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Nr. 266
Dienstag ben 15. November
1667
Amtliches.
Zur Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten ist im Verlage des unterzeichneten Amts ein neues Hauptregister erschienen, welches die Jahrgänge von 1806 bis einschließlich 1883 gemeinsam umfaßt. Dasselbe wird auf vorherige Bestellung zum Preise von 6 Mk. 25 Pf. für das Exemplar ohne jede Nebenkosten durch die Postanstalten innerhalb des Deutschen Reichs-Postgebiets geliefert werden.
Berlin Wv am 2. November 1887.
Königliches Gesetzsammlungs-Amt. Didden.
BekarmtMachuNgen Königl. Landrathsamts.
Gemeinderathsmitglied Philipp Jakob Wörner von Langendiebach ist auf Grund der Anweisung der Königlichen Regierung vom 18. Juli 1885 (Amtsbl. S. 145) als Ortsschätzer-Stellvertreter für die Gemeinde Langendiebach auf Widerruf bestellt und in Pflichten genommen worden.
Unter Bezugnahme auf das in Nr. 54 des Kreisblattes vom 1. März 1886 veröffentlichte Namensverzeichniß der Ortsschätzer und deren Stellvertreter wird solches hiermit bekannt gegeben.
Hanau am 8. November 1887.
Der Königliche Landrath
V. 5659_________________Gf. Bismarck._____
Aenft-Nachrichten aus Kw freist.
Heinrich Röder in Erbstadt ist zum Wasenmeister dieser Gemeinde bestellt und in Pflichten genommen worden.
Hanau am 8. November 1887. V. 5667
Verloren: Ein Paar weiße Militairhandschuhe, gez. 8. 87. Hanau am 15. November 1887.
Tagesschau.
Berlin, 14. Novbr. Se. Majestät der Kaiser und König waren heute wieder früher aufgestanden und empfingen Se. Königl. Hoheit den Prinzen Wilhelm, Höchstwelcher heute früh aus San Remo eingetroffen war. Später empfingen Se. Majestät den Besuch Ihrer Hoheiten des Herzogs und der Herzogin Johann Albrecht von Mecklenburg Schwerin und arbeiteten zuerst mit dem Chef des Civilkabinets, Wirklichen Geheimen Rath v. Wilmowski, und sodann mit dem Oberstkämmerer Grafen zu Stolberg-Wernigerode.
Berlin, 14. Novbr. Ihre Majestät die Kaiserin und Königin gedenkt, sobald Allerhöchstchr Gesundheitszustand die Reise gestattet, nach Berlin zurückzukehren. Gestern trafen Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin von Baden in Koblenz zum Besuch Ihrer Majestät ein, nachdem Ihre Königlichen Hoheiten unterwegs mit Sr. Königlichen Hoheit dem Prinzen Wilhelm, auf dessen Rückreise von San Remo nach Berlin, zusammengetroffen waren.
Berlin, 14. Nov. Die „Nationalzeitung" meldet über die ärzt- ^chen Konferenzen betreffs des Kronprinzen: Der Kaiser empfing gestern Nachmittag in halbstündiger Audienz den Dr. Schmidt von Frankfurt im Beisein der Generalärzte Leuthold und Bergmann. Der Kaiser hörte den Ertrag mit gespanntester Aufmerksamkeit an und bewies durch Zwischen- ^agen, daß er von der Angelegenheit auf das Genaueste unterrichtet war. Er nahm den Bericht tiefernst und mit bewundernswerther Fassung entgegen. Hierauf erfolgte die Berufung des Generalarztes Wegner und der Professoren Bergmann, Gerhardt und Tobold zu dem Hausminister Graf Stolberg, wo nach Dr. Schmidt's mündlichen Erläuterungen eine Kon- fuHatio« behufs Abgabe eines Gutachtens stattfand. Die Aerzte in San Nenw haben einstimmig Krebs bei dem Kronprinzen konstatirt. Der Sitz des Geschwulstzentrums befindet sich am linken GieSbeckenknorpel, an der- mben Stelle, wo die deutschen Aerzte ihn im Frühjahr gesehen und er-
haben. Da der Kronprinz nach einstündiger Bedenkzeit die Heraus- Nme des ganzen Kehlkopses abschlug, wurde beschlossen, bei gefahrdrohenden Erscheinungen den Luftröhrenschnitt vorzunehmen. Die Aerzte ^klärten, dem Gutachten von San Remo zuzustiinmen. lieber den fer- ^nil Aufenthalt in San Remo wurde gestern kein Beschluß gefaßt.
Wie der „K. Z." unterm 14. d. M. aus San Remo telegra-
phirt wird, ist die Geschwulst, welche zu dem Kehlkopfleiden des Kron- pnnzen hinzugetreten war, fast ganz gewichen. Der Kronprinz wird heute bei günstigem Wetter wieder einen Spaziergang unternehmen. Als behandelnder Arzt bleibt Dr. Krause in San Remo; Sir Morell Mackenzie ist schon abgereist. Aus ärztlichen Kreisen werden wir darauf aufmerksam gemacht, daß Mackenzie in seinem 1880 herausgegebenen Werke über Kehlkopfkrankheiten, J. Band Seite 462, folgenden Ausspruch gethan hat: „Was die endolaryngeale Behandlung betrifft, so braucht nur bemerkt zu werden, daß die radikale Enfernung eines undeutlich abgegrenzten Tumors nicht in genügender Weise mittels dieser Art der Behandlung vorgenommen werden kann." Wenn es richtig ist, wie ohne Widerspruch behauptet wird, daß Mackenzie Operationen am Kehlkopf nur durch den Mund, also endolaryngeal, vornimmt, nicht aber Operationen von außen her, die er den Chirurgen überläßt, so lehrt der jetzige Stand der Krankheit, daß Mackenzie schon längst aus seinem eigenen Werke seine Unzulänglichkeit hätte erkennen und auf die Zuziehung eines Chirurgen bringen müssen.
Berlin, 14. Nov. Prinz Wilhelm, der von seiner tiefen Niedergeschlagenheit keinen Hehl macht, hat nach der „K. Z." heute Mittag dem Kaiser in langer Unterredung das traurige Ergebniß der Untersuchung mitgetheilt. Auf Grund derselben hat der Kaiser eingewilligt, daß die Kehlkopf-Exstirpation dem Wunsche des Kronprinzen gemäß unterbleibt. Der Kronprinz wird sonach vorderhand seinen Aufenthalt in San Remo fortsetzen. Prinz Wilhelm hat heute im Laufe des Vormittags auch dem Staatssekretär des Auswärtigen Amts Grafen Herbert Bismarck einen längeren Besuch abgestattet.
Berlin, 14, Nov. Die zu Ehren des russischen Kaiserpaares stattfindenden Festlichkeiten werden dem Vernehmen nach in einem großen Galadiner bei dem Kaiser und in einer Galavorstellung im Opernhause bestehen. (RH. K.)
Berlin, 14. Novbr. Se. Hoheit der Erbprinz von Sachsen- Meiningen ist aus Wien hierher zurückgekehrt.
Berlin, 14. Novbr. S. M. Kanonenboot „Wolf", Kommandant Kapitän-Lieutenant Jaeschke, ist am 12. d. M. in Hiogo eingetroffen.
Der frühere deutsche Botschafter in Rom, Herr v. Kendell, ist mit seiner Familie von seinem Gute in der Neumark in Berlin einge- troffen und wird voraussichtlich den ganzen Winter hier bleiben.
Stettin, 13. Novbr. Die Feier des 700jährigen Bestehens der hiesigen St. Jakobi-Kirche ist heute unter Betheiligung der Staatsbehörden, des Magistrats, der Stadtverordneten, der Geistlichkeit, der Direktoren der höheren Schulen und der Gemeindevertretungen aller Kirchen feierlich begangen worden.
Münster, 14. Nov. Der Westfälische Bauernverein beschloß heute, an den Reichskanzler und den Reichstag ein Gesuch um Erhöhung der Getreidezölle zu richten.
Dortmund, 12. Nov. Auf Zeche Gneisenau sind, nach der „K. Z.", durch die schlagenden Wetter 12 Arbeiter getödtet, 1 schwer, 2 leicht verletzt worden; 2 werden noch vermißt; die übrigen sind unversehrt.
Wien, 14. Nov. (K. Z.) Professor Schrötter wurde heute bei Wiederaufnahme seiner Vorlesungen an der Klinik für Laryngologie mit stürmischen Prositrufen begrüßt. Er nahm die Huldigung für die Wiener medicinische Schule an, die in ihren Forschungen nicht darauf aus gehe, augenblickliche Erfolge zu erzielen, sondern durch Festhalten an ihren Grundsätzen, und sagte: „Ist Ihnen ein Patient anvertrant, dann halten Sie treu zu ihm und lassen sich nicht durch Aussprüche anderer beirren. Sie werden wenigstens immer die Genugthuung haben, mit Ihrem Gewissen nicht im Widerspruch zu stehen'"
San Remo, 14. Nov. (K. Z.) Der strömende Regen verhinderte heute den Ausgang des Kronprinzen, dessen Stimmung andauernd den Verhältnissen nach eine gute genannt werden muß. Die Kronprinzessin hat heute in Bordighera eine Zusammenkunft mit dem Kaiser von Brasilien.
Brüssel, 14. Novbr. In der vergangenen Nacht brach im Ministerium für Landwirthschaft Feuer aus, durch welches das ganze obere Stockwerk zerstört wurde. Gegen 4 Uhr Morgens gelang es, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Der angerichtete Schaden ist bedeuteno.
Paris, 14. Nov. Der Justizminister wird morgen, Dienstag,