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Nr 297.
Mittwoch den 21. Dezember
1887.
Amtliches.
Bekanntmachungen auf Grund des Reichsgesehes vom 21. Oktober 1878.
In Gemäßheit des §. 11 des Reichsgesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Socialdemokratie vom 21. Oktober 1878 ist das gestern im hiesigen Landkreise verbreitete Flugblatt, welches angeblich in der Schweizerischen Genossenschafts-Buchdruckerei Hottingen- Zürich gedruckt ist, die Ueberschrift: „An die Wähler des 1., 2. und 3. Braunschweigischen ReichstagswahlkreiseS!" führt und mit den Worten: „Drei Viertel Jahre find verflossen 2c." beginnt, von der unterzeichneten Landes-Polizeibehörde verboten.
Braunschweig am 12. Dezember 1887.
Herzogliche Kreisdirektion OrtH.
Nachdem durch die Bekanntmachungen der Königlich sächsischen Kreishauptmannschaft zu Dresden vom 22. November und 3. Dezember d. I. („Reichs-Anzeiger" Nr. 276 und 285) die Nummern 8, 10 bis 12, 14, 16 bis 28 des 3. Jahrgangs der zu New-York wöchentlich erscheinenden Druckschrift: „Deutsch -Amerikanische Bäcker- Zeitung", herausgegeben vom Nationalverband der Bäckergehülfen der Vereinigten Staaten, verboten worden sind, wird auf Grund der §§ 11 und 12 des Gesetzes gegen .die gemeingefährlichen Bestrebungen der So- zialdemokratie vom Listen Oktober 1878 (Reichs Gesetzblatt S. 351) auch die fernere Verbreitung des Blattes „Deutsch-Amerikanische Bäckerzeitung" im Reichsgebiet hierdurch verboten.
Berlin den 13. Dezember 1887.
Der Reichskanzler. In Vertr.: von Boetticher.
Auf Grund der Bekanntmachung des Königlichen Staats-Ministe- riums vom lOten d. Mts. (Deutscher Reichs- und Königlich Preußischer Staatsanzeiger vom 13ten d. Mts.) wird denjenigen Personen, welche bei Ablauf der Geltungsfrist der Bekanntmachung des Königliche« Staats- Ministeriums vom 16. Dezember 1886 auf Grund des §. 28 des Gesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 (Reichsges.-Bl. de 1878 pag. 351) von dem Aufenthalte im Stadt- und im Landkreise Frankfurt a/M., im Stadt- und im Landkreise Hanau, im Kreise Höchst und im Obertaunuskreise ausgeschlossen waren, dieser Aufenthalt auch fernerhin bis zum 30sten September 1888 versagt.
Wiesbaden den 18. Dezember 1887.
Der Königliche Regierungs-Präsident.
__I. V.: Mollier._______________________________
BekKMttKmchungen Kimigl Lanorathsamts.
Die Besitzer von Gebäuden mit Spülabt^itten in hiesiger Stadt werden aufgefordert, innerhalb 14 Tagen solche Anlagen im Polizei- Commisiariat dahier anzumelden.
Hanau am 10 Dezember 1887.
Der Königliche Landrath
P. 7663 ___________Gf. Bismarck.____
Menst-Nachrichten aus dem Kreise.
Gefunden: Ein Köcher. Eine Brille ohne Futteral.
Zugelaufen: Ein brauner und graulich gesteckter Jagdhund Geschl. Ein junger dunkelbrauner Hund weibl. Geschl.
Hanau am 21 Dezember 1887.__
Für den am 11. April 1871 geborenen August Wilhelm Jasinsky ist um Entlastung aus dem Königlich Preußischen Staatsverband nach- gesucht worden
Hanau am 20. Dezember 1887.
Der Oberbürgermeister
. _______________Westerburg. ______
&us[diwi6en üönigL Staatsnnwalt^diaff zu Frau^suri a. B.
J. 2021/87. Ueber den Aufenthalt des Tagelöhners Michael dlück, geboren am 10. Juni 1869 in Windheini, wird Auskunft begehrt.
Frankfurt a/M., den 17. Dezember 1887.
J. 3437/87. Ueber den Aufenthalt des Tagelöhners Heinrich Gieß, geb. 16. April 1865 zu Burghaun, wird Auskunft begehrt.
N. 1227/86. Ueber den Aufenthalt des Schusters Jakob Ruck, geb. 26. April 1861 zu Stuttgart, wird Auskunft begehrt.
J. 3653/87. Das am 10. Dezember 1887 gegen den Blumenhändler Stephan Gustav Hall in von Mainz erlassene Ausschreiben ist erledigt.
Frankfurt a/M., den 19. Dezember 1887. ________________
Steckbrief.
M. 194/87. Der Schirmmacher und Tagelöhner Johann Basser- mann, geb. 27. August 1859 in Longenselbold, ist durch Urtheil der Strafkammer des hiesigen Königlichen Landgerichts vom 1. Oktober 1887 wegen Amtsanmaßung zu einer Gefängnißstrafe von zwei Tagen rechtskräftig verurtheilt worden und hat sich dem Vollzüge dieser Strafe durch die Flucht entzogen.
Es wird ersucht auf den rc. Bassermann zu fahnden, ihn im Betretungsfalle zu verhaften, die 2tägige Gefängnißstrafe zu vollstrecken und mich von der Verhaftung zu benachrichtigen.
Frankfurt a/M., den 19. Dezember 1887.
________________________Königl. Staatsanwaltschaft.__ Lotterie zum Westen der Kinder-Keikanstalt zu <9rß.
Als Ergebniß der stattgetzabten Verloosung konnten wir nach Abzug von 169 M 32 Pf. für entstandene Unkosten die schöne Summe von 2162 M. 60 Pf. heute dem Vorstände der Kinderheilanstalt zu Orb übergeben. Es drängt uns, allen denen, welche zur Erreichung dieses überraschenden Erfolges, fei es durch Spendung von Gewinnen, durch Abnahme von Loosen oder in sonstiger Weise milbeigetragen haben, unseren herzlichsten Dank auszusprechen. Ein solches Resultat war nur möglich durch die allseitige, rege und oft aufopfernde Unterstützung, wie sie uns bereitwilligst von allen Seiten und ganz besonders hier am Orte zu Theil geworden ist. Da für die 6000 Loose ä 30 Pf. allein 90 M. Stempelsteuern zu zahlen und noch manche andere unvermeidliche Ausgaben zu machen waren, so ist der hohe Reinertrag nur dadurch möglich geworden, daß viele Arbeiten, wie der Druck der Loose, Inserate u. s. w. uns um der guten Sache willen umsonst geleistet wurden. Mit unserm Dank für alle Wohlthaten verbinden wir die Bitte, der Anstalt, welche arme kranke Kinder stets unentgeltlich aufnehmen und verpflegen wird, auch ferner in fürsorgender und helfender Liebe zu gedenken.
Hanau, 20. Dezember 1887.
Das Comitä.
I. A.: Gräfin Bismarck.
Weihnachten.
Die köstliche Zeit des Jahres ist wieder herangekommen, welche in der gesammten Christenheit der erhebenden Freude, dem traulich stillen Glücke des Familienlebens gewidmet ist. Wenn wir den Tag begehen „da den Frieden zu verkünden sich der Engel niederschwang"', ruhen und rasten wir von allen Sorgen und Mühen des Berufslebens; die gewaltige Bewegung der Geister, welche unsere Zeit beherrscht, tritt, freilich nur auf so kurze Dauer, in den leuchtenden Bannkreis der Liebe und für ein oder zwei Tage scheint selbst der rastlose Zeiger an der Uhr der Weltgeschichte seinen Gang zu verlangsamen
In dem Jahrtausend deutschen Culturlebens, welches über die Gaue unseres Vaterlandes dahingerauscht ist, hat sich vor Allem Eines unverändert erhalten: die Feier der drei großen christlichen Feste. Ueber allen Formen und über allem Reichthum der Culturentwicklung ist ich r e Weihe unveränvert geblieben, keine Pracht eines hochentwickelten Kunstfleißes vermag jene ideale Regung zu ersetzen, welche die innersten Saiten des deutschen Volksgemüths erklingen läßt, wenn es zu Weihnachten das noch so kleine Heim mit der grünen Tanne, zum Pftngstfest mit den lichten Zweigen der jungen Birke schmückt, zu Ostern nach den ersten Veilchen späht, welche Der März gebracht hat. Aus der Geschichte unserer alten Dome, zu Quedlinburg, Merseburg, Magdeburg, Aachen, Köln unö Straßburg wessen wir, daß die alten Kaiser zur Weihnachtszeit dort Ho
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