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Nr. 158 wwww™™
Montag den 11. Juli
1887.
Amtliches.
Bekanntmachung.
Post- und Eisenbahnkarte des Deutschen Reichs.
Von der im Kursbüreau des Reichs-Postamts bearbeiteten neuen Post- und Eisenbahnkarte des Deutschen Reichs ist jetzt im Weiteren das Blatt MH erschienen; demselben wird Enve Juli das Blattt XIII folgen. Ersteres umfaßt die Provinz Brandenburg, letzteres das Königreich Sachsen nebst dem größten Theil von Böhmen.
Die Blätter können im Wege des Buchhandels zum Preise von 2 M. für das unausgemalte Blatt und 2 M. 25 Pf. für jedes Blatt mit farbiger Angabe der Grenzen von dem Verleger der Karle, dem Berliner Lithographischen Institut von Julius Moser (Berlin W., Potsdamerstraße 110), bezogen werden.
Berlin W„ 3. Juli 1887.
Der Staatssekretair des Reichs-Postamts. von Stephan.
Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.
Der Kreisausschuß hält Ferien während der Zeit vom 21. Juli bis 1. September. Ich bringe dies hierdurch mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß, daß während der Ferien Termine zur mündlichen Verhandlung nur in schleunigen Sachen abgehalten werden.
Hanau am 7. Juli 1887.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses:
Gf. Bismarck,
A. 1434 Königlicher Landraih.
Am Montag, den 18. d. Mts., Vormittags 9'/i Uhr, wird behufs Feststellung der Entschädigung an diejenigen Eigenthümer, welche zum Bau der neuen Zufahrtsstraße von Fechenheim nach der festen Brücke bei Offenbach Ländereien hergegeben haben, eine Verhandlung an Ort und Stelle stattfinden.
Alle Interessenten werden aufgefordert, ihre Rechte in diesem Termine wahrzunehmen, unter der Verwarnung, daß beim Ausbleiben ohne ihr Zuthun die Entschädigung festgestellt und wegen Auszahlung oder Hinterlegung der letzteren verfügt werden wird.
Hanau am 8. Juli 1887.
Der Ausführungs-Kommissar. Gf. Bismarck,
V. 3288. Königlicher Landrath.
Die geisteskranke Anna Maria Schilling, geb. Peter, aus Somborn ist aus ihrer Pflege entwichen und treibt sich wahrscheinlich bettelnd umher. Die Herren Ortsvorstände werden angewiesen die rc. Schilling im Betretungsfalle in Verwahrsam zu nehmen und an den Ortsvorstand in Somborn abliefern zu laffen.
Hanau am 8. Juli 1887.
Der Königliche Landrath Gf. Bismarck.
Der Ackermann Philipp Karpp lr in Mittelbuchen ist zum Bürgermeister dieser Gemeinde gewählt und als solcher verpflichtet worden.
Hanau am 7. Juli 1887.
Der Königliche Landrath
A. 1431 Gf. Bismarck.
Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.
Gefunden: Ein Herrenhemd nebst rothem Taschentuch. Ein gelbes Armband. Ein schwarzer Sonnenschirm (am 2. d. Mts. auf dem hiesigen Wochenmarkt stehen geblieben). Ein Blatt (Seite 23 u. 24) aus einem Krankenkassenbuch. Ein Portemonnaie mit einigen Pf.
Hanau am 11. Juli 1887. _________
Tagesschau.
Berlin, 9. Juli. Se. Majestät der Kaiser haben im Namen
des Reichs den bisherigen Vize-Konsul Bodo Lehman« in Buenos-Aires zum Konsul daselbst zu ernennen geruht.
Berlin, 9. Juli. Der „R. u. St. A." Nr. 158 veröffentlicht: 1) Gesetz, betr. die Verwendung gesundheitsschädlicher Farben bei der Herstellung von Nahrungsmitteln, Genußmitteln und Gebrauchsgegenständen, vom 5. Juli 1887. — 2) Gesetz, betreffend Abänderung der Gewerbeordnung, vom 6. Juli 1887. — 3) Verordnung, betr. die Aufhebung des Verbots der Ausfuhr von Pferden, vom 8. Juli 1887
Berlin, 9 Juli. Se. Majestät der Kaiser und König machten, wie der „R. u. St.-A." aus Ems meldet, heute nach der Kur eine Promenade und sodann eine Ausfahrt. Am Diner wird der Prinz Nikolaus von Naffau theilnehmen.
Das Reiseprogramm Sr. Mas. des Kaisers ist nach dem „Fr. I." nach einer gewordenen Mittheilung folgendes: Montag, 11. d. M., Nachmittags 4 Uhr, verläßt der Kaiser nach nur siebentägigem Kurgebrauche mittelst Sonderzuges Ems. Der größte Theil des Gefolges begleitet den Kaiser nach Koblenz, woselbst die Ankunft um 4*/s Uhr erfolgt. Das Militärkabinet und das Auswärtige Amt bleiben in Ems zurück, wie das auch in früheren Jahren stets der Fall war. Der Aufenthalt des Kaisers in Koblenz währt bis zum Mittwoch, 13. d., und wird das Personal des Emser Kursaaltheaters während dieser Zeit einmal — Dienstag Abend — im Koblenzer Stadttheater eine Vorstellung („Großstädtisch" von Schweitzer) geben. Am Mittwoch Abend reist der Kaiser von Koblenz ab und schließen sich dann die übrigen Herren wieder dem Gefolge an. Die Ankunft aus der Insel Mainau erfolgt am 14. c. Morgens. Am 18. verläßt der Kaiser wieder die Insel und kommt am 19. in Gastein an.
Wie die „Allg. Ztg." erfährt, wird der Reichskanzler Fürst Bismarck, wenn sein Gesundheitszustand es nach Ansicht des Leibarztes Professors Dr. Schweninger gestattet, in der nächsten Woche von Fried- richsruh in Kissingen eintreffen. Drei Paar Wagenpferde mit den nöthigen offenen und geschlossenen Equipagen, sowie drei Hofkutscher des königlichen Marstalls werden bereits zur Abreise nach Kissingen für den Reichskanzler in Bereitschaft gehalten.
Virchows Gutachten vom 1. Juli über das durch die letzte Operation vom 29. Juni gewonnene Stück Neubildung aus dem Kehl- kopfe des Kronprinzen schließt, der „Fr. 3 " zufolge, nach einer ausführlichen Schilderung des mikroskopischen Befundes: „Das excidirte Stück hat sich daher in noch höherem Grade als die bei der vorletzten Operation gewonnenen Stücke als eine von einer mäßig gereizten und verdickten Oberfläche ausgegangene harte zusammengesetzte Warze ergeben, und die Basis derselben hat auch nicht den entferntesten Anhalt für die Annahme einer in das Gewebe eindringenden Neubilvung geliefert."
Das zwischen den Nationalliberalen und den Konservativen abgeschlossene Kartell, welches bei den Reichstagswahlen, namentlich auch im Königreich Sachsen, so ersprießliche Resultate erzielt hat, ist auch für die in Sachsen bevorstehenden Landtagswahlen in Kraft gesetzt worden. Das „Leipziger Tageblatt" enthält darüber folgende Mittheilung: Wie wir von zuständiger Seite erfahren, ist Seitens der Vorstände des nationalliberalen und konservativen Vereins im Königreich Sachsen beschlossen worden, bei den bevorstehenden Landtagswahlen das Kartell, wie es bei den letzten Reichstagswahlen zwischen den beiden Parteien bestand und sich so erfolgreich bewährte, aufrecht zu erhalten. Das Kartell beruht auf der Verpflichtung, den beiderseitiger Besitzstand zu wahren und ihn gegen die feindlichen Parteien, welche bei den Landtagswahlen vorzugsweise die Sozialdemokraten sein werden, durch gegenseitige Unterstützung zu vertheidigen. Weiter vernehmen wir, daß es als selbstverständlich erachtet worden ist, in dieses Kartell auch diejenigen Mitglieder der sächsischen Fortschrittspartei, welche ihren Austritt aus der deutschfreisinnigen Partei erklärt haben, einzuschließen
In Bezug auf die PrüfUNgspflicht im Baugewerbe wird der „Baugewerkszeitung" mitgetheilt, daß eine dahin gehende Vorlage für die nächste Wintersession des Reichstags vorbereitet werden solle und daß man mit Sicherheit auf deren Aufnahme hoffe; aber man wolle nur das engere Baugewerbe prüfungspflichtig machen, während eine Ausdehnung auf andere Gewerbe nicht beabsichtigt werde. Das Baugewerbe halte