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Nr. 1

^W^DuAtsicH Amtliches Hvgcrn für Staöi- und,-Sxxxt <5 streik ^ctto^ mj^o^rfdjetni täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischrv èMMiz- ^^^- "^Montag den 2. Januar ^öp,.r$V

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30 Pfz

1888.

Die herzlichsten Glückwünsche zum Jahreswechsel!

Medaktion und Expedition desKanauer Anzeiger".

âusfiftcei6ßn Königl. SfaafsanmaCf(ifiafi ^u fcan^furt a. Ä

J. 3984/87. Ueber den Aufenthalt des Schuhmachers Johann Geiler, geboren am 19. März 1851 in Pölling, wird Auskunft be- gehrt.

0. 351/87. Das unterm 27. d. Mts. gegen den Ausläufer Gott­lieb Königsberg er von hier erlassene Ausschreiben ist erledigt.

24474 B. 0. 348/87. Das am 22. d. M. gegen Nikol. Brod von Hanau erlassene Ausschreiben ist erledigt.

J. 2921/87. Das am 28. November c. gegen den Commis Adam Berninger von hier erlassene Ausschreiben ist erledigt.

Frankfurt a/M., den 30. Dezember 1887.

N. 1215/87. Ueber den Aufenthalt des HaustrerS Heinrich Ha- g er, geb. 18. Oktober 1866 zu Jngersheim, wird Auskunft begehrt.

Frankfurt aJM-r d-n m . -L'ezeniver t?»/.

Bekanntmachung.

Der Bezirks-Ausschuß zu Cassel hat auf den von dem Stadtrat befürworteten Antrag der General-Bersammlung der hiesigen 3 Orts­krankenkassen unterm 28. d. Mts. verfügt, daß dieselben behufs Ver- 1 cy nur t^trirg-3 u erur r gemeinsamen Ortskrankenkasse mit dem 1. Januar 1888 aufgelöst werden und die versicherungü- pflichtigen Personen, für welche die aufgelösten Kassen errichtet waren, mit dem gedachten Tage der gemeinsgmen^Ortskrankenkasse überwiesen werden.

Indem ich dies zur öffentlichen Kenntniß bringe, mache ich das beteiligte Publikum noch darauf aufmerksam, daß die An- und Abmeldungen der nach §. 1 des Gesetzes vom 15. Juni 1883 und §. 1 des Ortsstatuts der Stadt Hanau vom 29. April 1884 (Hanauer Anzeiger vom 15 August 1884 Nr. 190 und vom 20. Juli 1887 Nr. 166) versicherungs­pflichtigen Personen nach wie vor bei dem hiesigen städtischen Meldeamt zu bewirken und die Waffen beiträge der gemeinsamen Ortskrankenkaffe in dem seitherigen Kaffenlokal einzuzahlen sind.

Hanau am 29. Dezember 1887.

Namens des Stadtrats: Der Oberbürgermeister ___ Westerbur g._____________________

Zum neuen Jahr!

1888.

Glückauf zum neuen Jahr'! Möge es ein gesegnetes und erfreuendes sein! So erklingt seit Jahrtausenden der Wunsch zum Jahres­wechsel, so ober ähnlich^ erklingt er rings um die Erde. Sind auch die Zungen mannigfaltig, dre Köpfe wie die Sinne verschieden und die Kultur, die ja heutzutage auch die abgelegensten und ungebildetsten Völker beleckt, eine bunte, die Herzen und ihre Wünsche sind so ziemlich dieselben, aber freilich ewig gleich, ewig derselbe ist nur der Allweist und Allgütige, er bleibt, wie der fromme Dichter singt, auch in jedem Jahr derselbe Vater. Darum ist es so natürlich, daß wir am Neujahrstage in Wünschen und Hoffen dem zuerst die Ehre geben, deß starker Arm die Welt hält. Ihn bitten wir im neuen Jahr um neuen Segen in Haus und Hof, um grüne Saat und gold'nes Korn, um gutes Wetter und Gedeihen aller redlichen Arbeit. Wenn wir auch wissen, daß jedes neue Jahr zu den alte« neue Sorgen bringt, die oft die neuen Freuden übertönen, wir wissen, daß er uns neues Hoffen gegeben und daß er in unser Herz das alte Gottver- trauen somit den alten Glauben auch sins neue Jahr hinüber nehmen läßt.

Noch blickt der alte Kaiser mit altem Wohlwollen und altem Ber- tro"'n auf sein treues Volk, noch leiten die Hauptpersonen, die ersten Koryphäen der neuen großen Zeit Deutschlands, unsere Geschicke. Kaiser Wilhelm ist noch umgeben vom ersten Staatsmann der Welt und vom besten Führer des Bölkes in Waffen, und wenn sie einst scheiden, so hinter­lassen sie würdige Nachfolger, welche in neuer Zeit geschult und erfahren

sind. Sie und wir Alle schließen in unser Neujahrsgebet innig ein den deutschen Kronprinzen und Gott wird es erhören, indem er, der Herr über Tod und Leben ihm gnädig noch das Leben, das eine reiche Summe von Verdiensten um unser Reich und Volk enthält, schirmet uns behütet. An Gottes Segen ist Alles gelegen. Das ist und bleibt auch unsere Parole für das neue Jahr, und welches Volk hätte wohl mehr Ursache, zu danken für den reichen Segen, der uns überkommen unter sorglicher Regierung der Fürsten in Land und Reich. Uns ist das Feld bereitet und bringt reiche Frucht, in der Heimath bis zu unserm fernsten Schutz­gebiete des einigen starken Reichs.

Unser Volk ist treu und ehrlich, religiös und sittlich, fleißig und geschickt, muthig und einig und darum ist es stark und gesegnet. Wir hüten die starken Wurzeln unserer Kraft in Gehorsam und Zucht, in Treue gegen die Landesherren, in Liebe zum Vaterlande und setzen, wo's Noth thut, unser Gut und Blut ein. Im Frieden wie im Krieg gibt das deutsche^Völk^Gott die Ehre und dem Kaiser, was des Kaisers ist.

So haben wir denn trotz aller Feinde im Reiche und außerhalb der Landesgrenzen das alte Vertrauen zum Siege, wo sie uns auch be­drohen. Das alte Jahr hat uns den Völkerfrieden gebracht, es hat den Kirchensrieden eingeläutet. Mögen die Glockenklänge im neuen Jahr den .sozialen Frieden einläuten, der unter des greifen Kaisers Führung ein gut' Stück Weg vorgeschritten ist. Mögen es Grabklänge sein für alte Schuld und alte Gegensätze, für Zwist und Hader, für Unglück und für Elens. Der alte Flucy der Uneini. keit, er sei begraben für ewig. Siehe, nrch ruht wie auf Flur und Wegen, so auch auf vielen Herzen das weiße Leichentuch, der Schnee, aber die alte Sonne der Welt, die Liebe und die Wärme, sie thauen auch die Eisrinde um die Herzen auf und es erblüht die Wunderblume der Nächstenliebe. In diesem Sinne und in dieser Hoff­nung ertönt unser Neujahrswunsch:Zum neuen Jahr ein frisches Herze ein frisches Blatt im Lebensbuch!" Möge es der Menschheit nutzen Prosit Neujahr!

Tagesschau

Berlin, 31. Dezember Se. Majestät der Kaiser und König hörten gestern Nachmittag noch den Vortrag des Staatssekretärs Grafen v. Bismarck. Heute nahmen Se. Mafistät militärische Meldungen entge­gen und ließen Sich von dem Chef des Civilkabinets, Wirklichen Gehei­men Rath v. Wtlmvwski, sowie von dem den Chef des Militärkabinets vertretenden Obersten v. Brauchitsch Vortrag halten.

Berlin, 31. Dezbr. DerR. u. St. A." schreibt: Es ist be­kannt, daß auf Befehl Sr. Majestät des Kaisers von Ruhland dem deut­schen Reichskanzler gewisse, die bulgarische Frage betreffende Aktenstücke behufs Prüfung des Inhalts und Ursprungs derselben mitgetheilt worden sind. Es hat sich ergeben, daß diese Aktenstücke lediglich erfunden worden sind, um die Aufrichtigkeit der deutschen Politik zu verdächtigen. Der Zweifel an der Ehrlichkeit derselben wäre b-rechtigt gewesen, wenn solche Aklenstücke auf Wahrheit beruhten, da die deutsche Politik das Unterneh­men des Prinzen Ferdinand von Coburg in Bulgarien von Anfang an und zu jeder Zeit als ein den bestehenden Verträgen zuwiderlaufendes angesehen hat und noch ansieht, und sich in diesem Sinne allen Kabinetten und insbesondere dem russischen gegenüber amtlich ausgesprochen hat. Es würde daher, wenn die Aktenstücke, und namentlich das dem deutschen Bot­schafter in Wien zugeschriebene, echt und die Andeutungen in den fingir- ten Briefen in der Wahrheit begründet gewesen wären, der amtlichen deut­schen Politik mit Recht der Borwurf der Duplizität und ihren amtlichen Erklärungen der der Unehrlichkeit haben gemacht werden können. Die deutsche Regierung, welche natürlich bemüht ist, bei den befreundeten Mäch­ten Das Vertrauen auf ihre Ze verlässigkeit und Offenheit zu erhalten, hat daher ein lebhaftes Interesse daran gehabt, die Unechtheit der Aktenstücke festzustellen und öffentlich zu bekunden. Die angestellten Ermittelungen haben ergeben, daß zwischen Ihrer Königlichen Hoheit der Gräfin von Flandern und dem Prinzen Ferdinand von Coburg niemals eine Corre-