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Hanauer Anzeiger.

Iugteich Arntttches girgan für SLcröL- und Lcrnökreis Kcrncru.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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DieSspaltigeZeil« 30 Pfg.

Nr. 81.

Freitag den 6. April

1888.

GeksNKtMLchrmgen KöRigl» LsKdrathsaMLH.

Die technischen Revisionen der Maaße und Gewichte für den Land­kreis Hanau finden in nachstehender Weise statt:

Großauheim: 23, 24. u. 25. Mai.

Großkrotzenburg u. Pulverfabrik: 26. u. 28. Mai.

Niederrodenbach und Oberrodenbach: 29. Mai.

Rückingen: 30. Mai.

Langenselbold: 31. Mai u. 1. Juni.

Hüttengesäß u. Neuwiedermuß: 2. Juni.

Ravolzhausen u. Langendiebach: 4. u. 5. Juni.

Bruchköbel u. Niederissigheim: 6. Juni.

Oberissigheim u. Rüdigheim: 7. Juni.

Marköbel u. Ostheim: 8, u. 9. Juni.

Eichen u. Erbstadt: 18. u. 19. Juni.

Windecken: 20. u 21. Juni.

Roßdorf, Mittelbuchen u. Wachenbuchen: 22. u. 23. Juni.

Kilianstädten: 25. Juni.

Oberdorfelden, Niederdorfelden u. Gronau: 26. u. 27. Juni.

Bergen-Enkheim: 28., 29., 30. Juni u. 2. Juli.

Fechenheim: 3., 4. u. 5. Juli.

Bischofsheim u Hochstadt: 6. u. 7. Juli.

Dörnigheim: 9. Juli.

Kesselstadt: 10. Juli.

Die Revisionen werden durch die Organe der Ortspolizeiverwaltungen und den Aichmeister Trost aus Hanau ausgeführt.

Die Gewerbetreibenden werden hierdurch aufgefordert, ihre Maaße 2c., soweit deren fortdauernde Richtigkeit zweifelhaft erscheint, vorher zur aichamtlichen Prüfung zu bringen. Werden zweifelhafte Maaße rc. bei den Revisionen vorgefunden, so wird Einziehung derselben bezw. Bestrafung nach §. 369 Nr. 2 des Strafgesetzbuches erfolgen. Den ungestempelten Maaßen rc. gelten diejenigen gleich, deren Aichstempel unkenntlich gewor­den sind.

Hanau am 4. April 1888.

Der Königliche Landrath

P. 2266_________________Gf. Bismarck.______________________

Au-sslkceikien âönigL Sfaafsanmattfdiaff zu, Frauksmt a. M.

A. 4904. J. 1127/88. Der am 29. März 1888 erlassene Steckbrief gegen den Metzger Karl Ignatz Gottschalk von Königstein ist erledigt

8. 156. Ueber den Aufenthalt des Bürstenmachers Jakob Meitz- I c r, geboren am 29. Januar 1851 ju Alzei, wird Auskunft begehrt.

N. 208/88, Ueber den Aufenthalt des Hausburschen Karl Fried­rich Schepp, geb. 14./4. 1867 zu Hungen, wird Auskunft begehrt.

Frankfurt a/M. den 4. April 1888.

Tagesschau.

Berlin, 5. April. Se. Majestät der Kaiser und König empfin­gen gestern Nachmittag den Ober-Stallmeister v. Rauch. Heute arbeiteten Allerhöchstdieselben, nach einem Spaziergange, mit dem Kriegsminister und demnächst mit dem Chef des Militärkabinets.

Berlin, 5. April. Heute fand im Königlichen Palais eine Vor­standssitzung des Frauen-Lazareth-Vereins statt, bei welcher Ihre Majestät die Kaiserin und Königin Augusta mit Ihren Königlichen Hoheiten der Großherzogin von Baden und der Kronprinzessin von Schweden anwesend waren und den sonst in der Generalversammlung des Vereins erstatteten Jahresbericht entgegen nahmen.

Berlin, 5. April. Der Gouverneur von Berlin, General-Adjutant Sr. Majestät des Kaisers und Königs, General der Infanterie v. Werder, ist von seiner Reise nach St. Petersburg hierher zurückgekehrt und hat die Geschälte des Gouvernements wieder übernommen.

Berlin, 4. April. DieKöln. Ztg." schreibt: In später Abend­stunde ist uns von Wien die Nachricht zugegangen, daß man dort in wohl­unterrichteten Kreisen darauf vorbereitet sei, den deutschen Reichskanzler ins Privatleben zurücktreten zu 'ehen. Wie aus der uns gewordenen Meldung zu erkennen ist, dürfte nicht etwa der Wunsch einer Aenderung unserer auswärtigen Politik, die vielmehr in ihren bewährten Bahnen bleiben soll, der Grund sein, weshalb Fürst Bismarck von der Last, die er so lange getragen, befreit sein will, sondern eine tiefgehende Meinungs­verschiedenheit in Fragen mehr häuslicher Natur, die an den Grundlagen

unserer Politik unmittelbar nichts ändern würden, deren Lösung aber, in einem andern Sinne als dem des Reichskanzlers ausgeführt, diesem in seiner verantwortungsvollen Stellung Schwierigkeiten zu bereiten drohe, denen er in seinem hohen Alter und bei seiner schwankenden Gesundheit sich nicht mehr gewachsen fühle. Wir enthalten uns einstweilen bei dem Ernst der Nachricht jeder näheren Andeutung oder Vermuthung über den Charakter der plötzlich entstandenen Schwierigkeit; wir beschränken uns darauf, zu betonen, daß die Hoffnung noch nicht geschwunden ist, den Kaiser Friedrich dasNiemals" seines verstorbenen Vaters wiederholen und die Schwierigkeiten ausgleichen zu sehen, die sich zum tiefen Bedauern aller Deutschen nicht am wenigsten sicher des Kaisers Friedrich selbst ergeben haben. Die auszeichnende Aufmerksamkeit, mit welcher sich die kaiserliche Familie bei der Feier des Geburtstags des Fürsten am verflossenen Sonntag betheiligt hat, bewies, wie hoch der Werth dieses Mannes für Land und Volk auch von dem Kaiser und seinem Hause angesetzt wird. Dem deutschen Volk aber könnten Verhältnisse nun und nimmer völlig lieb werden, welche es den bewährten Reichskanzler gekostet hätten. Hoffen wir, daß sich ein Ausweg aus den Schwierigkeiten finden lassen werde, dem an keiner Stelle Bitterkeit folge und der uns und dem Throne den Reichskanzler erhalte.

Berlin, 5. April. Das Wiener Telegramm derKölnischen Zeitung" von einem angeblichen Entlassungsgesuche des Reichskanzlers verstimmte die Börse. Der Nachricht fehlt indeß jede Bestätigung.

Berlin, 5. April. DieNordd. Allg. Ztg." meldet: Der Sultan hat in der Absicht, einen neuen Beweis des Wohlwollens und der Sym­pathie für das deutsche Volk zu geben, die Einsetzung einer unter seinem Patronate stehenden besonderen Kommission angeordnet, welche die Aufgabe hat, Geldsammlungen zur Unterstützung der Opfer der Ueberschwemmung in Deutschland zu veranstalten.

Die Prinzessinnen Victoria, Sophie und Margarethe, welche seit ihrer Rückkehr von San Remo im hiesigen ehemals kronprinzlichen Palast wohnten, sind von dort za ihren kaiserlichen Eltern nach dem Charlotten­burger Schlosse übergesiedelt.

DieNat.-lib. Korresp." schreibt: Unter den Gegenständen, mit welchen sich der Landtag nach Wiederaufnahme seiner Sitzungen zu beschäftigen hat, nehmen die Gesetzentwürfe über die Erleichterung der Volksschul Lasten und über die Regelung der Polizei-Kosten das Interesse vorzugsweise in Anspruch. Es ist indessen sehr zweifelhaft, ob diese Ge­setze in der gegenwärtigen ihrem Ende sich nähernden Session noch zu Stande kommen. Die bisherigen Verhandlungen haben die außerordent­lich großen Schwierigkeiten und die tiefgehenden Meinungsverschiedenheiten scharf hervortreten lassen und es ist sehr fraglich, ob eine Verständigung noch zu erzielen ist.

Der Staatssekretär Dr. v. Stephan hat, in Anerkennung der hervorragenden Leistungen der Telegraphenbeamten Berlins in den jüngsten Trauerwochen, besonders am Todestage des Kaisers Wilhelm, denselben ein Anerkennungsschreiben zugehen lassen und die Summa von 6500 Mark zu außerordentlichen Remunerationen für diese bestimmt. Die Direktoren der Bureaux haben ihren unterstellten Beamten hiervon Kennt­niß gegeben und eine Vertheilung von Summen im Betrage von 30 bis 10 Mark an die Einzelnen bewirkt. Besonders mag hierbei erwähnt werden, daß auchTelegraphengehülfinnen" ein entsprechender Betrag für ihre angestrengte Thätigkeit in jenen Tagen ausgehändigt worden ist.

Breslau, 5. April. Der Herzog von Ratibor als Vorsitzender des Provinjiallandtages, Oberpräsident v. Seydewitz, Graf Stosch als Vorsitzender des Provinzialausausschusses, Landeshauptmann Klitzung und der Breslauer Oberbürgermeister Friedensburg berufen auf Montag hier­her eine Versammlung der angesehensten Schlesier zur Betreibung der Er­richtung eines Denkmals für Kaiser Wilhelm in Breslau.

Bromberg, 4. April. Das hiesige Eisenbahnbetriebsamt gibt bekannt: Dre Strecke Konitz bis Laekowitz ist wieder in Betrieb genommen.

In Basiern ist die Wiederanstellung der bereits verabschiedet ge­wesenen, durch das neue Militärgesetz wieder dienstpflichtig gewordenen Offiziere der Landwehr zweiten Aufgebotes bereits erfolgt. Es sind durch allerhöchste Entschließung vom 24. März c im ganzen 311 Offiziere mit ihrem früheren Patent wieder angestellt, nämlich 209 von der Infanterie, 33 von der Kavallerie, 31 von der Feldartillerie, 23 von der Fußartil­lerie, 6 von den Pionieren, 1 vom Ellendahnbataillon und 8 vom Train; ferner sind 21 Sanitätsoifiziere, 1 Veterinär und 10 Ober Apotheker reaktivirt. Würde man annehmen, daß in Preußen verhüllnißmäßig die-