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t j Nr. 48

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Samstag den 25. Februar

1888.

Dimst-Nachrichten m dem Kreise.

Zugelaufen: Am 21. ds. Mts. an de<. Fasanerie: ein schwarzer Dachshund mit gelben Beinen, m. Geschl.; Empfangnahme bei Acker­mann Daniel Reichl in g zu Wachenbuchen.

. Hanau am 25. Februar 1888.____________

Ältsslbreiben âömgl.Mtaat8anMalislüafi zu Frankfurt a. M.

J. 3457/87. DerI am 4. Januar c. gegen den Kellner Karl Lindner von Neuwieds erlassene Steckbrief ist erledigt.

Frankfurt a/M. den 23. Februar 1888.

N. 1538/87. Der am 14. d. M. gegen Wilhelmine Hähnlein aus Schopfloch erlassene Steckbrief ist erledigt.

Frankfurt a/M. den 22. Februar 1888.__

1721 D. J. 306/88. Gegen den unten beschriebenen angeb­lichen Commissionär Adrian Picard, geboren zu Genf, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Betrugs (Creditschwindeleien) ver­hängt.

Es wird èrsucht, denselben zu verhaften und von der Verhaftung unverzüglich hierher Nachricht zu geben. Picard reist in Gesellschaft einer Frau Ring.

Frankfurt a/M. den 22. Februar 1888.

Königliche Staatsanwaltschaft.

Beschreibung: Alter ca. 47 Jahre, ziemlich groß, Haare braun, graumelirt, Bart schwarz, Augenbrauen schwarz, Augen schwarz.

Ta gesschau

P. Aus den Parlamenten. Berlin, 24. Februar. Der Reichstag genehmigle heute die aus dem Hause beantragte Abänderung des Gesetzes über den Verkehr mit blei- und zinkhaltigen Gegenständen vom 25. Juni 1887 dahin, daß dasselbe betreffs der Konservenfa­briken erst mit dem 1. Oktober 1889 in Kraft treten soll. Der Herr Staatèsekrelair des Innern konnte die Zustimmung des Bundesraths in Aussicht stellen. Der Gesetzentwurf, betr. den Schutz von Vögeln, wurde in zweiter Berathung mit den von verschiedenen Parteien vereinbarten Abänderungèanträgen angenommen und als Termin für das Jnkraftreten des Gesetzes der 1. Juli d. I. in den Entwurf eingestellt. Petitionen wegen Herbeiführung gesetzlicher Mittel zur Bekämpfung der Trunk­sucht werden dem Herrn Reichskanzler als Material für die Gesetzgebung überwiesen. Morgen Sitzung.

Das Abgeordnetenhaus beschäftigte sich zunächst mit dem Anträge Abg. Hansen (freik) wegen Vorlegung eines Gesetzentwurfs zur Ermäßigung des Stempels für Veräußerungsverträge sowie für Pacht- nnd Mehtsverträge über Immobilien, der nach längerer Debatte, in welche auch der Herr Fimrnzminister Dr. v. Scholz wiederholt eingriff, mit der Modifikation zur Annahme gelangte, daß die Frage des Jmmobilienstem- pels für Veräußerungsverträge für jctzt aus dem Anträge ausgeschieden, dabei aber die Erwartung ausgesprochen wurde, daß demnächst auch auf eine entsprechende Ermäßigung des Stempels für Jmmobiliar - Veräuße­rungsverträge Bedacht genommen werde. Der Herr Finanzminister stellte eine Ermäßigung des Stempels für Pacht- und Miethsverträge in Aus­sicht. Der von den Abg. Berling und Genossen eingebrachte Antrag auf i Annahme eines Gesetzentwurfs, betr. den Erlaß der Reliltenbeiträge für Elementarlehrer, wurde, nachdem sich in der Diskussion sämmtliche Red­ner in wohlwollendem Sinne zu demselben geäußert und auch der Herr Kultusminister Dr. v. Goßler demselben grundsätzlich nicht widersprochen, der bereits bestehenden Kommission zur Vorberalhung des Reliktengesetzes \ für unmittelbare Staatsbeamte überwiesen. Schließlich gelangten noch einige Petitionen zur Erledigung. Montag: Gesetzentwürfe, betreffend die Uebertrag polizeilicher Befugnisse in den Kreisen Teltow, Niederbarnim, Charlottenburg auf das Polizeipräsidium in Berlin und betr. die Kosten der Polizeiverwaltung in den Stadlgemeinden.

Berlin, 24. Februar. Der neuesteR. u. jSt.-A." enthält fol­gendes Bulletin : WMF M

Dan Rems, 24, Febr., 11 Uhr Vorm. Nach einem guten Tage war der Schlaf Sr. Kaiserlichen und Königlichen Hoheit des Kronprinzen Anfangs unruhig, später besser. Im Uèbrigen Dasselbe. Mackenzie. Schrader. Krause. Hovell. v. Bergmann. Bramann.

Berlin, 24. Februar. Der Königliche Hof legt heute für Se. Großherzogliche Hoheit den Prinzen Ludwig Wilhelm von Baden die Trauer auf vierzehn Tage an.

Berlin, 24. Febr. Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin wurden durch die gestern erhaltene Nachricht des Ablebens Sr. Hoheit des Prinzen Ludwig Wilhelm von Baden aufs Tiefste betrübt und ver­brachten den Tag im engsten Familienkreise. Se. Majestät der Kaiser und König nahmen heute die Vorträge des Generals v. Albedpll und des Oberst-Kämmerers Grafen zu Stolberg entgegen und empfingen im Laufe des Tages den Feldmarschall Grafen Moltke.

Berlin, 23. Februar. Die Nachricht vom plötzlichen Tode des jugendlichen und jugendfrischen Prinzen Ludwig Wilhelm von Baden ist hier fast unerwartet gekommen. Gestern lagen hier zuverlässige Berichte vor, die auf eine Besserung der Krankheit schließen ließen, und wenn man sich hier auch die Schwere der Erkrankung nicht verhehlte, so herrschte doch allseitig das Zutrauen, daß der gesunde und kräftige Körper des Prinzen die Gefahr werde überwinden lassen. Die kaiserlichen Großeltern, zu deren engstem Familienzirkel der liebenswürdige Prinz stets gehörte, so lange er in Potsdam im 1. Garde Ulanen Regiment Dienst that, sind von diesem schweren Schicksalsschlage tief weder gebeugt; vor allem bekla- genswerth ist die Frau Großherzogin von Baden, die selbst leidend zu ihrem kranken Bruder nach San Remo gereist war, sobald der Verlauf der Operation es .gestattet hatte, und nun den Aufenthalt, bei ihrem gleichfalls noch nicht völlig hergestellten ältesten Sohne in Cannes sofort unterbrechen mußte, als sie die Nachricht von der plötzlichen schweren Er­krankung ihres Sohnes erhielt. Obschon sie und der Großherzog die Rückreise nach Freiburg thunlichst beschleunigten, haben sie doch ihren Sohn nicht mehr lebend angetrossen. Die Theilnahme der hiesigen Be­völkerung an diesem schweren Verlust, der das HohenzollernhauS so jäh betrifft, ist ebenso herzlich wie allgemein.

Berlin, 24. Febr. Den Mitgliedern des Herrenhauses ist durch ein Schreiben des Präsidenten, Herzogs von Ratibor, mitgetheilt worden, daß am Montag, den 12. März d. I., uno an den folgenden Tagen Plenarsitzungen fiattfinben werden.

Wien, 24. Febr. Nach einer aus clericalen Kreisen stammenden Mittheilung haben die Bischöfe Oesterreichs der Regierung eine Denkschrift über die konfessionelle Schule unterbreitet.

Rom, 24. Februar. Eine ungeheure Lawine begrub in Valorta (Bergamo) eine Hütte mit 33 Personen, wovon 7 als Leichen um 10 Uhr Abends herousgeholt wurden; in Valbella (Navarra) wurde eine Hütte mit 4 Personen verschüttet.

fc Genua, 24. Februar. Zum gestrigen Diner auf der Präfektur, welches zu Ehren des Admirals Hewett veranstaltet wurde, waren alle Kommandanten der britischen Schiffe, sowie die hier anwesenden Senatoren und Deputaten und die hiesigen Behörden geladen. Der Präfekt toaftirte auf die Königin Viktoria, der Admiral Hewett auf das italienische Kö­nigspaar. (Fr. N.)

Brüssel, 23. Febr. Die Nationalbank hat den Diskont von 3 auf 2^» pCi. herabgesetzt.

Paris, 24. Febr. In einem Telegramm an den Kriegsminister erklärt der General Boulanger, daß er allen Schritten, welche auf seine Wahl für die Deputirtenkammer abzielten, gänzlich fern stehe.

Paris, 24. Februar. Nach einem Anschlag an der Börse erklärte der Flnanjmmister die Mittheilung des JournalsMalin" von der be­absichtigten Ausnahme einer Anleihe für gänzlich unbegründet.

N ch dem Gaulois ist der Prinz Louis Napoleon aus der italienischen Aimee ausgetreten.

Londorr, 24. Febr. Die Times sagt bei Besprechung des Artikels des russischen Regierungsboten, in der gegenwärtigen Form seien die Vor­schläge Rußlands unannehmbar, gleichwohl bildeten dieselben die Grund­lage für weitere Verhandlungen; dieser Schritt Rußlands habe die Aus­sichten gebessert, ohne die eigentlichen Schwierigkeiten der Lage zu bnei- tigen; solche dürften entstehen, wenn Rußland sich über die Mittel zur Herstellung gesetzlicher Zustände in Bulgarien äußern werde.

Petersburg, 24. Februar. DasJournal de St. Peterèbourg" sieht in den gestrigen Erklärungen desRegierungsanzeigers" einen Be-