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Mittwoch den 18. April

Nr. 91.

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8eksnNtWKchuygM Königl- Ls«drattzsamts.

Mitbürger itt Stadt und Land!

Durch Vie Ueberschwemmungen in den Stromgebieten der Elbe, Oder und Weichsel sind Tausende und aber Tausende unserer Brüder mit ihren Angehörigen in die bitterste Noth versetzt worden. Viele Dörfer und Ansiedelungen sind ganz oder theilweise zerstört, fruchtbare Landstriche meilenweit voraussichtlich versandet; Hab und Gut, das Ergebniß langjähriger mühevoller Arbeit ging verloren und daneben ist die Gesundheit aller Heimgesuchten arg bedroht.

Eine Schreckensnachricht drängt die andere.

Zusammengehörig in Freud wie in Leid, in guten wie in bösen Tagen tritt an jeden Deutschen die Verpflichtung heran, sein Theil zur Milderung des unverschuldeten Nothstandes beizutragen. So richten denn auch die Unterzeichneten an die Bewohner Cassels und des Hessenlandes die dringende Bitte, der Heimgesuchten zu gedenken und durch Spenden an Geld, Nahrungsmitteln, Kleidungsstücken (auch für Kinder in jedem Lebensalter) ihre Theilnahme zu bekunden.

Ueber alle eingehenden Beträge wiro in den öffentlichen Blättern quittirt werden.

Cassel den 2 April 1888.

Das Comite für Stadt und Uegierungs-Stfirk Lasset.

Hanau am 7. April 1888.

Vorstehenden Aufruf bringe ich hierdurch zur Veröffentlichung und ergeht die herzlichste Bitte an die Mitbürger, durch Spenden von Geld, Nahrungsmitteln und Kleidungsstücken den so schwer Heimgesuchten zu Hülfe zu kommen.

Da schnelle Hülfe Notb thut, ersuche ich die Herren Bürgermeister in ihren Gemeinden sofort Sammlungen zu veranstalten, zu diesem s Behufe Lokal-Comitö's zu bilden und die eingehenden Beträge alsbald abzuliefern.

Von dem Ergebniß wolle mir bald thunlichst Kenntniß gegeben werden.

Gaben nehmen an: Die Expeditionen desHanauer Anzeiger" und derHanauer Zeitung" sowie die Mitglieder des Lokal Comitä's hier: Stadtrath C. Böhm, Franz Calaminus, L. von Deines, August Deines, Commerzienrath Döring, Pfarrer Dr. Heuser, Schuldirektor Junghenn, Stadtrath Friedrich Jung, Alexander Jung, J. C. Koch, Stadtrath Küstner, Provinzial-Rabbine Dr. Koref, Stadtrath Koch, Ludwig Limbert, Reichs- tagsabgeordneter Nickel, Heinrich Ott, Wilhelm Una, Ausschußvorsteher H. Weishaupt, Anton Waltz, Pfarrer Wiegand, C. F. Weber, Kaufmann Georg Treusch.

' Gaben nimmt auch der Kreiskassenkassirer Baum auf dem Büreau des Landrathsamts entgegen.

Der Königliche Landrath

V. 2105 _______________Gf. Bismarck.__

Aü3sâcei6ön. Königl. KiaaisatmalMafi zu FranKsnri a. A

J. 1387/88. Ueber den Aufenthalt des Maurers Heb. Ernst Blechschmidt, geb. 13. April 1864 zu Schalkau, wird Auskunft be­gehrt.

Frankfurt a/M. den 14. April 1888.

5791 J, 3278/87. Das am 31. Januar 1888 gegen den Taglöhner Emilian Kromm g von Veilsteinbach erlassene Ausschreiben wird erneuert.

' Frankfurt a/M. den 15. April 1888.

N. 244/88. Ueber den Aufenthalt des Peter H sichert, Lumpen­sammler, geb. 17. Juni 1835 zu HUdesheim, wird Auskunft begehrt.

L Frankfurt a/M. den 16. April 1888.____________________________

L a s e s s ch a «.

Ueber das Befinden unseres Kaisers liegen folgende günstigere Nactrichten vor:

DerR. u. St. A." schreibt unterm Gestrigen: Bei Sr. Majestät dem Kaiser haben sich die bronchitisch n Erscheinungen erheblich vermin­dert, auch ist das Fieber geringer geworden. Die Nacht war besser, das Allgemeinbefinden ist befriedigend. Morell Mackenzie. Wegner. Krause. T. Mark Hovell. v. Bergmann- Leyden Senator.

1888.

ImNh. K " lesen wir:

Berlin, 17. April, 2 Uhr 45 Min. Zwischen 10 und 11 Uhr fand eine ärztliche Berathung statt, an welcher außer dem Prof. Senator Geh. Rath Prof. Leyden theilnahm. Der Kräftezustand des Kaisers hat sich nicht verschlechtert. Das Befinden war in den Vormittagsstunden relativ etwas befriedigender.

DieFr. N." schreien:

Berlin, 17. April. Der Kaiser nahm heute Vormittag einen drciviertelstündigen Vortrag Albedyll's ntgegen Mittags erschien der Kaiser am Fenster des Arbeitszimmers und wurde von dem vor dem Schlosse versammelten Publikum enthusiastisch begrüßt. Der Kronprinz und Prinz Heinrich, welche in Charlottenburg übernachtet hatten, kehren heute Abend nach Berlin zurück

Berlin, 17. April, 7 Uhr 55 Min. Abends. Der Kaiser zeigte sich Nachmittags nochmals am Fenster und wurde vom Publikum stürmisch begrüßt. Unter den heute vom Kaiser Empfangenen befand sich auch der russische Militärbevollmächtigte Kutusoff.

Berlin, 17. Apml. DerN. u. St.-A." bringt die Ernennung des bisherigen Gesandten Stumm in Madrid zum außerordentlichen und bevollmächtigten Botichaiter am königlich spanischen Hofe. ,

Berlin, 17. April. Durch Allerhöchste Anordnung vom 10. ds. hat der Kaiser und König bestimmt, daß das bisherige königliche Hof­marschallamt von jetzt ab den TitelOberhofmarschallamt Sr. Majestät des Kaisers und Königs" führen soll.

Berlin, 17. April. Das Befinden des Präsidenten des Abge­ordnetenhauses, v. Köller, hat sich, wie verlautet, erheblich gebessert, doch ist es fraglich, ob es Herrn v. Köller möglich wird, noch vor Ablauf der Tagung hierher zurückzukehren und sein Amt als Präsident wieder zu übernehmen.

Berlin, 17. April. Nachdem Generalfeldmarschall Graf Blumen­thal Armee-Inspektor geworden, wird der Stab für die 4. Armee-In­spektion neugebildet werden müssen, da der bisherige Stab sehr bald nach dem Regierungsantritt des Kaisers Friedrich aufgelöst worden ist. Graf Blumenthal wird in Zukunft seinen Wohnsitz in Berlin nehmen, zumal er auch Chef des Reitenden Feldjägercorps an Stelle des in den Ruhe­stand getretenen Grafen von der Goltz geworden ist. (K. Z)

Berlin, 17. April (K. 3) Die gestern Abend und heute Morgen zwischen Vertretern der Cartellparteien gepflogenen Verhandlungen haben den Erfolg gehabt, daß bezüglich des Gesetzentwurfs zur Erleichterung der Volksschullasten eine Einigung dahin zu Stande gekommen, daß so­wohl in den gehobenen Volksschulen die Forterhebung des Schulgeldes gestattet sein soll, als auch überhaupt in den Volksschulen die Gemeinden berechtigt sein sollen, den durch die Staatszuschüsse nicht geleisteten Aus­fall an Schulgeld mit Genehmigung des Kreis ausschusses auf die Dauer von zehn Jahren weiter zu erheben. Nach zehn Jahren darf in der Volksschule Mn Schulgeld mehr erhoben werden. Die Cartellparteien werden die betreffenden Anträge vor der Mittwoch stattfindenden zweiten Berathung einbringen. Voraussichtlich werden Nationalliberale und Frei­konservative geschlossen, die Deutsch- Konservativen zum grössern Theil dafür eintreten, sodaß das Gesetz, da auch die Deutsch Freisinnigen ge­neigt sind, für sein Zustandekommen einzutreten, gesichert erscheint. In der Frage, ob das Gesetz eine Verfassungsänderung enthalte, herrscht innerhalb der Cartellparteien Meinungsverschiedenheit; die Dauer der Tagung ist also noch ganz unbestimmt.

Berlin, 16. April. Von 21 Mitgliedern der hiesigen Stadtver- ordneten-Versammlung ist der Antrag bei letzterer gestellt worden, daß in Zukunft in den von ihr ausgehenden Schrift- und Drucksachen der Ge­brauch von Fremdwörtern möglichst vermieden und der Magistrat ersucht werde, auch seinerseits einen entsprechenden Beschluß zu fassen. Unter den Antragstellern befindet sich der Vorsteher-Stellvertreter Dr. Langer- hans und die Gymnasiallehrer Gerstenberg und Irmer. (Magd. Z.)

Danzig, 17. April. Das hiesige Eisenbahn-Betriebsamt gibt bekannt: Auf der Strecke Marienburg bis Altselde wird der gesammte Verkehr vom 17. d. M. durch Weiterbesübrung der Züge 13 und 15 und Rückkehr terselben von Altselde nach Marienburg zum Anschluß an die Züge 16 resp. 14 wieder ausgenommen.

Altona, 15. Apr l. Die regelmäßige Verbindung zwischen Fre-