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Nr. 80.

BetanntMachungen Mmgl. LsUdrathsamts.

Vom 1. Mai er. ab werden im hiesigen Kreise trigonometrische Vermeffungs-Arbeiten ausgeführt werden. Die als Trigonometer fungi- renden Officiere, Beamten rc. werden sich durch offene Ordres der Herren Minister des Innern und für die Landwirtbschaft, die als Hülfsarbeiter kommandirten Soldaten durch Legitimationsfcheine auèweisen, welche von dem Chef der trigonometrischen Abtheilung der Landes-Aufnahme durch Dienststempel und Unterschrift vollzogen sind.

Bei der Wichtigkeit der zu gemeinnützigen Zwecken gesetzlich ange- ordneten Arbeiten erwarte ich, daß die beteiligten Grundbesitzer dieselben nach Möglichkeit unterstützen und insbesondere das Betreten ihrer Feld­marken den wie vorstehend legitimirten Personen auch ohne vorherige Anzeige gestatten.

Die betreffenden Trigonometer sind angewiesen, jede Flurbeschädigung nach billiger Übereinkunft, alle Kosten für Fuhrwerk, Holz, Baumaterial, besondere Hülfsleistungen, Arbeiter rc. nach ortsüblichen Preisen baar zu bezahlen; dagegen haben dieselben mit dem Ankauf der Bodenflächen, welche zum Schutze der Festlegungs steine von den Grundbesitzern an den Staat abzutreten sind, Nichts zu schaffen. Die Erwerbung dieser Schutzstächen für den Staat erfolgt später im Verwaltungswege; die Zahlung hierfür wird durch die Steuerkaffen geleistet.

Quartier und Verpflegung wird sowohl von den Trigonometern, wie auch von den kommandirten Soldaten stets direkt und baar bezahlt. Es werden hierzu keinerlei Zuschüsse aus Staats- oder Kommunal Mitteln gewährt.

Die Ortsvorstände haben für die möglichste Verbreitung dieser Be­kanntmachung in ihren Gemeinden Sorge zu tragen.

Hanau am 31. März 1888.

Der Königliche Landrath

V. 2006 Gf. Bismarck.

Die Wittwe des Dienstmannes Nr. 18, Heinrich Jörg hier, hat um Rückgabe der von letzterem hinterlegten Kaution gebeten.

Es wird dies mit dem Bemerken hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß etwaige Ansprüche, welche sich auf Sachbeschädigungen Sei­tens des 2C. Jörg in feiner Eigenschaft als Dienstmann beziehen, inner­halb 14 Tagen, vom Tage dieser Publikation an gerechnet, im Polizei­sekretariat anzumelden sind.

Hanau am 4. April 1888.

Der Königliche Landrath

P 2217 Gf. Bismarck.

Mit dem 1. April d. I. tritt in Altenstadt, Kreis Büdingen, eine Naturalverpflegungs- und Arbeitsstation für mittellose, auf der Reise von oder nach der Arbeiterkolonie zu Neu-Ullrichstein begriffene Reisende ins Leben.

Hanau am 29. März 1888.

Der Königliche Landrath

A. 547 Gf. Bismarck.___

Menst-Uachnchten aus dem Kreise.

Zugelaufen: Ein kleiner blaßgelber Hund mit geschnittenen Ohren und Ruthe, m. Geschl.; Empfangnahme bei Ackermann Friedrich Wörner zu Langendiebach.

Gefunden: Eine Quittungs-Karte mit der AufschriftP. G. Hosse Ww." Ein Notizbuch mit dem Namen Jean Reiß. Ein Glace­handschuh (linker). Ein Stück Messing. Ein schwarzes wollenes Frauen- tuch.

Verloren: Eine schwarze Atlas-Schürze. Ein Portemonnaie mit 92 Pf.

Hanau den 5. April 1888._____________________________

Ansfdiceißßn Königs. KiLlltsMmattsäafi zu Frankfuri u. M.

6100 B. N 1520/87. Das am 25. März 1888 gegen den Bäcker Friedrich Johann Hartmann von Niedertiefenbach erlassene Ausschreiben ist erledigt

3538 D. J. 984/88. Ueber den Aufenthalt der folgenden Personen: der beschäftigungslosen Lina Kayser von Mainz, geb. 6. Dez. !

Donnerstag den 5. April

1888.

1866; der Anna Schuhmann aus Kissingen, geb. 12. April 1871; der Louise Denzau, geb. Behnke, aus Hamburg, geb. 24. Aug. 1852, wird Auskunft begehrt.

0. 76/88. Das am 17. d. Mts. gegen den Schiffer Adolf Achen­bach aus Mainz erlassene Ausschreiben ist erledigt.

Frankfurt a/M. den 31. März 1888.

B. 6124. J. 485/88. Das unterm 2. Februar 1888 erlassene Ausschreiben gegen den Mchger Simon Reis aus Langendiebach ist erledigt.

Frankfurt,a/M. den 4. April 1888.____________

J. 1179/88. Gegen den Reisenden Johannes Horstmann aus Bremen, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Betrugs verhängt.

Es wird ersucht, denselben zu verhaften und von der Verhaftung Nachricht zu geben.

Frankfurt a/M. den 4. April 1888.

____Königliche Staatsanwaltschoft.

LkgesschKA.

Berlin, 4. April. DerReichsanzeiger' publicirt folgenden Er­laß an den Reichskanzler : Der Heimgang Meines geliebten Herrn Vaters, weiland Sr. Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm hat zu einer so überwältigenden Bewegung Anlaß gegeben, wie sie bisher kaum je erlebt worden ist. Um seinen ruhmvollen Kaiser trauert einmütig das ganze deutsche Volk, das mit ibm den milden und gerechten Herrscher, den weisen und kraftvollen Lenker seiner Geschicke, den Wiederbegrünver seiner Einigung verloren hat. Fast alle fremden Nationen auf dem weiten Erdenrund nehmen Antheil an diesem Verluste eines Fürsten, in dem sie den sicheren Hort des Friedens erkannten. So zahlreich, so mannig­faltig sind die Kundgebungen liebevoller Theilnahme, daß es erst jetzt nach Wochen möglich gewesen ist, einen Ueberblick über die große Fülle der Spenden zu gewinnen. In allen Theilen Deutschlands, in ganz Europa, selbst in fernen Welttheilen, wo nur deutsche Herzen schlagen, ist gewetteifert worden, dem theueren Entschlafenen die letzten Zeichen der Liebe und Verehrung, wie sie Mein hochseliger Herr Vater im Leben so oft erfahren, nun auch im Tode darzubringen. Ein erhebendes Denkmal bildet die Sammlung von herrlichen Palmen, Blumen und Kränzen, welche in ihrer zum Theil kunstvollen Herstellung bei der feierlichen Auf­bahrung der Leiche im Dom, wie an der Ruhestätte im Mansoleum zu einem beredten Schmuck wurden. In Adressen von geschmackvoller, oft künstlerischer Ausstattung haben Verbände, Gemeinden und Korporationen, wissenschaftliche und Kunst-Institute, Vereine und Innungen ihrem Schmerze über das erschütternde Ereigniß Ausdruck gegeben. Noch hat die Menge der Beileidsbezeugungen in Zuschriften, Gedichten und Tele­grammen nicht ihren Abschluß gefunden. Rührend und ergreifend sind solche Beweise wahrer Trauer und inniger Theilnahme für das wunde Herz des Sohnes, dem sie in dieser Zeit des tiefen Leids lindernden Trost und erquickende Stärkung gewähren; sie ermuthigen Mich aber auch, an die schweren Aufgaben Meines fürstlichen Berufs als Erbe der Krone vertrauensvoll heranzutreten und als ein theueres Vermächtniß Meines unvergeßlichen Herrn Vaters nach seinem Vorbilve an der Wohlfahrt des deutschen Volkes mit allen meinen Kräften fortzuaroeiten. In diesen Empfindungen drängt es Mich, Allen, welche durch ihre herzerhebenden Kundgebungen das theuere Andenken des dahingeschiedenen Kaisers geehrt haben, Meinen aufrichtigsten herzlichsten Dank auszusprechen. Ich be­auftrage Sie, diesen Erlaß zur öffentlichen Kenntniß zu bringen. Char­lottenburg, den 4. April 1888. Friedrich.

Berlin, 4. April. DerR. u. St. A." Nr. 89 veröffentlicht: 1) Gesetz, betreffend die Löschung nicht mehr bestehender Firmen und Pro­kuren im Handelsregister, vom 30. März 1888. 2) Verordnung, be­treffend die Uebertragung landesherrlicher Befugnisse auf den Statthalter in Elsaß Lothringen, vom 15. März 1888.

Berlin, 4 Avril. Se. Majestät der Kaiser und König empfin­gen gestern um 2l/a Uhr den Finanzminister Dr. v. Scholz, den Münz- direkior Esnrao und den Modelleur Weigand. Um 61/» Uhr nahmen Se. Majestät den Vortrag des Ober Ceremvuienmeisters Grafen zu Eulen­burg entgegen. Heute hörten Se. Majestät den Vortrag des Chefs des Civilkabinets, Wirklichen Geheimen Raths v. Wilmowski.

Berlin, 4. April. Se. Majestät der König von-Jtalien hat die