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Freitag öen 9. September
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GekmrNtAachungen Königl. LanDathsamts.
Die Ortsvorstände werden hierdurch darauf hingewiesen, daß das Forstgeld für das für dieses Jahr bezogene sog. Loosholz spätestens bis Ende dieses Monats bei der zuständigen Forstkaffe eingezahlt sein muß und daß bei Nichteinhaltung dieser Zahlungsfrist die im §. 3 des Forst- verwerthungs-Gesetzes vom 6. Juni 1873 ausgesprochenen Nachtheile eintreten. Bei Einzahlung des Geldes durch die Post ist die Absendung so zeitig zu bewirken, daß die obige Zahlungsfrist nicht überschritten wird, denn es gilt in diesem Falle nicht der Tag der Absendung, sondern der Tag des Eingangs des Geldes bei der Forstkaffe.
Das Forstgeld ist in seinem Gesammtbetrage nach §. 3 des Gesetzes vom 6. Juni 1873 aus der Gemeindekasse zu entnehmen und sind daher die Einzelbeträge von den Holzempfängern für die Gemeindekasse einzu- ziehen.
Hanau am 6. September 1887.
Der Königliche Landrath
V. 4630 Gf. Bismarck.
Tagesschau.
Berlin, 8. Sept. Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht den Geheimen Legations Rath Le Maistre, Allerhöchstihren bisherigen außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister am Großherzoglich hessischen Hofe, von diesem Posten zu anderweiter dienstlicher Verwendung abzuberufen.
Berlin, 8. Septbr. Se. Majestät der Kaiser und König em- fingen heute auf Schloß Babelsberg den Chef des Militärkabinets, General v. Albedpll, zum Vortrage.
Berlin, 8. Sept. Aus guter Quelle ist der „Köln Ztg." die Nachricht zugegangen, daß Kaiser Wilhelm Anfangs nächster Woche sich nach Stettin begeben wird, um den Manövern des zweiten Armeekorps beizuwohnen. Die Kaiserin und Prinz Wilhelm werden den Kaiser begleiten. Ueber die Anordnungen, soweit sie bis jetzt feststehen, bringen die hiesigen Blätter heute Abend im wesentlichen übereinstimmende Mittheilungen, wonach die kaiserlichen Majestäten mit dem Prinzen und der Prinzessin Wilhelm die Reise am nächsten Montag anzutreten und am Freitag nach Berlin zurückzukehren gedenken. Die Kaiserin wird dann alsbalo nach Baden-Baden abreisen, der Kaiser aber erst einige Tage später folgen. Am Samstag werden die nöthigen Wagen und Perde aus dem königlichen Marstall von hier nach Stettin abgehen, denen noch ein stattlicher Theil Reservewagen und Pferde sich anschließen wird.
Berlin, 8. Sept. Der Dampfer Hohenstaufen mit der abgelösten Besatzung S. M. Kreuzers Adler ist am 8. ds. in Colombo eingetroffen und beabsichtigt am 9. ds. die Heimreise fortzusetzen
Der verstorbene Consul Rudolf Schmidt war nicht Consul in Kamerun, sondern Consul in Monrovia (Liberia) und ebendort Agent des Hauses Woermann. Er war auch nicht in Berlin geboren. Es liegt eine Verwechslung mit dem Berliner H^rrn Eduard Schmidt vor, der Woermanns Agent in Kamerun ist.
Der „Nordd. Allg. Ztg." wird aus Marienwerder, u. d. 6. September, gemeldet: Der hiesige landwirthschaftliche Verein, in welchem, wie die „Tanz. Ztg." ausdrücklich konstatirt, bisher die freihändlerische Richtung vorherrschte, hat einen von einem Mitglied gestellten Antrag auf Erlaß einer Petition zu Gunsten der Erhöhung der Gelreidezölle angenommen.
Königsberg, 8. Sept. Der gestern von der hiesigen Universität veränstallele Fackelzug nach dem königlichen Schlosse verlief glänzend. Im innern Schloßhofe brächte der Senior des Corps Masovia ein Hoch auf den Kaiser aus. Heute Mittag begab sich Prinz Albrecht zu dem Kaiser- Rennen nach Metgethen. Auf Nachmittag ist ein Besuch der Universität in Aussicht genommen. Um 6 Uhr findet das Festesten des Provincial- verbandes statt.
Aachen, 8. Sept. (K. Z.) Die Versammlung deutscher Forstmänner beschloß einstimmig, zu erklären, daß eine allgemeine Regelung der Entschädigungspflicht für Wildschaden in der deutschen bürgerlichen Gesetzgebung weder zweckmäßig noch möglich erscheine, so lange nicht zuvor eine einheitliche Regelung der gesummten Jagdgesetzgebung erfolgt sei.
Kissingen, 8. Sept. Der Reichskanzler Fürst Bismarck ist heute Nachmittag um zwei Uhr nach Berlin abgereist. Die Spitzen der Behörden waren zur Verabschiedung am Bahnhof anwesend.
Karlsruhe, 7. Sept. Ein gräßlicher Unglücksfall ist heute Vormittag vor 12 Uhr in der Gartenstraße geschehen. Der verheirathete Blechnermeister Rüderer, Herrenstraße 29 wohnhaft, war beschäftigt, am Neubau in der Gartenstraße 19a die von ihm gelieferten Blechnerarbeiten auszumessen, als er, rückwärts gehend, über das Dach 'ä himMtat und vom 4. Stock zur Erde herab auf eine steinerne Treppe,fiel, so daß ihm. der Kopf zerschmettert wurde und der Tod sofort Mtrst.:
Toblach, 8. Septbr. Gestern Abend 10 Uhr ist S«. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz mit Gemahlin und Familie in vollem Wohlsein hier eingetroffen.
In den letzten Tagen war mehrfach von WmMEschkuffe der Trebitscher Gemeinoe-Vertretung die Rede, der dahin gerichtet sein soll, von jedem Sack ungarischen Mehles eine Gemeinde-UnklM^viM der Höhe von einem Gulden einzuheben. Einige ungarische Blätter Machten sofort gegen diesen Beschluß Front und bezeichneten denj?Mn als einen Bruch des Zoll- und Handelsbündniffes. Das jungczechische Organ bemächtigte sich der Sache und fordert heute die czechischen Gemeinden Böhmens und Mährens auf, den Beschluß der Trebitscher Gemeindevertretung nachzuahmen. Dadurch würden die „ausgeblähten Herren jenseits der Leitha" zahm werden, denn einen Aufschlag von einem Gulden per Sack ungarischen Mehles würde der „asiatische Hochmuth" nicht vertrage. Schließlich, meint das Jungczechenblatt, werde doch das geschehen müssen, wenn der czechische Landwirth durch die ungarische Konkurrenz nicht an den Bettelstab gebracht werden soll. Angesichts dieser Hetze hat es wenig zu sagen, wenn heute der Bürgermeister-Stellvertreter in Trebitsch erklärt, daß die dortige Gemeindevertretung einen derartigen Beschluß nicht gefaßt habe. (Fr. N.)
Rotterdam, 8. Sept. Die hiesigen Sozialisten hatten gestern Abend in einem Volkskaffeehause eine Festlichkeit für den hier eingetroffenen Sozialistenführer Domela Nieuwenhuis vorbereitet. Als letzterer mit mehreren seiner Auhänger vor dem Kaffeehause erschien, suchte die auf der Straße versammelte große Volksmenge seinen Eintritt zu hindern, sodaß die Polizei den Weg erst frei machen mußte. Die Menge griff das Kaffeehaus mit Steinwüfen an und riß die an demselben befindliche rothe Fahne herab, die auf der Straße verbrannt wurde. Trotz der Bemühungen der Polizei, es zu verhindern, drang die Volksmenge in das Kaffeehaus ein, welches völlig zerstört wurde. Die Sozialisten waren inzwischen aus dem Hause geflüchtet. Die antisozialistischen Kundgebungen dauerten den ganzen Abend fort; erst um Mitternacht gelang es der Polizei, die Ruhe wieder herzustellen. (K. Z.)
Die „Agence Havas" theilt den Blättern folgende offiziöse Note mit: „Mehrere fremöe Blätter haben die Nachricht gebracht, daß der Conseils Präsident während seiner Reise in der Schweiz den Präsidenten der Eidgenossenschaft besucht und mit ihm über die Besetzung des neutrali- sirten Savopens durch die Schweiz im Falle eines Krieges zwischen Frankreich und Italien konferirt habe. Diese Nachricht ist ganz falsch."
Man lieft im „Figaro": „Die Regierung sollte doch an unserer Ostgrenze den Verkauf gewisser boulangistischer Lieder verbieten, die wahre Aufreizungen zum Kriege sind. Wir haben verschiedene Muster dieser gefährlichen Kolportagen erhalten : neben dem Lobe des wackeren Generals von Clermont-Ferrand finden sich die gröbsten Beleidigungen gegen die fremden Nationen. Das ist eine sonderbare Art, den Patriotismus aufzufassen."
Die Manöver des 9. frans« Armeekorps, die westlich von Orleans abgehalten werden, sollen, wie Voltaire ausführt, in diesem Jahre besonders bemerkenswerth werden; sie dauern vorn 5. bis 20. Sept. unter General de Bellemares Oberleitung und zeichnen sich dadurch aus, daß alle Militärdienste vollständig sind: Artillerie, Genie, Intendantur, Sanitätsdienst, Zahlmeisteramt, Post-, Telegraphen- und Etappendienst wie im Kriege; die zwanzigtägigen Manöver sind bloß für Divisions- uns Armeekorpsmanöver Vorbehalten.
London, 7. Sept Die heutigen Morgenblütter enthalten spalten- laug Berichte über die Theater-Katastrophe in Exeter mit drastischen Schilderungen der grausigen Scenen von Augenzeugen. Die Zahl der