Einzelbild herunterladen
 

LbonnemeutS- Preis:

SwrUch 9 Mark. Halbj. 4M. 50Pfg.

Vierteljährlich t Mark 25 Pfg.

Für auswärtige Abonnenten mit dem betreffen­den Postaufschlag. Die einzelne Num­

mer 10 Pfg.

hmauer Anreißer.

Jugkeich Amtliches ^rgcm für Stcröt- und LanöKvers Kcrncru.

Snferstens« Preis:

Die Ispaltige Garmondzeile ob. deren Raum

10 Pfg.

Die 2fpalt. Zeile 20 Pfg.

Die SspaltigeZeile SO Pfg.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Nr. 221,

MkKWtWachungen Königl. Landrathsamts.

Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des Kreises haben diejenigen Personen, welche für das nächste Kalenderjahr Wanderge- werbescheine zum Gewerbebetriebe im Umherziehen wünschen, mittelst ortsüblicher Bekanntmachung aufzufordern, die deßhalbigen Anträge und zwar wenn dieselben seither schon im Besitze eines solchen Scheins gewesen sind, unter Vorzeigung des zuletzt ertheilten, bei Ihnen anznbringen, dieselben auch ausdrücklich darauf aufmerksam zu machen, daß alle, welche dieses unterlassen würden, sich die nachtheiligen Folgen, welche durch ver­spätete rechtzeitige Anmeldung entstehen könnten, selbst zuzuschreiben haben.

Die Anträge sind in die vorgeschriebene, im Waisenhause dahier zu empfangende Nachweisung resp. Signalementsverzeichniß einzutragen und gehörig vollzogen bis zum 1. November d. I. an mich einzureichen, oder es ist gerichtlich anzuzeigen, daß keine Anträge gestellt worden sind.

Hanau am 21. September 1887.

Der Königliche Landrath St. 1724 Gf. Bismarck.

Unter Bezugnahme auf meine, das Gemeinde-Rechnungswesen und die Rückstände zur Gemeindekasse betreffende Verfügung vom 21. Oktober 1886 in Nr. 253 des Kreisblattes veranlasse ich die Herren Bürger­meister, mir innerhalb 14 Tagen die Nachweisung über die Abwickelung der Gemeinde-Rückstände für das Etatsjahr 1886/87 vorzulegen.

Hanau am 17. September 1887.

Der Königliche Landrath

A. 1949. Gf. Bismarck,

Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.

Gefunden: Ein Portemonnaie mit Geld.

Verloren: Eine kleine mattgoldene Brosche (Halbmond) mit 3 Sternchen; dem Wiederbringer eine Belohnung.

Hanau am 22. September 1887.

Tagesscha«.

Berlin, 21. Septbr. Se. Majestät der Kaiser und König hör» ten heute den Vortrag des Geheimen Ober > Regierungs - Raths Anders, welcher den beurlaubten Chef des Geheimen Civilkabinets vertritt.

Berlin, 21. Sept. Prinz und Prinzessin Wilhelm sind nach Kiel abgereist, nachdem der Prinz sich Abends von dem Kaiser verabschiedet hatte.

Berlin, 20. Sept. Der' Staatssekretär des Auswärtigen Amts Graf Herbert Bismarck wird sich am Donnerstag Abend zur Feier des Lbjährigen Ministerjubiläums des Reichskanzlers nach Friedrichsruh be- geben, aber schon am nächsten Tage zurückkehren. Heute hielt derselbe den ersten diplomatischen Empfang nach seinem Urlaub ab.

Berlin, 21. Septbr. Der Kaiserliche Botschafter am russischen Hofe, von Schweinitz, hat einen ihm Allerhöchst bewilligten Urlaub ange- treten. Für die Dauer der Abwesenheit desselben von St. Petersburg fungirt der Botschafts - Rath von Bülow als interimistischer Geschäfts­träger.

Durch das Brannlweinftenergesetz ist, wie dieMagdeb. Z." mittheilt, im Bereiche der preußischen Steuerverwaltung eine neue Kate> gorie von Beamten ins Leben gerufen worden, über deren Beibehaltung allerdings erst der Staatshaushaltsetat für 1888/89 bestimmen wird. Um den Ober-Steuercontroleuren für die Durchführung des Branntwein- steuergesetzes eine dauernde Unterstützung zu geben, ist durch den Finanz- minister die Kategorie der Ober-Control-Assistenten neu geschaffen worden. Zu denselben sind .bisherige Haupt Steueramts-Assistenten ernannt worden, welche vorläufig, d. h. bis zu gesetzlicher Regelung, die Gehälter ihrer bisherigen Stellung fortbeziehen, daneben aber noch sestgestellte Diäten sowie die den Ober-Steuercontroleuren zustehenden Reisekosten und Ueber- nachtungsgelder erhallen. Außerdem ist eine große Zahl von Steuerauf­sehern, denen die Aussicht über die Brennereien untersteht, ernannt worden.

Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung veröffentlicht wieder nne an den Reichskanzler gerichtete Bitte um Erhöhung der Getreidezölle. Dieselbe kvmmt aus Langenau in Württemberg und lautet:Die in ^ungenau versammelten Bauern des 3 4. württemberzischen Wahlkreises senden Ew. Durchlaucht ehrerbietigsten Gruß und die Litte, der bedräng­ten Bauernschaft beizustehen durch Eintreten für angemessene Erhöhung der Getreidezölle, welche auch unser anwesender Reichstagsabgeordneter

Donnerstag den 22, September

1887.

v. Fischer als nothwendig erkannte, gez. Der Vorsitzende Stadtpfleger Haug."

Anläßlich der Kaiser-Manöver bei Stettin bringt derStandard" einen äußerst sympathisch gehaltenen Artikel über den Deutschen Kaiser und Seine Armee:Die Besichtigung des pommerschen Armeekorps", sagt das Blatt,durch den Veteran Kaiser Wilhelm, diesen greifen Fürsten, dessen Jugend Preußens Erhebung von tödtlichem Sturze sah, dessen Mannesalter der militärischen Erstarkung Preußens gewidmei war, und dessen Greisenalter die Wiederaufrichtung des Deutschen Reichs vollendete, erscheint wie ein Markstein inmitten einer kritischen Periode. Wir mögen den Krieg noch so sehr verabscheuen und ganze Bände mit weisen Aus­sprüchen gegen den Krieg ausfüllen, wer ist unter uns, dem nicht leichter zu Muthe wäre und der nicht ruhiger schliefe in dem Bewußtsein, daß der alte Kriegsheld mit seinen ergrauten Feldherren und seinen jungen Soldaten in Central-Europa Wache hält. Fürst Bismarck hat einmal geäußert, daß die Orientalische Frage für Deutschland nicht die Knochen eines pommerschen Grenadiers werth sei; da^ür weiß aber die ganze Welt, daß die Pommern und ihre Kameraden jetzt die Hüter des Friedens sind, man wünscht ihnen daher alles Gute." Der Artikel bespricht sodann die einzelnen Momente der Parade und fährt fort:Vor einigen Jahren hat man noch über diese Entfaltung militärischen Pomps gelächelt. Jetzt aber, wo Europa seine Bataillone zählt und bemüht ist, bei der Schnellig­keit der Mobilmachung auch nur einige Stunden zu gewinnen, jetzt, wo in Frankreich der kriegerische Geist wieder zu erwachen scheint, können wir nicht einen unserer Paladine missen, deren ganzes Denken auf die Erhal­tung des europäischen Friedens gerichtet ist." Weiter heißt es in dem Artikel:Die 34 Bataillone, 30 Schwadronen und 2 Artillerie-Regimen­ter, welche am Dienstag vor ihrem Kaiser vorbeidefilirten, sind nur ein kleiner Bruchtheil einer bewaffneten Nation, welche noch in diesem Jahre ihre Kriegsstärke um 150 000 Mann vermehrt hat, einer Nationloyal to the backbone, mit einer Armee, welche, obwohl begeistert durch ihre errungenen Erfolge, dennoch nie aufhört, sich für den Krieg immer noch vollkommener zu machen. Die deutsche Armee ist die einzige, bei der man sagen kann, daß die Ausführung nicht hinter den Versprechungen zurück- bleibt, denn sie ist die einzige, welche ihre Kraft verheimlicht, statt sich mit derselben zu brüsten."

Königsberg i. Pr., 20. Septbr. DieOstpreußische Zeitung" veröffentlicht einen Erlaß Sr. Majestät des Kaisers und Königs an den General v. Kleist, in welchem Allerhöchstderselbe dem I. Armee - Corps Seine Zufriedenheit und Seinen Dank ausspricht für die Leistungen des­selben in dem letzten Manöver, über welche Se. Königliche Hoheit der Prinz Albrecht berichtet habe. Gleichzeitig gibt Se. Majestät der Kaiser nochmals dem Bedauern darüber Ausdruck, daß Er bei dem Manöver nicht habe zugegen sein können.

Kiel. Der provincialständische Ausschuß, welcher dieser Tage hier eine Sitzung abhielt, hat, wie dieK. Z." schreibt, beschlossen, dem hohen Brautpaar Prinzen Heinrich und Prinzessin Irene als Hochzeitsgeschenk sieben gemalte Glasfenster darzubringen, welche in der königlichen Akademie für Glasmalerei in Berlin angefertigt werden. Auf den Fenstern werden die Bildnisse von Adolf IV. Graf von Schaumburg, König Friedrich I. aus dem Hause Oldenburg, Herzog Adolf 1. aus dem Hause Schleswig- Holstein Gottorp, Herzog Christian Adolf aus demselben Hause, Kaiser Wilhelm I. und vom Kronprinzen des deutschen Reichs, sowie das Ver- binbungSrooppen des Prinzen Heinrich von Preußen und Prinzessin Irene von Hessen-Darmstadt dargestellt werden.

Halle a. d. S., 20. Sept. Die in der hiesigen königl. Straf­anstalt ihre Strafe verbüßenden Landesverräther Handelsmann Klein und Fabrikant Grebert aus Straßburg im Elsaß werden mit Handarbeit, ersterer mit Tischlerarbeiten, letzterer mit Wollstrickerei beschäftigt.

Hamburg, 20. Sept. Die hiesige in socialdemokratischen Kreisen viel selteneBürger-Zeitung" ist heute polizeilich verboten worden.

München, 23. Sept. Die Kammer nahm in der heutigen Nach­mittagssitzung die Branntweinstcuervorlage mit 133 gegen 18 Stimmen an.

Stuttgart, 20. Sept. Seit gestern Mittag ist im Schaufenster des Hosjuwelier» Föhr ein reicher silbervergoldeter Pokal ausgestellt, dessen Deckel einen Bernhardiner Hund in Allsilber trägt. Es ist dies der von Sr. M. dem Könige gestiftete Ehrenpreis für die am 25. b. M. hier beginnende Ausstellung von Luxushunden aller Länder.

Wien, 20. Sept. Heute begann die Schwurgerichtsverhandlung gegen Zalewski, welcher nach derK. Z." auf Drängen des Vertheidigers