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Mittwoch den 23. November

Nr. 273.

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Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.

Die nachstehend genannten Personen: 1) Johannes Mayer, 2) Wendelin Seipel, 3) Hermann Mangelmann, 4) Johann Melchior Botzum, 5) Bernhard Hain, 6) Nikolaus Huth sind zu Mitgliedern des Gemeinderaths zu Großauheim auf 5 Jahre gewählt und in dieser Eigenschaft von mir verpflichtet worden.

Hanau am 19. November 1887.

Der Königliche Landrath

A. 2222 Gf. Bismarck.

Dem Vorstand des Frauen-Pflegevereins zu Seckbach ist gestattet worden, zum Besten der Kleinkinderbewahranstalt und armer Kranken daselbst, eine Verloosung von Haus- und Küchengeräthschaften sowie klei­neren Kleidungsstücken im Gesammtwerth von mindestens 220 Mk. zu verunstalten.

Der Vertrieb der Loose ist auf den Umfang der Stadt- und Land­kreise Frankfurt a/M. und Hanau beschränkt und darf die Zahl der Loose 3000 nicht übersteigen.

Hanau am 16. November 1887,

Der Königliche Landrath

V. 5872 Gf. Bismarck.

Bewerber um die mit 1. Januar nächsten Jahres zur Erledigung kommende erste Lehrerstelle in Ost he im werden aufgefordert, ihre mit den nöthigen Zeugnissen versehenen Bewerbungsgesuche binnen 14 Tagen einzureichen.

Mit der Stelle ist ein Diensteinkommen von 840 Mk. nebst freier Wohnung und eine Geldvergütung von 90 Mk. jährlich für die Feuerung verbunden.

Hanau am 17. November 1887.

Für den Schulvorstand.

V. 5869. Gf. Bismarck.

Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.

Gefunden: Ein schwarzer Winterrock/ Eine weiße Manschette mit Knopf. Ein Griffelkasten. Eine Brille. Eine Peitsche. Ein weißes Armband. Eine goldene Brosche.

Zugelaufen: Ein schwarzer Spitz m. Geschl.

Hanau am 23. November 1887.

Die Herren Bürgermeister werden ersucht, nachstehende Bekannt­machung des Vorstandes des landwirthschaftlichen Kreisvereins in ihren Gemeinden veröffentlichen zu lassen.

Hanau am 22. November 1887.

Der Königliche Landrath

V. 6046 Gf. Bismarck.

Landmirthschastlicher Kreis-Verein Hanau.

Nächste Versammlung Samstag den 26. November, Nach­mittags 2 Uhr, im Gasthaus zumgoldenen Löwen" in Hanau.

Tagesordnung:

1) Geschäftliche Mittheilungen.

2) Besprechung über die neue Schlachtbausordnung.

3) Berichterstattung über die Versammlung in Guntershausen, die Erhöhung der Kornzölle betreffend. Referent: Oberamtmann W. Schuppius Rüdigheimer Hof. Unterzeichnung der Petition an den Reichstag.

4) Die Hebung der Obstbaumzucht und Mittheilung über die An­stellung des Wandergärtners für den Stadt- und Landkreis Ha­nau. Referent: Herr Commerzienrath Zimmermann.

5) Beschaffung von künstlichen Düngemitteln.

6) Berichterstattung über die Ausstellung in Steinau. Referent: Herr W. G o t ts ch a l ck.

D er Vorstand.

21274 A. J. 3758/87. Ueber den Aufenthalt der Arbeiterin

1887

Katharine Kassel, geb. Ernst, von Friesenheim, geb. 12. Jan. 1855, wird Auskunft begehrt.

Frankfurt a/M., den 21. November 1887.

Königl. Staatsanwaltschaft.

21551 B. J. 2061/87. Ueber den Aufenthalt des Schuhmachers Adam Lehr jeder von Wäfferndorf, geboren am 22. August 1860, wird Auskunft begehrt.

Frankfurt a/M., den 21. November 1887.

Königl. Staatsanwaltschaft.

t Braucht die Landwirthschaft bessere Preise?

25000 Großgrundbesitzer" das allein sollen, wenn man der freisinnig-freihändlerischen Presse glauben darf, diejenigen sein, welche von einer Erhöhung der Kornzölle Vortheil haben würden, und die deshalb auch allein eine solche anstreben. Für diejenigen Landwirthe, welche nicht zu den Großgrundbesitzern gehören, wird diese Behauptung der beste Be­weis dafür sein, wie wenig Interesse die gedachte Presse und die hinter ihr stehende Partei an dem Gedeihen der Landwirthschaft und wie wenig Verständniß dieselbe für die Verhältnisse und Bedürfnisse der Landwirth­schaft hat. Aber nicht für diejenigen, welche am besten selbst wissen, wo sie der Schuh drückt, schreiben wir, sondern für diejenigen, auf die, weil sie selbst keine genauere Kenntniß der landwirthschaftlichen Verhältnisse haben, die freisinnigen Zahlen und Behauptungen vielleicht einen Eindruck machen könnten.

Die Landwirthschaft ist in gewissem Sinne ein Gewerbe wie jedes andere, nur mit dem Unterschiede, daß in Deutschland 41 pCt. der ge- sammlen Bevölkerung also weit mehr als von jedem anderen Gewerbe oder gar von der gesammten Industrie direkt von der Landwirthschaft leben und daß dieselbe die Grundlage für das Wohl des ganzen Volkes wie des Staates bildet. Leben und gedeihen kann sie aber nur, und das gilt von ihr so gut wie von jedem anderen Gewerbe, wenn die Preise der von ihr erzeugten Produkte größer sind wie die Erzeugungskosten. Letztere sind schwer zu berechnen und nicht durchsichtig genug, und daher kommt es, daß die Gegner der landwirthschaftlichen Interessen sich noch immer über die Lage der Landwirthschaft im Unklaren befinden und Irrthümer zu verbreiten im Stande sind. Auf der landwirthschaftlichen Produktion für große wie für kleine Besitzer liegen hohe kommunale und staat­liche Abgaben, die sich seit Jahren in steigender Richtung bewegen. In gleicher Weise sind die Arbeitslöhne und die Bodenpreise fortwährend ge­stiegen. Das sind Thatsachen, für die wir hier keine Zahlen anzuführen brauchen. Sind so die Unkosten gestiegen, so sind auf der andern Seite die Getreidepreife jetzt auf einen Stand gesunken, der bedrohlich genannt werden muß. In Preußen werden seit langer Zeit die Lebensmittelpreise nolirt. Aus den bezüglichen Veröffentlichungen ergibt sich, daß die Korn­preise bisher nur in ganz seltenen Fällen und in den letzten dreißig Jahren fast niemals auf so niedriger Stufe standen, wie gegenwärtig. Das stei­gende Mißverhältniß zwischen fortwährend wachsenden Produktionskosten und immer niedrigeren Produktenpreisen fällt in die Augen. Der Unter­nehmergewinn ist . also fortwährend geringer geworden.

Was die Preise so herabgedrückt hat, ist klar: es ist dies die durch die kolossale Entwicklung des Verkehrswesens so ungemein erleichterte stei­gende Concurrenz der Getreideexportländer, insbesondere von Rußland, der Vereinigten Staaten und Ostindien, die nicht nur den westeuropäischen Staaten, sondern sich selbst untereinander die größte Concurrenz machen. In jenen Ländern sind der Boden und die Arbeitslöhne billiger, die Ab­gaben weit niedriger und da die Transportkosten immer weiter king- schränkt werden, so ist klar, daß der Preis für Getreide in Europa und trotz des Zolles auch in Deutschland immer weiter herabgedrückt werden wußte. Gleichwohl hat der Zoll die wohlthätige Wirkung gehabt, daß er den starken Preisfall, wie er in anderen Ländern hervorgetreten ist, in Etwas gemildert und gehemmt hat. Ohne Zoll hätten wir noch viel schlechtere Pre se, er war ein Schutz gegen die Schleuderpreise des Aus­landes Da der Zoll den Preis fall wenigstens einigermaßen gehemmt hat, so ist zu erwarten, daß zumal die Exportländer sich schwerlich in der Concurrenz noch lange werden unterbieten können eine Zollerhöhung aus die bessere Gestaltung des Preises hinwirken wird.

Hieran hat jeder Landwirth ein Interesse. Man frage nur jeden