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Hanauer Inniger.

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Nr. 2,6.

Dienstag den 31. Januar

1888.

Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.

Gefunden: Ein Portemonnaie mit etwas Geld. Ein weißes Handtuch nebst einer weißen Schürze. Ein Messer. Ein weißes Tuch. Ein weißes Taschentuch. Ein Regenschirm (vor einiger Zeit in einem Geschäft stehen geblieben).

Zugelaufen: Ein weißer Pudel.

Verloren: Eine weiß- und rothgestreifte Pferdedecke.

Entlaufen: Ein gelber Spitz m. Geschl.

_____Hanau am 31. Januar 1888.

Die Herren Bürgermeister werden ersucht, nachstehende Bekannt­machung des Vorstandes des landwirthschaftlichen Kreisvereins in ihren Gemeinden veröffentlichen zu lassen.

Hanau am 31. Januar 1888.

Der Königliche Landrath

V. 554 Gf. Bismarck.

Landwirthschastlicher Kreis-Verein Hanau.

Nächste Versammlung Samstag den 4. Februar 1888, Nachmittags 2 Uhr, im Gasthaus zumgoldenen Löwen" in Hanau.

Tagesordnung:

1) Geschäftliche Mittheilungen.

2) Schlachthausordnung zu Hanau und Einführung des Verkaufs der Thiere nach lebendem Gewicht; Referent Kreisthierarzt Coll- mann.

3) Beschaffung von Saatgetreide und Saatkartoffeln; Auswahl der neuanzuschaffenden Sorten.

4) Ist es zweckmäßig, für den Kreis Hanau die Schafhute auszu­dehnen oder zu beschränken?

5) Mittheilung über die Thätigkeit der Sektion für Hebung des Obstbaues.

_______'_______D er Vorstand.

Uussârelken Königs. Staafsannjafffifiaft zu Frankfurt a. Ä.

A. 1501. J. 1571/88. Der unterm 10. Januar 1885 er- lassene Steckbrief gegen den Diener Karl Laebe, geboren den 9. Juni 1844 zu Posen, wird erneuert. '

J. 4077/87. Ueber den Aufenthalt des Maurers Michael Wall, 38 Jahre alt, wird Auskunft begehrt.

1484 A. J. 106/88. Ueber den Aufenthalt des Kellners Konrad D ö b e r t von Lehrberg wird Auskunft begehrt.

B 1934. J. 4078/87. Das unterm 23. Januar 1888 er­lassene Ausschreiden gegen den Bäcker Friedrich Johann Hartmann von hier ist erledigt.

Frankfurt a/M. den 28. Januar 1888.

Tagesschau

P. Aus den Parlamenten. Berlin, 30. Januar. Der Reichstag beendigte heute die erste Lesung der Novelle zum Sozialisten­gesetz. Zunächst bekämpfte der Abg. Bebel (Soz.-Dem.) in dreistündiger Rede die Vorlage im Allgemeinen wie im Einzelnen und versuchte mit Aufbietung vielen Materials den Nachweis zu erbringen, daß die dies­seitige Polizeiverwaltung agents provocateurs unterhalte. Die Ausfüh­rungen des Redners gaben indeß dem Herrn Minister des Innern v. Puttkam er sowie dem sächsischen Bevollmächtigten Dr. Held nur zu kurzen thatsächlichen Berichtigungen Anlaß. Der Abg. v. Kardorff (Reichspartei) ist für die Verlängerung des Gesetzes um 5 Jahre, bemerkt aber, daß seine Partei theils aus prinzipiellen, theils aus praktischen Gründen gegen die Expatriirung Bedenken hätte. Er beantragt die Ueber= Weisung der Vorlage an eine Kommission von 28 Mitgliedern. Abg. Dr. Windthorst (Zentrum) erklärte, daß seine Freunde sämmtlich gegen die Verlängerung des bestehenden Gesetzes auf 5 Jahre stimmen würden, daß wohl em Theil derselben es auf zwei Jahre verlängern, ein anderer aber es sofort ausheben wolle. Er persönlich könne für die Verlängerung deren Zeitdauer Vorbehalten stimmen, wenn die Ausweisung (§. 28) aufgehoben würde. Die Vorlage wurde schließlich einer Kommission von 28 Mitgliedern überwiesen. Demnächst wurden die vorgelegten

Rechenschaftsberichte über die Ausführung der auf Grund des §. 28 des Sozialistengesetzes erlassenen Anordnungen erledigt, nachdem der Abg. Frohme (Soz.-Dem.) eine Reihe von Beschwerden vorgetragen. Morgen 1 Uhr: Gesetz, betreffend die Unterstützung der zum Dienst einberufenen Mannschaften, und Etat.

Das Abgeordnetenhaus setzte die Berathung des Etats fort. Eine längere Debatte knüpfte sich an den Etat der Domänenverwaltung, welche dem Herrn Minister Veranlassung gab, gegenüber der Behauptung des Abg. Rickert (deutschfr.), daß der Rückgang der Pachtverträge aus den Domainen keinen Maßstab für den Niedergang der Landwirthschaft im Allgemeinen bilde, zu betonen, daß diese Mindereinnahmen für sich allein allerdings keinen ausreichenden Beweis dafür böten, daß sie aber zweifellos ein bezeichnendes Symptom für die gesammte Landwirthschaft bildeten, da das Areal der Domainen auf die ganze Monarchie vertheilt sei. In gleicher Weise konstatirten dud) die Redner der konservativen Partei den fortdauernden Rückgang der Landwirthschaft, der durch die Erhöhung der Getreidezölle zwar nicht beseitigt, aber doch aufgehalten worden sei. Der Etat selbst wurde unverändert genehmigt. Des­gleichen wurde der Etat der Forstverwaltung nach kurzer Debatte unver­kürzt bewilligt. Eine Debatte veranlaßte dann noch bei dem Etat der landwirthschaftlichen Verwaltung hauptsächlich die Durchführung der Un­fallversicherung der land- und forstwirthschaftlichen Arbeiter. Der Herr Minister konstatirte hierbei, daß sich die Durchführung derselben ohne Schwierigkeiten vollziehe und daß es in der Absicht liege, das betreffende Gesetz mit dem 1. April d. I. in Kraft treten zu lassen. Auch dieser Etat wurde unverändert genehmigt. Morgen: Fortsetzung der Etatsbe­rathung.

Berl«, 30 Januar. Se. Majestät her Kaiser und König empfingen gestern Nachmittag den Reichskanzler Fürsten v. Bismarck. Heute empfingen Se. Majestät ven Erbprinzen von Sachsen-Meiningen, .Hoheit, nach dessen Rückkehr von San Remo, und nahmen demnächst den Vortrag des Wirklichen Geheimen Raths v. Wilmowski entgegen.

Berlin, 30. Jan. Nach Privattelegrammen, welche hiesigen Blättern aus San Remo zugegangen sind, hatte Dr. Mackenzie heute bereits frühzeitig eine Konferenz mit den bei dem Kronprinzen befindlichen Aerzten und untersuchte hierauf den Kronprinzen. Es verlautet, das Untersuchungsergebniß fei günstig, der Entzündungszustand des Kehlkopfs geringer und die Anschwellungen gering. Der wahrgenommene Zustand spreche mebr und mehr gegen Krebs.

Berlin, 30. Zan. Das Hilfskomitee für die Stadtmissionen in der evangelischen Kirche Preußens ersäht mit Genehmigung des Prinzen und der Prinzessin Wilhelm, an welche von vielen Setten die Bitte, um Hülfe für die Arbeiten der inneren Mission zu Gunsten verarmter, der Kirche entfremdeter Voiksmassen gerichtet worden ist, einen von vielen hundert namhaften Persönlichkeiten unterzeichneten Aufruf, durch welchen alle auf dem christlichen' evangelischen Grunde stehenden Anschauungen zu gemeinsamen Werken der christlichen Liebe vereinigt werden sollen. Unter den Unterzeichnern befinden sich Geheimrath Aegihi, Frau von Albedyll, Oberpräsident Graf Behr-Negendank, Abgeordneter Below-Saleske, von Bennigsen, Graf Bernsdorf, Professor Dr. Beyschlag, Graf Bismarck- Bohlen, Geheimer Regierungsrath von Bitter, Frau Staatsminister von Bötticher, Reichsbankdirektor von Dechend, Staatsminrster Graf Eulen­burg, Hofprediger Frommel, Professor Gneist, Abg. Dr. Hammacher, Konsistorialpräfivent Hegel, der Präsident des Oberkttchenrachs Hermes, Graf Hochberg, Oberlandesgerichts-Präsident von Holleben, von Kletten, von Kleist-Retzow, Oberhofprediger Koegel, Gräfin Lehndorff, Freiherr von Mirbach Sorquitlen, Frau Slaatsminister von Schelling, Kommerzienrath Schlutow, Graf Waldersee.

Berlin, 30. Jan. S. M. KanonenbootEber", Kommandant Kapitsn-Lreutenanl Bethge, ist am 28. d. M. in Point de Galle (Intel Ceylon) eingetroffen.

DieGothaische Zeitung^ schreibt: Die deutsche Sozialuottnk, die von unverbesserlichen Marchesterleuten noch immer anderem: et u .d ab­fällig kritisirt wird, findet im Auslande mehr und mehr A-eittrnung. Im Auftrage der belgischen Regierung studirt jetzt in Berlin ter Pio- fissor Prins die Bestimmungen wegen staatlicher Arbeiterversicherung und