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Nr. 14.
Dienstag den 17. Januar
1888.
Amtliches.
Auf den Bericht vom 16. Dezember d. Js. will Ich dem wieder beifolgenden von dem Prosinzisl-Landtage der Provinz Hessen-Nassau zur Ausführung der §§. 44, 45, 64, 66 und 86 der Provinzial-Ordnung für die gedachte Provinz vom 8. Juni 1885 beschlossenen Provinzial- Statute vom töten d. Mts. hierdurch Meine Genehmigung ertheilen.
Berlin den 16. Dezember 1887.
Wilhelm.
vsn Puttkamer.
An den Minister des Innern.
Statut
für den Provinzial-Verband der Provinz Hessen-Nassau zur Ausführung der §§. 44, 45, 64 und 66 bezw 86 der Provinzial Ordnung für die Provinz Hessen-Nassau vom 8. Juni 1885.
§ 1. Der Provinzial Ausschuß besteht außer dem Vorsitzenden und dem Landes Direktor aus dreizehn Mitgliedern.
§. 2. Für jedes der dreizehn gewählten Mitglieder ist ein bestimmter Stellvertreter zu wählen, welcher, falls die Behinderung des betreffenden Mitgliedes vor Beginn der Sitzung eintritt, für die ganze Dauer der betreffenden Sitzungsperiode einberufen wird. Tritt eine Behinderung erst während einer Sitzungsperiode ein, so hat nur auf besonderen Beschluß des Provinzial-Ausschusses die Einberufung des Stellvertreters zu erfolgen.
§. 3. Dem Landes-Direktor können zur Mitwirkung bei Erledigung der Geschäfte der gesummten Verwaltung des Provinzial-Verbandes, insoweit es das Bedürfniß erfordert, bis zu drei obere Beamte mit berathen- V der Stimme zugeordnet werden. Die oberen Beamten führen den Titel , „Landesralh".
§. 4. Urkunden und Vollmachten, welche die Hessen-Nassauische lantwirthschaftliche BerufsKenossenschaft betreffen, werden rechtsgültig für diese von dem Landes-Direktor bezikhungèweise dessen Stellvertreter unter Beidrückung des Amtssiegels vollzogen.
So beschlossen vom Provinzial-Landtage in der Sitzung vom 15. Dezember 1887.
ÄâtmtKmchrmgen Körrigl. LandrathKamtö.
Bewerber um die erledigte zweite Schulstelle in Ostheim werden aufgefordert, ihre Meldungsgesuche nebst Zeugnissen alsbald einzureichen.
Mit der Stelle ist ein Einkommen von 840 M. nebst freier Wohnung und eine Feuerungs-Entschädigung von 90 M. verbunden.
Hanau am 14. Januar 1888.
Für den Schulvorstand: Der Landrath.
: 281 I. V.: Baabe.
Änsfdiceißen âömgt. UaaisMwatWasi zu Frankfurt a. A A. 657. — J. 164/88. Ueber den Aufenthalt des Tagelöhners Johannes Keil von hier, zuletzt Citronengaffe Nr. 13 wohnhaft, wird Auskunft begehrt.
J. 4073/87. Ueber den Aufenthalt des Tagelöhners Johann Büch, geboten am 1. September 1862 in Heiligenroth, früher in Rödel- P heim Hof Rebstock wohnhaft, wird Auskunft begehrt.
4 4583/87. Ueber den Aufenthalt der Schneiderin Emma Charlotte Delvendahl, geb. 23. Oktober 1848 zu Thorn, wird Auskunft begehrt.
... , ,602 A. — J. 2939/87. Ueber den Aufenthalt des Schulknaben i Abrieb Peter von Kilianstädten wird Auskunft begehrt.
Frankfurt a/M., den 14. Januar 1888.
J. 72/88. Ueber den Aufenthalt des Ingenieurs Adolf Georg Ernst Hahn, geb. 11. Februar 1848 zu Dassel, wird Auskunft begehrt. Frankfurt a/M., den 16. Januar 1888.
Tagesschau
P. Aus dem Landtage. Berlin, 16. Januar. Das Herr en h aus hielt heute eine kurze Sitzung, in welcher zunächst das ^Dankestelegramm Sr. Kaiserlichen und Königlichen Hoheit des Kronprinzen auf das Telegramm des Hauses zur Verlesung kam, welche aber im Uebrigen wesentlich geschäftlicher Natur war. Nächste Sitzung unbestimmt. !
— Auch im Abgeordnetenhause kam zunächst die Antwort Sr. Kaiserlichen und Königlichen Hoheit des Kronprinzen zur Verlesung. Diesem Hause sind bereits eine Reihe von Vorlagen zugegangen. Mehrere Gesetzentwürfe, namentlich den Gesetzentwurf betr. die Feststellung des Haushaltungsetats pro 1888/89, den Gesetzentwurf betr. die Erleichterung von Schullasten und den Gesetzentwurf betr. die Beseitigung der Reliktenbeiträge, brachte heute der Herr Finanzminister ein. Derselbe konnte bei seiner längeren Einleitungsrede die Finanzlage des Staates als eine erfreulicher Weise günstige bezeichnen und für dieselbe prinzipiell für die Zukunft in gleicher Weise fortdauernd günstige Gestaltung in Aussicht stellen. Nächste Sitzung Freitag 11 Uhr. (Erste Lesung des Etats.)
Berlin, 15. Januar. Se. Majestät der Kaiser und König haben gestern den Vortrag des Militärkubinets sowie heute den des Geheimen Civilkabinets entgegengenommen. Demnächst empfingen Allerhöchst- bieielben den Grafen Brühl Psörlen, dann den General Adjutanten, General der Infanterie v. Obernitz, kommandirenden General des 15 Armeekorps, und nahmen endlich den Vortrag des Staatssekretärs Grafen v. Bismarck entgegen.
Berlin, 16. Januar. (F. N.) In den Motiven des Sozialistengesetzes wird die Zulässigkeit der Entziehung der Staatsangehörigkeit damit motivirt, daß nach dem bestehenden Gesetz die Ausgewiesenen ihre Agitation am neuen Aufenthaltsort mit verstärktem Maße wieder aufnehmen und dieselbe häufig nach Gegenden verpflanzen, welche bisher von der Propaganda wenig oder gar nicht berührt waren, und daß diejenigen, welche die Existenzbedingungen des bestehenden Staates verneinen und für den Umsturz der Staats, und Gesellschaftsordnung berufsmäßig wirken, nicht beanspruchen dürfen, noch weiter Angehörige des Staates zu sein. Als Kautele gegen zu weitgehende Anwendung soll die Anordnung gelten, daß die Erpatriirung nur dann beschlossen werden dürfe, wenn auf Zu- lässigkert derselben durch einen ordentlichen Richter erkannt wurde. (F. N.)
Berlin, 15. Jan. Der juristischen Fakultät der Georg-August- Universität Göttingen ist eine neue Ordnung für die Erlangung der Doktorwürde ertheilt worden. Neu ist die Bestimmung, daß der Bewerber die einzureichende und der Prüfung zu Grunde zu legende (deutsch oder lateinisch geschriebene) Abhandlung drucken lassen muß.
Breslan, 16. Jan. In Liegnitz ist das Nervenfieber in heftiger Weise ausgebrochen. Binnen wenig Tagen sind über hundert Erkrankungen, vorwiegend in den besseren Stadttheilen, festgestellt. Ursache scheinen mangelhafte Abortanlagen zu sein.
Die Antwort des Papstes auf die ihm durch den Grafen Brühl dargebrachte Beglückwünschung des Kaisers Wilhelm lautet nach dem „Osservatore Romano" wie folgt: „Wir vernahmen mit wahrer Befriedigung die Nachricht, daß Se. Majestät der Kaiser von Deutschland Ihnen die hohe Mission, Uns seine Glück- und Segenswünsche zu Unserem Priesterjubiläum auszusprechen, anvertraut habe, und Wir sind erfreut, Sie heute in Unserer Gegenw rt zu sehen, um Ihren ehrenvollen Auftrag auszuführen. Während Unseres ganzen Pontifikat s haben Wir es Uns stets angelegen sein lassen, gute Beziehungen mit Sr. Majestät dem Kaiser zu unterhalten, und es ist für Uns eine Pflicht, anzuerkennen, daß Wir oft dessen wohlwollende Gesinnungen gegen Uns haben würdigen können. Se. Majestät hat Uns davon bei verschiedenen Anlässen unzweifelhafte Beweise gegeben und besonders während der langen Verhandlungen, welche glücklicherweise den religiösen Frieden in Deutschland her bei geführt haben, und welchen Se. Majestät Unsere Bemühungen und Unsere Wünsche unterstützt hat. Es kann Uns in Folge dessen diese Kundgebung nur angenehm fin und ist für Uns ein Grund zur Hoffnung, daß Se. Majestät das Werk, an welches sich die höchsten Interessen btr Religion und das Wohi ihrer katholischen Unterthanen knüpfen, zu krönen geneigt sein wird. Inzwischen, Herr Graf, seien Sie gütigst Unser getreuer Vermittler bei Sr. Majestät und sprechen Sie derselben Unsere lebhafte Dankbarkeit und Unsere Wünsche für die kostbare Erhaltung Snner Kaiserlichen Person aus, sowie für alle Mitglieder der Kaiserlichen Familie. Lassen Sie gütigst auch an Se. Kaiserliche Hoheit den Kronprinzen den Ausdruck des hohen Interesses und die Wünsche gelangen, welche Wir für seine vollkommene Wiederherstellung hegen."
In Niederlötznitz bei Kötzschenbroda ist am 12. d. M. ter beliebte Zeichner und Illustrator Professor Oskar Pietsch gestorben. Zu den bekanntesten seiner anmutigen Werke gehören: „Die Kinderstube", „Klei-