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Zugleich Amtliches Kvgun für StaöL- unö Lcrnök^eis Acrncru.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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10 Pfg.

Die Sspalt. Zeile 20 Pfg.

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Nr. 207.

Dienstag den 6. September

1887.

Amtliches.

Grundstücksverpachtung.

Die Ende dieses Jahres pachtlos werdenden, in der Gemarkung von Kilianstädten belegenen, nachverzeichneten Domanialgrundstücke, als: Karte Lit. E, Nr. 291/69 = 5,4695 ha Garten, die Bettenburg,

292/69 = 1,3910 daselbst,

71 = 0,0414 daselbst,

, 72 = 0,0030____ daselbst,

zusammen = 6,9049 ha

sollen vom 1. Januar 1888 ab auf zwölf Jahre öffentlich meist­bietend, und zwar im Ganzen oder in neun verschiedenen Pachtparzellen verpachtet werden.

Termin hierzu ist auf

Montag, den 12ten dieses Monats,

Vormittags 10 Uhr,

an Ort und Stelle anberaumt. Zusammenkunft in der Gastwirth­schaft von Andreas Zeh sen. in Kilianstädten.

Pachtreflectanten werden hierzu mit dem Bemerken eingeladen, daß auf angemessene Gebote der Pachtzuschlag ohne Abhaltung eines weiteren Termins ertheilt wird.

Die' Kartenzeichnung über die Pachtobjccte wird im Termin aufgelegt werden und kann auch schon vorher bei dem Unterzeichneten eingesehen werden.

Hanau am 3. September 1887.

Der Königliche Domainen-Rentmeister

8347______________________Bell.__________________________

Tagesscha«.

Berlin, 5 Sept. Se. Majestät der Kaiser und König nahmen heute den Vortrag des Wirklichen Geheimen Raths von Wilmowski ent­gegen und empfingen die neu ernannten Gesandten Griechenlands, Mexikos und Chiles, die Herren Angelos Vlachos, Don Jgnacio Romero Vargas und Don Vicente Santa Cruz, behufs Entgegennahme ihrer Kreditive. Demnächst hörten Se Majestät den Vortrag des Vertreters des Auswär­tigen Amts.

Berlin, 4. Sept. Prinz Albrecht, Prinzregent von Braunschweig, ist heute Abend 9 Uhr 45 Min. mit großem Gefolge nach Königsberg i. Pr. abgereist, um den Kaiser bei den Manövern zu vertreten.

Berlin, 5. Sept. Bezüglich der Meldungen verschiedener Blätter über eine beabsichtigte Zusammenkunft des deutschen und russischen Kaisers in Stettin, kann dieNordd. Allgem. Ztg." versichern, daß in unter­richteten Kreisen von einer solchen Zusammenkunft nichts bekannt ist. Die ganze Nachricht beruht lediglich auf Muthmaßungen. Es liegt nichts vor, was zu der Annahme berechtigte, daß ein Besuch des Zaren in Stettin beabsichtigt sei. Es ist ferner eine müßige Konjektur, wenn ein­zelne Blätter von der Erneuerung eines im September ablaufenden deutsch- russischen Vertrags sprechen. Ein solcher Vertrag existirt gar nicht.

Berlin, 5. Sept. Dem Vernehmen nach sind die Aeußerungen der Bundesregierungen über die Grundzüge der Alters- und Jnvalidenversor- gung nunmehr eingegangen und werden gegenwärtig im Reichsamte des Innern geprüft, was voraussichtlich im Laufe des Monats beendet sein wird. Die eventuell umzuarbeitenden Grundzüge sollen alsdann neben der Begutachtung durch einzelne besondere Sachverständige zur gutacht­lichen Aeußerung dem Volkswirthschaftsrathe vorgelegt werden. Erst nach dieser Prüfung wird die allerhöchste Genehmigung zur Ausarbeitung eines förmlichen Gesetzentwurfes erbeten.

Berlin, 5. Sept. Heute Nachmittag schoß eine Schildwache der Gardepioniere bei den Schanzen am Kreuzberge auf einen Arbeiter, welcher den Posten trotz wiederholter Warnung herausforderte. Der Arbeiter soll der erhaltenen Verwundung erlegen sein.

Königsberg, 5. Sept. Prinz Albrecht, welcher den Kaiser bei den Manövern vertritt, ist heute Vormittag um 9 Uhr auf dem festlich geschmückten Ostbahnhof eingetroffen und von dem kommandirenden Ge­neral, dem Oberpräsidenten, dem Oberbürgermeister und dem Polizeiprä­sidenten empfangen worden. Der Prinz schritt die Front der Ehrenwache ab und bestieg nach kurzem Verweilen im Kaiserzimmer den Wagen. Er

fuhr unter brausenden Hochrufen der Menge durch die via triumphalis nach dem Schlosse.

Königsberg i. Pr., 5 Sept. (K. Z.) Der Oberpräsident v. Schlieckmann erhielt eine Depesche des Kaisers, in welcher Se. Majestät unter wiederholtem, tiefem Bedauern, die Beweise treuer Liebe und An­hänglichkeit der Provinz Ostpreußen und der alten Königs- und Krönungs­stadt nicht selbst entgegen nehmen zu können, genehmigt, daß seinem Stell­vertreter, dem Prinzen Albrecht, diese Beweise der Provinz und der Vaterstadt seines in Gott ruhenden Vaters dargebracht werden.

Magdeburg, 3. Sept. Die Neustädter Aktienbrauerei, eine der größten Deutschlands, ist heute niedergebrannt.

Hannover, 5. Sept. Aus Anlaß des Todes Dr. Johannes Skalweit, Direktor des hiesigen Untersuchungsamts, der als langjähriger Geschäftsführer desVereins analytischer Chemiker" und als Redakteur der ZeitschriftRepertorium für analytische Chemie" fast mit allen Chemikern bekannten Namens in ständigem Verkehr stand, hat der der­zeitige Vorsitzende des Vereins, Direktor Dr. Schmitt in Wiesbaden, die für die allernächsten Tage nach Hannover anberaumte Generalversamm­lung des Vereins und die dafür geplanten Festlichkeiten auf unbestimmte Zeit vertagt.

Bonn, 5. Sept. Gestern Nachmittag 4 Uhr 52 Min. wurde hier und in der Umgegend ein leichtes Erdbeben wahrgenommen, das von einem dumpfen unterirdischen Rollen begleitet war.

Stuttgart, 2. Sept. In vergangener Nacht wurden in einigen Straßen die anläßlich der Sedanfeier ausgehängten Fahnen angezündet; dieselben sind zum Theil verbrannt.

Wien, 5. Sept. (K. Z.) Diplomatische Nachrichten aus Sofia bestätigen, daß die Stellung des Coburgers auf die Dauer unhaltbar erscheine. Die Armee sei zumeist enttäuscht, das Ministerium sei zwar einflußreich, wäre aber kräftiger ohne den Prinzeu, der ohne Verständniß dreinrede. Sicher sei es, daß die Mächte den Prinzen zu beseitigen wünschen, um dem Zaren und Herrn Giers eine Höflichkeit zu erweisen. Außerdem bereite Rußland Unruhen vor, so daß es fraglich sei, ob die Herzogin-Mutter Clementine, deren Besuch auf Oktober in Sofia ange­kündigt sei, den durchlauchtigen Sohn noch vorfinden würde.

Wien, 5. Sept. DerPol. Corr." wird aus Genua gemeldet, der deutsche Kronprinz treffe Mitte Oktober in Pegli ein, um dort einen zweimonatlichen Aufenthalt zu nehmen.

Pest, 5. Sept. Gestern ist der größte Theil der Stadt Weßprim abgebrannt; über zweihundert Häuser sind zerstört und viele Menschen­leben zu beklagen, weil viele ihr Hab und Gut zu retten versuchten. Fünfhundert Familien sind obdachlos.

Lüttich, 4. Sept. (R. u. St.-A.) Der katholische Sozial-Congreß hat seine Sitzungen heute Abend eröffnet. Derselbe ist zahlreicher besucht als im vorigen Jahre. Unter den Anwesenden befinden sich der Kardinal von Rheims, der Fürst von Löwenstein, mehrere deutsche Abgeordnete ec. Der Bischof von Lüttich eröffnete die Sitzung mit einer Rede über die Pflichten der Arbeitgeber, in welcher er die Nothwendigkeit brüderlicher Gesinnung betonte und sich für das Recht und die Pflicht des Staats, zu Gunsten des Arbeiters zu interveniren, ausließ. Der Bischof sprach sich anerkennend über die von dem Ministerium und der Arbeits-Com- mission rorgeschlagenen Gesetze aus, empfahl den Arbeitgebern christliche Liebe und Unterweisung gegenüber den Arbeitern und schloß mit der Ver­sicherung der Treue gegenüber den belgischen Institutionen. Der frühere Minister Woeste scgte: Die Gesetzgebungen seien unzureichend, um ohne den Beistand Aller der sozialen Krise zu begegnen.

Paris. DerFigaro" schreibt zur Sedanfeier in Deutschland: Ueberall zeigt sich bei diesem Anlässe der gleiche Haß: Frankreich, das ist der Feind. Das sind die gleichen Erinnerungen, die den Gefallenen ge­widmet werden, das gleiche Erstaunen, Sieger gewesen zu sein, aus dem die Teutschen seit 17 Jahren noch nicht herausgekommen sind. (Es fol­gen einige Zeilungsstimmen.) Und wenn wir alle, wie wir da sind, wissen, weshalb wir die Deutschen nicht lieben, werden diese Auszüge den Teutschen vielleicht beweisen, die dies nicht zu wissen sich den Anschein geben, daß sie nichts thun, um unsere Gefühle zu ändern Sie können noch lange in Versen singen,das Schwert sinken zu lassen", sie können uns noch lange in Prosa vorsagen, daß wir nur daran denken,sie aus-