Einzelbild herunterladen
 

«JonttementS» Preis:

Jährlich 9 Marl Halbj.4M.S0Ps,.

PicricijährUch , Mail 26 Pfg. gür au-wärlige abonuenten

Nil beut betreffen­den Poftausschlag. Sie einzelne stum­mer 10 Psg.

Zugleich Amtliches Gvgcrn für Ktaöt- tmö Lcrtrökveis Kcrncru.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Snfersten»«

Preis:

Die Ifpaltige Earmondzeile eb.

deren Raum

10 Pfg.

Die Sspalt. Zeile

20 Pfg.

DteSsxaltigeZeile 30 Pfg.

Sir 295

SMMWrrMWSAL«

Montag den 19. Dezember

Amtliches. Bekanntmachung. Postpacketverkehr mit Natal.

Von jetzt ab können Postpackete ohne Werthanzabe im Gewicht bis 3 kg nach Natal versandt werden.

Ueber die Taxen und Versendungsbedingungen ertheilen die Post­anstalten auf Verlangen Auskunft.

Berlin Wv 15, Dezember 1887.

Der Staatssekretair des Reichs-Postamts.

von Stephan.

Bekanntmachung.

Postpacketverkehr mit Ceylon.

Mittels der Deutschen Reichr-Postdampfer der ostasiatischen und der australischen Linie können fortan Postpackete im Gewichte bis 5 kg nach Ceylon versandt werden.

Das vom Absender im Voraus zu entrichtende Porto beträgt für ein Packet im vorgedachten Gewicht 3 M. 80 Pf.

Ueber die näheren Versendungsbedingunzen ertheilen die Postanstalten auf Verlangen Auskunft.

Berlin W., 15. Dezember 1887.

Der Staatssekretair des Reichs-Postamts. von Stephan.

Dienst-Aschrichten aus dem Kreise.

Zugekaufen: Ein schwarzer Hund mit kurzen Ohren, gelben Augen und langer Ruthe; Empfangnahme bei Friedrich Kasimir Arnold zu Gronau. Ein kleiner schwarzer gelb durchschossener Hund m. Geschl.; Empfangnahme bei Joh. Konrad Otto zu Hüttengesäß.

Verloren: Eine goldene Broche.

Gefunden: Ein ledernes Halsband mit gelben Beschlägen.

Hanau am 19 Dezember 1887.

Bekanntmachung.

Wir machen darauf aufmerksam, daß an unserer Gerichtstafel, an der zu öffentlichen Bekanntmachungen bestimmten Stelle der Gemeinde Großkrotzenburg und in dem Anzeiger des Amtsblatts der Königlichen Re­gierung zu Cassel Behufs Grundbuchregulirung in der Gemarkung Großkrotzenburg ein Aufgebot von uns erlassen ist.

Hanau, den 13. Dezember 1887.

Königliches Amtsgericht III.

12315 Hahn.

TKHksschau

P. Aus dem Reichstage. Berlin, 17. Dez. Der Reichs- tag berieth heute in dritter Lesung die Getreidezollvorlage, die noch eine fast dreistündige Generaldebatte veranlaßte. In derselben erklärten sich die Abgeordneten Magdzynski (Pole) und Leuschner (Reichsp.) für die unveränderte Annahme der Vorlage, während Abg. Bebel (Soz.-Dem.) dieselbe grundsätzlich bekämpfte und von der weiteren Erhöhung der Ge- treidezölle nichts weiter als eine abermalige Verschiebung der Einkommen- verhültnisse zu Gunsten der Besitzenden erwartete, die schließlich noth- wendig zum sozialistischen Staate führen müsse. Abg. Metzner (Centrum) sprach sowohl vom wirtschaftlichen, wie vom sozialpolitischen Siandpunkt sür die Vorlage, ebenso Abg. Frhr. von Hammerstein (deutschkons.), der inbe§ noch weitere gesetzgeberische Maßnahmen zu Gunsten der Land- wirthschaft erwartete, wenn auch diese Zollerhöhung nicht wirkungslos bleiben solle. Von weiteren Rednern aus dem Hause nahm noch außer dem Abg. Rickert (deutschfr.) gegen, Abg. Frhr. v. Ünruhe-Bomst (Reichsp.) für die Vorlage das Wort Zuvor hatte der Minister Dr. Lucius Namens der verbündeten Regierungen die Erklärung abgegeben, daß die­selben, wenn sie in den Beschlüssen der zweiten Lesung auch keine Ver­besserung erblicken könnten, doch mit Rücksicht auf die große Mehrheit, welche diese Beschlüsse gefaßt, denselben einen Widerstand nicht entgegen: legen würden. Demgemäß hat der Minister weitere Erhöhungen an dem ° wehr vs^zunehmen. In den Abänderungsantiägen zu § 2 sei eu^e Verbefferung zu erblicken, deshalb könne er sich für dieselben er­

1887.

klären. In der Spezialdebatte wurden darauf die Zollsätze des § 1 bis auf den Zoll für Hafer, deffen Erhöhung von 3 auf 4 M. beschlossen wurde, nach den Beschlüssen der zweiten Lesung definitiv genehmigt. § 2 wurde mit einigen beantragten Aenderungen ebenfalls angenommen, und dann das Gesetz im Ganzen in namentlicher Abstimmung mit 203 gegen 116 Stimmen angenommen. (2 Mitglieder enthielten sich der Abstimmung.) Nächste Sitzung 17. Januar, Nachmittags 1 Uhr: Etatsberathung.

Berlin, 17. Dezbr. DerR. u. St-A." veröffentlicht an der Spitze seines Blattes folgendes Bulletin:San Remo, den 17. Dezember 1887, 11 Uhr 30 Minuten Vormittags. Es zeigt sich jetzt in der lin­ken Kehlkopfhälfte Sr. Kaiserlichen und Königlichen Hoheit des Kronprin­zen eine kleine Wucherung, welche etwas höher aufwärts liegt als die Ende Oktober aufgetretene Schwellung. Diese letztere, zum Tbeil benarbt, hat sich verkleinert. Das Befinden ist andauernd recht gut. Morell Mackenzie. Schrader. Krause. Mark Hovell."

Berlin, 17. Dezbr. Se. Majestät der Kaiser haben im Namen des Reichs den früheren Konsul in Porto Alegre, Hellwig, zum Konsul in Alexandrien zu ernennen geruht.

Berlin, 17. Dezember. Se. Majestät der Kaiser und König empfingen heute den Besuch Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs von Sachsen und hörten von 10'/, Uhr ab Vorträge von dem Feldmarschall Grafen v. Moltke sowie dem Chef des Militärkabinets, General v. Albe- dyll. Nach einer Ausfahrt empfingen Se. Majestät den Oberst-Kämmerer Grafen zu Stoibers.

Berlin, 17. Dezbr. (K. Z) Man wird wohl nicht fehlgreifen, wenn man annimmt, daß die heutige militärische Berathung, welche Kaiser Wilhelm mit dem Prinzen Wilhelm, dem Feldmarschall Grafen Moltke, dem General Quartiermeister Grafen Waldersee, dem Kriegsminister und dem General v. Albedyll gehabt hat, wesentlich bedingt worden ist durch die Mittheilungen, welche der ruffischeInvalide" über die Verhältnisse Deutschlands, Oesterreichs und Rußlands zu einander veröffentlicht hat, Mittheilungen, welche nach hiesigen allgemeinen Annahmen das wirkliche SachVerhältniß geradezu auf den Kopf stellen. Soweit aus Petersburg verlautet, ist der Bericht desInvaliden" wahrscheinlich ein Auszug aus einem dem Zaren vom Chef des russischen Generalstabes, General Obrut- schew, erstatteten amtlichen Berichte. Es muß also in Rußland schon sehr weit gekommen sein, daß man es wagt, dem Zaren, der sich belehren lassen will, solche falsche Zusammenstellungen und Angaben amtlich zu machen, wie sie aus dem Aufsatz desInvaliden" sich verrathen. Auch das ist wieder ein neuer Beweis dafür, daß die Ursachen der jüngsten Truppenverschiebungen nicht wie vorgegeben auf ein Mißtrauen gegen I Oesterreichs feindliche Absichten zurückzuführen sind, vielmehr den Bestre- I bungen einer hochvermögenden pans'awistischen Sippe entspringen, wie sie so 'chroff in den letzten Monaten sowohl in der panslawistischen Presse wie bei den russischen Freunden Döroulödes zu Tage getreten sind.

Berlin, 17. Dez. (K. Z) Heute fand hierselbst ein außerordent­licher Berussgenossenschaftstag statt. Derselbe nahm mit 40 gegen 24 Stimmen den Antrag an, wonach sich die Berufsgenossenschaften bereit erklären, die Alters- und Unfähigkeitsversicherung zu übernehmen und sich auch mit dem Entwurf der verbündeten Regierungen einverstanden erklä­ren, wonach sich das Gesetz auf olle Arbeiter der Industrie, des Handels und der Landwirthschaft erstrecken wird Schließlich lehnt die Versamm­lung alle Abänderungsanträge ab und erklärt sich mit den Regierungs- vorschlägm einverstanden; erklärt sich auch gegen das von der Regierung vorgeschlagene Deckungsverfahren und nimmt dagegen den Antrag an, daß für die Beiträge der Arbeiter das Deckungsver» hren und für die Bei­träge der Arbeitgeber das Umlageverfahren einzuführen sei.

Ein rührender Beiveis ' der Liebe wirb dem Kronprinzen aus Schlesien zu Theil. Die Sektion Petersdorf des Riesengedirgssereins hat, wie dieKr.-Ztg." mittheilt, den schönsten Christbaum, der im Riesen­gebirge zu finden war, zu einem Geschenk sür den Kronprinzen bestimmt. W hlverpackt in besonderem Waggon ist der Baum, welcher die kronprinz- liche Faniilie am heiligen Abend mit heimathlichen, Duft umwehen soll, bereits nach San Remo abgegaugen.

DerR.- tt. Tt-A." schließt an die Mittheilung vom Ableben des Grafen Arnim-Boitzenburg folgenden Nachruf: Das königliche Haus und das Vaterland vertiern mit dem Heimgegangenen einen treuen Diener von hervorragender Begabung. Einen besonlers schweren Verlust erleidet