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Hamner Anzeiger.

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Nr. 30.

Samstag den 4. Februar

1888.

BekaKrttMachlLNgen Kösigl- LemürathMUlts.

Mit dem 1. Februar d. I. tritt in Nidda eine Natural-Ver- pflegungs- und Arbeitsstation für mittellose, auf der Reise von oder nach der Arbeiter-Kolonie zu Neu Ullrichstem begriffene Reisende ins Leben.

Hanau am 3. Februar 1888.

Der Königliche Landrath

A. 131 Gf. Bismar cL

Die Herren Ortsvorstände derjenigen Gemeinden, in welchen sich Wanderschafheerden befinden, werden veranlaßt, die Eigenthümer der be­treffenden Heerden beziehungsweise deren Vertreter, mit den Bestimmungen der Regierungs - Polizeiverordnuvg vom 15. August 1887 (publizirt in Nr. 303 und 304 des Kreisblattes) bekannt zu machen.

Hanau, 27. Januar 1888.

Der Königliche Landrath

V. 455_________________Gf. Bismarck._______________________

Dienst-Nachrichten aus dem Lreise.

Verloren: Ein weißes Taschentuch mit dem gestickten Namen Ricka". Ein goldener Ring.

Entlaufen: Ein schwarzer Neufundländer m. Geschl.

Vom Wasenmeister eingefangen: ein gelber Spitz m. Geschl

Zugelaufen: Ein schwarzer Jagdhund m. Geschl.; Empfang­nahme bei Konrad Loh fink zu Niederissigheim.

Gefunden: Ein einzelner grauer Handschuh (linker).

__Hanau am 4. Februar 1888.

liisfdireißen âönigL âaisamualMafi zu Frankfurt a. W. 1117 D. J. 4122/87. Das am 31. Dez. v. I. gegen den Kaufmann Gustav Otto Löffler von Gambach erlassene Ausschreiben ist erledigt.

Frankfurt a/M. den 1. Februar 1888.

A. 1736. J. 4540/87. Das unterm 18. Januar d. I. er­lassene Ausschreiben gegen den Metzger Martin Kreiner von Königstein ist erledigt.

Frankfurt a/M. den 2. Februar 1888.

Tagesschau

P. Aus dem Reichstage. Berlin, 3. Febr. Der Reichs­tag beendete die erste Berathung des Antrages, betreffend die Einführung der fünfjährigen Legislaturperiode. Zuerst erhielt Abg. Richter (deutschfr.) das Wort. Er suchte auszuführen, daß der Antrag ein gewisses Miß­trauen gegen das deutsche Volk bedeute; man scheine zu befürchten, daß dasselbe von dem ihm zustehenden Rechte nicht den richtigen Gebrauch machen werde. Ein solches Mißtrauen sei aber am allerwenigsten ange­messen in einem Augenblicke, wo an die Opferwilligkeit des Volkes so große Anforderungen erhoben würden. Seine Freunde müßten jeder Ab­änderung der Verfassung in diesem Punkte entgegentreten. Abg. Singer (Sozialdem.) erblickte in dem Antrags eine Schädigung des allgemeinen Wahlrechts. Nachdem man dem Volke die nothwendigsten Lebensmittel vertheuert, wolle man ihm nun auch ein wichtiges politisches Recht ver­kümmern. Abg. Dr. Windthorst (Zentrum) hielt im Allgemeinen seine neulichen Bedenken aufrecht. Schließlich nahm noch der Mitantragsteller Abg. v. Helldorff (deutschkons.) das Wort, um darzulegen, daß der vor­liegende Antrag insofern eine Stärkung des Parlaments bedeute, als er demselben eine größere Stabilität geben werde. Außerdem wolle der An­trag allerdings auch die Wahlwühlereien beschränken, die nur den So­zialdemokraten zu Gute kämen. Ein Antrag auf kommissarische Be­rathung wurde gegen die Stimmen der Deutschfreisinnigen und der So­zialdemokraten abgelehnt. Die zweite Berathung wird demnächst im Ple, num stattfinden. Morgen: Eine Reihe kleinerer Vorlagen.

Berlin, 3. Februar. Se. Majestät der Kaiser haben im Namen des Reichs den Kaufmann Gustav Govenius zum Vize - Konsul in Lulea (Schweden) zu ernennen geruht.

Berlin, 3. Februar. S?. Majestät der Kaiser und König nahmen im Laufe des heutigen Vormittags die persönliche Meldung des Generals der Infanterie von Strubberg entgegen und empfingen den Oberst-Kämmerer Grafen zu Stolberg-Wernigerode zum Vortruge.

Berlin, 3. Febr DerReichsanzeiger" veröffentlicht den Vertrag betr. das Bündniß zwilchen Deutschland und Oesterreich vom 7. Oktober 1879. DieWiener Abendpost" bringt die gleiche Publikation.

Berlin, 3. Febr. Fürst Bismarck hat, wie man hört, seit seinem Eintreffen in Berlin einige Mitglieder des Reichstags empfangen, so auch den Abg. v. Bennigsen, mit dem der Fürst am vergangenen Dienstag Vormittag eine einstündige Unterredung hatte.

Berlin, 3. Februar. S. M. Schiffsjungen-SchulschiffAriadne", Kommandant Kapitän zur See Barandon, ist am 1. Februar er in Do­minica (Westindien) eingetroffen und beabsichtigt am 25. dess. Mts. wie­der in See zu gehen. S. M. KanonenbootCyclop", Kommandant Kapitän-Lieutenant Schneider, ist am 2. Februar cr in Gabon (West­afrika eingetroffen und beabsichtigt am 8. dess. Mts. wieder in See zu gehen.

In diesem Jahre feiern in beneidenswerther geistiger und kör­perlicher Frische zwei hochverdiente Mitglieder der nationalliberalen Partei ihren 80. Geburtstag: am 10. Februar Professor Georg Weber in Hei­delberg, am 11. März Staatsminister Dr. v. Bernuth, der zur Zeit der Senior der nationalliberalen Fraktion des Reichstags ist.

Hamburg, 3. Febr. Das hiesige Overlandesgericht bestätigte das Urtheil erster Instanz in Sachen, betreffend den Zusammenstoß der KreuzerkorvetteSophie" mit dem Dampfer des Norddeutschen Lloyd Hohenstaufen", welches den Reichsfiskus mit seiner Klage gegen den Norddeutschen Lloyd unter Verurtheilung des Klägers in die Kosten ab­gewiesen hat. (Rh. K.)

Hamburg, 3. Febr. Die sozialdemokratischeHamburger Rund­schau" ist auf Grund des Sozialistengesetzes verboten worden.

Leipzig, 3. Febr. (K. Z.) Hofrath Petschke hat dem städtischen Museum nahezu eine halbe Million Mark vermacht.

Stuttgart, 3 Februar. Heute früh 6 Uhr fand in einem Hotel ein Doppelselbstmordversuch statt. Einer der Selbstmörder ist ein 16jähr. junger Mann aus Pforzheim, er ist elegant gekleidet und soll aus einem Institut zu Kornihal entwichen sein; der andere ist ein Stuttgarter. Es ist wenig Hoffnung für Rettung vorhanden. (Pf. B.)

Bern, 3. Februar. (K. Z.) Laut amtlicher Mittheilung ist die Anfangs vorigen Jahres begonnene Anarchisten-Untersuchung noch nicht beendigt, sondern wird nach verschiedenen Richtungen fortgesetzt.

London, 3. Februar. Thomas Callan und Michael Harkins, welche angeklagt find, sich behufs Herbeiführung von Dynamitexplosionen verschworen zu haben, wurden heute je zu 15 Jahren Zwangsarbeit verurtheilt.

In Damaskus spielt augenblicklich ein ähnlicher Conflikt zwischen der Türkei und Frankreich, wie der soeoen beigelegte zwischen Frankreich und Italien. Wie die Zeitungen melden, drang am 25. v. M. ein türkischer Polizeiofficier mit 15 Soldaten in das französische Consulat, die Consulatsbeamtcn mit dem Revolver bedrohend, und verhaftete einen französischen Unterthan aus Algerien, der seiner Zeit im Gefolge von Abdel-Kader nach Damaskus gekommen war. Der französische Botschafter in Konstantinopel hat Genugthung verlangt; auf der Pforte behauptet man aber, der Vorgang habe in Nebengebäuden, nicht im Consulat selbst stattgefunden, überdies sei der Verhaftete als Algerier Unterthan des Sultans, welcher die französische Eroberung Algeriens niemals anerkannt habe. Der Scheich Hachem, Abdel Kaders Sohn, theilte den Vorfall dem Präsidenten der französischen Republik telegraphisch mit und bat um die Anweisung eines anderen Aufenthaltsorts für sich und die Seinen. Es sind diplomatische Verhandlungen eingeleitet, auch haben französische Kriegsschiffe den Befehl erhalten sich nach Beirut zu begeben, um event, der dortigen christlichen Bevölkerung zum Schutz zu dienen.

Bremen, 2 Februar. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd Habsburg" ist in Colombo eingetroffen.

New-Uork, 1. Februar. Der DampferHolland" von der National-Dampfschiffs-Compagnie (C. Messing'sche Linie) ist hier ange­kommen.

Aus Stadt, Provinz und Umgegend.

Erledigte Stellen im Bezirk des 11. Armee-Corps. Hanau, Direktion der Pulverfabrik, Hilfsschreiber, 80 Mk. monatlich. Bockenheim, Postamt, Postpacketträger, 750 Mk. Gehalt und 240 Mk.