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Nr. 272

Dienstag den 22. November

1887

Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.

Nachstehend werden

die

diesjährigen Durchschnittsmarktpreise zu

Johanni und Martini d.

I. zur Kenntniß gebracht:

a) zu Johanni:

Pfg.

1) Weizen

. ä 100 Kilogramm 20

Mk.

20

. 1 Hektoliter 16

34

H

2) Roggen

. 100 Kilogramm 14

22

ff

. 1 Hektoliter 10

62

ff

3) Gerste

. 100 Kilogramm 13

//

38

ff

. 1 Hektoliter 8

//

82

ff

4) Hafer

. 100 Kilogramm 11

//

88

ff

. 1 Hektoliter 5

/,

32

ff

5) Roggenstroh

. 50 Kilogramm 2

//

44

ff

6) Haferstroh

. 50 1

ff

88

ff

7) Gerstenstroh

« 50 1

ff

60

ff

8) Heu

. 50 3

//

ff

9) Kartoffeln, ordinaire

. 100 4

//

85

ff

10) englische

. 100 10

ff

ff

11) Welschkorn

. 100 15

//

50

ff

12) Buchenscheitholz .

. 1 Raummeter 8

//

60

ff

13) Eichenscheitholz .

. ,, 1 6

ff

ff

14) Tannenscheitholz.

1 6

b) zn Martini:

ff

20

ff

1) Weizen

. ä 100 Kilogramm 16

Mk.

75

Pfg.

. 1 Hektoliter 13

ff

55

f?

2) Roggen

. 100 Kilogramm 13

38

ff

. 1 Hektoliter 9

99

st

3) Gerste

. 100 Kilogramm 13

ff

63

ff

. 1 Hektoliter 8

H

99

ff

4) Hafer

. 100 Kilogramm 11

ff

91

ff

//

. 1 Hektoliter 5

//

33

ff

5) Roggenstroh

. 50 Kilogramm 2

ff

37

ff

6) Haserstroh

50 2

ff

40

ff

7) Gerstenstroh

50 1

V

70

ff

8) Heu

. 50 3

ff

ff

9) Kartoffeln, ordinaire

. 100 3

73

ff

10) englische

. 100 8

,/

50

st

11) Welschkorn

. 100 15

//

ff

12) Krauthäupter .

. 100 Stück 12

//

ff

13) Buchenscheitholz.

. 1 Raummeter 8

ff

50

ff

14) Eichenscheitholz .

. 1 6

ff

50

ff

15) Tannenscheitholz. . . 1 6

Hanau am 18. November 1887.

Der Königliche Landralh

P. 7124 Gf. Bismarck.

ff

ff

6640 u. J. 3082/87. Belohnung bis zu 5000 Mark. Der am 10. Sept. d. I. gegen den Bankier Heinrich Friedr. Daniel Schwatzn von hier wegen betrüglichen Bankrutts erlassene Steckbrief wird erneuert. Es wird um Festnahme und unverzügliche Benachrichtigung ersucht. Seitens der Gläubiger des rc. Schwatzn ist eine Belohnung bis zu 5000 Mark auf die Ergreifung des Flüchtigen ausgesetzt worden.

Frankfurt a/M., den 19. November 1887.

Königl. Staatsanwaltschaft.

J. 3408/87. Ueber den Aufenthalt des Handlungsreisenden Phi­lipp Litt au er, geboren am 30. Juli 1867 zu Jutrosehin, wird Aus­kunft begehrt.

Frankfurt a/M., den 19. November 1887.

Königl. Staatsanwaltschaft.

B. 21516. N. 840/87. Ueber den Aufenthalt des am 30. März 1868 zu Seckbach geborenen Gärtners August Hinkel wird Auskunft begehrt.

Frankfurt a/M., 21. November 1887.

Königl. Staatsanwaltschaft.

21217 A. J. 3362/87. Ueber den Aufenthalt des Taglöhners Joseph Fenzel, zuletzt wohnhaft in Düsseldorf, wird Auskunft begehrt.

Frankfurt a/M., den 20. November 1887.

Königl. Staatsanwaltschaft.

Steckbrief.

21144 B. N. 1045/87. Gegen den Hausirer Heinr. Sakra- schinskp von Jmsbsch, geb. 17. Mai 1866, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Körperverletzung verhängt.

Es wird ersucht, denselben zu verhaften und von der Verhaftung unverzüglich Nachricht zu geben.

Frankfurt a/M., den 19. November 1887.

Königliche Staatsanwaltschaft.

Tagesscha«.

Berlin, 21. Novbr. Der neuesteR. u. St.-A." veröffentlicht an der Spitze des Blattes folgendes:

Nachdem die oedemateuse Anschwellung im Kehlkopfe Sr. Kaiser­lichen und Königlichen Hoheit des Kronprinzen bereits in voriger Woche erheblich gewichen war, hat sich dieselbe im Laufe dieser Woche völlig zu­rückgebildet. Die Rückbildung wurde besonders bemerkbar, nachdem am 15. d. Mts. braunröthliche Flocken ausgeworfen worden waren, darauf konnte eine Abflachung der in der linken Kehlkopfshälfte befindlichen Neu­bildung, sowie theilweiser geschwüriger Zerfall derselben und gleichzeitig hiermit Erweiterung der Stimmritze wahrgenommen werden. Nach diesem Vorgangs ist augenblicklich die Athmung völlig frei und das Schlucke» durchaus schmerzlos. Aussehen, Appetit und Schlaf sind sehr gut. Be­wegung im Freien ist bei Eintritt sonnigen und trockenen Wetters in Aus­sicht genommen.

San Remo, den 19. November 1887.

Schrader. Krause. Mark Hovell."

Berlin, 21. Novbr. Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht dem Kaiserlich russischen Botschafter an Allerhöchstihrem Hofe, Ge­neral der Infanterie und General-Adjutanten Sr. Majestät des Kaisers von Rußland, Grafen Schuwalow, den Schwarzen Adler-Orden zu ver­leihen.

Berlin, 21. Novbr. Se. Majestät der Kaiser und König nah­men heute den Vortrag des Chefs des Civilkabinets, Wirklichen Geheimen Raths v Wilmowski, entgegen, empfingen Nachmittags den neuernannten siamesischen Gesandten und bevollmächtigten Minister, Phya Damrong Raja Bolakhant, und den Königlich württembergischen Gesandten, Obersten Grafen v. Zeppelin, behufs Entgegennahme der Kreditive derselben, sowie vor dem Diner den Finanzminister Dr. v. Scholz.

Berlin, 21. Novbr. Se. Königliche Hoheit der Prinz Heinrich ist, demR. u. St. A." zufolge, gestern um Mitternacht in Genua ein­getroffen und am Bahnhöfe daselbst von dem deutschen General-Konsul Dr. Bamberg empfangen worden. Heute früh 7 Uhr ist Höchstderselbe nach San Remo weitergereist.

Berlin, 20. Novbr. Der Gesundheitszustand Ihrer Majestät der Kaiserin hat sich, nach derK. Z.", soweit gebessert, daß die Rückkehr der hohen Frau nach Berlin für die zweite Hälfte der nächsten Woche in Aussicht genommen werden konnte. Damit widerlegen sich allerlei beun­ruhigende Gerüchte, welche gestern hier über das Befinden der Kaiserin verbreitet waren. Daß die traurigen Nachrichten über den Gesundbeits- zustand des Kronprinzen auf das Befinden der Kaiserin einen nachtheili­gen Einfluß haben mußten, liegt auf der Hand.

Berlin, 21. Nov. Fürst Bismarck hat seine Abreise nochmals, und zwar voraussichtlich auf Morgen Nachmittag verschoben. Heute erhielt er wieder den Besuch des Prinzen Wilhelm, der längere Zeit bei ihm verblieb.

Wcrnigerode, 20. Nov. Dieser Tage wurde ein in der Um­gegend gefangener Maulwurf mikroskopisch untersucht und dabei gefunden, daß derselbe eine Menge von Trichinen beherbergte. Es ist dies eine Mahnung für Landwirthe, getödtete Maulwürfe nicht auf Düngerhaufen zu werfen, die den Schweinen zugänglich sind, sondern die Thiere gehörig zu vergraben.

Ein Bankier aus Naumburg, welcher sich in der Gothaer Irren-