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Nr. 82.

Samstag den 7. April

1888.

Bekanntmachungen Koaigl. LMsrathsamts.

Die Herren Bürgermeister werden unter Hinweis auf meine Ver­fügung vom 26. März 1885, St, 1696 Kreisblatt Nr. 76 ver­anlaßt, innerhalb 8 Tagen die Nachweisungen der im Etatsjahre 1887/88 vorgekommenen Wanderlager u. Wanderauctionen und der zur Gemeindekasie eingezogenen Wanderlagersteuern einzureichen, oder Vacat- Anzeige anher zu erstatten.

Hanau am 5, April 1888.

Der Königliche Landralh

St. 612 Gf. Bismarck.

Die Herren Bürgermeister wollen mir die Verzeichnisse der in diesem Jahre anzukörenden Zuchtbullen innerhalb 4 Wochen einreichen.

Hanau am 4. April 1888.

Der Königliche Landrath

V. 2057 Gf. Bismarck.

Der Bürgermeister Schröder in Bruchköbel ist auf weitere 3 Jahre zum Schiedsmanns-Stellvertreter für den Bezirk Bruchköbel, Niederissig­heim, Roßdorf, Kinzigheimerhof und Neuhof gewählt worden.

Hanau am 3 April 1888.

Der Königliche Landrath

V. 2058________________Gf. Bismarck.___

Ausslkreikm Röntgt Ktaaisaiuoalislkasi zu Frankfurt a. M. B. 6272. N. 1071/87. Das unterm 30. Dezember 1887 er- lafsene Ausschreiben gegen den Mechaniker Emil Christen, geboren am 27. August 1851 zu Stettin, wird erneuert.

J. 3830'87. Das am 4./1. d. I gegen den Kellner Emil Oskar Breitling aus Steina (Sachsen) erlassene Ausschreiben wird erneuert.

Frankfurt a/M. den 4. April 1888.

J. 2447/87. Ueber den Aufenthalt des Schweizer Johann Been- reuther, geb. 7./5. 1859 zu Hermannsberg, wird Auskunft begehrt.

6304 B. N. 168/88. Ueber den Aufenthalt des Taglöhners August Schäfer aus Roßdorf, geboren am 10. Mai 1855, wird Aus­kunft begehrt

Frankfurt a/M. den 5. April 1888._____________________________

Tagesschau.

Berlin, 6. April. DerR. u. St. A." Nr. 91 veröffentlicht: Gesetz, betreffend die Zurückbeförderung der Hinterbliebenen im Auslande angestellter Reichsbeamten und Personen des Soldatenstandes, vom 1. April 1888.

Berlin, 6 April. Se. Majestät der Kaiser und König hörten gestern im Schlosse zu Charlottenburg den Vortrog des Reichskanzlers Fürsten v. Bismarck. Heute empfingen Allerhöchstdieselben den Oberprä^ sidenten, Staatsminister Dr. Achenbach sowie den Geheimen Hofrath Bork und arbeiteten mit dem Chef des Civilkabinets.

Berlin, 6. April. DieNationalzeitung" sagt bezüglich der Ge­rüchte von der beabsichtigten Vermählung des Prinzen Alexander von Battenberg: Bekanntlich nahm unser Kaiser Wilhelm gegen den Prinzen Alexander eine durchaus ablehnende Haltung ein, die jedenfalls auch von dem Reichskanzler getheilt wurde. Indessen sind, wie wir bestimmt er­fahren, erneute Bemühungen für den Prinzen Alexander erfolglos geblieben und schon deshalb Anlässe zu einem geheimen Konflikte nicht mehr vor­handen. Von einer Demission des Reichskanzlers ist daher in keiner Weise die Rede.

In dem Nachlatz des Kaisers Wilhelm ist, wie derMagd. Ztg." witgetheilt wird, eine Niederschrift in Briefform vorgefunden, die an den Kaiser Friedrich gerichtet war. Es sind nicht politische Gedanken, die der kaiserliche Baler aufgesetzt hat, sondern Aeußerungen der Liebe und Sorge für den in der Fremde weilenden Sohn, Niederschriften, wie das beküm- merte Herz sie umgibt, das sich, Trost spendend, selber zu trösten trachtet.

Köln, 6. April. DieKölnische Zeitung" veröffentlicht einen Ar­tikel aus Berlin, worin es heißt: Kaiser Wilhelm hat in seinen letzten Tagen den Rest seiner Lebenskraft darauf verwandt, um die Erfahrungen selner langen, ruhmreichen Herrscherlaufbahn und seine aebeimsten Gedanken als ein dauerndes Vermächtniß an oie Träger der Zukunft der Dynastie zu übermitteln. Mit brechender Stimme hat der Kaiser noch die Mah­nung ausgesprochen, auf Rußland Rücksicht zu nehmen und die Empfind­

lichkeiten des Zaren zu schonen. Der sterbende Monarch sprach damit den staatsmännischen Gedanken aus, welcher ihn sein ganzes Leben hindurch begleitete und der in den letzten Jahren Gemeingut aller politisch ge­schulten Deutschen geworden ist. Ter Artikel schließt mit dem Ausdrucke des Vertrauens, daß auch in Zukunft, selbst unter Opfern, an dieser maßvollen und zurückhaltenden Politik werde fcstgehalten werden.

Aachen, 6. April. Die Aachen-Münchener Feuerversicherungs- Gesellschaft stellte dem Kaiser 50 000 M. für die überschwemmten Landes- theile zur persönlichen Verfügung.

Landsberg a. d. Warthe, 5. April. Der Minister des Innern v. Puttkamer ist heute Nachmittag mit Dampfer von Sonnenburg hier eingetroffen. Gegen 15 Quadratmeilen des Warthe- und Netzebruches bei einer Einwohnerzahl von 25 000 Menschen sind unter Wasser. Seit ge­stern arbeitete die Feuerwehr, um den bei Czettritz sinkenden Damm der Wartbe zu halten Bei scharfem Westwind ist die Arbeit sehr erschwert. Das Wasser der Warthe fällt langsam.

Stratzburg, 6. April. Die Landeszeitung stellt fest, daß die Verordnung des elsaßiothringifchen Ministeriums vom 29. März 1887 über den Aufenthalt französischer Staatsangehörigen keine Verschärfung erfahren hat. Von den aus Frankreich kommenden Reisenden wird in den Grenzbahnhöfen nicht ausnahmslos, sondern nur bei begründeter Veran­lassung ein Erlaubnißschein gefordert. (Fr. N.)

München, 6. April. (K. Z.) Der Prinzregent reist am 4. Mai nach der Rheiupsalz ab und kommt am 5. Mai im Schloß Ludwigshöhe bei Edenkoben an, von wo aus er verschiedene Städte der Pfalz besucht. Vorher wird der Regent noch den Landtag schließen. Am 15. Mai wird er die Münchener Kunstgewerbe-Ausstellung eröffnen.

München, 6. April. Von Sr. Majestät dem Kaiser Friedrich erfolgte auf die Beileids-Adresse der hiesigen Gemeindebehörden anläßlich des Ablebens des Kaisers Wilhelm ein huldvolles Dankschreiben, worin Allerhöchstderselbe versichert, daß Er an der Wohlfahrt der Bevölkerung Süddeutschlands, soviel an Ihm liege, fördernd mitwirken wolle. Insbe­sondere aber werde Er, eingedenk der Ihm stets bewiesenen Anhänglichkeit der Münchener Einwohnerschaft bei früheren persönlichen Besuchen, als Freund der Stadt an deren Blühen und Gedeihen ferner lebhaften An­theil nehmen.

Nach dem Sprechregister zur Reichstagssession 1887/88 folgen sich die Abgeordneten nach ihrer Betheiligung an den Verhandlungen in nachstehender Weise. Es sprachen die Abgeordneten Windthorst 68 Mal, Rickert 49, Singer 34, Dr. Meyer-Halle 31, Dr. Baumbach 29, Rintelen 28, von Bennigsen 25, von Kardorff 23, von Helldorf, Klemm und Ku- lemann je 21 4t al. Der Reichskanzler sprach bei 5 Gelegenheiten, näm­lich zum Anleihegesetz, zur Wehrpflichtvorlage, bei der Mitteilung vom Tod Kaiser Wilhelms, bei der Botschaft Kaiser Friedrichs und bei der Anregung für einen Dank des Reichsiages an außerdeutsche Parlamente.

165 Abgeordnete sind überhaupt als Reoner aufgetreten. (Dz.)

Die überseeische Auswanderung Deutscher über deutsche, hollän­dische und belgische Häfen betrug im Februar 1888: 4514 Personen ge­gen 4694 Personen im Februar des Vorjahres; und 7080 in den bei­den ersten Monaten von 1888 gegen 7394 im selben Zeitraum des Vor­jahres.

Ueber die im Jahre 1887 an den deutschen Küsten stattgehabten Seeunfälle, soweit dieselben registiirt werden konnten, giebt dieDeutsche Gesellschaft zu Rettung Schiffbrüchiger" im ersten diesjährigen Heft ihres OrgansVon bin Küsten und aus der See" eine Zusammenstellung, welcher dieKieler Zeitung" folgendes entnimmt: Die deutschen Rettungs­stationen haben im letzten Jahr eine außerordentlich segensreiche Thätig­keit entfaltet. Bei den bekannt gewordenen 62 Seeunfällen traten 27 Rettungsstationen 36 Mal in Thätigkeit, darunter 27 Mal mit Erfolg. An Bord der verunglüâien 62 Schiffe befanden sich 255 Personen, davon sind nachweirltch 11 Personen ertrunken und 244 gerettet worden. Die Rettung erfolgte bei 93 Personen durch Selbsthülfe, bei 32 Per­sonen durch Hülse von anderen Sckiffen aus, bei 10 Personen durch Piivalbülfe vom Lande aus, bei 109 Personen durch Rettungsger athe, davon 80 durch Rettungsböte und 29 durch Rakatenapparate. Unter den verunglückten Schiffen befanren sich 60 deutsche, 4 dänische, 3 eng- lrsche, 2 niederländische, 2 schwedische und 1 russisches Sch ff. Seit Be­gründung der Deutschen Gesillichast zur Rettung Schiffbrüchiger (Mai 1865 in Kiel) bis zum 1. Januar 1888 sind durch deutsche Retlungs-