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Nr. 171
Dienstag den 26. Juli
1887.
Bekanntmachungen Röntgt Landrathsamts.
Bekanntmachung.
Bei der dem Plane gemäh am heutigen Tage vor Notar und Zeugen stattgefundenen 52. Prämienziehung des vormals Kurhessischen, bei dem Bankhause M. A. von Rothschild & Söhne in Frankfurt a. M. aufgenommenen Staats-Lotterie Anlehns vom Jahre 1845 sind auf die 6000 Nummern der am 1. Dezember v. I. und am 1. Juni d. J. gezogenen 240 Serien die im beigefügten Verzeichnisse I. aufgeführten Prämien gefallen.
Die Auszahlung dieser Prämien findet, gegen Rückgabe der Prä- mienscheine, vom 15. Dezember d. I. ab täglich mit Ausnahme der Sonn- und Festtage bei dem obengenannten Bankhause oder bei der Königlichen Regierungs-Hauptkasse dahier Statt.
Die Erhebung der Prämien kann jedoch auch bei allen übrigen Königlichen Regierungs- und Hauptkassen, sowie bei der Kreiskasse in Frankfurt a. M. und der Königlichen Staatsschulden-Tilgungskasse in Berlin geschehen, in welchem Falle die Prämienscheine bereits vom 1. Dezember d. I. ab bei der betreffenden Kasse eingereicht werden können, da dieselben zunächst an die Regierungs-Hauptkasse in Cassel zur Festsetzung übersandt werden müssen.
Zugleich werden die Inhaber solcher Prämienscheine obigen Anlehns, welche zu einer der im weiter beigefügten Verzeichnisse II. aufgeführten Serien gehören, zur baldigen nachträglichen Erhebung der darauf gefallenen Prämien-Beträge, gegen Ablieferung der Prämienscheine hiermit aufgefordert.
Endlich wird auf das unter III. beigefügte Verzeichniß amortisirter Prämienscheine, sowie auf das Verzeichniß IV. derjenigen Prämienscheine, deren Verjährung eingetreten ist, aufmerksam gemacht.
Cassel, am 1. Juli 1887.
Der Regierungs-Präsident.
Rothe.
Die Verzeichnisse I. II. III. können im landräthlichen Bureau eingesehen werden.
Hanau am 16. Juli 1887.
Der Königliche Landrath
V. 3509 Gf. Bismarck.
Die nächsten Hufschmiede-Prüfungen werden von der hiesigen Prü- fungs-Commission am Samstag den 3. September d. I. in der Werkstätte des Hufschmiedes M. Wilscheck dahier abgehalten.
Meldungen zu den Prüfungen sind mindestens vier Wochen vorher unter Einreichung eines Geburtsscheins und etwaiger Zeugnisse über die erlangte technische Ausbildung, sowie unter Einsendung der Prüfungsgebühr, welche 10 Mark beträgt, an den Unterzeichneten zu richten, worauf dann die Prüflinge von hier aus direkt zur Prüfung einberufen werden.
Das erforderliche Handwerkszeug haben die Prüflinge selbst zu stellen.
Zur Vorbereitung auf die Prüfung empfehle ich das Buch: „An. leitung zum Bestehen der Hufschmiede-Prüfung von Professor Dr. Möller. (Berlin bei Paul Parey. Preis 1 Mark)".
Hanau den 17. Juni 1887.
Der Vorsitzende der Prüfungs-Commission.
Collmann, Königl. Kreisthierarzt.
Tages schau.
Bad Gastein, 24. Juli. Kaiser Wilhelm machte nach der „K. Z." heute Vormittag 10 Uhr eine Spazierfahrt in der Richtung nach Böckstein; Nachmittags 6 Uhr machte er eine einstündige Fahrt ins Kötschachthal und am Abend besuchte er noch die Abendgesellschaft bei der Gräfin Lehndorf in der Villa Solitude. Als der Kaiser sich Nachmittags um I Uhr zum Besuche der Gräfin Grünne nach Straubingers Gasthof begab, erregte der freie, ungezwungene Schritt beim Hinuntersteigen der Freitreppe des Badeschlosses allgemeines und freudiges Erstaunen. Das frische Aussehen des Monarchen ist die beste Gewähr, daß die Cur von vortheilhafter Wirkung ist.
Berlin, 25. Juli. Se. Majestät der Kaiser und König mach
ten, wie der „R. u. St.-A." aus Bad Gastein meldet, heute früh eine Spazierfahrt auf dem Wege nach Böckstein.
Berlin, 25. Juli. Der „R. u. St. A." Nr. 171 veröffentlicht: Gesetz, betreffend die Ernennung und die Besoleung der Bürgermeister und Beigeordneten, vom 4. Juli 1887.
Berlin, 25. Juli. Ihre Majestät die Kaiserin wirv aus Coblenz heute Nachmittag 4^2 Uhr abreisen und mit ihrem Hofstaate am Abend um 7s/4 Uhr in Homburg v. d. H. eintreffen, um wie alljährlich dort einige Zeit Aufenthalt zu nehmen.
Berlin, 25. Juli Es steht, wie die „Köln. Ztg." schreibt, nunmehr fest, daß die Zusammenkunft der Kaiser von Deutschland und Oesterreich in Gastein stattfinden wird. Kaiser Franz Joseph wird am 6. oder 7. August daselbst eintreffen und gedenkt zwei Tage bei seinem kaiserlichen Verbündeten zu bleiben. Davon, daß ihn sein Minister des Auswärtigen, Graf Kalnoky, begleiten wird, wie kürzlich von Wiener Blättern behauptet wurde, ist hier nichts bekannt; dagegen verlautet hier, daß sich Graf Kalnoky Mitte des nächsten Monats zum Besuch des Fürsten Bismarck nach Kissingen begeben wird. Auch die bayerischen Minister v. Crailsheim und Dr. v. Lutz sollen die Absicht kundgegeben haben, den Reichskanzler wieder in Kissingen zu besuchen.
Berlin, 24. Juli. Zum Stapellauf, der vorzüglich gelang, war auch Prinz Wilhelm von Preußen herübergekommen, der bei dieser Gelegenheit zum ersten Male die ihm aus Anlaß der Holtenauer Feier vom Kaiser verliehene Uniform des Seebataillons öffentlich trug. Das Schiff Irene ist ein Kreuzer mit Panzerdeck und doppelter Holzbeplankunz mit Kupferbeschlag, 94 m lang, 14 w breit, 9,25 m tief. Es wird eine Maschine von 8000 Pferdekrästen und 18 Knoten Fahrgeschwindigkeit erhalten. Die Ausrüstung wird noch vier bis fünf Monate in Anspruch nehmen.
Berlin, 25. Juli. (K. Z.) Der deutsche Botschafter in Konstantinopel, v. Radowitz, ist hier eingetroffen. Er wird sich hierselbst kurze Zeit aufhalten und sich dann zur Cur nach Gastein begeben.
Berlin, 25. Juli. Der Dampfer „Bayern" mit der abgelösten Besatzung S. M. Kreuzers „Nautilus" hat am 23. Juli er. von Aden aus die Heimreise angetreten. — S. M. Kanonenboot „Hyäne", Kommandant Kapitän-Lieutenant Galster II., ist am 23. Juni er. in Capetown eingetroffen und beabsichtigt am 26. Juli die Reise fortzusetzen.
Berlin, 24. Juli. Am 25. September d. I. werden 25 Jahre verflossen sein, daß der jetzige Reichskanzler Fürst v. Bismarck zur Leitung der Staatsgeschäfte berufen worden ist, und zwar zunächst zur vorläufigen, worauf am 8. Oktober desselben Jahres die endgültige Berufung erfolgte. (K. Z.)
Berlin, 25. Juli. Am 24. b. Mts. ist die Maschine und der Packwagen des von Emden früh 510 Uhr abgelassenen Schnellzuges auf der Ledabrücke bei Bahnhof Lehr entgleist Bei diesem Unfall, durch den der Betrieb für einige Zeit gestört sein wird, haben glücklicher Weise nur einzelne Personen leichte Quetschungen erlitten. Die Veranlassung zu der Entgleisung ist noch nicht festgestellt.
Breslatt, 25. Juli. Nach einer Mittheilung der Direktion der Oberschlesischen Eisenbahnbedarfs-Gesellschaft in Friedenshütte zerstörte in vergangener Nacht eine Kesselexplosion das Kesselhaus der Hochofenanlage mit sämmtlichen 22 Kesseln. Die Ursache ist absolut unbekannt. Dur ch die Explosion wurde eine größere Feuersbrunst herbeigeführt, durch welche 6 Häuser, das Magazin und das Magazinhaus der Hochofenanlage eingeäschert wurden. Versichert war Alles, So weit bis jetzt ermittelt, haben durch die Explosion 2 Personen den Tod gesunden; etwa 20 sind — die meisten leicht — verwundet. Der Betrieb der Hochofenanlage ist voraussichtlich auf lange Zeit hinaus unmöglich.
Colmar, 25. Juli. Der Reichstagsabgeordnete Grad ist von der Strafkammer des hiesigen Landgerichtes wegen Beleidigung von Feldwebeln der deutschen Armee in der von ihm am 21. Februar in einer Wahlversammlung gehaltenen Rede zu 500 Mark verurtheilt worden.
München, 25. Juli. Die Minister v. Lutz und v. Crailsheim werden den Fürsten Bismarck in Kissingen besuchen.
Wien, 25. Juli. Der Postassistent Zalewski vom hiesigen H-mpt- postamte, welcher Ende Mai d. J. nach Unterschlagung mehrerer größerer