbeitern die Arbeitsgelegenheit und den Arbeitsverdienst zu sichern. Zugleich aber eröffnet die Vorlage, indem sie einschließlich den von der Stadt Berlin und den Anwohnern der unteren Oder vorzunehmenden Arbeiten Bauausführungen im ungefähren Betrage von 40 Millionen Mark in Aussicht nimmt, in umfassendem Maße neue Arbeitsgelegenheit. Sie wirkt in dieser Richtung zusammen mit der Nothstands- und der Sekundärbahn Vorlage. Nach der ersteren werden etwa 14 Millionen für Deich-, Eisenbahn- und Wasserbauten, nach der letzteren beinahe 120 Millionen Mark für Bahnbauten, Beschaffung von Betriebsmitteln und dergl. zur Verfügung gestellt. Auch von diesen Summen wird ein guter Theil in Form von Arbeitslohn den arbeitenden Klassen der Bevölkerung zufließen. Gelingt es endlich, wie zu hoffen ist, noch im Laufe der jetzigen Session die Hindernisse zu beseitigen, welche der Inangriffnahme des Ems-Rhein-Kanals bisher entgegengestanden, so treten jenen Unternehmungen noch Bauten mit einem auf etwa 60 Millionen veranschlagten Kostenbedarf hinzu. Es werden somit, ganz abgesehen von den im Bau begriffenen Ausführungen, in erster Linie also dem Nord-Ostsee-Kanal und den Summen, welche durch den preußischen Staatshaushaltsetat für Bauausführungen aller Art vorgesehen werden, über 230 Millionen Mark aus Anleihen für Zwecke bereitgestellt werden, welche der Hebung des nationalen Wohlstandes und damit der Lage der arbeitenden Klassen dienen, zugleich aber diesen Gelegenheit zu lohnender Arbeit in größerem Umfange direkt neu eröffnen. Wie sorgsam die Staatsregierung gerade auch diese Seite der Sache im Auge behält, beweist die nachdrückliche Hervorhebung des Umstandes durch den Minister der öffentlichen Arbeiten, daß die Staatsregierung dem Verzicht auf unentgeltliche Hergabe des Grund und Bodens für die in den westpreußischen Nothstandsdistrikten gelegenen Bahnen vornehmlich aus dem Grunde zustimme, um dort durch rasche Inangriffnahme der Bauten ohne Verzug Arbeitsgelegenheit zu schaffen. Dabei vertheilen sich nicht blos die Sekundärbahnbauten, sondern auch die übrigen Bauausführungen über einen großen Theil des Landes. Westfalen, Hannover, Schleswig-Holstein, Sachsen, die Mark mit Berlin, Schlesien, Posen und Westpreußen sind davon in mehr oder minder größerem Umfange be- theiligt. So wird auch durch die in dem laufenden Jahre gemachten Vorlagen die preußische Regierung der Aufgabe, den Arbeitern lohnende Arbeit in der Heimath zu schaffen, in weitem Umfange gerecht.
Tagesschau.
P. Aus dem Abgeordnetenhause. Berlin, 8. Mai. Das Abgeordnetenhaus beschäftigte sich zunächst mit Rechnungssachen und beschloß hinsichtlich der Uebersicht von den Staatseinnahmen und Ausgaben des Jahres 1886/87 und der allgemeinen Rechnung über den Staatshaushalt pro 1884/85 Decharge-Ertheilung, dagegen wurde die Beschlußfassung über weitergehende Anträge der Rechnungskommission bezüglich der Allgemeinen Rechnung noch ausgesetzt. Demnächst gelangte eine Anzahl Pelitionsberichte zur Berathung. Eine Petition des Schulvorstandes Zielen, Kreis Briesen, wegen Besetzung der dortigen Lehrerstelle mit einem katholischen Lehrer, wurde durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt, dagegen eine Petition von katholischen Familienvätern zu Hohenstein in Ostpreußen um Errichtung einer öffentlichen katholischen Schule event, wegen Gründung einer katholischen Privatschule der Staatsregierung zur Berücksichtigung überwiesen. Eine Anzahl Petitionen von Eisenbahnbeamten um Gleichstellung zu den Subalternbeamten hinsichtlich des Wohnungsgeldzuschusses wurden durch einfache Tagesordnung erledigt, Petitionen gleichen Inhalts von Eisenbahntelegraphisten dagegen der Staatsregierung zur Berücksichtigung überwiesen. Nächste Sitzung Montag 14. Mai, Mittags 12 Uhr. (Zweite Abstimmung über das Volksschullastengesetz; zweite Berathung des Gesetzentwurfs, betr. die Verbesserung der Oder und der Spree.)
Berlin, 8. Mai. Der „R. u. St.-A." enthält nachfolgendes Bulletin: