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Nr. 37.
Montag den 13. Februar
1888.
BekauKtMkchrmgen KöRigl» LKUMathsamLs.
I« der vom 16. d. Mts. bis heute in Gegenwart eines Notars öffentlich bewirkten 33. Verloosung der Staats - Prämien - Anleihe vom Jahre 1855 sind auf diejenigen 4300 Schuldverschreibungen, welche zu de.« am 15. September v. Js. gezogenen 43 Serien gehören, die in der beiliegenden Listen aufgeführten Prämien gefallen.
Die Besitzer dieser Schuldverschreibungen werden aufgefordert, den Betrag Ber Prämien vom 1. April d. J. ab bei der Staatèschulden- Tilgungèkasse, Taudenstraße Nr. 29 hierselbst, gegen Quittung und Rückgabe der Schuldverschreibungen und der dazu gehörigen Zinsscheine Reihe V Nr. 1 bis 7 über die Zinsen vom 1. Apnl 1887 ab, welche nach dem Inhalte der Schuldverschreibungen unentgeltlich abzuliefern sind, zu erhebe«.
Die Zahlung erfolgt von 9 Uhr Vormittags bis 1 Uhr Nachmittags mit Ausschluß der Sonn- und Festtage und der letzten drei Geschäftslage jeden Monats.
Die Prämien können auch bei den Regierungs - Hauptkaffen und i« Frankfurt a. M. bei der Kreiskasse in Empfang genommen werden.
Zu diesem Zwecke sind die Schuldverschreibungen nebst Zinsscheinen einer dieser Kaffen schon vom 1. März d. I. ab einzureichen, welche sie der Staatsschulden-Tilgunzèkaffe zur Prüfung vorzulexen hat und nach erfolgter Feststellung die Auszahlung vom 1. April d. Js. ab bewirkt.
Der Geldbetrag der etwa fehlenden untentgeltlich mit abzuliefernden Zinsscheine wird vom Prämienbetrage zurückbehalten.
Formulare zu den Quittungen werden von den gedachten Kaffen unentgeltlich verabfolgt.
Die Staatsschulden-Tilgungskasse kann sich in einem Schriftwechsel mit den Inhabern der Schuldverschreibungen über die Prämien Zahlungen nicht einlassen.
Zugleich werden die Besitzer noch rückständiger Schuldverschreibungen aus bereits früher verloosten und gekündigten, auf der beiliegenden Liste bezeichneten Serien zur Vermeidung weiteren Zinsverlustes an die baldige Erhebung ihrer Kapitalien erinnert.
Berlin, am 19. Jannar 1888.
Hauptverw altung d er Staatsschulden.
Die vorstehend erwähnte Nummerliste liegt in dem hiesigen Ge- schäftslokale und in den Geschäftslokalen der Königlichen Steuerkassen zur Einsicht offen.
Hanau, 9. Februar 1888.
Der Königliche Landrath
_ Gf. Bismarck.___
Unsftftreißßii Kömgl. SfaiitsantDaltfdißff zu FmuKfuri a. M.
N. 878/87. Der am 9. Dezbr. v. Js. gegen den Commis Hch. Döring von hier erlassene Steckbrief wird zurückgenommen.
Frankfurt a/M. den 8. Februar 1888.
2289 A. — M. 29/88. Ueber den Aufenthalt des Schuhmachers Peter Fischer von Fürth t. Odw. wird Auskunft begehrt.
J. 2767/87. Ueber den Aufenthalt der Auguste Klöß, geb. 9. Dezember 1869 zu Gemünden, wird Auskunft begehrt.
2272 A. — J. 4557/87. Ueber den Aufenthalt des Schlossers Franz Josef Gunkel von Klein-Auheim wird Auskunft begehrt.
Frankfurt a/M. den 10. Februar 1888,_________________________
Tagesschau
p. Aus den Parlamenten. Berlin, 11. Februar. Der Reich staz füllte die heutige Sitzung mit Wahlprüfungen auè. Zu einer längeren Debatte führte zunächst die Wahl des Abg. Dr. Haarmann (5. Arnsburger Wahlkreis — nationalliberal), gegen welche von zwei Seiten. Eingaben wegen Wahlbeeinflussung eingereicht sind. Das Haus entschied sich gemäß dem Anträge der Commission für die Gültigkeit der Wahl (mit Resolution). Die Wahl des Abg. Richter (4. Arnsberger Wahlkreis — dentschfr.) beantragt die Wahlprüfungscommission für ungültig zu erklären wegen eines zu Unrecht ergangenen Verbots djs Arbeiter wahlcomitäs zu Hazen. Das Haus entschied sich indeß gegen die Stimmen der Deulschfreisinnigen und der Sozialdemokraten für die Gültigkeit der Wahl, da kein Einfluß jenes Verbots auf das Ergebniß der Wahl stattgehabt habe. Schließlich kam noch die Wahl des Abg. Henneberg
(2. Koburg-Gothaischer Wahlkreis — nat.-lib.) zur Verhandlung. Die Kommission beantragt Beanstandung und gewisse Beweiserhebung. Zur Entscheidung des Plenums kam es heute indeß noch nicht, da vor der Abstimmung Vertagung beschlossen wurde. Montag 1 Uhr: Zweite Berathung des Sozialistengesetzes.
Das Abgeordnetenhaus berieth den Antrag, betreffend die Verlängerung der Legislaturperiode, in zweiter Lesung. Eine fast zweistündige Geschäftsordnungsdebatte knüpfte sich zunächst an die Vorfrage, ob ein zu dem Hauptantraoe gestellter Zusatzantrag der freisinnigen Partei, welcher statt der öffentlichen die geheime Abstimmung auch bei den Abgeordnetenwahlen einführen will, als Amendement zulässig sei, nachdem der Präsident die Zulässigkeit nach der Geschäftsordnung bezweifelt, die Entscheidung darüber aber dem Hause vorbehalten hatte. Die Frage der Zulässigkeit wurde schließlich mit 223 gegen 112 Stimmen verneint und dann in die Hauptverhandlung eingetreten, bei welcher die Abgg. Czar- linski (Pole), Dr. Windthorst (Centr.), Rickert (dfr.) und Dr. Lieber (Centr.) noch einmal die Gründe entwickelten, welche gegen eine derartige Verfassungsänderung sprächen, während die Abgg. Hanffen (freik.), von Rauchhaupt (kons.), Tramm (nat.-lib.) und Freiherr v. Zedlitz (freikons.) für die Verlage eintraten und für dieselbe hauptsächlich Zweckmäßigkeitsgründe geltend machten. § 1 (Verlängerung ver Legislaturperiode auf fünf Jahre) wurde in namentlicher Abstimmung mit 237 gegen 126 Stimmen (dafür stimmten auch die Minister-Abgeordneten v. Boetticher, Dr. Lucius, Maybach) angenommen. Am Montag findet bereits die dritte Lesung d s heute angenommenen Antrages statt; außerdem Etat.
Berlin, 11. Februar. Der „R. u. St.-A." enthält folgende Bulletins:
San Remo, 11. Febr., 11 Uhr 5 Min. Vorm. Sè. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz haben eine gute Nacht gehabt und fühlen Sich heute recht wohl. Mackenzie. Schrader. Krause. Bramann. Hovell.
San Remo, 11. Febr., 10 Uhr 30 Min. Abends. Das gute Befinden Sr Kaiserlichen und Königlichen Hoheit des Kronprinzen hat auch im Laufe des heutigen Tages angedauert. Mackenzie. Schrader. Krause. Bramann. Hovell.
San Rem», 12. Febr., 11 Uhr Borm. Der Wundverlauf bei Sr. Kaiserlichen und Königlichen Hoheit dem Kronprinzen ist durchaus befriedigend. Das gute Befinden von gestern hat sich nicht verändert. Die Nacht war gut, Fieber und Schmerzen sind nicht vorhanden.
Mackenzie. Schrader. Krause. Hovell. v. Bergmann. Bramann.
Berlin, 11. Februar. Se. Majestät der Kaiser und König nahmen heute den Vortrag des Generals v. Al edyll entgegen.
Berlin, 11. Febr. Die „Nationalzeitung" meldet aus Petersburg, der Czar habe sich persönlich über Bismarcks Rede ungemein günstig ausgesprochen.
Leipzig, 10. Febr. Der Professor der orientalischen Wissenschaften, Geheimrath Friedrich Leberecht Fleischer, ist gestorben.
Lübeck, 11. Febr. Der muthmaßliche Mörder des Fuhrmanns Bohnhoff in Schwerin ist hier in Person eines Arbeiters aus Criewitz verhaftet worden.
München, 11. Febr. Einem Privattelegramm der „Allgemeinen Zeitung" aus Friedrichshafen zufolge ist durch einen erneuten Lawinensturz die Station Langen der Arlbergbahn nebst einem Postzuge verschüttet worden Zweitausend Arbeiter sind mit Rettungsarbeiten beschäftigt.
Wie«, 11. Febr. Ueber die Lawinenstürze auf der Arlbergbahn wird weiter gemeldet: Der Bahnhof der Station Langen ist vom Westportal des Arldergtunnels bis zum Gütermagazin verschüttet. Eine zweite Lawine verschüttete die anschließende Strecke vom Ende des Bahnhofs an auf eine Kiiometerlänge. Es wurde ein Wärterhaus zerstört und der Wärter und dessen Frau todt aufgefunden. Ferner sind zwei Brücken bei. Langen und die ganze Telegraphenlinie zerstört. Die Strecke St. Anton- Bludenz ist für den Personenverkehr und die Strecke Landeck—Bludenz für den Frachtverkehr gesperrt. Die Verkehrsstörung wird voraussichtlich
8 Taze dauern. Militär und Civil arbeiten unausgesetzt.
Brüssel, 11. Febr. Der „Nord" schreibt, die Rede des Fürsten Bismarck im deutschen Reichstage bilde einen friedlichen Kommentar zu der Veröffentlichung des österreichisch-deutschen Bündnißvertrages. Dre