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Nr. 61.
Montag den 12. März
1888.
Sienft-Uachrichten aus dem Kreise.
Verloren: Ein Portemonnaie mit 15 M. nebst Adressen.
Zugelaufen: Ein junges Hündchen w. Geschl.
Gefunden: Eine dunkelgraue Knabenmütze.
Bei der Musterung zu Kesselstadt am 8. ds. Mts. vertauscht: ein Stiefel.
Hanau am 12. März 1888.
ânssltlreikm âömgl. SfaafsaiHDalfftliaff zu fcanâfnrf a. M.
J. 202/88. Ueber den Aufenthalt des Schneiders Johs. Vogt, geb. 28. August 1865 zu Offenbach alWl., wird Auskunft begehrt.
A. 3877. — J. 820/88. Ueber den Aufenthalt der Dienstmagd Barbara Abt, geboren den 15. August 1859 zu Heidingsseld, wird Auskunft begehrt.
Frankfurt a/M. den 8. März 1888.
3876 A. — J. 40/88. Ueber den Aufenthalt des Taglöhners Wilh. Wagner von Fellingshausen wird Auskunft begehrt.
3955 A. — J. 477/88, Ueber den Aufenthalt a) der beschäftigungslosen Sophie Karoline Beurer aus Stuttgart, geboren den 30. Mai 1865, b) der beschäftigungslosen Kunigunde Vernalken, geb. Hergenröder, aus Kissingen wird Auskunft begehrt.
3606 A. — J. 4345/87. Ueber den Aufenthalt des Ausläufers August Jungheim von Nordenbeck wird Auskunft begehrt.
L. 844/88. Ueber den Aufenthalt des Maurers Georg Kirchner, geb. 24.;9. 1864 zu Donnersdorf, wird Auskunft begehrt.
Frankfurt a/M. den 9. März 1888.
J. 4057/87. Ueber den Aufenthalt des Schuhmachers Ulrich Reuter, geboren am 4. Juli 1859 in Kleinostheim, wirb Auskunft begehrt.
Frankfurt a/M. den 10. März 1888.
J. 3628/87, Gegen den unten beschriebenen Johannes Strube, Taglöhner, geb. 5. März 1862 zu Homberg, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen gefährl. Körperverletzung verhängt.
Es wird ersucht, denselben zu verhaften und von der Verhaftung Nachricht zu geben.
Frankfurt a/M. den 9. März 1888.
Königliche Staatsanwaltschaft.
Beschreibung: Besondere Kennzeichen: es fehlt die Nasenspitze.
Tagesschau
P Aus dem Abgeordnetenhauses Berlin, 10. März. Das Abgeordnetenhaus hielt heute Abend 7^ Uhr eine kurze Sitzung, in welcher die Mitglieder des Staatsministeriums mit Ausnahme des Minister-Präsidenten und des Kriegsministers anwesend und Haus und Tribünen dicht besetzt waren. Der Präsident machte Mittheilung von einem Schreiben des Staatsministeriums, betr. das Ableben Sr. Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm und dieThron- besteigung Sr. Majestät des Königs Friedrich III. Außerdem verlas ér das dem Hause in Abschrift zugegangene Telegramm aus San Remo vom 9, d. M., worin der Kaiser und König dem Reichskanzler und dem Staatsministerium Seinen Dank ausspricht für die Hingebung und Treue, mit welcher sie dem hochseligen Kaiser und König gedient und den ferneren Beistand derselben für sich erwartet. Gleichzeitig meldet Se. Majestät, daß Allerhöchstderselbe am 10. März von San Remo nach Berlin reisen wird. — Der Präsident erbat und erhielt vom Hause für das Präsidium die Ermächtigung, Sr. Majestät, sobald dazu Gelegenheit geboten werde, die Gefühle der Treue und Ergebenheit des Hauses aussprechen zu dürfen und schloß mit einem dreimaligen Hoch auf Se. Majestät den König Friedrich III., in das die Versammlung mit größter Begeisterung einstimmte. — Die Sitzung hatte nur wenige Minuten gedauert.
Berlin, 10. März. Der neueste „R. u. St.-A." veröffentlicht nachfolgendes Bulletin:
San Rems, 10. März, 9 Uhr 50 Min. Vorm. Se. Majestät der Kaiser waren durch die Trauerkunde auf das Tiefste erschüttert, doch
blieb das Allgemeinbefinden gut. Während des ganzen Tages bis zum ^W späten Abend haben Se. Majestät angestrengt gearbeitet; der Schlaf war DD gut und erquickend. Mackenzie. Schrader. Hovell. Bramann.
Berlin, 10. März. Der Ober-Ceremonienmeister g;bt im „R. u.
St.A." unterm 9. ds. folgendes bekannt: Der Königüche Hof legt heute, den 9. März, die Trauer auf drei Monate für Se. Majestät den Kaiser und König Wilhelm I. an.
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Berlin, 10. März. Im Kaiserlichen Palais fand gestern Abend im Sterbezimmer Sr. Majestät des Hochseligen Kaisers und Königs und heute im Fahnenzimmer durch den Ober-Hof- und Domprediger Kögel ein Gottesdienst statt, welchem Ihre Majestät die Kaiserin und Königin Augusta, die Königliche Familie und die Umgebungen beiwohnten.
Berlin, 10. März. Unendlich groß, so schreibt der „R u. St.-A.", ist die Zahl der aus dem In- und Auslande eingegangenen Trauerkundgebungen über den Hintritt Kaiser Wilhelm's, welche heute in Telegrammen, Korrespondenzen und Zeitungs Mittheilungen vorliegen.
Berlin, 10. März. In einer gestern abgehaltenen Plenarsitzung machte der Vorsitzende, Reichskanzler Fürst v. Bismarck, dem Bundesrath von dem an demselben Tage erfolgten Ableben Sr. Majestät des Kaisers Wilhelm sowie von der erfolgten Besteigung des Thrones in Preußen durch Se. Majestät den König Friedrich UI. und von dem hiermit verbundenen Uebergang der Kaiferwürde auf Allerhöchstdenselben Mittheilung Der Vorsitzende fügte hinzu, daß Se. Majestät Sich ebenso wie Sein Durchlauchtigster Herr Vater die gewissenhafte Aufrechterhaltung der Reichs verfassung und die sorgfältige Beobachtung der derselben zu Grunde lie genden Verträge zur Richtschnur nehmen werde. Se. Majestät rechne da bei auf die Mitwirkung Seiner hohen Verbündeten. Der Königlich baye- sche Bevollmächtigte, Graf v. Lerchenfeld-Köfering gab dem tiefen Schmerz Ausdruck, in welchen das Hinscheiden Sr. Majestät des Kaisers Wilhelm den Bundesrath versetzt hat, und bat den Vorsitzenden, Sr. Majestät dem Kaiser die ehrfurchtsvollste Theilnahme an dem Verlust auszusprechen, welchen Se. Majestät und das Königliche preußische Haus erlitten haben.
Berlin, 10 März. Heute Nachmittag erfolgte die Vereidigung der Truppen. — Die Leiche des Kaisers Wilhelm wird am Dienstag im Dom ausgestellt. — Professor von Bergmann ist von San Remo hier ein getroffen. — Das Staatsministerium wird den Kaiser Friedrich auf dèffen Befehl morgen an der Lanvesgrenze bei Bitterfeld empfangen. Bei seiner Ankunft in Charlottenburg morgen Abend findet kein Empfang statt — Unter den Fürstlichkeiten, welche der Beisetzung beiwohnen, werden der Prinz von Wales, Kronprinz Rudolf, Großfürst Wladimir, Großfürst Michael, wahrscheinlich auch der Großfürst-Thronfolger, ebenso der König von Belgien, der Graf von Flandern und deffen Sohn genannt. — Bei dem heutigen Trauergottesdienst in der russischen Botschaft war Graf Schuwaloff mit Gemahlin an der Spitze des gejammten Bstschaftsperso
Auf dem Botschaftspalais ist die Trauerflagge erst heute unterblieb dies wegen des Geburtstages des Kaisers
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nals anwesend, gehißt; gestern Alexander.
Berlin,
(Fr. N.)
11. März. Ein Extrablatt des „R. u. S1.-A." gibt fol
gendes bekannt:
Die Parade-Ausstellung der sterblichen Hülle weiland Sr. Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm I. findet in hiesiger Domkirche statt. Der Zutritt ist Montag, den 12. März von 1 — 5 Uhr Nachmittags und Dienstag, sowie die folgenden Tage von 11 Uhr Vormittags bis 5 Uhr Nachmittags dem Publikum im Traueranzuge gestattet. Besondere Einlaß kartm werden nicht ausgegeben. Der Eingang ist vom Hauptportal des Domes auf der Lustgartenseite zu nehmen. Berlin, 10. März 1888. Der Ober-Hof und Haus-Marschall. Graf v. Perponcher.
Berlin, 12. März, 3 Uhr 35 Min. Borm. Bei der Ueberfüh rung der Lerche des Kaisers Wilhelm nach dem Dom läuteten die Glocken desselben. Militär mit weithin leuchtenden Fackeln bildete vom Palais
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