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Nr. 193.

Samstag den 20. August

1887.

BekmmtMachungen Königl. Lanbrathsamts.

Die Erledigung meiner Verfügung vom 20. Juli d. I., A. 1444, Kreisblatt Nr. 169, betreffend Einreichung der Nachtragsnachweisungen für die im Etatsjahre 1886/87 fälligen Rückstandsbeträge an Communal- und Schulabgaben, wird, soweit die Nachweisungen nicht bereits hier vor­liegen, umgehend erwartet.

Hanau am 18. August 1887,

Der Königliche Landrath.

A. 1668___________________I. V.: Baabe.__________________________

Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.

Verloren: Ein Portemonnaie mit ca. 120 Mark und Visiten- Karten.

Gefunden: Ein Kattuntaschentuch.

Hanau am 20. August 1887.

Tagesschau.

Berlin, 19. August. Se. Majestät der Kaiser und König sind in Folge des plötzlichen Umschlags des Wetters von einer Erkältung be­fallen worden, welche sich hauptsächlich durch zeitweise eintretende rheu­matische Schmerzen äußert.

Berlin, 19. August. Dem interimistischen Kaiserlichen Geschäfts­träger, Grafen von Tattenbach zu Madrid, ist auf Grund des §. 1 des Gesetzes vom 4. Mai 1870 für die Dauer feiner Geschäftsführung und den dortigen Amtsbezirk die Ermächtigung ertheilt worden, bürgerlich gültige Eheschließungen von Reichsangehörigen vorzunehmen und die Ge­burten, Heirathen und Sterbefälle derselben zu beurkunden

Berlin, 19. August. Der hiesige amerikanische Gesandte, George H. Pendleton, hat einen ihm von seiner Regierung bewilligten Urlaub angetreten. Für die Dauer der Abwesenheit desselben von Berlin fungirt der Legations - Sekretär Chapmann Coleman als interimistischer Geschäfts­träger.

Berlin, 19. August. S. M. KadettenschulschiffNiobe", Kom­mandant Kapitän zur See Aschenborn, ist am 18. August er. in Zoppot eingetroffen. Der DampferHohenstaufen" mit der abgelösten Be­satzung S. M. KreuzersAdler" ist am 18. August cr. in Melbourne eingetroffen und beabsichtigt am 20. deff. Mts. die Heimreise fortzusetzen.

Berlin, 19. Aug. Während der heutigen Sonnenfinsterniß war der Himmel bewölkt und der Sonnenkörper selbst nicht sichtbar. Beo­bachtet wurde nur an der betreffenden Stelle des Horizontes eine intensive Färbung der Wolken, welche mit dem Steigen der Sonne zunahm und dann allmählich verschwand, worauf plötzlich eine allgemeine Verfinsterung eintrat. Nach einigen Minuten erfolgte wieder die Färbung der Wolken und dann trat Tageshelle ein. Nach den verschiedenen Beobachtungs­punkten waren Hunderttausende mittels der Bahn, auf Wagen und zu Fuß hinaus geströmt.

Potsdam, 19. August. Bei der gestrigen Nagelung und Weihe der den neuen Regimentern und Bataillonen verliehenen Fahnen wurden, wie derR. u. St. A." berichtigend meldet, Se. Majestät der Kaiser durch Ihre Majestät die Kaiserin vertreten. Ihre Majestät die Kaiserin erschien unter Vortritt des mit den Geschäften der Kommandantur betrau­ten General-Majors von Versen, begab Sich an den ersten Tisch, wo die neu verliehene Fahne des vierten Bataillons vom 1. Westfälischen Infan­terie-Regiment Nr. 13 lag, sprach:Im Namen des Kaisers" und führte drei Schläge für den Kaiser und drei für Sich. Darauf begab Sich Ihre Majestät zu den Fahnen des 135. Regiments, als des ersten der neufornürten Regimenter, welchen'Fahnen verliehen worden sind, sprach dieselben Worte, führte ebensoviel Schläge und zog Sich sodann in den Bronzesaal zurück, um zum Gottesdienst wieder zu erscheinen. Hierauf begann Se. Königliche Hoheit der Prinz Wilhelm die Nagelung.

Kiel, 19. August. Se. Königliche Hoheit der Prinz Ludwig von Bayern ist heute Mittag hier eingetroffen und von Sr. Königlichen Hoheit dem Prinzen Heinrich sowie sämmtlichen hier anwesenden Flagg Offizieren, Kommandeuren und Kommandanten der Marine empfangen worden.

Die deutsche Turnerschaft zählte am 1. Januar 1887 in 3372 Vereinen 323125 Vereinsangehörige, von denen 170 205 turnen.

Die Turnerschaft ist in einem Jahre um 226 Vereine mit 24 157 Ver­einsangehörigen gewachsen. Seit dem deutschen Turntage in Eisenach im Jahre 1883 ist die Turnerschaft um fast 1000 Vereine mit 120 000 Mitgliedern, von denen 70000 turnen, gewachsen.

Pest. Das ungarische Militärblatt veröffentlicht über die beiden Adjutanten des Prinzen von Coburg, Rittmeister Dobner und Major Laabe, von denen der erste der Honvedarmee und der letztere der gemein­samen Armee angehörten, folgende Daten. Dobner hat früher in der gemeinsamen Armee gedient; er ist einer der besten Reiter in der Monarchie und wurde deshalb zu den Honveds als Leiter der Honved-Cavallerieschule in Jakbereny versetzt. Prinz Coburg wurde als Honved-Hufarenoberlieute- nant der Obsorge Dobners anvertraut. Dobner ist 38 Jahre alt und verheirathet. Er eignet sich durchaus für die Organisation der bulgarischen Cavallerie. Major Laabe diente als Major in der gemeinsamen Armee. Er ist durch einen Prozeß bekannt geworden, in dem er in Folge der Veröffentlichung eines Schriftchens verwickelt wurde. Erzherzog Johann hatte bekanntlich im Jahre 1870 eine Schrift über unsere Artillerie heraus­gegeben, deren Spitze gegen Deutschland gerichtet war. Major Laabe antwortete mit einem Schriftchen dem Erzherzog in scharfem Tone. Der damalige Kriegsminister fahndete nach dem Verfasser der Schrift, bis endlich Laabe sich als Verfasser bekannte und seines militärischen Ranges verlustig wurde. Im vorigen Jahre wurde ihm seine Charge in der Reserve zurückgegeben und ein Gnadengehalt angewiesen. Nun hat er beides geopfert, um dem Coburger nach Bulgarien zu folgen. (K. Z.)

Pest, 18. Aug. (K. Z.) In dem bekannten Curort Kovasna in Siebenbürgen hat eine heftige Feuersbrunst 130 Häuser eingeäschert Dem Erdbeben vom vorigen Samstag in Agram, Klonjac und Klenovnik sind drei weitere Erschütterungen auf der ganzen Linie gefolgt.

Listabott, 19. August. Der Deputirte Ferreira, welcher sich in der Kammer gegen den Marine-Minister thatsächlich vergangen hatte, ist wegen dieses Vergehens zu einer Gefängnißstrafe von 4 Monaten verur- theilt worden.

Eine officiöse Pariser Zuschrift der Polit. Corresp. sucht nachzu- weisen, daß die von der Regierung geplante Besteuerung der Fremden einen rein wirthschaftlichen Zweck verfolge und sich in erster Linie gegen die in die nördlichen Departements maffenhaft einwandernden belgischen Arbeiter richte, deren Zahl auf ungefähr 400 000 geschätzt wird, sowie gegen die in den See-Alpen und der Provence ansässigen Italiener, deren Zahl ungefähr 250 000 betragen soll. Die Ausländer sollen den einhei­mischen Arbeitern hauptsächlich aus dem Grunde einen drückenden Wett­bewerb bereiten, weil sie militärfrei seien. Die Regierung werde den Kammern als Mittel zur Abhülfe wahrscheinlich in erster Linie die Er­leichterung der Naturalisirung an die Hand geben; möglicherweise werde sie aber auch die Erhebung einer kleinen Steuer entsprechend derjenigen für die Militärdienstuntauglichen vorschlagen.

London, 19. Aug. Im Oberhaus verlas Lord Salisbury eine Proklamation, worin die irische Nationalliga für eine staatsgefährliche Gesellschaft erklärt wird.

Queenstown, 19. Aug. Der Dampfer Dokcity ist heute mit der Mannschaft und den Paffagieren des Dampfers City Montreal ein­getroffen, welcher auf der Reise von Nenn Dort nach Queenstown gänzlich abgebrannt ist. Wie eine Depesche des Lloyd meldet, seien dabei 13 Per­sonen umgekommen. Weitere Einzelheiten fehlen. (Fr. N.)

Petersburg, 19, Aug. Die gestrigeMoskauer Zeitung" bringt einen längeren Artikel, in welchem sie ausführt, daß die Behauptung ge­wisser Zeitungen, Katkoff habe Deutschland fanatisch gehaßt, dagegen Frankreich geliebt, durchaus auf einem Irrthume beruhe.

Moskau, 18. Aug. Die Moskauer Zeitung fordert die Regierung zu entschiedenen Schritten in der bulgarischen Angelegenheit auf; eine Besetzung Bulgariens fei einstweilen nicht erforderlich, es werde genügen, der Pforte, die eine zweideutige Rolle spiele, zu erklären, daß sie selber, wenn sie die Ordnung in Bulgarien und Ostrumelien auf der genauen Grundlage des Berliner Vertrages nicht wiederherstelle, von Rußland für Verletzung des Vertrags durch den Prinzen von Coburg verantwortlich gemacht werden könne. Die Moskauer Zeitung, die nach dem Tode Kat- kows durch Uebereifer ersetzen will, was ihr an Bedeutung verloren ge-