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ein Recht habe. Ripon und Morley wurden in den Hauptstraßen Dub­lins von einer ungeheuren Menschenmenge begeistert begrüßt. (K. Z.)

Washington, 1. Febr. Der dem Senate zugegangene Bericht des Ausschusses für die Vorlage über Einsetzung einer Aufsichtsbehörde für das zur Ausfuhr bestimmte Fleisch und zur Verhinderung der Ein­fuhr von verfälschten Lebensmitteln und geistigen Getränken spricht sich zu Gunsten der Vorlage aus.

Bremen, 29. Januar. Der Dampfer des Mrddeutscher- Lloyd Amerika" ist in Baltimore eingetroffen.

Hamburg, 2. Febr. Der PostdampferBohemia" von der Jamburg - Amerikanischen Packetfahrt - Aktiengesellschaft ist in New-Iork eingetroffen

ME** Fortsetzung der Tagesschau in der Beilage. -"KW

Aus Stadt, Provinz und Umgegend.

Reichsbank. Vom 8. Februar d. I. ab werden von der Reichs­banknebenstelle Giro 1 Uebertragungen von Giro - Konten - Inhabern in Be­trägen von Mk. 3000 bis Mk. 50 000 direkt advisirt. Ferner kommt bei der Discontirung von gekündigten Effekten, Leihbank-Obligationen rc. für die Folge nur einmal Porto in Anrechnung.

Friedberg-Hanau. Eine Abänderung in der Abgrenzung der Bezirke der Eisendahndireknonen Frankfurt, Erfurt und Hannover ist be­absichtigt und soll, nach derH. M", am 1. April er. bereits erfolgen. Unter Anderen sollen die Linien Gießen Frankfurt und Friedberg Hanau zu Frankfurt, und die Linien Bebra ° Göttingen, Münden - Saffet und Blankenhain - Berlin theils zu Hannover, theils zu Magdeburg ge- schlag.n werden. Wegen Eisenach-Cassel scheint noch kein definitiver Be­schluß vorzuliegen.

Berufsgenoflenschaft. Donnerstag den 16. d. M findet Nach­mittags 4 Uhr dahier im unteren Rathhaussaale eine Sectionsversamm- lung der Süddeutschen Edel- und Unedelmetall-Berufsgenossenschaft Sect. VI. statt, wozu die dahin einschlägigen Betriebe Der Provinz Hessen-Nassau sowie des Großherzogthums Hessen gehören.

Vortrag. Am letzten Montag fand im kaufmännische« Verein dahier, wie vorher angezeigt, der erste Vortrag statt. Wenn das Thema auch, wie man zu sagen pflegt, ein trockenes war, so können wiè doch nicht umhin an dieser Stelle zu erwähnen, daß wir in der zu Grund gelegten Materie einen reichen Stoff erkannten, den zu würdigen nicht nur sehr an der Zeit, sondern auch von hohem Jntereffe eines jeden Einzelnen ist; wird dock die Frage der Unfall und Invaliditäts-Versicherung, sobald sie an maßgebender Stelle spruchreif geworden, an und für sich die Auf­merksamkeit aller Betheiligten zur Genüge in Anspruch nehmen.

Herr Karl Merz bekundete in seinem Vortrag eine tiefe, bis in's kleinste Detail gehende Kenntniß der Sache, fand aber auch Seitens der Zuhörer, Die er über 1V- Stunde zu halten verstand, die gebührende Aufmerksamkeit und Anerkennung.

Wie wir von zuverlässiger Seite erfahren, findet am 20. Februar ein zweiter Vortrag statt und zwar durch Herrn Dr. Meusch aus Gießen überMaria Stuart in Poesie und Geschichte."

-n. Unser Sproch. oder vielmehr diejenige desFrankforters" war es, die gestern Abend eine zahlreiche Damen- und Herren Gesell­schaft zu den humoristischen Recitationen des Herrn Strohecker führte, um aus bessert dialektisch gewandtem Munde die zwerchfellerschütternden Poems der bekannten Frankfurter Diglckt-Dichter Frieorich und Adolf Stoltze sowie Pfeiffer entgegen zu nehmm. Und wer könnte an diesen mit kernhaftem Humor durchwürzten Dichtungen nicht Gefallen finden ? Würde nicht manchem Fremden das unberechtigte Vorurtheil gegen .unsere bar­barische Sprache" schwinden, wenn er den daraus entspringenden humor­vollen Dichtungen Gehör schenkte?

So vermochte es auch der beliebte Dialektiker mit seiner gelungenen Beherrschung des echtFrankfortischen" die Zuhörer in heiterste Stimmung zu versetzen. Wir machen deshalb auf den zweiten Vortrag des Herrn Georg A». Strohecker besonders aufmerksam, den Besuch allen Den­jenigen empfehlend, die einiger Anregung bedürftig sind.

Warnung. Folgender Vorfall bestätigt die Gefährlichkeit des Gistlegens gegen Mäuse und anderes Ungeziefer. Einer Hausfrau zu Cassel wurde, wie dasC. II." schreibt, auf Befragen, wie sie am Besten die Mäuse aus ihrer Wohnung vertreiben könne, der Rath ertheilt, Phos­phor, welchem etwas den Mäusen Schmackhaftes beigefügt wird, zu legen. Eines Tages kam nun die betr. Frau in die Küche und sah, wie eine Maus, welche von dem Phosphor gefressen und schon stark ihrem Ende zuneigte, an einem Gesäß mit Milch saß, welche für das kleine Söhnchen bestimmt war und dieselbe begierig trank. Die Milch wurde sogleich weg­geschüttet. Wie leicht hätte nun hierdurch ein Unglück entstehen können, wenn die Mutter nicht zufällig zu dem Vorfall gekommen wäre: denn daß von der Maus sich das Gift der Milch zugetheilt hat und die dem Kinde gegebene Milch sich nicht allein schädlich, sondern sogar tödtlich hätte erweisen können, steht außer Frage. Darum nehme man lieber Fallen oder wenigstens solche Gifte, welche den Menschen unschädlich sind.

Für heute Hanauer Stadttheater:Ein toller Einfall", Schwank in 4 Akten von Karl Laufs; Anfang 7 Uhr. Verein für Vogel­

freunde : Abends 8*/» Uhr Monatsversammlung im Vereinslokal; Tages­ordnung: Vortrag, Besprechung über das Stiftungsfest. Turn- und Fecht - Club: Abends 1/s9 Uhr Turnen der Männerriege. Abends 9 Uhr: Männerabtheilung der Turngemeinde: Turnen.

Für morgen. Nachmittags 2 Uhr findet tih Gasthaus zum goldnen Löwen" (Vorstadt) eine Versammlung des landwirthschaftlichen Kreisvereins statt. Die interessante Tagesordnung weist u. a. folgende Punkte auf: Schlachthausordnung für Hanau und Einführung des Ver­kaufs der Thiere nach lebendem Gewicht; Beschaffung von Saatgetreide und Saatkartoffeln; Mittheilung über die Thätigkeit der Sektion für He­bung des Obstbaues rc.

Verein zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger: Nachmittags 3 Uhr Mitgliederversammlung im unteren Saale des Neu­städter Rathhauses ; zugleich sind Diejenigen eingeladen, welche dem Ver­ein als Mitglieder beitreten wollen; Tagesordnung: Statutenänderung.

V. Goeddaeus ^. Vorgestern starb nach längerem Leiden in in seiner Wohnung zu Frankfurt a. M. Herr Geheimrath 0. Goeddaeus, der letzte Cabinets Minister des letzten Kurfürsten von Reffen und Rechts­konsulent der Frau Landgräfin von Hessen. ©rr Verstorbene war, wie derG.-A." schreibt, nicht nur im Umgang ein äußerst liebenswürdiger Mann, der sich hier zahlreiche Freunde erworben hat, sondern verdiente auch um seiner Charaktereigenschaften willen, unter denen Aufrichtigkeit und Treue hervorragten, die höchste Achtung. Mit ihm geht auch ein genauer Kenner der Geschichte Der mittelstaatlichen Politik in den fünfziger uns sechsziger Jahren zu Grabe. Ehre seinem Andenken!

H. Mittelbuchen. (Unlieb verspätet) Am vergangenen Sonn­tag, Nachmittags 2 Uhr, bewegte sich in Mittelbuchen unter dem feier­lichen Geläute der Kirchenglocken ein imposanter Leichenzug nach dem Friedhofe. Es galt dem pensionirten Lehrer und Kantor Baumann die letzte Ehre zu erweisen. Auf dem Gottesacker angekommen, sprach Herr Pfarrer Walther das übliche Gebet und die Schulkinder sangen die drei ersten Strophen des Liedes 266. Hierauf redete Herr Lehrer Schleucher-Bruchköbel einige treffliche Worte am Grabe seines alten Freun­des ; ihm folgte der älteste Sohn des Verstorbenen, der Namens der Hinterbliebenen in bewegten Worten Abschied nahm von dem Verewigten. Der Sängerchor trug sodann noch zwei schöne Lieder zu Ehren des Ver­storbenen, der von je her ein großer Freund und eifriger Pfleger des Kirchengesangs gewesen, vor, worauf sich der Leichenzug zur Kirche begab, die bis auf den letzten Platz gefüllt war. Nach Absingung der vier ersten Strophen des Liedes 172 bestieg Herr Pfarrer Walther die Kanzek und predigte über den paffend gewählten Text 1. Petri 2, 4 u. 5. Der Redner anerkannte in warmen Worten die Verdienste des Verstorbenen in Kirche, Schule, Familie und Gemeinde und wies im einzelnen nach, daß er in allen seinen Berufsthätigkeiten seinem Namen Baumann Ehre gemacht und daß sein Bauen überall von reichen Erfolgen begleitet ge­wesen sei. Aus den Personalien des Verstorbenen ging hervor, daß Kantor Banmann am 25. August 1816 in Rüdigheim geboren war. Er besuchte die Realschule in Hanau und sand seine erste Anstellung in der Waisenhausschule in Hanau im Jahre 1834, wo er bis 1839 verblieb. In diesem Jahre wurde er auf Vorschlag des Pfarrers Luja in Mittel­buchen auf die dasige Schule befördert. Hier begann für Baumann ein neues Leben. Pfarrer Luja, der damals viel genannt und für die Weckung und Kräftigung des religiösen Lebens in Mittelbuchen und Um­gegend viel gethan hat, war ohne Frage von bedeutendem Einfluß auf den damals erst 23 Jahre alten Baumann. In der Schule dieses Geist­lichen bildete sich Baumanns Charakter zu derjenigen Festigkeit und Be­stimmtheit heraus, die ihm eigen geblieben sind bis an sein Lebensende. 1843 gründete Lehrer Baumann seinen Hausstand, indem er sich mit Katharine Emmel, einer Tochter des Landwirths Philipp Emmel ver. heirathete. Diese Ehe war mit 8 Kindern gesegnet, von denen noch 6 am Leben sind, 3 Söhne und 3 Töchter. Vier Söhne ließ er Theologie studiren. Der 3. Sohn starb bald nach Beendigung seines Studiums. Die übrigen bekleiden ev. Pfarrstellen in der Rhön. Die Töchter sind sämmtlich verheirathet und wohlversorgt. Die Kindererziehung Baumanns kann als eine mustergültige bezeichnet werden. Vater und Mutter gingen dabei Hand in Hand und die Kinder wußten das und sind Zeugen von der Richtigkeit der Erziehungsgrundsätze Baumanns. Am 6. Februar 1884 feierte Baumann sein 50jähriges Dienstjubiläum. Königl. Con- sistorium verlieh ihm als Anerkennung für Hebung des Kirchengeianges den Kantortitel und der Vertreter des Kgl. Landraths in Hanau übergab dem Jubilar als Anerkennung für die dem Staate geleisteten treuen Dienste im Schulamte den Adler der Inhaber des Hausordens von Hodenzollern, ' den Se. Maj. der König allergnädigst zu verleihen geruht hatte. Am 1. April 1885 trat Kantor Baumann in den wohlverdienten Ruhestand. Doch kaum drei Jahre war es ihm vergönnt, denselben zu genießen. Bald nach seiner Pensionirung fingen die körperlichen und geistigen Kräfte allmählig an abzunehmen und am 26. v. M. erlöste ihn ein sanfter Tod von allen seinen Leiden.

Baumann war kein Mann der Oeffentlichkeit. Er suchte sein Glück in der Häuslichkeit und im Kreise der Seinigen. Hier sah man ihn noch bis spät in die Nacht nach vollbrachtem Tagewerk fich beschäftigen mit