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Nr. 268
Donnerstag den 17. November
1887
Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.
Die Standesregister pro 1888 sind eingetroffen. Dieselben sind innerhalb der nächsten 8 Tage durch zuverlässige Boten hier Zimmer Nr. 5 abholen zu lassen.
Hanau am 16, November 1887.
Der Königliche Landralh
A. 2191 Gf. Bismarck.
20862 A. J. 1945/87. Ueber den Aufenthalt der Dienstmagd Elisabeth HasHagen, geboren am 9. März 1868 zu Neuenheim, wird Auskunft begehrt.
Frankfurt a/M., den 14. November 1887.
Königl. Staatsanwaltschaft.
20933 B. J. 2858/86. Ueber den Aufenthalt der Dienstmagd Wilhelmine Hähnlein aus Schopfloch wird Auskunft begehrt.
Frankfurt a/M., den 14. November 1887.
Königl. Staatsanwaltschaft.
21024 B. N. 1046/87. Ueber den Aufenthalt des Schuhmachers
Johann Glückert, geboren am 3. September 1867 zu Pfarrweisach, Unterfranken, wird Auskunft begehrt.
Frankfurt a/M., den 14. November 1887.
Königl. Staatsanwaltschaft.
J. 3677/87. Ueber den Aufenthalt des Metzgers Georg Weigert, geboren am 7. April 1868 zu Landshut in Bayern, wird Auskunft begehrt.
Frankfurt a/M., den 12. November 1887.
Königl. Staatsanwaltschaft.
B. 21160. J. 3845/87. Ueber den Aufenthalt des am 29. Januar 1868 zu Würzburg geborenen Hausirers Adalbert Pröstler wird Auskunft begehrt.
Frankfurt a/M., 16. November 1887.
Königl. Staatsanwaltschaft.
20624 A. J. 462/87. Ueber den Aufenthalt des des Betrugs beschuldigten Biebrauers Johann Adam Pausch von Münchberg wird Auskunft begehrt.
Frankfurt a/M., den 14. November 1887.
Königl. Staatsanwaltschaft.
Aufruf.
Die Unterzeichneten haben sich vereinigt, um im Laufe des nächsten Monats eine Verloosung zum Besten der Kinderheilanstalt in Orb zu ver- anstalten. Bekanntlich werden in derselben während des Sommers 70—80 scrophulöse Kinder aus den Städten und Kreisen Hanau und Gelnhausen thue Unterschied der Konfession 4 Wochen lang von Schwestern des hessischen Diakoniffenhauses verpflegt. Bei der Aufnahme wird nur nach der Bedürftigkeit gefragt In Folge dessen wird für sehr viele gar kein Pflegegeld bezahlt, während für viele andere nur eine kleine zu den Kosten in keinem Verhältniß stehende Vergütung an die Anstalt geleistet wird. Da der Erfolg der Kur bei fast allen Kindern ein überaus günstiger ist, mehrten sich die Bitten um Aufnahme derartig, daß dieses Jahr eine bedeutende Erweiterung stattfinden und ein, allen Anforderungen entsprechendes, neues Badehaus erbaut werden mußte. Die so entstandenen außer- » ordentlichen Ausgaben können unmöglich von dem Ertrag der regelmäßigen Beiträge, Kollekten und Liebesgaben bestritten werden, und hoffen wir, in der oben angegebenen Weise wenigstens einen kleinen Theil der durch diesen Neubau entstandenen Schuldenlast zu tilgen, wenn uns allseitig die erhoffte Unterstützung zu. Theil wird.
Wir wenden uns daher mit der ebenso dringenden wie herzlichen Bitte an die Frauen und Jungfrauen von Gelnhausen, Hanau und Umgegend, unser Unternehmen durch Einsenden von Gewinnsten und demnächst durch Unterbringung von Loosen thatkrästigst zu unterstützen. Jeder, auch der geringste Gegenstand wird von uns zweckentsorechend verwandt werden, und bitten wir diese Gegenstände innerhalb 14 Tagen an eine der unter
zeichneten Damen gelangen zu laffen. Ueber die Ausgabe der Loose und die Ausstellung der Gewinnste in den Räumen des Kindergartens zu Gelnhausen wird später Bekanntmachung erfolgen.
Gelnhausen, 27. Oktober 1887.
Gräfin zu Isenburg u. Büdingen in Meerholz. Frau Amtsgerichtsrath Dietrich. Frau Pfarrer Fr i ts ch. Frau Oberförster Kaufholz in Orb. Frl. Lach mund. Frau Mehl er. Frau Rentmeister Munk in Orb. Freifrau Riedesel. Frl. Rollmann. Frau Sames. Frau Bürgermeister Schöffer. Frau Ph. Stock.
Dem vorstehenden Aufruf schließen sich für Hanau und Umgegend die Unterzeichneten an, indem sie sich bereit erklären, Lotteriegewinnste entgegen zu nehmen.
Hanau, den 30. Oktober 1887.
Gräfin Bismarck Frau Heraeus. Neuber, Pfarrer. Sanitätsrath Dr. Noll. Fräulein Emilie Osius. Frau Emilie Walt her. Frau Direktor G. Wiese. Frau Landgerichtsrath Wiß.
Tagesschau.
Berlin, 16. Nov. Kaiser Wilhelm hat den heutigen schönen, wenn auch kalten Wintertag benutzt, um im geschloffenen Wagen seine erste Ausfahrt seit der Rückkehr von der Jagd in Wernigerode am 26. Oktober zu machen. Um den Ovationen der Menge vor dem Palais zu entgehen, fuhr er gegen halb zwei Uhr von der Rückseite desselben aus durch die Behrenstraße in den Thiergarten und kehrte erst nach drei- viertelstündiger Fahrt die Linden entlang wieder zurück. Er beabsichtigt, diese Fahrten wieder täglich fortzusetzen und sich so wieder langsam an die frische Luft zu gewöhnen, da er darauf beharrt, den Kaiser und die Kaiserin von Rußland persönlich aus dem Lehrter Bahnhöfe bei der Ankunft am Freitag Morgen zu begrüßen.
Berlin, 16. Nov. (K. Z) Die nicht ausdrücklich als amtlich bezeichneten Meldungen aus San Remo sind, wie wir schon angedeutet haben, vorsichtig aufzufaffen. Wir geben sie, ohne eigene Verantwortung dafür zu übernehmen. So verbreitet heute das Wölfische Bureau „Pri- vatmeldungen" denen zufolge in der gestrigen Nacht ein Ausfluß einer gelblich-schleimigen Waffe (wahrscheinlich Eiter) aus dem Kehlkopf des Kronprinzen erfolgt sei. Nach dem Ausfluß sei ein Abfallen der Geschwulst eingetreten und habe sich der Kronprinz wesentlich erleichtert gefühlt. Das Allgemeinbefinden des Kronprinzen sei fortgesetzt vorzüglich. Nach der Nationalzeitung hätte es sich bei diesem Ausfluß wahrscheinlich um einen in Folge der Oedems und der Knorpelentzündung gebildeten Absceß gehandelt und solle ein Präparat aus der Waffe an Virchow gesandt werden. Wir geben diese Nachrichten, wie wir sie vorfinden. Wir selbst haben keine andere unmittelbare Mittheilung erhalten, als daß man das Leiden einstweilen örtlich mit Eispillen und Umschlägen behandelt, daß der Kronprinz sehr gefaßt und ruhig ist und unablässig bemüht, seine betrübten Angehörigen aufzuheitern und zn trösten. Voraussichtlich wird der Reichs-Anzeiger heute wieder einen Bericht über das Befinden des Kronprinzen veröffentlichen. Der Kaiser hält sich bewunderungswürdig; er ist gestern Abend um 9 Uhr zur Ruhe gegangen und heute Früh bei gutem B-finden aufgestanden.
Berlin, 16. Nov. Die Grundzüge zur Alters- und Invalidenversicherung der Arbeiter liegen nunmehr vor. Dieselben zählen die einzelnen Classen der zu Versichernden auf und bestimmen dann im wesentlichen folgendes: Die Altersversorgung erhält, wer das siebzigste Lebensjahr vollendet, die Jnvalidenversorgung, wer nachweislich dauernd erwerbsunfähig geworden, in Rente. Letztere kann in gewissen Fällen bis zu drei Viertel in Naturalleistung gewährt werden. Die Mittel zur Gewährung der Renten werden vom Reich, den Arbeitgebern und den Versicherten zu je einem Drittel aufgebracht. Die Höhe der für den Arbeitstag zu entrichtenden Beiträge ist derart im voraus festzustellen, daß die Verwaltungskostcn die erforderliche Rücklage zum Reservefonds und zwei Drittel des Capitalwerthes der voraussichtlich entstehenden Belastung gedeckt werden. Die volle Rente kann nur beansprucht werden, wenn bis zum Jnvaliditätseintritt in jedem Kalenderjahr Beiträge für mindestens