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Nr. 255

Mittwoch oen 2. November

1ö87

Amtliches.

In Gemäßheit des §. 5 des Gesetzes vom 27. Juli 1885, be­treffend Ergänzung und Abänderung einiger Bestimmungen über Erhebung der auf das Einkommen gelegten direkten Kommunalabgaben (G. S. S. 327), wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß das im laufenden Steuerjahre kommunalabgabepflichtige Reineinkommen der ge- sammten Preußischen Staats- und für Rechnung des Staates verwalteten Eisenbahnen für das Etatsjahr 1886/87 auf 1OO 967 168 Mk. festgestellt worden ist.

Berlin am 11. Oktober 1887.

Der Minister der öffentlichen Arbeiten. Maybach.

Des Königs Majestät haben die Einberufung des Kommunalland- tages des Regierungsbezirks Caffel auf Dienstag den 1 5. November d. I. anzuordnen geruht.

Die Eröffnung wird an dem bezeichneten Tage Mittags 12 Uhr im Ständehause hierselbst stattfinden.

Caffel am 25 Oktober 1887.

Der Ober Präsident. Graf zu Eulen bürg.

Da sich die durch die Cirkular-Verfügung vom 27. Juni 1885 ad Nr. 4678 M. gegebene Richtschnur für die Beurtheilung der Ge­nießbarkeit des Fleisches perlsüchtiger Thiere nicht durchweg als zuläng­lich erwiesen hat, so sehe ich mich veranlaßt, dieselben, wie folgt, abzu- ändern.

. Eine gesundheitsschädliche Beschaffenheit des Fleisches von perlsüch- tigem Rindvieh ist der Regel nach dann anzunehmen, wenn das Fleisch Perlknoten enthält oder das perlsüchtige Thier, auch ohne daß sich in seinem Fleisch Perlknoten finden lassen, abgemagert ist. Dagegen ist das Fleisch eines perlsüchtigen Thieres dann noch für genießbar zu halten, wenn

1) das Thier gut genährt ist und

2) die Perlknoten ausschließlich in einem Organ vorgefunden werden, oder im Fall des Ausfindens in zwei oder mehreren Organen diese doch Organe derselben Körperhöhle und mit einander direkt oder durch Lymphgefäße oder durch solche Blutgefäße, welche nicht dem großen Kreislauf, sondern dem Lungen- oder dem Pfortader Kreislauf angehören, rerbunden sind.

Nach Maßgabe der vorstehenden Grundsätze haben fortan die Organe der Fleischbeschau bei der Beurtheilung des Fleisches mit Perlsucht be­haftet gefundener Thiere zu verfahren.

Im Uebrigen bleibt es dem Ermessen des Sachverständigen im Einzelfall überlasten, ob und inwiefern nach dem geringen Grade der Ausbildung der Perlsucht und der übrigens gesunden Beschaffenheit des Fleisches der Genuß des letzteren als eines nur minderwerthigen für statthaft zu erachten ist und dementsprechend ein Verkauf desselben auf dem Schlachthof unter Aufsicht und unter namentlicher Angabe der kranken Beschaffenheit erfolgen darf.

Berlin am 15. September 1887. Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten.

In Vertr.: Lucanus.

Vorstehender Erlaß wird zur allgemeinen Beachtung hierdurch ver- Gntlicht.

Caffel am 12. Oktober 1887.

Der Regierung--Präsident. Rothe.

Bekanntmachung.

Am 12. November d. I. wird wieder wie tn den Vorjahren, zwecks Veranlagung der Klassensteuer für das Etatsjahr 1888/89 eine allgemeine Aufnahme des Personen- fiandes in hiesiger Stadt vorgenommen werden.

Es werden zu diesem Behufe jedem Hauseigeuthümer oder dessen Stellvertreter schon mehrere Tage zuvor die er- jorderlichen Formulare eingehändigt werden, um deren genaue

Ausfüllung hinsichtlich sämmtlicher in dem betreffenden Hause nebst Zubehör wohnenden Personen nach dem Stande vom 12. November d. I. ersucht wird.

Ich darf hierbei wohl die Erwartung aussprechen, daß das betheiligte Publikum nicht nur im eigenen Interesse, sondern auch zur Förderung der Veranlagungsarbeiten darauf Rücksicht nehmen wird, daß Der am 13. November erfolgenden Abholung der vorschriftsmäßig ausgefüllten und von dem Hauseigenthümer oder dessen Stellvertreter unterschriebenen Personenstandslisten kein Hinderniß entgegensteht.

Hanau, 25. Oktober 1887.

Der Oberbürgermeister.

I. V.: Heraeus.

Aufruf.

Die Unterzeichneten haben sich vereinigt, um im Laufe des nächsten Monats eine Verloosung zum Besten der Kinderheilanstalt in Orb zu ver- anstalten. Bekanntlich werden in derselben während des Sommers 7080 scrophulöse Kinder aus den Städten und Kreisen Hanau und Gelnhausen ohne Unterschied der Konfession 4 Wochen lang von Schwestern des hes­sischen Diakoniffenhauses verpflegt. Bei der Aufnahme wird nur nach der Bedürftigkeit gefragt. In Folge dessen wird für sehr viele gar kein Pflegegeld bezahlt, während für viele andere nur eine kleine zu den Kosten in keinem Verhältniß stehende Vergütung an die Anstalt geleistet wird. Da der Erfolg der Kur bei fast allen Kindern ein überaus günstiger ist, mehrten sich die Bitten um Aufnahme derartig, daß dieses Jahr eine bedeutende Erweiterung stattfinden und ein, allen Anforderungen entsprechen­des, neues Badehaus erbaut werden mußte. Die so entstandenen außer­ordentlichen Ausgaben können unmöglich von dem Ertrag der regelmäßigen Beiträge, Kollekten und Liebesgaben bestritten werden, und hoffen wir, in der oben angegebenen Weise wenigstens einen kleinen Theil der durch diesen Neubau entstandenen Schuldenlast zu tilgen, wenn uns allseitig die er­hoffte Unterstützung zu Theil wird.

Wir wenden uns daher mit der ebenso dringenden wie herzlichen Bitte an die Frauen und Jungfrauen von Gelnhausen, Hanau und Um­gegend, unser Unternehmen durch Einsenden von Gewinnsten und demnächst durch Unterbringung von Loosen thatkräftigst zu unterstützen. Jeder, auch der geringste Gegenstand wird von uns zweckentsprechend verwandt werden, und bitten wir diese Gegenstände innerhalb 14 Tagen an eine der unter­zeichneten Damen gelangen zu lassen. Ueber die Ausgabe der Loose und die Ausstellung der Gewinnste in den Räumen des Kindergartens zu Gelnhausen wird später Bekanntmachung erfolgen.

Gelnhausen, 27. Oktober 1887.

Gräfin zu I)senburg u. Büdingen in Meerholz. Frau Amtsgerichtsrath Di etri ch. Frau Pfarrer Fritsch. Frau Oberförster Kaufholz in Orb. §rt Lachmund. Frau Mehler. Frau Rentmeister Munk in Orb. Freifrau Ried esel. Frl. Ro llm ann. Frau Sam es. Frau Bürgermeister Schöffer. Frau Ph. Stock.

Dem vorstehenden Aufruf fchließen sich für Hanau und Umgegend die Unterzeichneten an, indem sie sich bereit erklären, Loueriegewinnste entgegen zu nehmen.

Hanau, den 30. Oktober 1887.

Gräfin Bismarck Frau Heraeus. Neuber, Pfarrer. Sanitätsrath Dr. Not l. Fräulein Emilie Osius. Frau Emilie Walt her. Frau Direktor G. Wiese. Frau Land­gerichtsrath Wiß.

t Ein Zahlendild vom preußischen Volke.

In der Zeitschrift des Kgl. Preußischen Statistischen Bureaus liegt nunmehr eine Zusammenstellung der endgiltigen Hauptergebnisse der Volkszählung vom 1. Dez. 1885 vor. Die mannigfachsten Bilder und Zahlen erstehen vor unseren Augen; wir erfahren die Zahl der Städte,