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Mittwoch den 25. Januar

1888.

VekmMtMachungen Königl. LaUvrathtzawts.

Nach Bèschluh des Bundesraths vom 24. April 1882 findet auch für das Jahr 1887 eine Ermittelung des Ernteertrages statt. Dieselbe ist auf die im Erhebungsformulare B bezeichneten wichtigeren feldmäßig gebauten Fruchtarlen befranst und in der zweiten Hälfte des Monats Februar d. I vorzunehmen.

Den Herren Ortsvorständen des Kreises habe ich daher je 2 Exem­plare des genannten zur Ermittelung des Ernteertrags dienenden Formu­lars B, welche die iw Königlich statistischen Bureau handschriftlich einge- tragenen Ernteertragsziffern pro 1886 sowie die bei der Ernteermittelung vom Jahr 1886 und der Bodenbenutzung im Jahre 1883 für die be­treffenden Fruchtarten ermittelten Anbauflächen enthalten, zugesandt, um in enselben unter genauer Beachtung der dem Formulare vorgedruckten Anleitung den Ernteertrag im Jahre 1887 einzutragen.

Hierbei mache ich besonders darauf aufmerksam, daß die einzusetzen- den Ertragsangaben, wie in dem Vordrucke im Kopfe des Formulars angegeben ist, Kilogramm auf 1 Hectar bedeuten und durchaus zu Unter­lasten ist, sich auf andere Gewichts- bezw. Flächeneinheiten zu beziehen. Ebenso ist nicht zu übersehen, daß für alle in dem Erhebungsformular angegebenen Früchte, für welche in dem Formulare A zu Ermittelung der landwirthschaftlichen Bodenbenutzung im Laufe des Herbstes 1883 Areal angegeben worden ist, auch Ernteerträge pro Hectar angegeben werden müffen.

Da wo Hagelschlag vorgekommen ist, sind für jeden einzelnen Fall die in dem Anhänge auf Seite 3 des Erhebungsformulars B verlangten näheren Angaben zu machen und zwar unter Benutzung der im Februar v. I. bereits zugestellten Notizblätter.

Bis spätestens zum 1« März d. J. ist mir das eine Exem­plar des richtig uni deutlich auszufüllenden und sauber zu haltenden Formulars B mit Datum und Unterschrift versehen, wieder einzureichen, während das andere ebenfalls auszufüllende Exemplar in der Gemeinde- Repositur aufzubewahren ist.

Zur vorläufigen Notirung der im Jahre 1888 etwa eintretenden Hagelwetter habe ich den Herren Ortsoorständen gleichzeitig je ein Exemplar des betreffenden Notizblattes übersandt. Dieses Notizblatt ist aufzube­wahren und die in dasselbe etwa im Laufe des Jahres zu verzeichnenden Angaben sind demnächst bei Ermittelung des Ernteertrags pro 1888 zu benutzen.

Hanau am 23. Januar 1888.

Der Königliche Landrath

V. 411__Gf. Bismarck.__ âusfdiceiGen âönigL Sfaafsanwaltfifiaft zu fcanâfucf tu

B. 1444. J. 45^3/87. Das unterm 14. Januar 1888 er­lassene Ausschreiben gegen die Schneiderin Emma Charlotte Delven- dahl aus Hannover ist erledigt.

J. 2171/86. Ueber den Aufenthalt des Bäckergesellen Christian Adolf B el sch n er, geboren am 5. September 1867 hierselbst, wird Auskunft begehrt.

J. 4164/87. Ueber den Aufenthalt des Gärtners Hermann Dreyer, geb. 20. September 1860 in Brodinca, wird Auskunft begehrt. ____Frankfurt a/M. den 23. Januar 1888.________________________

t Unsere Staatsbahnen.

Angesichts der erheblichen Ueberschüffe, welche die Eisenbahnen Preußens im Betriebsjahr 1886,-87 ergeben haben, bietet ein Ueberblick über die Gesammtleistung dieser Bahnen, wie der Minister der öffentlichen Arbeiten ihn dem Landtage vorgelegt hat, um so größeres Interesse. Die Gesammtlänge der preußischen Staatsbahnen mit normaler Spurweite betrug in der angegebenen Zeit 21 338 km, zu denen sich noch 189 km schmalspuriger Bahnen für den Bergwerksbetrieb u. f. iv. gefellen : Schle­sien, die Rheinprovinz unv Brandenburg einschließlich Berlin weisen das entwickeltste Staats-Eisenbahnnetz auf, am meisten zurück steht Schleswig- Holstein, die jüngste Provinz des Staates. Von den in Preußen noch vorhandenen 2 814 km Privatbahnen enfäUt dagegen auf Schleswig- Holstein der nächst Brandenburg größte Antheil mit 441 km. Das ge- ammte Anlagekapital der im Besitz des Staates befindlichen Bahnen be= trug 5 865 376 569 M.; 274 872 M. pro Kilometer. Auf den am

Schluffe des Berichtsjahres im Betriebe befindlichen 21 734 km, in welchen auch Strecken anderer deutscher Staatsbahnen mit einbegriffen sind, be­fanden sich 2105 Bahnhöfe, 625 Haltestellen, 489 Haltepunkte, im Ganzen 3219 Stationen. Die Gesammt - Einnahmen haben ergeben 677 586 074 M., das sind 20 593 428 M. oder 3,1 Procent mehr als im Vorjahr. Von diesen Einnahmen entfallen auf den Personenverkehr 176 925 725 M., circa 8 Millionen oder 4,7 Procent mehr, auf den Güterverkehr 473 228 133 M., ca. 20 Millionen oder 4,3 Procent mehr und auf sonstige Einnahmen 27 432 216 M., sieben Millionen weniger als im Vorjahre. Einen nicht geringen Antheil an dieser Steigerung der Einnahmen hat die Erweiterung des Bahnnetzes seit dem Vorjahre um 385 km, aber im Wesentlichen ist das günstige Ergebniß der Einnahmen aus Personen- und Güterverkehr auf eine Besserung der wirth- schaftlichen Lage zurückzuführen, durch welche sowohl der Reiseverkehr als die Güterbeförderung eine merkbare Anregung erfahren haben. Was die Gesammt-Ausgaben anbelangt, so beliefen dieselben sich auf 373 303 949 M., 2 348 171 M. weniger als im Vorjahre, haben sich also um 0,7 Procent ermäßigt. Diese Ermäßigung entfällt ausschließlich auf die sächlichen Ausgaben, während die persönlichen Ausgaben sogar um ca. 3 Millionen gestiegen sind. Der Ue berschuß der Gesammteinnahmen über die Gesammtauègaben betrug im Berichtsjahr 304 823 736 M., gegen im Vorjahre 281 340 526 M., hat also einen Mehrbetrag von 23 483 210 M. oder 8,3 Procent ergeben, welcher eine Verzinsung sämm tlicher für Rechnung des Staates ver­walteten Bahnen von 6,09 Procent darstellt.

Um die erfreuliche Hebung des Personenverkehrs, wie sie sich aus den Einnahmeziffern ergibt, herbeizusühren, hat die Verwaltung nach den verschiedensten Richtungen hin für Verkehrserleichterungen Sorge getragen, sowohl durch Einlegung neuer Schnellzugsverbinoungen, durch Verbesserung der für Arbe terzüge getroffenen Einrichtungen, ais auch durch weitere Ausdehnung der für Retour-, Saison- und Rundreisebillels gewährten Vergünstigungen. Die Gesammtzahl der beförderten Personen betrug 176 077 750, 14 265 388 oder 8,8 Procent mehr als im Vorjahre. Es entfallen

auf die 1. Wagenklaffe 1 039 800 2. 17 946 964 3. 97 338 286 4. 55 547 791.

Militärverkehr 4 204 909.

Die durchschnittliche Einnahme für jede beförderte Person stellt sich somit auf 98 Pfennige.

Eine ganz besondere Steigerung haben die kombinirbaren Rund­reisebillets aufzuweisen, welche auf 128 941, 54 543 mehr als im Vor­jahre, gestiegen sind, von denen die größere Hälfte auf die zweite Wagen­klaffe entfällt.

Für die Beförderung von Gepäck und Hunden sind 4 575 432 M., 84 274 oder 1,8 Procent mehr als im Vorjahre vereinnahmt worden.

Die Gesammteinnahme aus dem Güterverkehr, welche im Vorjahre 453 512 734 M. betrug, ist auf 473 228 133 M., also um 19 175 399 M. oder 4,3 Procent gelegen. Diese Zunahme erstreckt sich auf fast alle Frachtgegenstänve der Industrie und der Landwirthschaft. Namentlich hat sich in den norddeutschen B nnenbezirken ein sehr erfreulicher Auf­schwung gezeigt durch eine beträchtliche Zunahme des Versands an Roggen, Weizen, Kartoffeln und Dungmitteln. Der Spiritusversand ist zurückge- gongen. Dagegen hat der Versand an Rüben und Zucker, von Holz, Baumaterialien und Roheisen zugenommen, ebenso weist Eisenerz einen Aufschwung auf, Steinkohlen hatten im ersten Halbjahr eine Abnahme, im zweiten wieder eine beträchtliche Steigerung zu verzeichn--». Recht lebhaft hat sich der Viehverkehr gestaltet namentlich aus Schleswig-Holste n nach dem innern und westlichen Deutschland, der Transport hat gegen das Vorjahr um über 11 Procent zugenommen.

Zur Steigerung der persönlichen Ausgaben hat die Verbesserung der Beamtengehälter nicht unwesentlich beigetragen, welche in allen unteren Klassen erheblich erhöht wurden, ebenso haben auch die Lohnsätze einzelner Arbeiterklassen eine mäßige Erhöhung erfahren. Die Eröffnung neuer Bahnstrecken, Einlegung neuer Zuge rc. hatte eine Vermehrung des Per­sonals zur Folge. Um im ganzen Staatsgebiete einheitliche Gesichtspunkte