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Str. 283

Montag den 5. Dezember

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Amtliches.

Bekanntmachung.

In Folge Erlasses des Herrn Finanz-Ministers vom 16. d. M. sind die Königliche Regierungs-Hauptkasse und die Steuerkaflen deS Re­gierungsbezirks angewiesen worden, die am Iten jeden Monats fälligen Civil-Pensionen künftig in den Fällen, wenn der 1 te und 2te Monatstag auf Sonn- bezw. Festtage fallen, schon am letzten Tage des Vormonats zu zahlen.

Cassel, den 25. November 1887.

Königliche Regierung.

Zu 0. I. L. 5186. Rothe.

BetarmtAmchungen Königl. Lanm athsamts.

Der Metzger Salomon Hahn in Fechenheim beabsichtigt auf seinem daselbst Ecke der Lang- und der Löhnungsgasse belegenen Grundstücke Kataster N. 468,224 eine Rindsschlächterei zu errichten und zu be­treiben. Es wird dies gemäß §. 17 der Gewerbeordnung mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Einwendungen gegen diese Anlage im Büreau der unterzeichneten Behörde, woselbst Zeichnung und Beschreibung zur Einsicht offen liegen, innerhalb 14 Tagen angebracht werden können.

Hanau am 1. Dezember 1887.

Namens des Kreisausschusses

A. 2274 der Vorsitzende: Gf. Bismarck.

Königliche Lehranstalt für Obst- und Weinbau in Geisenheim a/RH.

Auf Anordnung des Herrn Ministers für Landwirthschaft, Domänen und Forsten sollen bei der hiesigen Lehranstalt wiederum

3 Unterrichtskurse über die Reblaus (Phylloxera

Tastatrix) und andere Rebenschädlinge

unter Leitung des Unterzeichneten abgehalten werden. Ein jeder dieser Kurse, welche unentgeltlich sind, dauert 6 Tage und besteht in einer Anzahl von Verträgen und in eingehenden Uebungen am Mikroskop; der erste derselben wird von Montag den 5. bis Sonnabend den 1 0. Dezember d. Js., der zweite von Montag den 12. bis Sonnabend den 1 7. Dezem ber er. und der dritte von Mon­tag den 9. bis Son.nabend den 1 4. Januar 1888 abgehalten werden.

Diejenigen Herren, welche beabsichtigen, an einem der Kurse theil- zunehmen, werden ersucht, sich rechtzeitig bei der Direktion der Anstalt anzumelden.

Geisenheim, den 3. November 1887.

Der Direktor

gez. Göthe, Oekonomierath.

Die Herren Bürgermeister wollen diese Bekanntmachung durch An­schlag oder in ronft geeigneter Weise zur Kenntniß der Interessenten bringen. Hanau am 23. November 1887.

Der Königliche Landrath

V. 6027__Gf. Bismarck.__

Nenst-Nachrichten aus dem Kreise-

Gefunden: Ein Ortskrankenkassenichein auf den Namen Friederike Kämpfer. Eine kleine Scheere. Ein Kinderwagen.

Vom Wasenmeister ein gefangen: Ein schwarzgrauer Hund.

Hanau am 5 Dezember 1887.

Ünsftürelößn Kömgl. MaisimwalWast zu Frankfurt a. M. 22306 B, N. 1334/87. Ueber den Aufenthalt des Backstein­brenners Heinr. Riebeling von Dittershausen wird Auskunft begehrt.

9395 C. M. 182/87. Ueber den Aufenthalt des Backwaaren- trägers At albert Albert Pröstler von Würzburg wird Auskunft begehrt.

22337 B. J. 3952/87. Das am 26. November 1887 gegen den Schneider Paul Beaury von Monlabaur erlassene Ausschreiben ist erledigt.

Frankfurt a/M-, den 1. Dezember 1887.

L. 118/86. Ueber den Aufenthalt des Hausburschen Karl Büchold wird Auskunft begehrt.

22384 B. 0 291/87. Ueber den Aufenthalt des Schrei­ners Karl Hoppe von Bad Lauterberg wird Auskunft begebrt.

D. 7385. J. 3835/87. Der gegen den Schlosser Johann Reißer von Mainz vom 17. Nov. 1887 erlassene Steckbrief ist erledigt. Frankfurt a/M , den 2. Dezember 1887.

Steckbrief.

N. 1115/87. Gegen den Schneider Wilhelm Gissel, geboren in Ginnheim am 18. Februar 1856, welcher flüchtig ist, ist die Unter­suchungshaft wegen Ruhestörung und Beleidigung verhängt.

Es wird ersucht, denselben zu verhaften und die Unterzeichnete von der erfolgten Festnahme unverzüglich in Kenntniß zu setzen.

Frankfurt a/M., den 2. Dezember 1887.

Königliche Staatsanwaltschaft.

Tagesscha«.

Berlin, 3. Dezbr. DerR. u. St. A." Nr. 284 veröffentlicht: Verordnung, betreffend die Formen des Verfahrens und den Geschäfts, gang des Reichs - Versicherungsamts, sowie das Verfahren vor den auf Grund der Gesetze vom 5. Mai 1886 und vom 13. Juli 1887 errichteten Schiedsgerichten, vom 13. November 1887.

Berlin, 3 Dezbr. Se. Majestät der Kaiser und König ließen Sich von dem Chef des Militärkabinets, General v. Albedyll, Vortrag halten und empfingen den General ä la suite v. Winterfeld.

Wien, 3. Dez. DieNeue freie Presse" meldet aus Wiener- Neustadt bei Wien: Heute Vormittag fand in der Sprengstoff-Fabrik bei Wiener-Neustadt eine Explosion statt, wobei 6 Personen getödtet wurden.

Madrid, 3. Dez. In der Kammer brächte der Deputirte Bushell einen Antrag ein, eine neue Steuer von 100 Pesetas per Hektoliter von den Alkoholen zu industriellen Zwecken als Oktroi- Abgabe zu erheben.

Versailles, 3. Dez. Die allgemeine Versammlung der republi­kanischen Leputirten und Senatoren gab Vormittags im ersten vorläufigen Wahlgange für die Präsidentenwahl von 552 Stimmen 200 für Ferry, 193 für Freycinet, 81 für Brisson, 69 für Sadi-Carnot, 7 für Saussier und außerdem 7 unbeschriebene Stimmzettel ab. Im zweiten Wahlgange erhielten Ferry 2'6, Freycinet 196, Brisson 79, Sadi-Carnot 61 Stimmen. Bei dem dritten Wahlgange der allgemeinen republikanischen Wahl­versammlung gaben 505 Deputirte und Senatoren ihre Stimmen ab; davon fielen auf Ferry 179, Sadi Carnot 162, de Freycinet 109, Brisson 52. Hierauf fand ein vierter Wahlgang statt. Nachmittags. Beim vierten Wahlgange der Versammlung der republikanischen Deputirten und Senatoren für die Präsisentenwahl stimmten nur 253 Mitglieder; es erhielten Sadi-Carnot 185, Ferry 35, Freycinet 23, Brisson 10 Stimmen. Von der Rechten soll ein Theil für den General Saussier, ein anderer Theil für General Appert als Präsident der Republik stimmen wollen. (Rh. K.)

Der neue Präsident der französischen Republik, Marie Fran^ois Sadi Carnot, wurde am 11. August 1837 zu Limoges geboren, er ist der Sohn des Publizisten und Staatsmannes Hippolyte Carnot und Enkel des bekannten Kriegsministers der Revolution. Er bildete sich auf dem Polytechnikum und der Brücken- und Wegebauschule zum Ingenieur aus und ließ sich nach Beendigung seiner Studien in Annecy nieder. Nach dem Krieg von 1870 belheiligte sich Carnot zum ersten Male an den höheren politischen Interessen seines Vaterlandes, 1871 wurde er Präfect im Departement Seine Jnfßrieure und erhielt dann den Auftrag, als Commissar der Regierung die nationale Vertheidigung in der Normandie zu oraanisiren. Nachdem er noch in demselben Jahre für Cote d'Or in die Depututenkammer gewählt war, schloß er sich der Republikanischen Vereinigung an und bildete sürderhin als Vertreter für Baume eine der hauptsächlichsten parlamentarischen Stützen dieser Gruppe. Am 23. September 1*80 trat er als Minister der öffentlichen Arbeiten in das erste Cabinet Ferry ein und aus einem wohlverstandenen poli­tischen Interesse hat Ferry jetzt zu Gunsten seines alten Mitarbeiters auf die Präsidentschaft verzichtet. Die vollständige Umwandlung des Cabinets unter Gambetta verdrängte auch Sadi Carnot aus der Regie­rung, in die er erst im April 1885 unter Brisson als Finanzminister wieder eintrat, eine Stellung, die er auch im Cabinet Freycinet bis zum