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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 185

Donnerstag den 11. August

1887.

Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.

Der Herr Oberpräsident hat unter dem 16. April d. I. eine ein­malige Sammlung freiwilliger Beiträge im hiesigen Kreise zum Besten der am 1. Juli 1885 in's Leben getretenen Arbeitercolonie zu Neu- Ulrichstein im Großherzogthum Hessen genehmigt.

Ich habe deßhalb unter dem heutigen Tage eine Anzahl von Sammellisten an die Herren Bürgermeister, denen ich die Förderung die­ses Gegenstandes angelegentlichst empfehle, abgehen lassen, und ersuche, diese Listen in Circulalion zu setzen und mir dieselben mit dem gezeichne­ten Geldbeträge bis zum 10. September wieder einzureichen.

Die Herren Kreistagsabgeordneten, welche in der Sitzung am 2. d. M. bereits Listen entnommen haben, ersuche ich, den obenbezeich­neten Termin ebenfalls inne halten zu wollen.

Hanau am 3. August 1887.

Der Königliche Landrath

A. 1669 Gf. Bismarck.

Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher werden aufgefordert, den für den Amtsgerichtsbezirk, zu welchem die betr. Gemeinde gehört, gewählten Vertrauensmännern zur Auswahl der Schöffen und Geschwore­nen alljährlich eine Abschrift der Urliste über diejenigen Personen, die zu Schöffen und Geschworenen wählbar sind, mitzutheilen.

Eine Nachweisung der zur Auswahl der Schöffen rc. für das nächste Jahr gewählten Vertrauensmänner lasse ich hierunter mit dem Bemerken folgen, daß jede Personal-Veränderung unter denselben durch das Kreis­blatt veröffentlicht werden wird.

In der Sitzung des Kreistages vom 2. d. Mts. sind gewählt wor­den:

a. für den Amts gerichtsbezirk Hanau:

1. Oberamtmann Schuppius, Rüdigheimerhof,

2. Bürgermeister Kopp, Großkrotzenburg,

3. G e i b e l, Kesselstadt,

4. Peter Stein, Hochstadt;

b. für den Amtsgerichtsbezirk Bergen:

1. Bürgermeister Ebert, Bischofsheim,

2. Andreas Reul Ir, Bischofsheim,

3. c. Bürgermeister Brandt, Fechenheim,

4. Landwirth Conrad Puth, Bergen,

5. vorm. c. Bürgermeister Weil, Fechenheim,

6. Bürgermeister Kl ema nn, Bergen,

7. Böckel, Gronau;

c. für den Amtsgerichtsbezirk Windecken:

1. Vicebürgermeister H o ch st adt, Windecken,

2. Bürgermeister Steul, Niederdorfelden,

3. Stroh, Marköbel,

4. Brodt, Ostheim,

5. Laubach, Eichen,

6. Z e h, Kilianstädten,

7. Jung, Roßdorf;

d. für den Amtsgerichtsb ezirk Lgngenselbod:

1. Rechnungsführer Ruth, Langenselbold,

2. Bürgermeister Lehr, daselbst,

3. Haldy, Neuwiedermuß,

4. Hofmann, Hüttengesäß,

5. Klein, Ravolzhausen,

6. Keller, Langendiebach,

7. Dietz, Rückingen.

Hanau am 3. August 1887.

Der Königliche Landrath Gf. Bismarck.

Der Landwirth Peter Ruppel II. von Mittelbuchen ist zum Ee- meinderath daselbst bestellt und am 6. d. Mts. verpflichtet worden.

Hanau am 8. August 1887.

Der Königliche Landrath

A. 1679 Gf. Bismarck.

Die Herren Bürgermeister werden unter Bezugnahme auf meine durch das Kreisblatt ergangene Verfügung vom 20. v. M. A. 1444 darauf aufmerksam gemacht, daß mir die Nachtragsnachweisungen für die

im Etatsjahre 1886/87 fälligen Rückstandsbeträge an Communal- und Schulabgaben bis zum 15. d. M. einzureichen sind.

Hanau am 6. August 1887.

Der Königliche Landrath.

A. 1668. I. V.: Baabe.

Die Wittwe des Wilhelm Heinrich Schröter, Katharina, geborene Hochstädter, zu Windecken hat einen Paß für sich und ihren 7 Jahre alten Sohn Heinrich nach Amerika beantragt.

Hanau am 9. August 1887.

Der Königliche Landrath

P. 4860._______________Gf. Bismarck.__

Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.

Entflogen: Eine weiße Pfauen-Taube mit Kaupe; dem Wieder- bringer 1 Mark Belohnung.

Verloren: Zwei weiße kleine Säcke. Ein Mädchen-Knöpfstiefel.

Hanau am 11. August 1887.____

Die nächsten Hufschmiede Prüfungen werden von der hiesigen Prü fungs-Commission am Samstag den 3. September d. I. in der Werkstätte des Hufschmiedes M. Wilscheck dahier abgehalten.

Meldungen zu den Prüfungen sind mindestens vier Wochen vorher unter Einreichung eines Geburtsscheins und etwaiger Zeugnisse über die erlangte technische Ausbildung, sowie unter Einsendung der Prüfungsge­bühr, welche 10 Mark beträgt, an den Unterzeichneten zu richten, worauf dann die Prüflinge von hier aus direkt zur Prüfung einberufen werden.

Das erforderliche Handwerkszeug haben die Prüflinge selbst zu stellen.

Zur Vorbereitung auf die Prüfung empfehle ich das Buch:An­leitung zum Bestehen der Hufschmiede-Prüfung von Professor Dr. Möller. (Berlin bei Paul Parey. Preis 1 Mark)".

Hanau den 17. Juni 1887,

Der Vorsitzende der Prüfungs-Commission.

__Collmann, Königl. Kreisthierarzt.________________

TageSschau.

Gastein, 10. Aug. Kaiser Wilhelm hat um SVs Uhr die Rück­reise angetreien, von stürmischen Ovationen der Bevölkerung begleitet; der Botschafter Prinz von Reuß und Statthalter Thun gaben dem Kaiser bis Salzburg das Geleite.

Berlin, 10. Aug. DenB. Pol. N." zufolge sind die Aussüh- rungsbestimmungen zum Branntweinsteuergesetz den Provinzialsteuerbehör- den mitgetheilt worden, um sich bis zum 28. ds. darüber gutachtlich zu äußern; außerdem seien Behufs Einziehung von Gutachten aus dem Han­delsstande Einberufungen aus diesen Kreisen für die nächsten Tage zu erwarten. Aus den Kreisen der landwirthschaftlichen Interessenten seien bereits Sachverständige gehört worden. Die Ausführungsbestimmungen dürften den Wünschen dieser Kreise entsprechend verschiedene, wenn auch nur wenige Modifikationen erfahren. Zweifellos beabsichtige die Regierung allen berechtigten Wünschen innerhalb der Grenzen des Möglichen gerecht zu werden.

Aachen, 10. Aug. In der Stolberger AktiengesellschaftJor­danshütte" brach gestern Nachmittag Feuer aus. Die die Lagerräume und die Glashäfen enthaltenden Gebäude und die angrenzenden Beamten­wohnhäuser sind niedergebrannt. Das Gebäude mit dem Glasschmelz­ofen wurde gerettet. Die Aachener Feuerwehr wurde telegraphisch her­beigerufen

Leipzig, 10. Aug. (K. Z.) Der hiesigen Criminalpolizei gelang es in letzter Nacht, eine geheime Socialisten-Versammlung aufzuheben.

Berviers, 10. Aug. Ich habe diese Nacht den Brand des Her- togenwaldes bei Dolbain und Eupen besichtigt. Das Feuer wüthet seit Samstag. Ich sah den Waldeingang bei Jalhay, so weit ich sehen konnte, verwüstet; das Feuer äscherte zuerst das Moos und den Rasen ein, theilte sich dann der mehrere Meter dichten Torfschicht mit nnd ergriff endlich die Bäume, welche jetzt entwurzelt hinsinken und lodern oder verglühen. Das Feuer soll drei Hauptherde haben, von denen der älteste bei Ba- raque Michel aus belgischem Gebiete liegt, während die beiden anderen auf preußischem Gebiete zu suchen sind. Die Ausdehnung der Feuerstätte wird bereits auf 500 Hektar geschätzt. Seit gestern werden diesseits ernste