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J. 4510/87. Ueber den Aufenthalt des Schuhmachers Karl Träger, geb. 9./3. 1862 zu Höhnstedt i/Th., wird Auskunft begehrt.
Frankfurt a/M. den 12. März 1888.
Königliches Amtsgericht III.
2745 Hahn.
am
t Ein Lebensbild des Kaisers Wilhelm. (Fortsetzung.)
Von der Thronbesteigung bis zur Errichtung des
Norddeutschen Bundes.
König Friedrich Wilhelm IV. erkrankte im September 1857, 23. Oktober übertrug ein Erlaß von ihm die stellvertretende Regierung dem Prinzen von Preußen, ein Jahr später (7. Oktober 1858) übernahm
MonnerneAtS-
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Hamutt Anzeiger.
JugLsicH Amtliches g)rgan für SLcröt- und Lcrnökvers Kcrncru.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Nr. 63. Mittwoch den 14. März 1888.
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HM- Wegen der Freitag den 16. d. M. stattfindenden Beisetzung des hochseligen Kaisers und Königs Wilhelm wird an diesem Tage der „Hanauer Anzeiger" nicht erscheinen. -^W
Arenst-NschrichLen aus dem treije.
Zugelaufen: Ein schwarzer Dachshund mit gelben Pfoten, Schnauze und Augenbraunen nebst Leverhalsband. Ein kleiner wolfsgrauer Huno mit weißer Brust, m. Geschl.; Empfangnahme bei David Schäfer zu Kesselstadt.
Gefunden: Ene Peitsche. Eine Brille. Zwei schwarze Armbänder. Ein Portemonnaie mit etwas Geld.
Verloren: 20 Visitenkarten nebst Tasche.
Bei der Musterung zu Kesselstadt am 12. ds. Mts. vertauscht: ein Stiefel.
Hanau am 14. März 1888.
Bekanntmachung.
Wir machen darauf aufmerksam, daß an unserer Gerichtstafel, an der zu öffentlichen Bekanntmachungen bestimmten Stelle der Gemeinde Höchstavt und in dem Anzeiger des Amtsblatts der Königlichen Regierung zu Cassel Behufs Grundbuchregulirung in der Gemarkung Hochstadt ein Aufgebot von uns erlassen ist.
Hanau, den 12. März 1888.
der Prinz die Regentschaft in des Königs Namen, am 25. Oktober leistete er im Weißen Saale des Königlichen Schlosses in Anwesenheit der beiden Häuser des Landtags den Eid auf die Verfassung. Der Prinz-Regent setzte nun, da er fortan mit eigener Verantwortlichkeit die Regierung führte, ein neues Minesterium ein, an dessen Spitze Fürst Anton von Hohenzollern-Sigmaringen berufen wurde. Als seine erste und höchste Ausgabe erkannte es der Prinz-Regent gerade mit Rücksicht auf die Erfahrungen, welche Preußen mit seiner militärischer Schwäche in dem Abkommen von Olmütz gemacht hatte, die Wehrkraft zu vervollkommnen und somit Preußen in den Stand zu setzen, seiner Aufgabe als Großmacht und als deutsche Macht gerecht zu werden. Die Reorganisation des Heeres war sein eigenstes Werk, für welches er leider in dem damaligen Abgeordnetenhaus kein Verständniß fand. Es sollte dis Friedensstärke von 150 000 Mann auf etwa 213 000 Mann erhöht werden, eine Maßregel, die etwa einen Mehraufwand von 10 Millionen Thaler jährlich erforderte. Der im Jahre 1859 ausgebrochene Krieg Frankreichs und Italiens gegen Oesterreich gab den unmittelbaren Anlaß zu der Reorganisation. Die damalige Nothwendigkeit der Kriegsbereitschaft war die Grundlage der Neubildung von Truppentheilen, die auch vom Landtag anerkannt und genehmigt wurde. Am 4. Juli 1860 war die neue Or- ganisation vollendet, durch welche 154 neue Bataillone errichtet waren. Als König Friedrich Wilhelm IV. am 2. Januar 1861 die Augen schloß, bestieg der Prinz Regent als König Wilhelm den Thron: „Meine Pflichten für Preußen fallen mit Meinen Pflichten für Deutschland zusammen. Als Deutschem Fürsten liegt Mir ob, Preußen in derjenigen Stellung zu kräftigen, welche es vermöge seiner ruhmvollen Geschichte, seiner entwickelten
Heeresorganisation unter den deutschen Staaten zum Heile Aller einnehmen muß. Das Vertrauen auf die Ruhe Europas ist erschüttert, Ich werde Mich bemühen, die Segnungen des Friedens zu erhalten. Dennoch können Gefahren für Preußen und Deutschland Heraufziehen." Mit diesen Worten stellte König Wilhelm sein Programm auf, dessen Durchführung in der Folge auf so große Hindernisse stoßen sollte. Nach der feierlichen Krönung in Königsberg am 18. Oktober 1861 wurden Neuwahlen zum Abgeordnetenhause ausgeschrieben, deren Resultat für die weitere glückliche Lösung der Armee-Reformfrage schlechte Aussichten bot. Das Abgeordnetenhaus begann seine Thätigkeit damit, die Mehrkosten der Heeresreform (10 Millionen Thaler) als ordentliche Ausgabe zu verweigern, weil die Reorganisation nur als eine vorübergehende Maßregel der Kriegsbereitschaft genehmigt worden. Es hätten also die neuen Regimenter wieder aufgelöst, die eben eingewechten Fahnen zerbrochen werden müssen. Der König aber hielt zum Heile Preußens und Deutschlands fest an dem, was er für richtig und nothwendig erkannt hatte, obwohl der parlamentarische Kampf um die Reorganisation sich schließlich zu einem Streite wider den König ' selber zuspitzte. Als die Wogen am höchsten gingen und kein Ministerium sich fand, den politischen Kampf weiter zu führen, berief der König den Gesandten in Paris und früheren Bundestagsgesandten, Herrn von Bismarck-Schönhausen an die Spitze der Regierung. Er kam, in ächter, alter Vasallentreue und stand alsbald als ein Schild vor dem Thron, mannhaft gegen den Ansturm eines mißleiteten Liberalismus ankämpfend, der selbst dann noch nicht sich legte, als die deutsche Frage ins Rollen kam. Die Festigkeit, welche König Wilhelm dem Abgeordneten hause gegenüber bewies, bethätigte er auch in dieser Frage durch Ablehnung der Einladung des österreichischen Kaisers zu dem Frankfurter Fürstenkongreß (17. August 1863), welche zeigte, daß Preußen nicht gewillt war, sich in ein Abhängigkeitsverhältniß zu Oesterreich zu setzen. Zugleich aber war der König darauf bedacht, der früher von den Großmächten oft versuchten Einmischung in deutsche Angelegenheiten vorzubeugen. Durch die von der liberalen Opposition lebhaft bekämpfte sogen. Polen Convention (8. Februar 1863) mit Rußland, wußte er sich Rußland zu Dank zu verpflichten. Weiter aber schloß er ein Bündniß mit Oesterreich zur Lösung der durch den Tod Friedrichs VII. von Dänemark von Neuem in Fluß gerathenen Schleswig-Holsteinischen Frage. Dieses Bündniß und die Waffenerfolge bei Düppel und Alsen machten auch die Drohungen Englands unwirksam, und nachdem die für diese Angelegenheit einberufene Londoner Conferenz am 25. Juni 1864 resultatlos auseinandergegangen, konnten die Mächte die Lostrennung Schleswigs und Holsteins von Dänemark unbeanstandet aussprechen. Die Rivalität Oesterreichs gegenüber dem mächtig emporstrebenden Preußen brachte es endlich zu einem Bruch beider. Der König konnte den von Oesterreich betriebenen Bestrebungen, welche Preußen im Bunde zu mediatisiren und aus Schleswig-Holstein einen neuen Patrikularstaat zu machen suchten, sich nicht unterwerfen. Festen Auges auf die Hebung der Stellung Preußens in Deutschland und aus eine gesundere Zusammenfassung aller Kräfte der Deutschen Nation gerichtet, ließ der König es auf eine Entscheidung durch die Waffen ankommen: er führte das von ihm reorganisirte Heer im Kampfe gegen Oesterreich und seine deutschen Verbündeten von Sieg zu Sieg, bis" am 3. Juli 1866 bei Königgrätz die Entscheidungsschlacht erfolgte, welche Oesterreich für immer jeglichen E-nfluß auf deutsche Verhältnisse entzog, Preußen eine Machterweiterung durch die Einverleibung von Hannover, Hessen, Nassau und der freien Reichsstadt Frankfurt brachte und die Errichtung des. Norddeutschen Bundes, Preußen an der Spitze, auf der Grundlage einer aus direkten Wahlen hervorgehenden Volksvertretung zur Folge hatte.
(Fortsetzung folgt.)