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Nr. 9.

Mittwoch den 11. Januar

1888.

BeksKsiMschungen Kömgl. LLNdrathsamts.

Nachstehende Bestimmungen, betreffend die Nachsuchung der Berech­tigung zum einjährig-freiwilligen Dienste, werden hierdurch wiederholt be­kannt gemacht.

Die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienste darf nicht vor vollendetem 17. Lebensjahre nachgesucht werden. Der Nachweis derselben ist bei Verlust des Anrechtes spätestens bis zum 1. April des ersten Militairpflichtjahres zu erbringen.

Wer die Berechtigung nachsuchen will, hat sich bei der Prüfungs­Commission, in deren Bezirk der Wehrpflichtige gestellungspflichtig ist, spä­testens bis zum 1. Februar des ersten Militairpflichtjahres schriftlich zu melden.

Alljährlich finden zwei Prüfungen statt, die eine im Frühjahr, die andere im Herbst. Das Gesuch um Zulassung zur Prüfung muß für die Frühjahrsprüfung spätestens bis zum 1. Februar, für die Herbst­prüfung spätestens bis zum 1. August angebracht werden.

Hanau am 5 Januar 1888.

Der Königliche Landrath

M. 73 Gf. Bismarck.

Die Herren Bürgermeister und Guts Vorsteher veranlasse ich hier­durch die Vorspannquittungen, welche noch nicht zur Liquidation gebracht sind, bis längstens den 20. d. M. an mich einzusenden.

Hanau am 5. Januar 1888.

Der Königliche Landrath

84 Graf Bismarck.

Hus[ifaei6ßn âömgt. Kiaaisamvalislkasi zu Mnftfncf a. Ä 414 B. J. 2338/87. Ueber den Aufenthalt des Handels­manns Joh. Heinrich Lichtenberg von Berlin wird Auskunft begehrt.

Frankfurt a/M., den 7. Januar 1888.

412 A. J. 4507/87. Der am 27. v. Mts. gegen Richard Rübsam von hier erlassene Steckbrief ist erledigt.

J. 4556/87. Ueber den Aufenthalt des Kellners Karl Schales, geb. 29. November 1868 zu Schlüchtern, wird Auskunft begehrt.

M. 310/87. Ueber den Aufenthalt der Näherin Louise Sophie Blank, geboren am 10. Dezember 1863 in Dörlesberg, wird Auskunft begehrt.

Frankfurt a/M., den 9. Januar 1888.

311 B. 0. 291/87. Das am 2. Dezember 1887 gegen den Schreiner Karl Hoppe von Bad Lauterberg erlassene Ausschreiben ist erledigt.

Frankfurt a/M., den 10. Januar 1888.

Tagesschau

Berlin, 10. Januar. Se. Majestät der Kaiser haben Allergnä- digst geruht Allerhöchstihren außerordentlichen und bevollmächtigten Bot­schafter bei der Hohen Pforte, bisherigen Geheimen Legationsrath von Radowitz zum Wirklichen Geheimen Rath mit dem Prädikat Excellenz zu ernennen.

Berlin, 10. Januar. Das Herrenhaus hat seit dem Schluß der letzten Session sechs Mitglieder durch den Tod verloren, und zwar die . Herren Oberbürgermeister Thomale (Vertreter der Stadt Elbing), Erbland- marschall v. Flemming auf Basentin (berufen aus Allerhöchstem Ver­trauen), Kammerherr v. Stammer auf Kamitz bei Torgau (berufen auf Präsentation des alten und des befestigten Grundbesitzes im Landsckafts- v b-zirk Oberhessen), Rittergutsbesitzer Reinhold v. Glasenapp (berufen auf Präsentation Des alten und des befestigten Grundbesitzes im Landschafts- bezrrk Kassaben), Wirkllicher Geheimer Rath Dr. Theodor Sulzer (beru­fen aus besonderem Allerhöchsten Vertrauen) und Graf Adolf v. Arnim- Boitzenburg (mit erblichem Recht).

; Berlin, 10. Jan. S. M. S. Luise, Commandant Corvetten- Capitän Claussen v. Finck, mit den abgelösten Besatzungen S. M. Kreu­ers Habicht und S. M. Kanonenboots Cyclop ist vorgestern in Sierra Seone eingetroffen und beabsichtigt morgen die Heimreise fortzusetzen. S. M. S. Prinz Avalbert, zum Schulgeschwader gehörig, ist gestern in St. Vincent (Cap Verdische Inseln) eingetroffen.

Berlin, 10. Jan. DieNat.-Ztg." sagt in Bestätigung unserer Meldungen, die Vorberathungen des Kriegsministeriums über die ein­maligen Kosten der Wehrvorlage seien noch nicht abgeschloffen; die Kosten würden aber den von uns angegebenen Betrag von hundert Millionen annähernd erreichen. Der gestern von Friedrichsruh zurückgekehrte Kriegs­minister habe darüber mit Bismarck berathen. Demselben Blatte zufolge wären demnächstSchritte" der Mächte zur Entfernung des Prinzen Coburg aus Bulgarien zu erwarten. Näheres über diese Schritte erfährt man einstweilen nicht.

Das für die südwestafrikanischen Schutzgebiete in Aussicht genommene Goldgesetz bedarf, wie offiziös hervorgehoben wird, der Mit­wirkung des Bundesraths und des Reichstags nicht. Nachdem vielmehr das Gesetz über die Konsulargerichtsbarkeit nach Maßgabe des Gesetzes vom 17. April 1886 über die Schutzgebiete eingeführt worden ist, unter­liegt die Regelung des Bergwesens der kaiserlichen Verordnung. Ueber den Inhalt dieser letzteren verlautet bisher nur im Allgemeinen, daß der südwestafrikanischen Gesellschaft unter Oberaufsicht des Reichs ein allge­meines Bergregal verliehen wird, und daß zunächst nur für Gold, Gold­erze und Edelsteine eingehendere Bestimmungen getroffen werden, durch welche einerseits das Regal näher kodifizirt und andererseits die Beding­ungen festgestellt werden, nach welchen in dem Schutzgebiete das Schürfen und Bauen auf Gold Jedermann gestattet ist. Im Wesentlichen kommen der Gesetzgebung die Erfahrungen zu Gute, welche in Australien, Trans­vaal und im Betschuanenlande von den Engländern gemacht worden sind, und es ist dies um so praktischer, als voraussichtlich die erste Zuströmung von Goldgräbern in das Schutzgebiet aus den benachbarten englischen Gebieten erfolgen dürfte.

Elberfeld, 10. Jan. Der Groß-Industrielle, Geheime Kommer- zienrath Eduard Neviandt, ältester Chef des Bankhauses Herminghaus u. Co., ist gestern Abend gestorben.

Hamburg, 9. Jan. Heute vollzog sich hier die Bildung eines Ausschuffes zur Beschickung der diesjährigen Weltausstellung in Barcelona, dem namhafte hiesige Firmen beigetreten sind.

Stuttgart, 10, Jan. Der Landtag ist auf den 26. d. M. ein- berufen.

Wien, 10. Jan. Die Oesterreichisch - Ungarische Bank hat den Diskont auf 4 pCt. herabgesetzt.

San Remo, 10. Jan. Sonnige, warme Witterung Das Be­finden des Kronprinzen ist nach jeder Richtung günstig. Gestern unter­nahm derselbe zwei Ausfahrten und dabei längere Spaziergänge, heute Morgen wiederum eine Ausfahrt, augenscheinlich in bester Laune. Die englische Prinzessin Louise wird heute erwartet.

Mautua, 10. Jan. Die zum Andenken an die im Jahre 1796 gefallenen österreichischen und italienischen Soldaten auf dem Friedhofs von Curtatons errichtete Erinnerungssäule ist gestern enthüllt worden. Der Feier wohnten der französische und der österreichisch ungarische Mili- tärattachö, der französische Generalkonsul aus Mailand und der italienische General Corsi bei. Der österreichisch ungarische Attachö beantwortete die Reden des Präfekten und des Bürgermeisters, indem er im Namen der österreichischen Regierung dankte. Der französische Generalkonsul sagte, die Theilnahme Italiens, Frankreichs und Oesterreich. Ungarns an der Enthüllung des Monuments sei ein Beweis des herzlichen Einvernehmens, sowie der Achtung und Sympathie gegen die Todten. (Rh. K.)

Paris, 10. Januar. (Deputirtenkammer.) Der Alterspräsident Pierre Blanc hielt bei dem Wiederzusammentritt der Kammer eine An­sprache, worin er die Hoffnung aussprach, daß diese Session fruchtbarer sein möge, als diejenige des abgelaufenen Jahres. Blanc empfahl den Republikanern Eintracht, um die geplanten Reformen durchzuführen. Die Kammer wählte Floquet mit 258 von 351 Stimmen zum Präsidenten; 54 Zettel waren theils unbeschrieben, theils ungiltig; 38 Stimmen zer­splittert. Im Senat hob der Alterspräsident Carnot hervor, wie der Kongreß durch die Präsidentenwahl den Wunsch nach dem inneren und äußeren Frieden, sowie der Achtung gegenüber den Verfassungsgesetzen kund gegeben habe. Dieser wesentliche Umschwung, welcher sich so leicht vollzogen habe, müsse Vertrauen zu dem gesunden Sinn und dem ver­fassungsmäßigen Einrichtungen des Landes einflößen. (Fr. N)

Paul de Caffagnac schreibt in derAutoritâ":Die Sena-