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Nr. 269. " Freitag den
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Bekanntmachungen Kömgl. Lsndrathsamts.
Die Herren Bürgermeister werden unter Hinweisung auf die im Kreisblatt enthaltene Publikation vom 14. August 1882 und 1. August 1884 hiermit ersucht, zur öffentlichen Kenntniß der Ortsbewohner zu bringen, daß ihre laufenden Mobiliar-Feuerversicherungsverträge (Policen), welche bisher noch nicht von dem Königl. Landrathsamt visirt worden sind, zu ihrer Gültigkeit dieser Visirunz bedürfen und daher nachträglich noch vorzulegen sind.
Die Herren Bürgermeister wollen im Interesse der Versicherten die Policen sammeln und mit Bericht ob keine Ueberversicherung vorliegt, hierher einreichen.
Hanau am 15. November 1887.
Der Königliche Landrath
V. 5974 Gf. Bismarck.
Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.
Entlaufen: Ein grauer Spitz mit schwarzen Abzeichen, w. Geschl. Ein kleiner schwarzer Spitz m. Geschl.
Gefunden: Ein weißes Taschentuch. Ein gelbes Armband mit Stein. Ein schwarzer Damenhandschuh. Ein Kinderhandschuh.
Zugelaufen: Ein schwarzer Doggenhund mit gelben Abzeichen.
Hanau am 18 November 1887.
Tagesscha«.
Berlin, 17. Novbr. Se. Majestät der Kaiser haben im Namen des Reichs den Kaufmann Karl Moritz Klüsener zum Konsul in Puerto Plata zu ernennen geruht.
Berlin, 17. Novbr. Se. Majestät der Kaiser und König empfingen gestern den Reichskanzler Fürsten v. Bismarck. Heute arbeiteten Se. Majestät mit dem Kriegsminister und demnächst mit dem Chef des Militärkabinets.
Berlin, 17. Nov. Im neuesten „R.- u. St.-Anz." lesen wir folgendes: Aus Anlaß der jüngst bekannt gewordenen, betrübenden Nachrichten über die Krankheit Sr. Kaiserlichen und Königlichen Hoheit des Kronprinzen hat sich im ganzen deutschen Vaterland und weit über dessen Grenzen hinaus die wärmste Theilnahme kundgegeben. Nicht nur das schwere Geschick, welches über den künftigen Thronfolger verhängt worden, sondern auch die harte Prüfung, welche dadurch über Se. Majestät den Kaiser und König, wie über das ganze Königliche Haus gekommen ist, hat aller Orten tiefes Mitgefühl hervorgerufen. Dasselbe hat in zahlreichen Eingaben, welche nicht nur aus allen Theilen des Deutschen Reichs, sondern auch aus dem Auslande, insbesondere aus Oesterreich, Rußland, Frankreich, Belgien, Holland, England, Italien und Spanien rc., bei Sr. Majestät in diesen Tagen eingegangen sind, unzweideutigen Ausdruck gefunden. Sr. Majestät werden dabei die verschiedensten Heilmittel und Heilverfahren für Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit empfohlen, eigene Lebenserfahrungen bei ähnlichen Leiden mitgetheilt, sowie Rathschläge für die fernere Behandlung des Kranken gegeben. Se. Majestät sind von dieser allgemeinen Theilnahme und Liebe für Aller- höchstihren Herrn Sohn tief gerührt und haben zu befehlen geruht, daß dies zur Kenntniß aller Betheiliglen gebracht werde.
Berlin, 17. Nov. Die Ankunft des russischen Kaiserpaares ist jetzt endgültig auf morgen Vormittag lOVa Uhr festgesetzt worden. Am Bahnhöfe werden die hier anwesenden preußischen Prinzen, andere Fürstlichkeiten, Generäle des Ehrendienstes, Flügeladjutanten u. s. w. zugegen sein. Falls Kaiser Wilhelm, dem dringenden Wunsche des Kaisers Alexander folgend, nicht auf dem Bahnhof erscheint, macht er dem Kaiser von Rußland in der russischen Botschaft sofort nach dessen Ankunft einen Besuch. In der Botschaft begrüßen ferner die anwesenden nichtpreußischen Prinzessinnen das Kaiserpaar. Unmittelbar nach dem Besuch des Kaisers Wilhelm dürste das russische Kaiserpaar im hiesigen kaiserlichen Palais seinen Besuch machen und später die hier anwesenden prinzlichen und fürstlichen Herrschaften ebenfalls b-suchen. Um 1 Ubr wird das Frühstück in der russischen Botschaft eingenommen; um 5 Uhr findet die Festtafel im kaiserlichen Palais statt, wozu etwa 90—100 Einladungen er- iMgen sind. An Stelle der Festvorstellung in der Oper, welche auf
18. November 1887
Wunsch des Kaisers von Rußland unterbleibt, tritt wahrscheinlich Fami- lienthee beim Kaiser. Die Abreise der kaiserlichen Gäste sollte Abends 11 Uhr vom Potsdamer Bahnhof aus stattfinden; doch find hierin noch Aenderungen möglich. Da Kaiser Wilhelm den Wunsch ausgesprochen hat, auch die jüngeren Kinder der Kaiserfamilie zu sehen, werden dieselben wahrscheinlich ebenfalls nach Berlin kommen.
Berlin, 17. Nov. Dem Vernehmen nach ließen der Kultusminister und der Oberkirchenrath wegen Abhaltung einer Fürbitte in den evangelischen Kirchen für den Kronprinzen an die Provinzialkonsistorien eine Verfügung ergehen.
Berlin, 17. November. Die erste englische Post vom 16. über Vlissingen ist ausgeblieben, weil das Schiff in Vlissingen den Anschluß verfehlt hat.
Berlin, 16. Novbr. Der große Staatspreis der Akademie der Künste, der in diesem Jahre für Bewerber aus dem Architekturfache bestimmt war, ist dem Königl. Regierungsbauführer Eduard Fürstenau hier, Sohn des früheren Direktors des Wiesbadener Realgymnasiums, zuertheilt worden. Die preisgekrönte Arbeit bestand in dem Entwürfe eines Pavillons über der Heilquelle eines Badeortes mit anschließender Wandelbahn. Das gewährte Stipendium von 6600 Mark ist zu einer zweijährigen Studienreise nach Italien zu verwenden. (RH. K.)
Gegenüber der Meldung verschiedener Blätter, daß die Errichtung von noch zwei neuen Bataillonen des Eisenbahnkorps beabsichtigt sei, versichert die „N. Pr. Ztg.", daß man vorläufig mit der letzten Vermehrung dieser Truppe dem Bedürfniß genügt zu haben glaubt und daß für jetzt eine Verstärkung nicht ins Auge gefaßt sei.
Die „Nordd. Allg Ztg" schreibt: Nach den mit der letzten westafrikanischen Post eingegangenen Nachrichten sind die Mitglieder der deutschen wissenschaftlichen Forschungsexpedition im Kamerungediet am 5. v. M. in Groß-Batanga gelandet.
Wilhelmshafen, 16. Nov. Briefsendungen für das Schulge- schwader, Geschwaderchef Contra Admiral v. Kall, bestehend aus den Schiffen „Stein", „Moltke", „Gneisenau" und ..Prinz Adalbert", sind bis zum 23. d. M. nach Neapel — letzte Post aus Berlin am 23. November, 8 Uhr 10 Min. Nachmittags —, vom 24. bis 30. November nach Gibraltar — letzte Post aus Berlin am 30. November, 9 Uhr 22 Nachmittags —, vom 1. bis 14. Dezember nach Madeira — letzte Post aus Berlin am 14. Dezember 9 Uhr 27 Minuten Vormittags —, vom 14. bis 16. Dezember nach Porto Grade (Cap Verdes) — letzte Post aus Berlin am 16. Dezember 9 Uhr 12 Min. Nachmittags —, vom 17. bis 22. Dezember nach Freetown (Sierra Leona) — letzte Post aus Berlin am 22. Dezember 11 Uhr 57 Min. Vormittags —, vom 22. bis 31. Dezember nach Kamerun — letzte Post aus Berlin am 31. Dezember 5 Uhr 15 Min. Nachmittags zu richten. (K. Z.)
Die (englische) „Allgemeine Korrespondenz" meldet: Wie der britische Konsul in Valparaiso berichtet, geht die größte Menge des ChilnSalpeters nach Deutschland, um dort als Dünger im Rübenzuckerbau verwandt zu werden. Deutschland nimmt auch die meisten chilenischen Häute und einen großen Theil der silberhaltigen Blei- und Kupfererze, welche in den deutschen Regierungsschmelzereien verarbeitet werden. „Deutschland", so schreibt Konsul Newman, „ist jetzt unser großer Konkurrent in Chili, obgleich es in einigen Fällen schwer hält, einzusehen, welche größeren Vortheile es vor Großbritannien bietet. Theilweise mag es von der größeren Billigkeit der deutschen Häfen herrühren. London, Liverpool und die anderen englischen Häfen gehören zu den theuersten Europas. Die Ablieferung einer Ladung Salpeter in einem Hafen des Kontinents kommt dem Kaufmann 4 Sh. die Tonne zu stehen, während sie in Liverpool oder London 5 Sh. oder oft 6 Sh. die Tonne zu stehen kommt."
Münster, 16. Nov. Ein Forstgehülfe des Grafen v. Droste- Vischering traf heute Vormittag auf dem naheliegenden Landgute Lütken- beck einen Bauern beim Legen von Hasenschlingen. Der Mann setzte sich, statt dem Geheiß des Beamten, mit zum Forsthaus zu gehen, Folge zu leisten, mit einem Revolver zur Wehr, sodaß auch der Forstgehülfe zu seinem Weidmesser griff. Es kam zu einem erbitterten Ringen, in welchem der Wilderer einen Stich durch den Hals erhielt. Auf die Bitt- des Schwerverletzten half ihm der Beamte, die Wunde nothdürftig zu ver-