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Nr. 34.

Donnerstag den 9. Februar

1888.

SekaKtttmÄchuRgen KömgU LsnmathKamts.

Der Ackermann Heinrich Friedrich Haupt in Niederrodenbach ist als Bürgermeister dieser Gemeinde auf die Dauer von 8 Jahren gewählt und als solcher bestätigt und in Pflicht genommen worden.

Hanau am 6. Februar 1888.

Der Königliche Landrath

____Gf. Bismarck._______________________

DieMNachrichten aus dem Kreise.

Der als Ortsschätzer-Stellvertreter für die Gemeinde Roßdorf fungirende Kaspar Schneider II. daselbst ist zum Ortsschätzer, und der Ackermann Konrad Demuth 3r daselbst zum Ortsschätzer-Stellvertreter auf Grund der Anweisung der,Königl. Regierung vom 18. Juli 1885 (Amtsblatt S. 145) auf Widerruf bestellt und in Pflichten genommen worden.

Unter Bezugnahme auf das in Nr. 54 des Kreisblatts vom 1. März 1886 veröffentlichte Namensverzeichniß der Ortsschätzer und deren Stellvertreter wird solches hiermit bekannt gegeben.

Hanau am 2. Februar 1888.

Der Königliche Landrath

V. 249_________________Gf. Bismarck.____ âusfdicei6en Königs. Kianisanmaliskslnfi zu Frankfurt u. M. 2612 B. N. 641/87. Das am 4. Juli v I. gegen den Buchdrucker Konrad Mehler von Hausen erlassene Ausschreiben wird erneuert.

J. 2806/87. Ueber den Aufenthalt des Schweizers Daniel Küchel, geb. 14./1. 1847 zu Ostheim, wird Auskunft begehrt.

J. 449/88. Ueber den Aufenthalt des Schuhmachers Albert Christof Do bisch, geb. 1852 zu Dachau in Böhmen, wird Auskunft begehrt.

2472 B. N. 1550/87. Ueber den Aufenthalt des Agenten Jakob Plaut von Ottrau wird Auskunft begehrt.

Frankfurt a/M. den 7. Februar 1888.______________________

1817 A. J. 344/88. Gegen den Schlosser Adolf Traut von Karlsruhe, etwa 22 Jahre alt, welcher flüchtig ist, ist die Unter­suchungshaft wegen Diebstahls verhängt.

Es wird ersucht, denselben zu verhaften und von der Verhaftung unverzüglich Nachricht zu geben.

Frankfurt a/M. den 7. Februar 1888.

Königliche Staatsanwaltschaft.

Tagesschau

Berlin, 8. Februar. Se. Majestät der Kaiser und König hörten gestern Nachmittag den Vortrag des Reichskanzlers Fürsten von Bismarck. Heute arbeiteten Se. Majestät mit dem Chef des Civilkabi- mts.

Berlin, 7. Februar. Dem Reichskanzler gehen aus zahlreichen Orten des Reiches enthusiastische Zustimmungs- und Beglückwünschungs- Telegramme zu seiner gestrigen Rede zu. Alle Zeitungen ohne Unter­schied der Parteistellung heben den überwältigenden Eindruck der gestrigen Rede Bismark's und die rückhaltlose Einmüthigkeit hervor, mit welcher der Reichstag den Vorlagen zustimmte.

Berlin, 8. Febr. Unter dem Vorsitze des Fürsten Bismarck fand heute Nachmittag eine Sitzung des preußischen Staatsministeriums im Reichskanzlerpalais statt.

Berlin, 8. Febr. (K. Z.) In der Budgetkommission des Reichs­tags begründete Graf Herbert Bismarck die Erhebung der Gesandtschaft in Madrid zu einer Botschaft. Dann rechtfertigte Staatssekretär v. Stephan den Ankauf der Telegraphenlinien Greatseal-Valentia und Borkum-Lowe­stoft, indem er durch eingehende Zifferangaben nachwies, daß der bisherige Zustand nicht aufrecht zu erhalten gewesen sei. Auch finanziell ist das Geschäft nicht schlecht; da bei der Fortdauer des bisherigen Verkehrs der Kaufpreis eine Verzinsung von 9 Procent erfahren wird. Interessant waren seine Mittheilungen über die Verhandlungen mit England und die Aussicht, den Tarif für englisch-deutsche Telegramme vielleicht binnen kurzem herabsetzen zu können. Der Ankauf wurde schließlich einstimmig

genehmigt. Bei Berathung des Etats des Reichsschatzamts befäntpfte Abgeordneter v. Bennigsen die Versetzung des Zuschusses zu den Unter­haltungskosten der Universität Straßburg aus dem Ordinarium in das Extraordinarium. Er sah darin eine Hindeutung auf die Absicht, den Posten vielleicht ganz zurückzuziehen, obgleich die Bewilligung von vorn­herein als eine dauernde ins Auge gefaßt sei. Die von ihm vorgebrachten Gründe, welche die Beibehaltung des bisherigen Verfahrens als rathsam erscheinen lassen, um die Absicht festzustellen, daß die Zahlung ganz in der bisherigen Weise festgehalten werden solle, waren so durchschlagend, daß die überwiegende Mehrheit der Commission sich ihnen anschloß und die Rückversetzung des Postens in das Ordinarium beschloß. Dagegen waren nur die Ultramontanen und vereinzelte Conservative.

DieK. Z." schreibt: In den Kreisen der Abgeordneten rechnet man jetzt, nachdem die Wehrvorlage heute erledigt und die Militärforde­rung gleichfalls in wenigen Tagen bewilligt sein wird, mit großer Be­stimmtheit auf eine baldige Beendigung der Reichstagssession, vielleicht schon in etwa drei Wochen. Man hofft, daß es im Reichsamt des Innern gelingen wird, so rechtzeitig noch die Vorlage betreffend die Alters- und Invalidenversicherung festzustellen und im Reichstag einzubringen, daß bis dahin noch die erste Lesung der Vorlage im Reichstage stattfinden kann. Dagegen hält man es für kaum ausführbar, bereits in diesem Sommer die Vorlage zu erledigen, zumal die Mehrzahl der Abgeordneten das dringende Bedürfniß hat, sich an der Hand der einzelnen Bestimmungen gründlich mit Industriellen und Sachverständigen über den Gesetzentwurf zu verständigen.

Weimar, 7. Febr. DieThüring. Corresp." meldet:Se. Kö­nigliche Hoheit der Großherzog hat, nachdem er die gestrige Reichstags­rede des Fürsten Bismarck gelesen, dem Reichskanzler seine Freude und seinen Dank telegraphisch ausgesprochen. Fürst Bismarck drückte alsbald telegraphisch seinen Dank für diese ihm gewordene Anerkennung aus. Die Rede wie der ganze Verlauf der gestrigen Reichstagssitzung hat in ganz Thüringen einen sehr liefen Eindruck gemacht."

Wie», 8. Febr. N ch einer Mittheilung aus authentischen Quelle wirkte die Veröffentlichung der deutsch-österreichischen Bündnißurkunde auf König Milan sehr günstig; die nationale« Kreise Serbiens sind davon überzeugt, daß der Bund für die Unabhängigkeit und selbständige Ent­wicklung des Serbenthums im Gegensatz zum völkermordenden Panslawis­mus die größte Bürgschaft biete.

Wien, 8. Febr. Das Abgeordnetenhaus nahm den österreichisch­italienischen Handelsvertrag, welchen der Handelsminister befürwortete, mit sehr großer Mehrheit an.

San Remo, 8. Febr. Mackenzie, der gestern Abend hier wieder eingetroffen ist, fuhr soeben mit dem Kronprinzen aus. Das Wetter ist frühlingsmild. Die Kronprinzessin, der Großherzog von Hessen, nebst den jungen Prinzessinnen und dem Hofstaat machte^ gestern Nachmittag einen Ausflug auf dem Dampfer Agostino Barbarigo. (K. Z)

Rom, 8. Febr. Die meisten Abendblätter fassen die Rede des Fürsten Bismarck als eine für die Erhaltung des Friedens günstige auf. DieRiforma" sagt, die Rede des Reichskanzlers sei das beredteste Frie- densunterpfand, das Europa habe gegeben werden können. (Rh. K.)

Paris, 8. Februar. N.ch Anordnung des Untersuchungsrichters Athalin wird Wilson in Sachen des Ordenshandels mit Legrand und Crespin vor das Zuchtpolizeigericht verwiesen. Termin ist auf den 16. Februar anberaumt. (^ $)

London, 8 Febr. Der Standard meldet aus Schanghai, durch den Austritt des Hoanghoflusses, der weite Strecken überschwemmt habe, seien nahe an 2 Millionen Menschen in Noth uns Gefahr versetzt.

Petersburg, 8. Febr. DasJournal de St. Petersbourg" schrelbt: Die mit Ungeduld erwartete Rede des Fürsten Bismarck liegt nur im teleqraphischen Auszuge vor, aber man kann schon jetzt deren Zweck würdigen. Fürst Bit-marck konstatirte, er wolle mit seiner Rede in keiner Weise einen Einfluß üben auf das Votum des Reichstages bezüg­lich des geforderten Kredits, sondern er wolle sich über die allgemeine Lage Europas aussprechen. Die Auslassung schiene ihm geboten durch die Kommentare, welche die Veröffentlichung des Bündnißvertrages hervor­gerufen habe. Wir glauben, daß dieser Zweck erreicht ist. Fürst Bis­marck betonte ausschließlich den defensiven Charakter des Bündnisses ; das