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Hanauer Astiger.

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Montag den 6. Februar

Nr. 31.

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Sienst-Uachrichten aus dem ftttst.

Zugelaufen: Ein schwarzer Neufundländer m. Geschl.; Em­pfangnahme bei W. Adam zu Großauheim.

Hanau am 6. Februar 1888.

Juwelier Adolph Hofmann von hier, geboren am 17. Juli 1860, hat um Entlastung aus dem Staatsverband nachgesucht, um sich in England niederzulasten.

Hanau am 3. Februar 1888.

Der Oberbürgermeister

Westerburg.

Unsfdicßißßn Kömgl. Staafsanwattfdiftft zu FranKfuri a. M. 2181 B. 0. 379/87. Ueber den Aufenthalt des Schuhmachers Julius Schießer aus Schweinfurt wird Auskunft begehrt. Derselbe soll als Zeuge vernommen werden.

Frankfurt a/M. den 2. Februar 1888.

J. 130/88. Ueber den Aufenthalt der Elisabeth Loos, geb. 29. September 1872 zu Haufen, wird Auskunft begehrt.

Frankfurt a/M. den 3. Februar 1888.

B. 2387. N. 1551/87. Der unterm 27. Januar d.. er­lassene Steckbrief gegen den Monteur und Schreiner Johann Dull aus München ist erledigt.

J. 3905/87. Ueber den Aufenthalt des Buchdruckers Georg Franz Karpenstein, geb. 29. Dezember 1837 zu Tann, wird Aus­kunft begehrt.

J. 4312,87. Der am 13. Dezember v. Js. gegen den Commis Gotifried Horchler von München erlassene Steckbrief ist erledigt.

Frankfurt a/M. den 4. Februar 1888.

Tagesschau

Berlin, 4. Februar. Se. Majestät der Kaiser und König empfingen heute im Laufe des Vormittags Se. Königliche Hoheit den Erbgroßherzog von Oldenburg, nahmen militärische Meldungen entgegen und arbeiteten mit dem Chef des Militärkabinets, General v. Albedpll.

Berlin, 4. Febr. Die Veröffentlichung des deutsch.österreichischen, für Bertheidigungszwecke abgeschlossenen Bündnißvertrages, der den Bünd- nißfall bei einem russischen Einzelaugriff gegen einen der Verbündeten sofort mit allen Folgen eintreten läßt, wird allgemein als eine ernste Mahnung in erster Linie an die russisch-panslawistische Kriegspartei ge­richtet angesehen, und man hofft, daß die damit beabsichtigte friedliche Wirkung bald erkennbar sein werde.

Berlin, 4. Februar. Dem Vernehmen nach wurden die Ober- präsidenten ersucht, geeignete Persönlichkeiten der Landwirthschaft und des Handelsstandes auszuwähle«, welche als Sachverständige und Vertrauens­männer und Beirath für Beschaffung der Truppenverpflegungsmittel den Korpsintendanturen beizuordnen und alljährlich im Januar resp, nach Bedarf einzuberusen feie».

DieGermania" bemerkt zu der Veröffentlichung des deutsch- österreichischen Bündnißvertrages:

. . . Auf jeden Fall weiß jetzt ganz Europa, und in erster Linie besonders Rußland xnd in zweiter Linie auch Frankreich, daß sie Nichts von Mittel Europa zu befürchten haben, wenn sie ihrerseits Ruhe halten. Thun sie das nicht, dann ja dann finden sie Mittel Europa Schulter an Schulter, eine unerschütterliche, eingepanzerte Phalanx, Rationen mit eisernem Willen, in einer Welt in Waffen sich zu behaupten, und mit dem Bewußtsein, ohne eigene Schuld frivol in den Krieg getrieben worden zu sein.

Wien, 4. Febr. Die Veröffentlichung des deutsch österreichischen Bündnisses beschäftigt das Publikum fast ausschließlich. Man spricht von nichts anderm, und zwar ist der Eindruck weit günstiger, als die meisten Morgenblätter ihn spiegelten, die theils unter dem Einfluß des Cursfalles der gestrigen Abendbörse standen, theils dem Fürsten Bismarck kleinliche Beweggründe unterschoben. Die deutschen Abgeordneten des Reichsraths begrüßten den Vertrag mit freudiger Genugthung, ebenso die Polen, wäh­rend die Czechen sich zurückhalten. Unterrichtete Kreise erzählen, daß j längere eifrige Verhandlungen der Veröffentlichung vorangegangen seien. |

1888.

Deutschland hatte seine Gründe, die Veröffentlichung zu wünschen, Oester­reich die seinigen, zuzustimmen. Beiderseits wollte man keinesfalls Ruß­land damit herausfordern, weil dem Zaren der Wortlaut des Vertrages bereits in Berlin bekannt war; vielmebr sollte die öffentliche Meinung der Völker aufgeklärt werden, was man von dem Vertrag erwarten dürfe und was nicht. Bismarck glaubte dem deutschen Volke bei den großen verlangten Opfern Aufklärung zu schulden; andererseits wünschte man auch, Mißtrauen gegen die Festigkeit des Bündnisses sowie die Beschuldigung kriegerischer Absicht zu widerlegen Insofern soll die Veröffentlichung beruhigend wirken. Anlaß oder Zweck der Veröffentlichung war im übrigen nicht, eine Aenderung der nach wie vor bedrohlichen Lage zu erzielen, sondern die Absicht der Aufklärung der Völker; vollständig un­richtig sind die Auffassungen der Times und der Reuen Freien Presse, als sei die Veröffentlichung bereits der Beginn einer feindlichen Action gegen Rußland und ein Krieg nahe bevorstehend, falls jetzt Rußland nicht sofort zurückweiche. Die Bemerkung des Fremdenblatts über eine An­gliederung anderer Mächte an den Friedensbund wird vielfach dahin ge­deutet, daß außer Italien in ähnlicher Weise auch Rumänien die An­gliederung nunmehr vollzogen habe.

Wien, 3. Febr. Der Geheime Kommerzienrath Krupp aus Essen war zu dem heutigen Diner bei dem Kaiser geladen.

San Remo, 4. Febr. Heute herrscht herrliches, mildes Früh­lingswetter. Das Befinden und die Stimmung des Kronprinzen sind gut, das Kopfweh ist ganz geschwunden. Gestern machte der Kranke zwei Ausfahrten uns längere Spaziergänge und heute ist derselbe ebenfalls ausgegangen. Häufig begleitet ihn der Großherzog von Hessen. Die Königin Victoria wird nicht dauernd, sondern nur auf der Durchreise vielleicht einige Tage hier verweilen.

Brüffel, 4. Februar. DerNord" sagt in einem Postskriptum zu der Veröffentlichung des österreichisch-deutschen Bündnißvertrags: Wenn auch auf den ersten Blick sich nicht übersetzen lasse, wie die Veröffent­lichung der gegen Rußland gerichteten Abmachung eine Beruhigung her­vorbringen könne, so fei gleichwohl wünschenswerth, daß die Veröffent­lichung diejenigen friedlichen Folgen habe, die man in Wien und Berlin erwarte.

London, 4. Februar. Der Union - DampferAthenian" ist auf der Ausreise vorgestern in Capetown angekommen.

New-Uork, 2. Februar. Der PostdampferBelgenland", der Red Star Linie", welcher am 21. Januar von Antwerpen abging, ist heute wohlbehalten hier angekommen.

Mb Fortsetzung der Tagesschau in der Beilage. <*Äg

Spk zial-Telegramme desDeutschen Montags-Blatt."

Wien, 5. Febr. Gestern Abend äußerte Kronprinz Rudolf auf dem hiesigen Polen ball mehreren Herren gegenüber, die Publikation des Vertrages habe einen friedlichen Zweck gehabt, eine alarmirende Deutung des Ereizniffes sei willkürlich, auf Erhaltung des Friedens dürfte gehofft werden. Der Kronprinz bemerkte ferner, jedenfalls erscheine eine ruhige, nüchterne Auffassung der Lage angezeigt.

Petersburg, 5. Fedr., 12 Uhr 16 Min. Nachm. Der erst heute veröffentliche deutsch österreichische Bündnißvertrag erweckt das Mißtrauen Der Petersburger Blätter betreffs seiner rein defensiven Natur. Die kom­petenten Kreise dagegen halten ihn, wie dieNowoje Wremja" sagt, für einen Vertrag mit rein defensiven Zielen und bezweifeln nicht, daß Deutsch­land einen Beweis seiner friedlichen Tendenzen gegeben und damit sei der Behauptung der französischen Presse ein Ziel gesetzt, daß das Bündniß auch in Kraft trete, wenn das Wiener Kabinet einen Offensivkrieg noth­wendig finden sollte. Das Ausland sehe die Veröffentlichung als eine Demonstration gegen Rußland an, letzteres müsse daraufhin entweder etwas Besonderes unternehmen oder zurückweichen. Demgemäß betont das Blatt es fei hochwichtig, das Ausland zu überzeugen, daß Rußlands leitende Kreise die Veröffentlichung als eine entschiedene Friedenskundgebung an­sehen.

Paris, 5. Febr., 10 Uhr 50 Min. DieDöbats" erklären, der Vertrag müsse unvollständig veröffentlicht sein, da er nichts darüber ver­lautbare, was geschätze, wenn Rußland im Orient angreift. Nach den Döbats" bezweckt die Veröffentlichung weniger eine Drohung an Ruß-